Januar 2008: Wie ein Stein im Geröll von Maria Barbal

Wie ein Stein im GeröllTreffpunkt: 26. 01.08 um 21 Uhr bei den M & M´s

Kurzbeschreibung
Conxa, ein Mädchen von dreizehn Jahren, wird von ihren Eltern, armen Bauern in einem kleinen Dorf in den katalanischen Pyrenäen, zur kinderlosen Tante in ein anderes Dorf gebracht. Dort arbeitet sie im Haushalt und auf dem Feld und lernt später Jaume kennen, den sie gegen anfängliche Widerstände heiratet.
Maria Barbal führt uns mit einer schnörkellosen Sprache in die fast archaisch anmutende Welt spanischer Bergdörfer, in der das Leben von ewig gültigen Traditionen geprägt scheint. Diese Welt wird brutal von der Politik überfallen, vom Bürgerkrieg zwischen Anhängern der neuen Republik und den Anhängern Francos. Der Krieg bricht auch in den Dörfern Fronten auf, zerstört das Vertraute und damit die Selbstverständlichkeit, in den alten Bahnen weiterzuleben. Conxa, inzwischen Mutter dreier Kinder, erlebt die Verhaftung ihres Mannes, wird selbst mit anderen Frauen und Kindern interniert. Später erfährt sie, daß ihr Mann erschossen wurde – und folgt schließlich ihrem Sohn nach Barcelona, eine Stadt, so neu und so fremd wie ein anderer Planet …

Maria BarbalMaria Barbal, geboren 1949 in Tremp ist eine spanische Schriftstellerin. Sie gilt als eine der wichtigsten und erfolgreichsten zeitgenössischen Autorinnen katalanischer Sprache.

Barbal verbrachte ihre Kindheit in der bergigen Region der spanischen Pyrenäen. 1964 kam sie nach Barcelona, um an der dortigen Universität spanische Philologie zu studieren, und arbeitete im Anschluss als Lehrerin.

In den 1980er Jahren erschienen ihre ersten Bücher, die weitgehend im archaisch-ländlichen Kontext ihrer Heimat angesiedelt waren. Ihr Buch Wie ein Stein im Geröll (1985) ist in ihrer Heimat in fünfzig Auflagen erschienen und inzwischen in mehrere Sprachen übersetzt.

Für ihre Arbeit wurde Barbal mit dem spanischen Kritikerpreis, dem Nationalen Literaturpreis Spaniens sowie dem Serra d†™Or-Preis ausgezeichnet. Ihr letzter Roman Inneres Land (2005) brachte ihr den angesehenen Prudenci-Bertrana-Preis.

Der schönste erste Satz von Leon de Winter

Wer vor dreihundert Millionen Jahren vom Weltraum aus auf den Erdball geblickt hätte, hätte ein völlig anderes Bild von der Erdoberfläche gesehen als das, das uns von Karten und den von Satelliten an Decoder gesandten Aufnahmen her vertraut ist.

Malibu von Leon de Winter

Leon de Winter Leon de Winter
, geboren am 26. Februar 1954 in ’s-Hertogenbosch, Niederlande, ist ein niederländischer Schriftsteller.
Er ist ein Sohn niederländisch-orthodoxer Juden, die den Holocaust in einem Versteck überlebten, das ihnen von katholischen Priestern und Nonnen zur Verfügung gestellt worden war.

Nach einer Ausbildung bei der Bavaria Filmakademie in München studierte de Winter an der Filmakademie in Amsterdam, die er jedoch ein Jahr vor dem Abschlussexamen verließ. Er veröffentlichte bereits im Alter von 24 Jahren seinen ersten Roman. Er lebt und arbeitet heute in Amsterdam und Los Angeles und ist mit der Schriftstellerin Jessica Durlacher verheiratet. Sein Werk umfasst Romane, Erzählungen und Drehbücher, die er teilweise selbst realisierte. Der Himmel von Hollywood wurde von Sönke Wortmann verfilmt.

MalibuDie Wege des Schicksals sind manchmal verschlungen. Wenn etwa vor 300 Millionen Jahren der legendäre Urkontinent Pangäa auseinander driftet und so den Grundstein für Erdbeben legt, im Herbst 1945 ein Unternehmen aus Rigdefield (Washington) zur großen Verleihfirma für Lastwagen avanciert, wenn einer dieser Lastwagen dann durch ein Erdbeben beschädigt wird und der Betriebsleiter einer Bäckerei den LKW Jahre später nichtsahnend erwirbt, um damit erneut die Straßen zu befahren, dann kann diese Verkettung unglücklicher Umstände, die vor 300 Millionen Jahren begann, einer 17-Jährigen zum Verhängnis werden — gesetzt den Fall, dass diese zur gleichen Zeit auf dem Soziussitz einer Harley Davidson nach Malibu unterwegs ist.

Eigentlich sind es noch weitaus mehr Umstände, die der niederländische Autor Leon de Winter in seinem Roman Malibu aneinander reiht, um sie dann überraschend zu verknüpfen. 28 Seiten braucht er dazu, 28 Seiten, die den Leser hineinziehen in eine raffiniert gestrickte, zeit- und weltumspannende Geschichte. Denn die 17-Jährige, die bei einem Motorradunfall ums Leben kommt, ist Mirjam, die Tochter des Helden Joop Koopman, eines etwas abgehalfterten Drehbuchautors aus Hollywood. Ausgerechnet am Geburtstag Mirjams erfährt Koopman vom tragischen Tod der Tochter. Aber zur Trauer bleiben nur ein paar Stunden Zeit. Dann wird ein alter Klassenkamerad Koopman überreden, sich im Auftrag des israelischen Geheimdienstes Mossad einem Terroristen an die Fersen zu heften.

