Spiegel-Bestenliste Taschenbücher Woche 49

Platz 1 : Die Chemie des Todes von Simon Beckett
Platz 2 : Drachenläufer von Khaled Hosseini
Platz 3 : Zusammen ist man weniger allein von Anna Gavalda
Platz 4 : Höhenrausch von Ildikó von Kürthy
Platz 5 : Tanz, Püppchen, tanz von Joy Fielding
Platz 6 : Glennkill von Leonie Swann
Platz 7 : Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier
Platz 8 : Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafon
Platz 9 : Blutige Steine von Donna Leon
Platz 10 : Hexenkind von Sabine Thiesler

Franz Kotteder zerreißt den verkauften Großvater – eine Premierenkritik

Der verkaufte GroßvaterFranz Kotteder, SZ-Redakteur und Autor von Die Billig-Lüge, hat offensichtlich einen schrecklichen Abend im Alpenzelt auf dem Münchner Tollwood-Gelände erlebt. Gestern fand die Premiere der mit Spannung erwarteten eigenen Tollwood-Produktion des bayerischen Kultstücks „Der verkauft Großvater“ statt. Unter der Überschrift

„Jämmerlicher Schmarrn“ und „Der verkaufte Großvater“ auf Tollwoood ist missglückt gipfelt die Kritik in der Aussage, die Inszenierung sei im Grunde eine Beleidigung für das Publikum.

Ja do varreck, wos war denn das? Scheinbar beschlich Franz Kotteder schon nach einer Viertelstunde das Gefühl, dass sich da jemand blamiert ohne es zu merken. Gabi Rothmüller und Alexander Liegl, beide mit viel Erfahrung in der Kleinkunstlandschaft, haben sich der musikalisch-kabarettistischen Neufassung des Stücks für das Winter-Tollwood angenommen. Doch scheinen die bemitleidenswerten Schauspieler nicht komisch, sondern laienhaft zu agieren und wie Laientheater-Deppen rüber zu kommen. Die Popsongs seien weitgehend unmotiviert und ohne neue Texte eingebaut, so dass man sich fast nach der Moderation von Dieter Bohlen sehne, der das ganze nach „Superstar“-Manier kommentiere.

Als guten Moment bezeichnet Franz Kotteder, wenn überhaupt, lediglich die Textpassagen von Winfried Hübner in seiner Rolle als Großvater, wenn er den Originaltext sprechen dürfe.

Alles andere aber sei fruchtbar peinliches Herumgehüpfe- und geträllere, irgendwie zusammengestopselt und notdürftig miteinander verbunden.

Der schönste erste Satz von Mordecai Richler

Terry ist der Pfahl in meinem Fleisch.

Wie Barney es sieht von Mordecai Richler

Mordecai RichlerMordecai Richler, geboren am 27. Januar 1931 in Montreal, gestorben am 3. Juli 2001 in Montreal, war ein kanadischer Schriftsteller, Drehbuchautor und Essayist.

Zu Lebzeiten gehörte er zu den bekanntesten kanadischen Schriftstellern weltweit. In Kanada selbst war er darüber hinaus durch seine Äußerungen zur kanadischen Politik eine nicht unumstrittene Figur des öffentlichen Lebens. Richler stamme aus einer jüdischen Familie und war Sohn eines Schrotthändlers. Die Nachbarschaft, in welcher er in Montreal aufwuchs, verewigte er später in mehrerern seiner Romane. Er begann ein Englisch-Studium an der Sir George Williams University (jetzt Concordia University), exmatrikulierte sich jedoch, bevor er einen Abschluss erlangt hatte. Im Alter von 19 Jahren zog Richler nach Paris, wo er einige Jahre lebte, bevor er nach London zog. 1972 kehrte er nach Montreal zurück, verbrachte jedoch weiterhin regelmäßig die Wintermonate in London.

Richler gelang mit seinem vierten, 1959 erschienenen, Roman The Apprenticeship of Duddy Kravitz (unter dem Titel Die Lehrjahre des Duddy Kravitz erst im Februar 2007 erstmals in deutscher Übersetzung erschienen) der Durchbruch als Schriftsteller. Wie auch viele seiner folgenden Romane behandelte dieses Buch das Leben der jüdischen Gemeinschaft in der Gegend, in der Richler selbst in den 1940er- und 1950er-Jahren aufgewachsen war. The Apprenticeship of Duddy Kravitz wurde 1974 von Ted Kotcheff verfilmt; das Drehbuch stammte von Richler und Lionel Chetwynd und der Film verhalf Richard Dreyfuss zu seiner ersten Hauptrolle. Weiterlesen

Der schönste erste Satz von Peter Scholl-Latour

Die Präsidentengarde trug Operettenuniform.

