Monat: Juni 2007
Staatspreis für den Nobelpreisträger Alexander Solschenizyn
Der Literatur-Nobelpreisträger Alexander Solschenizyn hat bei der Verleihung des russischen Staatspreises die geistige Einheit seines Landes beschworen. Nur so seien die bitteren Erfahrungen vergangener Jahre zu überwinden und neue unheilvolle Schicksalsschläge abzuwenden, sagte Solschenizyn in der am Dienstag bei dem Festakt im Kreml eingespielten Videobotschaft. Weil der 1918 geborene Autor des berühmten Werkes „Archipel Gulag“ selbst sichtlich geschwächt war, nahm seine Frau Natalja die mit fünf Millionen Rubel dotierte (144000 Euro) Auszeichnung von Präsident Putin entgegen.
Quelle: www.sueddeutsche.de
Treffpunkt für Buchtrinker und Seitenfresser – Münchner Literaturhaus feiert seinen 10. Geburtstag
Nach komplizierten Bau-und Finanzierungsarbeiten eröffnete am 05.07.1997 Oberbürgermeister Christian Ude das Literaturhaus am Salvatorplatz 1 in München. Anfangs wurde zwar die Architektur des von Uwe Kessler umgebauten Literaturhauses gepriesen, der Sinn und Zweck der Institution doch von einigen in der Münchner Verlagsstadt angezweifelt, und die Skepsis im Münchner Kulturbetrieb war beträchtlich. Längst sind die Stimmen der Skeptiker verstummt, das Haus verzeichnete allein im vergangenen Jahr 40 000 Besucher bei ca. 150 Veranstaltungen. Eine respektable Resonanz, denn literarische Lesungen erzeugen in der Regel keinen Massenansturm. Ausnahmen verursachten Namen wie Bret Easton Ellis („American Psycho“), Henning Mankell, Vicco von Bülow, Franz Xaver Kroetz, Wolf Haas, Doris Dörrie, Martin Walser, J. M. Coetzee, Michel Houellebecq, Gerhard Schröder, Oliver Kahn gemeinsam mit Senta Berger, Orhan Pamuk und einige andere.
Auf der Homepage ( www.literaturhaus-muenchen.de ) heißt es: Treffpunkt für Buchtrinker und Seitenfresser, Kinoerzähler und Flaneure, Lohnschreiber und Föhnforscher, Billigfresser und Hungerkünstler, Radardenker und Tagträumer, dicke Dichter und sanfte Irre, kurz:
ein Fluchtraum im Dickicht der Städte für alle, die Melodien lauschen oder einfach nur auf Godot warten wollen.
Unvergesslich ist für mich ein Abend an dem junge Autoren ihre Werke vorstellten. So trat z.B. Annette Pehnt, besohlt mit Birkenstockschuhen, ungeschminkt selbstbewußt lächelnd vor das Mikrofon und stellte ihren Roman „Ich muß los“ vor, Marc Wortmann gesellte sich an unseren Tisch und beantwortete bereitwillig unsere Fragen zur Entstehung seines Romans „Der Witwentröster“.
Reinhard G. Wittmann, der Hausherr, erklärt: „Die Leser wollen selbst sehen, wie der Mensch aussieht, der ihre Lieblingsbücher schreibt. Bei uns erfahren die Autoren eine Wertschätzung, fast schon eine Ehrerbietung.“ Viele Menschen wollen den Menschen verstehen, in dessen Gedankenwelt sie eindringen, was nicht immer gelingt. Und nicht jeder Autor drängt sich ins Scheinwerferlicht.
Jetzt steht in dem Haus ein Wirtewechsel bevor und dies wurde zum Anlass genommen für einige Umbauten. Das neue Wirteteam, Dino Klemencic und Uli Springer, wird gemeinsam mit der Hausleitung dafür sorgen, dass sich das Literaturhaus seinen Gästen als ein Ort der Begegnung und des Austausches, als eine sowohl literarische als auch kulinarische Institution besser präsentiert.
Ende Juni soll das neue Kaffeehaus eröffnet werden und ich warte schon mit Spannung auf das Eröffnungsprogramm. Happy Birthday nachträglich und alles Gute!
KrimiWelt-Bestenliste im Juni
Platz 1 : „Der Großaktionär“ von Petros Markaris
Platz 2 : „Schlafende Engel“ von Michael Collins
Platz 3 : „Der Grenzgänger“ von Matti Rönkä
Platz 4 : „Kalter August“ von Peter Temple
Platz 5 : „Memento“ von P. J. Tracy
Platz 6 : „Liebesdienste“ von Kate Atkinson
Platz 7 : „1980“ von David Peace
Platz 8 : „Grafeneck“ von Rainer Gross
Platz 9 : „Verdammnis“ von Stieg Larssons
Platz 10: „Callgirls“ von Elmore Leonards
Der Roman „Schlafende Engel“ von Michael Collins hat es auf Anhieb auf Platz 2 geschafft. Eine Kleinstadt in Indiana, ein totes, überfahrendes Kind in einem Laubhaufen – war´s womöglich der Football-Star, die große Hoffnung für die Zukunft der Stadt? Der junge Literat Michael Collins hat sich erstmals im Krimi-Genre versucht, ein junger Ire, der seit Jahren in Amerika lebt, mit Sahara-Marthon seine Grenzen testet.
Quelle: www.sueddeutsche.de