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Nachts im Deutschen Museum. Münchner BücherFrauen organisieren Bibliotheks-Führung

16. Februar 2012 | Von | Kategorie: Frauen, Lesekreis, München

An knapp 360 Tagen im Jahr steht die Bibliothek des Deutschen Museums in München von 9 bis 17 Uhr den Besuchern kostenlos zur Verfügung und manchmal, nach Absprache, auch nachts. Die Münchner BücherFrauen haben in diesem Jahr aufgrund der großen Nachfrage bereits die zweite nächtliche Führung durch die gigantischen Buchbestände der Bibliothek organisiert.

In mehr als 100 Jahren haben sich dort über 930.000 Bücher angesammelt. Die Bibliothek versteht sich als Spezialbibliothek für Naturwissenschafts- und Technikgeschichte und ist die größte Museumsbibliothek Deutschlands. Rund 25.000 Bücher und 1600 laufende Zeitschriften stehen dem Publikum frei zugänglich in den beiden Lesesälen nach Sachgruppen geordnet zur Verfügung.

Lesesaal Bibliothek Deutsches Museum

Mehr als 90 Prozent des Bestandes wird auf zwei Ebenen über den Lesesälen aufbewahrt. Auf Anfrage können Werke über die Schlagwortsuche ermittelt und aus dem Magazin bereitgestellt werden. Da es sich um eine Präsenzbibliothek handelt, stehen die Bücher nicht zum Ausleihen zur Verfügung.

Das Magazin ist für Besucher nur nach Absprache während einer Bibliotheksführung zugänglich.

Sozusagen die Schatzkammer der Bibliothek sind die Libri rari. Hier werden vorrangig seltene Werke, die bis 1800 erschienen sind und alle Bereiche der Naturwissenschaft und Technik umfassen, gelagert. Klassiker wie Georg Agricola, Isaac Newton oder Leonhard Euler sind hier ebenso im Original zu finden wie die Encyclopédie von Diderot und d’Alembert oder ein Frauenzimmerlexikon von 1715.

Der Besuch der “Libri Rari” war eindeutig der Höhepunkt der Führung. Der Historiker und stellvertretende Leiter der Bibliothek Christian Knoop zeigte uns zunächst, wie wir ein wertvolles Buch aus diesem Bereich, mit weißen Handschuhen und niemals am oberen Buchrücken, aus einem Regal nehmen durften.

Mit den Handschuhen bekleidet war es dann tatsächlich gestattet in den auf Schaumstoff gebetteten kostbaren Werken zu blättern.

Maria Sibylla Merian - Druck von 1719

Elizabeth Blackwell - 1757

erste Frau mit technischem Gerät - Ende 15. Jahrhundert

Herzlichen Dank an Christian Knoop für die freundliche, interessante und eindrucksvolle Führung durch die Bibliothek des Deutschen Museums und an Karen Gerwig für die Organisation.

Ach ja, und nein – Bücher entwickeln nachts definitiv kein Eigenleben. ;-)

 

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5 Kommentare
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  1. cool! Das kllingt wirklich super, wie kann man sich denn für die Führungen anmelden? Oder läuft das alles über die Bücherfrauen?
    LG

  2. hi Buchliebhaberin, da findest du aber keine belletristischen Werke, gell! ;-) Aber es ist auf jeden Fall trotzdem sehr interessant. Vor allem die Libri rari haben es mir angetan. Bücher, die mehr als 500 Jahre alt sind, wow, wenn die erzählten könnten… Den Link zu den Führungen findest du auf der Webseite des Museums, musst nur oben auf das Logo klicken, dann kommst du direkt dorthin. Viel Spaß bei deiner Führung!
    Liebe Grüße

  3. Wow! Das muss ja wirklich sehr schön gewesen sein. Also mich würde ja mal das Frauenzimmer Lexikon interessieren. ;)

  4. huhu Angie, leider habe ich auch nicht reingeschaut, weil wir praktisch schon mit der Vorauswahl, die Herr Knoop für uns getroffen hat, mehr als genug beschäftigt waren. Und wirklich zum Lesen sind wir alle nicht gekommen. Neben diesem Frauenzimmerbuch standen 5 Bände “Damen-Conversations-Lexikon”, da hätte ich zu gerne mal einen Blick hineingeworfen. Ach, ich geh da einfach nochmal hin. ;-) Die haben jeden Tag geöffnet… ;-) LG

  5. P.S.: weiß jemand, ob es auch Herren-Conversations-Lexika gibt?

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