Mord am großen Fluß von Peter Scholl-Latour

Veritas filia temporis (Die Wahrheit ist Tochter ihrer Zeit)

Peter Scholl-LatourPeter Roman Scholl-Latour, geboren am 9. März 1924 in Bochum, ist ein deutscher Journalist und Publizist. Er besitzt neben der deutschen auch die französische Staatsbürgerschaft.
Der einer elsass-lothringischen Familie entstammende Arztsohn Peter wurde 1936 von seinen Eltern aufgrund ihrer Schwierigkeiten mit den Nazis zu seinem Schutz auf das Jesuitenkolleg Sankt Michael im schweizerischen Freiburg geschickt. Nachdem weitere Geldüberweisungen in die Schweiz den Eltern untersagt waren, musste er das Kolleg 1940 verlassen und nach Deutschland zurückkehren, woraufhin er auf einem katholischen Internat in Kassel 1943 sein Abitur machte. In verschiedenen Fernsehsendungen hat er angedeutet, dass er während der Zeit des Nationalsozialismus in „Schutzhaft†œ saß. Dieses Thema erwähnt er auch in seinem Buch „Leben mit Frankreich †“ Stationen eines halben Jahrhunderts†œ, wobei der genaue Grund für seine Widerstandstätigkeit jedoch unklar bleibt. Er berichtet lediglich darüber, dass er sich den Partisanen des Marschalls Tito im damaligen Jugoslawien anschließen wollte, aber schon an der Grenze zu Slowenien von der Gestapo verhaftet wurde.

Nachdem Scholl-Latour 1945 als Angehöriger des französischen Fallschirmjäger-Expeditionskorps, dem Commando Parachutiste Ponchardier, zwei Jahre am Indochinakrieg teilgenommen hatte, studierte er in Mainz, Paris (Sorbonne) und Beirut an der Universität Saint Joseph Philologie, Politologie und Arabistik und arbeitete bereits während seines Studiums als Reisejournalist für deutsche und französische Zeitungen und Rundfunkanstalten. Sein Volontariat absolvierte er 1948 bei der Saarbrücker Zeitung. Für seine Berichte bereiste er Amerika, den Vorderen Orient und große Teile Südost- und Ostasiens. 1951 machte Scholl-Latour sein Diplom am Institut National des Sciences Politiques und setzte sein Studium an der Sorbonne fort, welches erst im Januar 1954 mit der Promotion zum Docteur ès lettres endete. Anschließend war er in den Jahren 1954 und 1955 Sprecher der Regierung des Saarlandes, wo er zunächst ab dem 1. Januar 1954 zum Mitarbeiter und Pressesprecher des Amtes für Europäische und Auswärtige Angelegenheiten des Saarlandes berufen wurde. Weiterlesen

Tukan-Preis 2007 erhält Fridolin Schley – Preisverleihung am 04.12. im Literaturhaus

Die Stadt München verleiht jährlich den Tukan-Preis für die formal und inhaltlich am besten gelungene belletristische Neuerscheinung eines Münchner Autors/einer Münchner Autorin. Der Tukan-Preis ist mit 6000 Euro dotiert.

Den Tukan-Preis 2007 erhält Fridolin Schley für seinen Erzählband „Wildes schönes Tier“ (Berlin Verlag). In der Begründung der Jury heißt es: „Jede einzelne Erzählung entfaltet einen geradezu magischen Sog und überzeugt durch die erzählerische Souveränität“.

Fridolin SchleyFridolin Schley, geboren am 29. Oktober 1976 in München, ist ein deutscher Schriftsteller. Fridolin Schley studierte Germanistik, Philosophie und Politik in München und Berlin sowie an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Er lebt in München und ist als Verlagslektor tätig. Er promoviert über das essayistische Werk von W. G. Sebald.

Wildes schönes TierWildes schönes Tier
Ein Paar kehrt zurück an den Ort, den es in der ersten Zeit junger Liebe als magisch empfunden hat, doch die Beschwörung alten Glücks misslingt. Jule bleibt nach einem Bad im Meer verschwunden und Arnold glaubt an Selbstmord. Später steht Jule plötzlich neben ihm, bereit für den Wiederbelebungsversuch ihrer Liebe, der die beiden hierher geführt hatte. Doch Arnold wird sich nicht verzeihen können, dass er sich leichteren Herzens mit dem Tod seiner Frau abgefunden hätte, als dem Ende ihrer Beziehung. Es ist ein großes Thema, das Fridolin Schley in seinen neuen Erzählungen umkreist, vanitas vanitatum könnte über jeder der verblüffend reifen Geschichten dieses jungen Autors stehen: Ob in einer denkwürdigen Nacht im abriss-geweihten Palast der Republik oder der heimlichen Manipulation einer fremden Dreiecksbeziehung am Computer der Unibibliothek – stets ist der Autor der Vergänglichkeit auf der Spur und unseren sonderbaren Bemühungen, ihr zu entgehen.Nach der Preisverleihung liest der Autor aus seinem Buch.
Veranstalter: Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Tukan Kreis e.V

Literaturhaus München, Dienstag, 4.12., 20 Uhr,
Begrüßung: Bürgermeisterin Christine Strobl
Grußworte: Hans-Dieter Beck
Laudatio: Tilman Spengler
Eintritt: frei