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Der schönste erste Satz von Penelope Fitzgerald

5. November 2007 | Von | Kategorie: Bücher, Der schönste erste Satz

Penelope FitzgeraldGanz dumm und weltfremd war Jakob Dietmahler nicht: Er sah sehr wohl, daß sie ausgerechnet am Tag der großen Wäsche im Elternhaus seines Freundes ankam.

Die blaue Blume von Penelope Fitzgerald

Penelope Fitzgerald, geboren 1916, war mehrmals für den traditionsreichen Booker Prize nominiert, der ihr 1979 verliehen wurde. 1998 erhielt sie als erste nichtamerikanische Autorin den angesehenen National Book Critics` Circle Fiction Prize. Penelope Fitzgerald starb 2000.

Sie war die Tochter von Punch Editor Edward Knox und die Nichte des Theologen und Krimischriftstellers Ronald Knox, des Kryptographen Dilly Knox und des Bibel-Gelehrten Wilfred Knox. “Als ich jung war,” schrieb Fitzgerald später, “habe ich meinen Vater und meine drei Onkel für selbstverständlich genommen, und es ist mir nie aufgefallen, dass alle anderen nicht wie sie waren. Später habe ich festgestellt, dass dies ein Fehler war, aber ich habe es nicht ganz geschafft, mich ihnen anzupassen. Ich vermute, sie waren ungewöhnlich, aber ich denke, dass sie ein Recht dazu hatten.”
Sie studierte am Somerville College, Oxford und arbeitete für die BBC während des Zweiten Weltkrieges. 1941 heiratete sie Desmond Fitzgerald, einen irischen Soldaten. Sie hatte drei Kinder, einen Sohn und zwei Töchter. In den 1960er Jahren, unterrichtete sie an der Schauspielschule Italia Conti Academy und arbeitete in einer Buchhandlung in Southwold, Suffolk. Eine Zeit lang lebte sie auf einem Hausboot in Battersea an der Themse, das Berichten zufolge zwei Mal gesunken ist.

Sie begann ihre literarische Karriere 1975, im Alter von 58 Jahren, als sie eine Biographie über die Präraffaeliten und den englischen Künstler und Designer Edward Burne-Jones (1833-1898) schrieb. Es folgte zwei Jahre später eine Biographie über ihren Vater und ihre Onkel, The Knox Brothers.

Die blaue Blume Fitzgeralds letzter Roman “Die blaue Blume”, erschien 1995 und spielt im 18. Jahrhundert. Es ist ein Roman über den Preis dichterischer Genialität. Sie erfasst einen Ausschnitt aus dem kurzen Leben des Friedrich von Hardenberg (Novalis), die Zeit seiner Liebe zu Sophie von Kühn, seiner “blauen Blume”, die im Alter von fünfzehn Jahren an Tuberkulose starb.

Die blaue Blume ist ein erstaunliches Buch, ein Meisterwerk, so haben es zahlreiche englische Kritiker bezeichnet… Penelope Fitzgeralds vielseitigstes und anspruchsvollstes Buch. Es ist ihr größter Triumph, ein lebendiges Stück Literatur über einen Dichter.

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13 Kommentare
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  1. Ich riskiere mal einen Netzball :-)

  2. Hallo Dolcevita, ich freue mich über das neue “Spielzeug” :-)
    Liebe Grüße und schönen Tag!

  3. Spielzeug?

  4. hi Christoph, na dann viel Spaß damit, hast du denn schon etwas herausgefunden? Oder brauchst du Tipps?
    hi Honk (netter Nick, siehst du so aus? ;-) Herzlich willkommen!
    Ich vermute, dass Christoph die Suche nach den Autoren unserer ersten Sätze als Zeitvertreib betrachtet!

  5. Ja, ein Tipp wäre nicht schlecht, zumal Anjelka und Don Farrago sich so ruhig verhalten. Ich habe gedacht, dass Du einen Netzball gelandet hast, finde aber nur die:

    “Glücklichen Verbrecher von Jules Amedée Barbey d’Aurevilly” im Projekt Gutenberg. Also, dann verrate mir doch wann das Buch geschrieben wurde und ob es eine Dame oder ein Herr getan hat.

    Ansonsten stimmt Deine Vermutung, liebe Dolcevita, für mich ist es eine Abwechslung im Büroalltag.

  6. ok Christoph, also, geschrieben hat diesen Satz eine Europäerin Ende des 20. Jahrhunderts und das Buch hat weltweit viel Beachtung gefunden…
    so long ;-)

  7. es geht übrigens um Georg Friedrich Philipp Freiherr von Hardenberg….

  8. Einen schönen guten Tag, liebe Leute,

    ich tauche soeben noch etwas benebelt wieder aus meiner Kissengruft auf, es hat länger gedauert, als vorgesehen. Muß schnell meine Duftmarke absetzen und dann erstmal etwas von meiner liegengebliebenen Arbeit wieder aufholen. Mitmachen kann ich wahrscheinlich mal wieder erst am Abend.

    ;-) Also, Christoph, leg Dich in die Riemen!

    Allzuviel scheint mir ja nicht entgangen zu sein. Wo sind denn die Damen (mamalinde) und Herren (Don F.) alle hingeraten?

  9. Moment mal, dolcevita, das ist doch Novalis, oder?
    Was heißt denn “Es geht um …”?
    Ist es Novalis, der in die große Wäsche platzt?

  10. @Anjelka: So dacht ich: ist ein Geist erwacht,
    Der alles so lebendig macht
    Und der mit tausend schönen Waren
    Und Blüten sich will offenbaren?
    Ich wußte nicht, wie mir geschah,
    Und wie das wurde, was ich sah.

    (schön, dass es dir wieder besser geht ;-)

    @Christoph: »Ach! liebster Vater, sagt mir doch, welche Farbe sie hatte«, rief der Sohn mit heftiger Bewegung.

    »Das entsinne ich mich nicht mehr, so genau ich mir auch sonst alles eingeprägt habe.«

    »War sie nicht blau?«

    JETZT ABER :lol:

  11. :-) Ich find auch schön, daß es mir wieder besser geht, danke.

    Bis zum Abend!

  12. Hallo Dolcevita, hallo Anjelka!

    Ich habe es gefunden und schon befürchtet, es sei mir jemand zuvor gekommen. Vielen Dank für den Wink mit dem Zaunpfahl, Anjelka. Der Tipp mit der Farbe war auch hilfreich :-) Also es muss sich um die “Die blaue Blume” von Penelope Fitzgerald handeln. Falls es stimmt, hier mein neuer erster Satz:

    Wir hatten jetzt … … der höchsten Felsklippe erreicht.

    Werde versuchen schnellstens zu moderieren, kann es aber nicht versprechen, da mich mein Job manchmal nicht läßt :-)

  13. Hallo Christoph,

    auch wenn Du die offizielle Bestätigung noch nicht hast, aber Du hast ihn! Es ist offenbar allerdings nicht Novalis, der da in die große Wäsche hineinplatzt, sondern ein mir völlig unbekannter Jacob Dietmahler.

    Wie auch immer, meinen herzlichen Glückwunsch zu dieser gschwinden Ermittlung! :)

    Ich bin noch immer völlig benebelt von meinem 4tägigen Tramaldämmer und kann mir jetzt wenigstens vorstellen, warum die Chinesen im Opiumkrieg keine Chance hatten. Deshalb weiß ich auch nicht, ob und wann ich heute wirklich schon in die laufenden ES-Ermittlungen eingreifen kann. Aber morgen hab ich vor, wirklich wieder klar im Kopf zu sein.

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