Platz 1 : Driver von James Sallis
Platz 2 : Die feine Nase der Lilli Steinbeck von Heinrich Steinbeck
Platz 3 : Kaputt in El Paso von Rick DeMarinis
Platz 4 : Der Atem des Jägers von Deon Meyer
Platz 5 : Im Namen der Toten von Ian Rankin
Platz 6 : Der Lumpenadvokat von Hannelore Cayre
Platz 7 : Ungeschoren von Arne Dahl
Platz 8 : Im Auftrag der Väter von Oliver Bottini
Platz 8 : Forellenquintett von Ulrich Ritzel
Platz 9 : Kalteis von Andrea M. Schenkel
Monat: Oktober 2007
Radetzkymarsch von Joseph Roth
Kurzbeschreibung
In der Schlacht bei Solferino im Jahre 1859 rettet der slowenische Infantrieleutnant Joseph Trotta dem österreichischen Kaiser Franz Joseph I. das Leben. Er wird dafür geadelt und mit Orden ausgezeichnet und verläßt unwiderruflich den Weg seiner bäuerlichen Vorfahren. So beginnt die Geschichte der Familie von Trotta in einer Zeit, in der die Herrschaft der Habsburger noch einmal eine glorreiche Blüte erlebt. Der Kaiser ist mächtig, das Reich ist groß, die bestehende Ordnung der Welt scheint unvergänglich. Und doch wird hinter diesem Glanz eine Müdigkeit fühlbar, eine Erstarrung, eine Ahnung von Verfall und Auflösung. Von der knorrigen Stärke des „Helden von Solferino“ ist bei seinem weichen und feinfühligen Enkel Carl Joseph von Trotta nichts übriggeblieben. Er erkennt, daß neue Kräfte die Zukunft bestimmen werden, aber er kann nicht selbst daran teilnehmen. Im Aufstieg und Verfall einer Familie spiegeln sich die letzten Jahrzehnte der Donaumonarchie. ‚Radetzkymarsch‘ gilt als das Hauptwerks des großen Epikers Joseph Roth.
Über den Autor
Joseph Roth wurde 1894 in Schwabendorf b. Brody in Ostgalizien geboren und verstarb am 27.05.1939 in Paris. Roth war als Journalist u.a. in Berlin und Wien tätig, ehe er als Korrespondent für die „Frankfurter Zeitung“ alle europäischen Großstädte bereiste. Seit 1933 emigrierte Roth schrittweise über Wien nach Marseille, Nizza und schließlich Paris. Dort verfiel er aus Verzweiflung dem Alkoholismus und verstarb in einem Armenhospital.
Erwartungsgemäß stellte André Heller am 26.10.07 bei Elke Heidenreich in der ZDF-Sendung Lesen! ein Buch eines österreichischen Schriftstellers vor. André Heller erzählte, wie ihm das Buch in seiner Jugend im ungeliebten Internat über schwere Zeiten hinweghalf. Reich-Ranitzki soll es als eines der zehn besten Bücher der Welt bezeichnet haben.
Mona von Alexander Gorkow
Klappentext
Blum, Spezialist für Kühlkettensysteme in einer Münchner Firma, fliegt für einen Auftrag nach Bukarest. Dort trifft er nicht nur auf den Besitzer einer Schlachthofkette und dessen sechs Handlanger, sondern auch auf: Mona. Eine Begegnung, die ein Blaufeuer der Liebe entfacht, in deren Folge es bedauerlicherweise zu ein paar Leichen kommt. Kein Preis ist zu hoch für die wahre Liebe. Innere Stabilität ist dem Naturwissenschaftler Blum wichtig. Problemen geht er nach Möglichkeit aus dem Weg, mit Frauen übt er sich lieber in der Kunst der schönen Gymnastik als des schönen Gesprächs.
