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Proteste gegen Nichtveröffentlichung von “Das Juwel von Medina” weiten sich aus

20. August 2008 | Von | Kategorie: Buchskandale, Dies und Das, Klatsch und Tratsch

Die Proteste gegen die Nichtveröffentlichung des Romans Das Juwel von Medina (The Jewel of Medina) der amerikanischen Schriftstellerin Sherry Jones weiten sich aus.

Der Verlag Random House hatte in der vergangenen Woche die Herausgabe des Buches über eine Ehefrau des Propheten Mohammed kurz vor der geplanten Veröffentlichung gestoppt, da es von Muslimen als beleidigend angesehen und radikale Gruppen zu Gewalttaten anstacheln könnte. Nachdem der britische Schriftsteller Salman Rushdie die “Zensur aus Angst” kritisiert hatte, meldete sich nun der dänische Zeichner Kurt Westergaard zu Wort, der nach der Veröffentlichung einer Mohammed-Karikatur in der Zeitung Jyllands-Posten ebenfalls Todes- und Gewaltdrohungen erhalten hatte. Er bezeichnete das Vorgehen des Verlags als einen Sieg der Fanatiker, der nichts Gutes verheiße.

Welt Online berichtete am 12. August unter der Überschrift:

Skandal-Roman – Buch über Mohamed ist Kinderpornografie
Das Werk sei “eine Kriegserklärung an den Islam”, schrieb eine Historikerin über Sherry Jones’ Roman “Das Juwel von Medina. Er handelt von der Beziehung des Propheten zu seiner Lieblingsfrau Aische. In den USA hat die zuständige Verlagsgruppe Random House das Buch bereits vom Markt genommen.

Eigentlich wollte Sherry Jones nur, dass Denise Spellberg ihr ein paar nette Zeilen für den Umschlag ihres Debütromans schreibt. Nachdem Frau Spellberg, die an der University of Texas islamische Geschichte lehrt, Sherry Jones’ “Das Juwel von Medina“ im Manuskript gelesen hatte, weigerte sie sich jedoch nicht nur, eine Buchempfehlung zu schreiben. Sie ging einen entscheidenden Schritt weiter. Denise Spellberg rief ihren Lektor beim Verlag Alfred A. Knopf an, um ihm mitzuteilen, dieser Roman sei pornografisch und “eine Kriegserklärung an den Islam“. Terroranschläge auf dem Broadway könnten danach nicht mehr ausgeschlossen werden.

Quellen: Süddeutsche Zeitung, Welt Online, Wikipedia

7 Kommentare
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  1. Ich habe Schwierigkeiten mit dem Begriff “Zensur” in diesem Zusammenhang. Zwar mag man den Begriff “Selbstzensur” für ein einzelnes Unternehmen gelten lassen, aber eine Zensur findet und fand nicht statt, da es jedem Verlag freisteht, das Buch selbst zu veröffentlichen. In Deutschland hat man sich seinerzeit mit einer multilateralen Verlagskooperation beholfen, um das Buch von Rushdie herauszubringen, da das Risiko für einzelne Verlage zu hoch eingeschätzt wurde. In den USA und gerade bei diesem Buch ergeben sich allerdings weitere Probleme, so etwa die Einschätzung, daß eine Schilderung einer erotischen Begegnung eines kleinen Mädchens mit einem über Fünfzigjährigen den Straftatbestand der Kinderpornographie erfüllen könnte. Dies hätte in den USA gravierende zivilrechtliche Folgen, in Europa wäre ein Verbot allein wegen dieses Aspektes denkbar. (Und die drohende Klagewelle erzürnter US – Bürger dürfte manchen Verlag auf Dauer weitaus mehr abschrecken als die terroristische Bedrohung. ) LG tinius

  2. hi tinius,
    das sehe ich genauso und wundere mich über Random House!
    Wie kann es passieren, dass so ein großer Verlag nicht im Vorfeld die Brisanz des Inhalts erkannt hat. Aber wer weiß, vielleicht ist die “erotische Begegnung” nicht gleichzusetzen mit Kinderpornografie.
    Mich stört allerdings gewaltig die allgegenwärtige Angst vor Terror. Jedes Wort auf die “Goldwaage” legen zu müssen macht einfach unfrei und das betrifft ja nicht nur die Autorin Sherry Jones.
    LG

