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Der schönste letzte Satz von Barbara Vine

9. Januar 2008 | Von | Kategorie: Bücher, Der schönste letzte Satz

Obenauf lege ich das Foto aus Veras Garten zur Sommerzeit, das eine harmonische Familie zeigt, unschuldig lächelnde Menschen, die noch nichts ahnen von dem, was an Geburt, Heirat und Tod auf sie zukommen wird.

Wie dieser letzte Satz schon nahelegt, handelt es sich bei dem gesuchten Buch um einen Familienroman. Einen Familienkriminalroman, gewissermaßen, aber mehr Familien- als Kriminalroman. Geschrieben hat ihn eine bekannte Krimi-Autorin, und zwar im im letzten Quartal des 20. Jahrhunderts, in dessen erster Hälfte der erste Teil (der “Fall” und seine Vorgeschichte) und in dessen zweiter Hälfte der zweite Teil der Handlung (die Aufklärung der Vorgeschichte) angesiedelt sind.

Ruth RendellRuth Barbara Rendell, Baroness Rendell of Babergh, geboren am 17. Februar 1930 in South Woodford, London, die auch unter dem Pseudonym Barbara Vine schreibt, ist eine britische Bestseller-Autorin, die für ihre Kriminalromane und psychologischen Romane bekannt ist.
Ruth Rendell ging in London zur Schule und arbeitete danach einige Zeit als Journalistin für eine Zeitung in Essex. Nach Hochzeit und Geburt ihres Sohnes dauerte es zehn Jahre, bevor sie mit dem Schreiben von Kriminalromanen begann. Protagonist ihres ersten wie auch zahlreicher weiterer seit 1964 erschienen Krimis ist Inspektor Reginald Wexford. Seit 1986 veröffentlicht sie außerdem Krimis unter dem Pseudonym Barbara Vine.

Rendell ist bekannt für ihre elegante und geschliffene Prosa und ihre scharfsinnige Beobachtung menschlicher Verhaltensweisen. Zusammen mit P. D. James gilt sie in England als eine der wichtigsten Vertreterinnen des psychologischen Krimis, bei dem nicht mehr wie in den klassischen Krimis die Suche nach dem Täter im Vordergrund steht, sondern der sich mit den Umständen und Beweggründen von Verbrechen auseinandersetzt.

Viele von Ruth Rendells Romanen wurden verfilmt, unter anderem gibt es eine Fernsehserie mit Inspektor Wexford. Sie hat zahlreiche Literaturpreise erhalten, darunter vier Gold Dagger und einen Edgar und sowohl den Finnischen Krimipreis, englischen Diamond Dagger als auch den amerikanischen Grand Master Award für ihr Lebenswerk. 1997 wurde sie von Queen Elizabeth II. zu einem Life Peer ernannt und wählte den Titel Baroness Rendell of Babergh, of Aldeburgh im County of Suffolk.

Heute lebt Ruth Rendell wieder in London.

Die im Dunkeln sieht man dochKurzbeschreibung zu Die im Dunkeln sieht man doch
Der Fall der Vera Hillyard, die kurz nach dem Krieg wegen Mordes zum Tod durch den Strang verurteilt und hingerichtet wurde, wird wieder aufgerollt. Briefe, Interviews, Erinnerungen, alte Photographien fügen sich zu einem Psychogramm, einer Familiensage des Wahnsinns. Schicht um Schicht entblättert Barbara Vine die Scheinidylle eines englischen Dorfes, löst zähe Knoten familiärer Verflechtungen und entblöst schließlich ein Moralkorsett, dessen psychischer Druck nur noch mit Mord gesprengt werden konnte.

8 Kommentare
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  1. Dann will ich schnell noch einen Tipp abgeben, bevor der Tag zur Neige geht:
    “Mord ist des Rätsels Lösung” von meiner Lieblings-Kriminalschriftstellerin Ruth Rendell.

  2. ah, ich tippe eher auf Barbara Vine und “Die im Dunkeln sieht man doch”! < - mein Lieblingsbuch von ihr ;-)

    Auf jeden Fall gehört natürlich auch Ruth Rendell zu meinen Lieblings-Kriminalschriftstellerinnen..
    Schönen Tag, meine Lieben, die Sonne scheint :-) und es wird Früüühhhling

  3. @ Dolcevita: Da dürftest du Recht haben…

    Es ist übrigens sehr nahe liegend, dass jemand, der Barbara Vine mag, auch Ruth Rendell schätzt – handelt es sich doch um ein und dieselbe Person! ;-)

  4. :-) Einen schönen guten Tag, Ihr zwei beiden!

