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Der schönste erste Satz von Virginia Woolf

13. September 2007 | Von | Kategorie: Bücher, Der schönste erste Satz

Er – denn es konnte keinen Zweifel an seinem Geschlecht geben, wenngleich die Mode der Zeit es eher verkleidete – er also war gerade dabei, Fechthiebe nach einem Mohrenkopf zu führen, der von den Dachsparren hing.

Orlando von Virginia Woolf

Virginia WoolfVirginia Woolf, geboren am 25. Januar 1882 in London als Adeline Virginia Stephen, gestorben am 28. März 1941 bei Lewes, Sussex. war eine britische Schriftstellerin und ein Idol der Frauenbewegung. Sie entstammte einer wohlhabenden Intellektuellen-Familie, die zahllose Kontakte zu Literaten hatte. Als Jugendliche erlebte sie noch die viktorianischen Beschränkungen für Mädchen und Frauen. Früh als Literaturkritikerin und Essayistin tätig, begann ihre Karriere als Romanautorin relativ spät, doch Ende der zwanziger Jahre war sie eine erfolgreiche und international bekannte Schriftstellerin.

Virginia Woolf hatte seit ihren Kindertagen und ab 1915 systematisch Tagebuch geführt. 1953 wurden Teile daraus erstmals publiziert. 1977 bis 1984 erfolgte die Herausgabe der gesamten Aufzeichnungen in fünf Bänden. Auch ihre umfangreiche Korrespondenz wurde veröffentlicht, zwischen 1975 und 1980 erschienen sechs Bände. Dieser Nachlass gilt vielen Leserinnen und Lesern als mindestens ebenso wichtig wie die zu Lebzeiten publizierten Werke. Der meistzitierte Text der neuen Frauenbewegung, Woolfs Buch A Room of One′s Own wurde erst 1978 ins Deutsche übertragen. Woolf nahm in ihren Essays bereits die These der 68er-Bewegung vom politischen Charakter des Privaten vorweg. Eine der aktuellen Debatten um Virginia Woolf betrifft die Frage, inwieweit – und mit welchen Folgen – die Künstlerin während ihrer Kindheit und Jugend Opfer sexuellen Missbrauchs wurde.

OrlandoKurzbeschreibung
Dieses Buch ist eine Huldigung Virginia Woolfs an die Schriftstellerin Victoria Sackville-West, zärtlich Vita genannt. In dem jungen, wandelbar-unwandelbaren Orlando, dessen abenteuerliches Leben 400 Jahre umspannt, sieht Virginia Woolf ihre Freundin als Verkörperung ihrer Vorfahren, der Grafen und Herzöge Sackville. Bald ist Orlando ein schöner Jüngling, Günstling Elisabeths I., bald eine Frau, die in Konstantinopel bei einem Zigeunerstamm lebt, dann wieder im England des 17. und 18. Jahrhunderts eine Dame der großen Gesellschaft, die, als Mann verkleidet, verbotene Abenteuer sucht. In der Gegenwart angekommen, ist Orlando eine Dichterin, die, wie Vita Sackville West 1928, einen Literaturpreis erhält. Diese einzigartige, virtuose Romanbiografie gehört zu den unvergänglichen Werken der Weltliteratur.

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11 Kommentare
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  1. oh oh, wenn nur im Klappentext steht, dass das Weltliteratur ist und du nicht davon überzeugt bist, wird es schwierig :-)
    Danke für den Neuvorschlag,….

  2. Ich schätze mal “Urmel aus dem Eis” !!! :lol:

  3. Ich weiß es und gebe mal ‘nen Tipp, um Anderen auch noch eine Chance zu lassen: Dieser 1. Satz hat mit Florida und VW zu tun… zwar nicht direkt, aber irgendwie doch! ;-)

  4. mh, also nicht das Urmel? Nun gut meine Damen und Herren, dann werde ich mal in mich gehen – Am Besten im Bett! Bis morgen!

  5. Wie? Momentan sehe ich überhaupt keine Querverbindungen zu Florida und VW und von Eis kann auch nicht die Rede sein. Aber es ist Weltliteratur, meiner und der Meinung des Klappentextes nach.

  6. Na, meine liebe Mamalinde, wenn du ein bisschen querdenkst, müsstest gerade du drauf kommen. Also schau mal auf eine Karte von Florida, dann wird dir die Verbindung geradezu ins Auge stechen… und V.W. ist ja wohl ein sehr deutlicher Hinweis, oder? ;-)

  7. OK, noch mal zur Verdeutlichung: Diese Karte führt direkt zum Titel des Werks, und ja, es gehört auch für mich zur Weltliteratur!

  8. Italien, Volkswagen, Bodo Kirchhoff, Der Prinzipal?

  9. @Don Farrago – hm, schätze du hast schon wieder gewonnen, der Mittelpunkt der Florida-Karte war nicht zu übersehen. Super, bin schwer beeindruckt!
    @dolce – tztzt, Mijnheer, das Urmel, Mamalinde und Weltliteratur *g
    @Mamalinde – da hast du wirklich einen der schönsten Sätze ausgesucht, ist ja schon fast eine kleine Geschichte für sich.
    @leseratte – mutiger Versuch :-)
    bin auf Dons neuen Vorschlag gespannt….

  10. He, for there could be no doubt of his sex, though the fashion of the time did something to disguise it – he was in the act of slicing at the head of a Moor which swung from the rafters.
    Lg DF

  11. Okay, okay, danke für die Vorschußlorbeeren lieber Don, aber was eine englische Autorin mit einem Autowerk in Amerika zu tun haben soll, das war mir echt nicht klar. Aber jetzt habe auch ich mal um die Ecke gedacht und konnte folgen. Bravo, das ist eines guten Spurenlegers würdig. Hut ab!

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