  3. Ich denke, es ist an der Zeit, darüber nachzudenken, welche Rücksichten man kulturellen und religiösen Einstellungen anderer Kulturen schuldig ist. Im Moment scheint es nämlich, als könne man unter dem Banner der Meinungsfreiheit auf alles einschlagen, was nicht dem westlichen Kulturkreis entspricht. Rushdie und Nawal El Saadawi stammen aus diesem Kulturkreis und habe weitaus größere Rechte, diesen anzugreifen als etwa solch Pseudohistorikerin, die auf einen billigen Skandal und schlechte Literatur setzt, um Geld zu machen und die westliche Meinungsfreiheit hochzuhalten. Es ist ja nicht so, daß sich nur der muslimische Raum angegriffen fühlt, wenn Kunst oder Pseudokunst religiöse Ikonen nicht ungeschoren läßt. In der Schweiz ? gibt es gerade eine Ausstellung mit einem gekreuzigten Frosch, der die Gemüter nicht wenig erhitzt und auch die Forderung nach Verbot und Entfernung aus der Ausstellung nach sich zog. Wir leben in einer Welt der Doppelmoral, darf ich mal kurz und prägnant feststellen….. LG tinius

  4. Na ja, einen gekreuzigten Frosch und diese super kitschigen Zeilen kann man wohl kaum in einen “Topf” werfen.
    Bisher wurden Auszüge veröffentlicht, wie: „Ich (d. h. Aisha) fühlte den Stich des Skorpions kaum. In seinen Armen zu liegen, Haut an Haut, war die Wonne, nach der ich mein ganzes Leben verlangt hatte.“ Oder: „Unsere Körper rieben sich leicht aneinander, meine Brüste an seiner Brust, ein Aroma wie Muskat stieg von seinem Körper, mein Maunzen der Lust überraschte mich, üppig wie das Schnurren eine Katze im Sonnenlicht.“ (Artikel in der Zeit von heute)
    Die Karikaturen, der gekreuzigte Frosch und auch Rushdies Verse haben da sicherlich einen völlig anderen Stellenwert. Also in diesem Fall “Medina” ist es eher viel Rauch um Nichts, bzw. vielleicht ein Zickenkrieg, wie es die Zeit vermutet. ;-)
    LG
    P.S.: über den Frosch wird viel und kontrovers diskutiert, aber muss der “Künstler” deswegen untertauchen und um sein Leben fürchten?

  5. Im Buch ,, Aisha Das Juwel von Medina´´ von Sherry Jones, wird argumentiert, dass der Prophet eine sehr junge Frau heiratete. Der Sinn und Zweck dieser war, dass Hazrat Aisha bei Propheten aufwachsen und dabei ihn ständig bei Gebeten und spirituell erlebte, sie optimal um die Lehre des Islams unter den Frauen zu vebreiten.

  6. Sherry Jones hat in ihrem Buch ,, Aisha Das Juwel von Medina ´´ erwähnt, dass Hazrtat Aisha eingesperrt wurde und gezwungen wurde dem Prophteten (Friede sei auf Ihm) zu heiraten. Das stimmt nicht, weil die Entscheidung sie zu heiraten eine Offenbarung von Allah war. Hazrat Aisha war eine intelligente Frau. Es war sehr wichtig die Ehe zu schließen, wegen der Erziehung von muslimischen Frauen.
    Hazrat Aisha war die einzige Jungfrau, die der Heilige Prophet heiratete, alle anderen waren verwitwet oder geschieden. Die Beste unter euch sind die, die ihre Frauen am Besten behandeln.

  7. ,, Frau sein bedeutet Hilflosigkeit, Mahchtlosigkeit, sich unterwerfen, nicht planen, sonder dienen.´´ , steht im neu erschienen von Sherry Jones ,, Aisha Das Juwel von Medina´´. Ich, als Muslima bin einer ganz anderen Meinung, denn mit der Ankunft des Propheten (Friede sei auf Ihm) sind den Frauen sehr viele Rechte gegben worden. In einer Überlieferung steht sogar: ,, Wer eine Tochter gut aufzieht und ihr eine gute Bildung und Erziehung angedeihen lässt, erwirbt dadurch das Paradies. ´´, oder ,, Der vollkommenste Gläubige ist der, mit der besten Wesensart und die besten unter euch sind diejenigen, die ihre Frauen am besten behandeln. ´´ Da kann man sehen, dass Männer und Frauen gleichgestellt sind. So steht es auch im Quran der Sura 9 Vers 72: ,, Allah hat den Gläubigen Männern und den Gäubigen Frauen Gärten verheißen, die von Strömen durchflossen weren´´.

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