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Der schönste erste Satz von Thomas Mann

30. Juli 2007 | Von | Kategorie: Bücher, Der schönste erste Satz

Indem ich die Feder ergreife, um in völliger Muße und Zurückgezogenheit – gesund übrigens, wenn auch müde, sehr müde (so dass ich wohl nur in kleinen Etappen und unter häufigem Ausruhen werde vorwärts schreiten können), indem ich mich also anschicke, meine Geständnisse in der sauberen und gefälligen Handschrift, die mir eigen ist, dem geduldigen Papier anzuvertrauen, beschleicht mich das flüchtige Bedenken, ob ich diesem geistigen Unternehmen nach Vorbildung der Schule denn auch gewachsen bin.

Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull von Thomas Mann

thomas MannThomas Mann wurde am 6. Juni 1875 als Sohn einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie in Lübeck geboren; seine Mutter war portugiesisch-kreolischer Herkunft. Ab 1893 lebte er in München zunächst als Voluntär einer Versicherungsgesellschaft und begann schon im folgenden Jahr seine Tätigkeit als Schriftsteller und Mitarbeiter des Simplicissimus, dessen Redakteur er in den Jahren 1898 und 1899 war. Nebenbei hörte er Vorlesungen an der TU München. 1901 erschien Manns erster Roman, Die Buddenbrooks, der ihn mit einem Schlage weltberühmt machte. In diesem Werk wird der Untergang einer Kaufmannsfamilie geschildert, die sich der veränderten Gesellschaft nicht anpaßt und deren jüngster Erbe nicht zum Kaufmann neigt sondern zum Künstler, ein Gegensatz, unter dem wohl auch Mann zu leiden hatte. Der Roman brachte ihm aber nicht nur Zuspruch; in Kreisen von Geschäftsleuten wurde der junge Schriftsteller als Nestbeschmutzer beschimpft, entfernte Verwandte schalteten sogar Zeitungsanzeigen, in denen sie ihn als aus der Familie ausgestoßen erklärten. Im Jahre 1905 heiratete Thomas Mann Katja Pringsheim (1883 — 1980). 1924 erschien der Roman Der Zauberberg; wie in fast allen seinen Romanen folgt Mann auch hier der Tradition der großen Erzähler des 19. Jahrhunderts, die die Kunstform des Romans entschieden weiterentwickelt hatten. Im Zauberberg verschwimmt der Begriff der Zeit, der Leser taucht ein in ein scheinbar zeitloses Abbild der Gesellschaft, in der alle Aspekte des Geisteslebens der Zeit vor dem ersten Weltkrieg diskutiert werden.

1929 erhielt Thomas Mann den Nobelpreis für Literatur. 1933 kehrte er unter Zurücklassung fast all seiner Habe und seiner persönlichen Aufzeichnungen von einer Vortragsreise nicht nach Deutschland zurück, sondern ließ sich in der Schweiz nieder. Bei seiner Ausbürgerung im Jahre 1936 erwarb er die Tschechoslowakische Staatsbürgerschaft, lebte aber weiterhin in der Schweiz, bis er 1939 in die Vereinigten Staaten von Amerika auswanderte. Mit der großen in den Jahren 1933 bis 1943 entstandenen Romantetralogie Joseph und seine Brüder schuf Mann ein mythologisches Prosaepos, das die Geschichte des alten Testamentes nacherzählt. 1944 wurde er US-amerikanischer Staatsbüger. Mit dem 1947 erschienenen Roman Doctor Faustus durchbricht Mann zum einmal die strenge realistische Erzählform; indem er drei Zeit– und Betrachterebenen schafft gelingt ihm ein mannigfaltiger Blick auf Deutschland von der Jahrhundertwende bis zum Ende des Dritten Reiches, gleichzeitig wird der Faust–Stoff auf die moderne Gesellschaft umgesetzt, Faust wird wieder einmal zu einem Spiegel derselben.

1952 kehrte Mann nach Europa zurück und lebte fortan in der Nähe von Zürich, ohne die US-amerikanische Staatsbürgerschaft jemals wieder abzulegen. Neben seinen großen weltliterarischen Werken schrieb er zahlreiche politische Essays und wurde vor allen Dingen während der Zeit des Dritten Reiches eine der führenden Stimmen der deutschen Emigration; nach dem Krieg war er sogar als Kandidat für das deutsche Präsidentenamt im Gespräch. Thomas Mann starb am 12. August 1955 in Zürich.

Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix KrullKurzbeschreibung
Felix Krull, Sohn eines bankrotten Sektfabrikanten, blickt auf sein Leben zurück und schreibt seine Bekenntnisse, eine Geschichte seiner gesellschaftlichen und erotischen Erfolge. Er erzählt dem Leser vom köstlichen Gefühl an der Brust seiner Amme, der Genugtuung des wiederholten Schokoladendiebstahls im Kindesalter und vom Diebstahl an seinen Liebsten. Die Welt will betrogen werden, ist seine Auffassung – und er betrügt sie. Die einschneidenste Veränderung seines Lebens ist sein Rollentausch mit dem Marquis de Venosta. Mit den Papieren, dem Vermögen und dem Namen des Marquis ausgestattet, stehen den ehemaligen Hotelpagen die Türen zur Gesellschaft offen, die er für sich zu nutzen weiß.

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3 Kommentare
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  1. Thomas Mann,
    Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

  2. huch, lebst du auch noch? Sehr schön und natürlich richtig und du kannst was Neues vorschlagen :-)

  3. “Es steckt immer in mir drin, sucht einen Weg nach draußen.”

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