Wie eine Naturgewalt bricht da Mona in sein Leben ein. Dabei ist er aus beruflichen Gründen in Bukarest: Er soll sicherstellen, dass der kreuz und quer durch Rumänien führende Transport von Schlachttieren kühlungstechnisch einwandfrei vonstatten geht. Dass Blum bei diesem Auftrag nicht nur die rumänische Gesamtstromlage falsch einkalkuliert, sondern auch das Geschäftsgebaren der Rumänen nicht richtig einzuschätzen weiß, führt zu, nennen wir es: Komplikationen. Es gibt ein böses Erwachen in einer Kühlkammer, einen Ausflug nach Paris, ein Festdiner mit Freunden und Gästen aus der Fremde – und auf einmal sechs Leichen…
Autor
Alexander Gorkow, 1966 in Düsseldorf geboren, studierte Germanistik, Mediävistik und Philosophie; seit 1993 bei der Süddeutschen Zeitung, zunächst als politischer Reporter, dann als Leiter der Medienseite. Heute leitet er das Ressort „SZ am Wochenende“, für das er Stars wie Eric Clapton, Silvester Stallone oder Goldie Hawn interviewte. 2003 erschien sein erster Roman „Kalbs Schweigen“, 2004 der Interviewband „Wieso fragen Sie das?“ (zusammen mit Rebecca Casati).
Elke Heidenreich hat das Buch in ihrer Sendung Lesen! im ZDF am 26.10.2007 vorgestellt und eindringlich als intelligente, lustige Lektüre empfohlen.
Der schönste erste Satz von C. C. Bergius
Zermürbende Hitze brütet über der Nordküste Australiens, und aus dem Dschungel des Hinterlandes weht ein atemberaubender Fieberwind, als der von einem jungen Australier gesteuerte Wagen des Engländers Clyborough den Hafen von Darwin verläßt.
Heißer Sand von C. C. Bergius
C. C. Bergius, eigentlich Egon-Maria Zimmer (* 2. Juli 1910 in Buer (Westfalen); † 23. März 1996 in Vaduz) war ein deutscher Schriftsteller.
Egon-Maria Zimmer besuchte die Oberrealschule bis kurz vor dem Abitur. 1930 Ausbildung zum Exportkaufmann in Hamburg. Ab 1933 war C.C. Bergius Fluglehrer, mit Kriegsbeginn Wetterflieger und Testpilot, dann ab 1941 Flugkapitän. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann er eine Karriere als Schriftsteller und gründete einen Verlag. Seine Bücher sind in neunzehn Sprachen übersetzt und erreichten eine Gesamtauflage von 11 Millionen Exemplaren.
Zu Ehren von Friedrich Bergius (Nobelpreis 1931), dessen Verfahren der Kohleverflüssigung zu Benzin (Bergin-Verfahren, Leuna) ihm das Fliegen ermöglichte, nahm er den Schriftstellernamen Bergius an.
Bergius war Mitglied des P.E.N.-Clubs.
Kauf dir mal ein Bier, Alter
Jeroen Brouwers lehnt den mit 16.000 Euro dotierten niederländischen Literaturpreis ab, er will keine Almosen. „Ich schreibe nicht aus Geldgier, sondern aus Armut.“ Im vergangenen Jahr, so Brouwers, habe er mit seinen Werken gerade mal 6000 Euro eingenommen. „Es ist, als ob ich nun zu hören bekomme: Hier, kauf dir mal ein Bier, Alter.“
Damit hat der 67-jährige Schriftsteller, der für sein Gesamtwerk ausgezeichnet wurde, eine heftige Debatte über das Ansehen von nationalen Literaturpreisen ausgelöst.
Brouwers sollte, den seit 1956 alle drei Jahre verliehenen Literaturpreis der „Nederlandse Taalunie„, des flämisch-niederländischen Verbundes zur Pflege der gemeinsamen Sprache, am 20. November in Brüssel aus den Händen von König Albert empfangen. Es ist das erste Mal, dass diese höchste Auszeichnung beider Länder abgelehnt wird.
Die flämische Autorenvereinigung teilt Brouwers Auffassung, dass der Staatspreis im Gegensatz zu anderen literarischen Auszeichnungen zu gering dotiert und das Preisgeld seinem Prestige unwürdig ist. Um einen Eklat zu verhindern, hatte Flanderns Kultusminister Bert Anclaux bei seinem holländischen Kollegen Ronald Plasterk vergeblich darauf gedrungen, das Preisgeld zu erhöhen.
Bisherige Preisträger sind unter anderem Harry Mulisch, Hella S. Haasse und Willem Frederik Hermans
Quelle: Süddeutsche Zeitung