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Denis Scheck bewertet die Top Ten der Hardcover 14/2008

7. April 2008 | Von | Kategorie: Dies und Das, Druckfrisch, Lesekreis

Kompromisslos wie immer kommentiert Denis Scheck die Hardcover der Spiegel-Bestenliste der Woche 14/2008 – viel Vergnügen!

Feuchtgebiete von Charlotte Roche – Ohne nun als Korinthenkacker dastehen zu wollen, ist das freundlichste, was ich über die wahnsinnig brave und biedere Handlung dieses Romans sagen kann, dass sie mir am Arsch vorbeigeht.

Die Tore der Welt von Ken Follett – Keine Frage, die Fortsetzung zu “Die Säulen der Erde” ist unterhaltsam und handwerklich ordentlich, aber wenn Sie ein gutes Buch übers Mittelalter lesen wollen, empfehle ich Ihnen Felicitas Hoppes wunderbare Nacherzählung von Hartmann von Aues “Iwein Löwenritter”.

Laienspiel von Volker Klüpfel und Michael Kobr – Zu meiner Verblüffung ergibt Kluftingers Ausflug in der Welt des islamischen Terrorismus vor der Kulisse der Fußball-Europa-Meisterschaft, einen richtig guten, spannenden und befriedigenden Krimi. Respekt!

Ein liebender Mann von Martin Walser – Der mit Abstand beste Roman auf dieser Liste handelt von der Liebe des alten Goethe zu der jungen Ulrike von Levetzow.

Das Schicksal der Zwerge von Markus Heitz – Die Holzschnittcharaktere, der alberne Plot und die Dialoge in diesem schwachen Roman über Zwerge, die sind eine Riesen-Sauerei.

Bis(s) zum Abendrot von Stephenie Meyer – Erst jetzt weiß ich, was Horror bedeutet!

Der letzte Weynfeldt von Martin Suter – So kurzweilig Suters Geschichte über ein gefälschtes Bild Felix Vallottons auch ist – Vallottons Malerei scheint mir ungleich lebendiger als diese Klamotte über betrogene Betrüger.

Das Wochenende von Bernhard Schlink – In seinem neuen Roman beschäftigt sich Schlink mit dem Phänomen der RAF und fragt, wie aus den Kindern von Nazi-Mördern mordende Terroristen werden konnten und was eigentlich aus “dem linken Projekt” geworden ist. Diese Fragen werden in “Das Wochenende” so differenziert und spannend diskutiert, dass ich Schlinks Roman seine ästhetische Schwerblütigkeit gern nachsehe.

Die Kathedrale des Meeres von Ildefonso Falcones – Literarisch so imposant wie die erste Sandburg eines architektonisch durchschnittlich begabten Fünfjährigen.

Vergebung von Stieg Larsson – Ein ungewöhnlich spannender Thriller, mehr noch: Dieser Roman zeigt an, was im Thriller überhaupt derzeit möglich ist.

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