Bald schon merkt Koopman, dass er wohl seinerseits in den Fängen des Schicksals hängt, und am Ende ist selbst die Frage nach Verhängnis oder Hoffnung neu gestellt: „Vielleicht steckt darin ja eine schöne Geschichte für Sie, Mr. Koopman“, heißt es im Roman, „eine Geschichte über Hoffnung und Glück“.

Vielschichtig erzählt de Winter seine verwickelte Story, ohne den roten Faden aus den Augen zu verlieren. Vielleicht ist es ja das Schicksal des Autors, immer besser zu werden. Das Schlechteste für seine Leser wäre das wohl nicht.Na, wer weiß es?

Die Sprachspielerin im Münchner Literaturbüro – Haidhauser Werkstatt e.V.

Glücksklee Wie Ingeborg Bachmann es bei Lesungen gerne tat, befürchtet auch die Sprachspielerin, dass sie heute Abend bei ihrer ersten öffentlichen Lesung vor Nervosität sterben, ihr die Stimme auf der Bühne versagen und sie den Tränen nahe in Ohnmacht fallen wird. Trotzdem freut sie sich natürlich über zahlreiches Erscheinen und sicherlich ist sie hinterher wieder zu einer gepflegten Konversation fähig.

Viel Glück!

Wer diese sympathische, offenherzige und nervöse Autorin kennen lernen und unterstützen möchte, kann dies heute um 19.30 Uhr im Münchner Literaturbüro, Milchstraße 4, tun.

Der erste Gedanke ist der beste Gedanke. Beobachte, was lebendig ist. Bemerke, was Du bemerkst. Ertappe Dich beim Denken. Allen Ginsberg

Unter diesem Motto wirbt einer der ältesten Münchner Literaturvereine, das Münchner Literaturbüro – Haidhauser Werkstatt e.V. – kurz MLB, für ihre Freitagabend-Lesungen.
Das Literaturbüro veranstaltet jeden ersten Freitag im Monat einen öffentlichen Abend für „Spontanlesungen“, an dem Anwesende 10 Minuten lang einen eigenen Text vortragen können, der dann diskutiert wird. Am Ende des Abends wird von den Zuhörern ein „Tagessieger“ bestimmt. Die Tagessieger eines Jahres können dann noch einmal bei einer Lesung gegeneinander antreten, unter ihnen wird dann der Haidhauser Werkstattpreis vergeben.

Der schönste erste Satz Pearl S. Buck

Es war nach Mitternacht.

Die Töchter der Madame Liang von Pearl S. Buck

Pearl S. BuckPearl Sydenstricker Buck (chinesischer Name 賽珍珠 Sai Zhenzhu; Pseudonym John Sedges, geboren am 26. Juni 1892 in Hillsboro, West-Virginia, gestorben am 6. März 1973 in Danby, Vermont, war eine US-amerikanische Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin.

Sie wurde 1938 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet „für ihre reichen und wahrhaft epischen Schilderungen des chinesischen Bauernlebens und für ihre biographischen Meisterwerke†œ. Sechs Jahre zuvor hatte sie für ihren Roman Die gute Erde bereits den Pulitzer-Preis erhalten.

Ihr Mädchenname Sydenstricker findet sich in der häufig verwendeten Schreibweise Pearl S. Buck wieder. Als Tochter eines Missionars verbrachte sie einen Teil ihrer Kindheit im Kaiserreich China. Sie studierte in den USA, arbeitete später als Professorin für englische Literatur im chinesischen Nanking. Sie hatte eine Tochter, die mit Phenylketonurie geboren wurde.

Die Konfrontation mit amerikanischer und fernöstlicher Kultur hatte einen großen Einfluss auf das Werk der Schriftstellerin, die sich für Toleranz und Völkerverständigung einsetzte. Als eines ihrer Meisterwerke gilt der Roman The Good Earth aus dem Jahre 1931, der 1933 mit dem Titel Die gute Erde ins Deutsche übersetzt wurde. Er stellt anschaulich und warmherzig das alltägliche bäuerliche Leben in China dar.

Die Verleihung des Literaturnobelpreises an Pearl S. Buck gehört zu den umstrittensten Entscheidungen des Nobelpreiskomitees und ist bereits bei der damaligen Verleihung auf vielfaches Unverständnis gestoßen. Viele Kritiker messen der Autorin keinen großen literarischen Rang bei und zählen ihre Romane eher zur Trivialliteratur. Die seither geltende Regelung, den Nobelpreis nur an Autorinnen bzw. Autoren zu verleihen, die bereits vorher mindestens einmal dafür nominiert waren, wird in den Feuilletons bis heute „Lex Buck“ genannt. Der Beliebtheit der Autorin hat dies keinen Abbruch getan; ihre Bücher werden noch heute übersetzt und gedruckt.

Sie selbst schlug gemeinsam mit der chilenischen Schriftstellerin Gabriela Mistral 1950 den indischen Philosophen und Schriftsteller Sri Aurobindo für den Literatur-Nobelpreis vor.

Sie veröffentlichte 80 Werke sowie fünf Romane unter dem Pseudonym John Sedges.

Die Töchter der Madam LiangKurzbeschreibung
Pearl S. Buck erzählt die dramatische Geschichte einer Familie, die verstrickt wird in die Umbruchsituation eines uralten Landes, das versucht neue Wege zu gehen. Stellvertretend für das Kräftespiel von Vergangenheit und Gegenwart stehen das Schicksal von Madame Liang und ihrer drei Töchter.

Don Farrago am 6. Dezember, 2007 21:56