    (Tut mir leid, ich hab erst diesen Kommentar von Don F. bekommen, deshalb habt Ihr nichts von mir gehört.)

    dolcevita:

    °º¤ø,¸¸,ø¤º°BESSER GEHT`S NICHT°º¤ø,¸¸,ø¤º°

    Woher soll ich denn aber auch wissen, dass ausgerechnet dies auch Dein Lieblingsbuch von Ruth Rendell/Barbara Vine ist!
    Ausgezeichnet, Lob und … Kekse hab ich nicht mehr, aber ein Schälchen Präsidentencreme könnte ich Dir noch anbieten, eine lokale Spezialität aus den Tagen, als Flensburg noch Rumstadt war, und in mehrfacher Hinsicht sehr gehaltvoll und beschwingend. ;-)

    Ich dachte vorher, dass ich ja noch auf ein längeres Rätselraten bezüglich des Buches hoffen könnte, auch wenn Rendell/Vine gefunden ist. Dass Dr. Don aber schon im ersten Ansatz gleich die richtige Person beim Wickel hatte, erschüttert mich mal wieder (der Holkenäse meint ja, Du hast den siebenten Sinn).

    Mir gefällt das Buch vor allem wegen der atmosphärischen Stimmigkeit so gut – man spürt die provinzielle Enge förmlich körperlich beim Lesen (wahrscheinlich macht das die Erinnerung an meine ländliche Kindheit).

    Allerdings finde ich, dass der Titel der deutschen Übersetzung völlig missraten ist: der Originaltitel “A Dark Adapted Eye” ist zwar kaum übertragbar in seiner Kürze und Prägnanz (oder was meinst Du als Sprachspezialist, Don F.?), aber etwas weniger Holpriges als “Die im Dunkeln sieht man doch” hätte man sich schon gern einfallen lassen können.

  5. Ich schätze Vine/Rendell gerade wegen ihres unverwechselbaren Stils und ihrer sprachlichen Feinheiten, die aber leider in den Übersetzungen von Ute Tanner häufig nicht so rüberkommen.

    Bei Buch- und Filmtiteln gehen die Verleger/Verleiher ohnehin oft seltsame und nicht nachvollziehbare Wege. So lautet z.B. der Originaltitel des Romans Mord ist des Rätsels Lösung – der übrigens ähnlich zweigeteilt ist und in dem ebenfalls eine Protagonistin namens Vera vorkommt – One Across, Two Down.

  6. Ah, Sir Don, habe ich nur auf diesen Hinweis von Ihnen gewartet! ;-) Selbstverständlich sind Ruth Rendell und Barbara Vine ein und dieselbe Person.
    Hier geht es um Vera Hillyard, die kurz nach Kriegsende wegen Mordes hingerichtet wurde. Hast du es eigentlich gelesen?
    Ich war neulich auf einer Veranstaltung der Münchner Bücherfrauen, auf der drei Übersetzerinnen gelesen haben. Das war hoch interessant zumal sie sehr genau auf Fragen der Anwesenden eingegangen sind. Ich glaube es ist wahnsinnig schwierig den “richtigen Ton” zu treffen und alle haben übereinstimmend gesagt, dass zwangsläufig immer etwas vom Übersetzer in die Übersetzung mit einfließt.
    Liebste Anjelka, ich danke dir für das schöne Buch! Hat es dir denn auch so gut gefallen? Ich habe es vor Jahren mal im Urlaub gelesen und muss gestehen, dass mich erst Dons Hinweis auf Ruth Rendell auf die richtige Spur gebracht hat ;-) Also teilen wir die Präsidentencreme, liebster Don. Hört sich ja sehr gehaltvoll an und dann wird sie auch noch mit Rum zubereitet :-)

    Ich habe etwas Neues reingestellt!

    Vorab habe ich aber noch eine Frage in eigener Sache. Wir haben mittlerweile hier an die 150 Bücher verbuddelt. Wenn ihr ein Buch sucht, wie macht ihr das. Ich möchte nämlich etwas aufräumen und eine Seite basteln, in der die Bücher mit Titel und Autor aufgelistet sind und frage mich, wie ich das anstellen soll, also in welcher Reihenfolge? Erst Autor oder erst Buchtitel und wenn erst Autor, dann den Nachnamen voran stellen und alphabetisch auflisten. Wäre euch dankbar für ein Feedback!
    Herzliche Grüße

  7. Liebe Dolcevita,
    ich wäre für: Autor (Nachname, Vorname), Buchtitel, Erscheinungsjahr
    und ggf. Originaltitel

  8. Danke! Das ist sehr nett von dir! Allerdings hatte ich gehofft, dass ich um Erscheinungsjahr und Originaltitel herumkomme. Eigentlich müsste der Verlag dann auch noch rein :-(

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