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Brief von Heinrich Heine an Elize Krinitz, Paris, 2. Januar 1856

30. Juli 2007 | Von | Kategorie: Dies und Das, Lesekreis

Elize KrinitzLiebste Seele!

Bin sehr elend. Hustete schrecklich 24 Stunden lang; daher heute Kopfschmerz, wahrscheinlich auch morgen. – Deßhalb bitte ich die Süßeste statt morgen (Donnerstag), lieber Freitag zu mir zu kommen. – Bis dahin muß ich lungern. Mein Serinsky hat für die ganze Woche sich krank melden lassen. Welche unbehaglichen Mißstände! Ich werde fast wahnsinnig vor ärger, Schmerz u Ungeduld. Ich werde den lieben Gott, der so grausam an mir handelt bei der Thierquälergesellschaft verklagen. Ich rechne auf Freytag. Unterdessen küsse ich in Gedanken die kleinen pattes de mouches

Dero wahsinniger

H H.

Am 17. Februar 1856 starb Heinrich Heine, nachdem er 8 Jahre bettlägrig in seiner sogenannten “Matratzengruft” verbracht hatte. Die letzten Monate seines Lebens erleichterten ihm die Besuche seiner Verehrerin Elize Krinitz, die er liebevoll “Mouche” oder auch Lotusblume nannte. Zu ihr pflegte er eine rein geistige Beziehung, was Heine selbstironisch kommentierte:

Worte! Worte! keine Thaten!
Nimals Fleisch, geliebte Puppe.
Immer Geist und keinen Braten,
Keine Knödel in der Suppe.

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