Der 73-jährige Soziologe und Philosoph Prof. Dr. Jürgen Habermas erhält den mit 50.000 Euro dotierten Heine-Preis 2012 der Landeshauptstadt Düsseldorf. Der Heine-Preis zählt zu den bedeutendsten Literaturpreisen in Deutschland. Seit 1972 wählt die durch den Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf eingesetzte Jury „Persönlichkeiten, die durch ihr geistiges Schaffen im Sinne der Grundrechte des Menschen, für die sich Heinrich Heine eingesetzt hat, den sozialen und politischen Fortschritt fördern, der Völkerverständigung dienen oder die Erkenntnis von der Zusammengehörigkeit aller Menschen verbreiten„.
Im Dezember 2012 wird Oberbürgermeister Dirk Elbers den Preis in einem Festakt in Düsseldorf überreichen.
Die Jury begründete ihr Votum wie folgt:
„Der Heine-Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf 2012 wird an Jürgen Habermas verliehen, als einen der weltweit bedeutendsten Denker der Gegenwart, für sein Lebenswerk, das durch freiheitliche Ideen der Aufklärung, seinen unermüdlichen Einsatz für ein demokratisch verfasstes Deutschland sowie seine streitbaren Beiträge zu den gesellschaftspolitischen Debatten Europas geprägt ist. Jürgen Habermas steht mit seinem kritischen Werk überzeugend in der Tradition des Schriftstellers und Intellektuellen Heinrich Heine.“
Oberbürgermeister Dirk Elbers, Vorsitzender der Jury, sagte nach der Entscheidung:
„Mit Jürgen Habermas ehrt die Landeshauptstadt Düsseldorf einen wichtigen Denker, dessen philosophisches Werk weltweite Ausstrahlung hat. Kaum ein anderer Intellektueller prägt so präzise und scharfsinnig die aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten in Deutschland und Europa, wie Jürgen Habermas. Mit dem Heine-Preis als einem der wichtigsten Literatur- und Persönlichkeitspreise im deutschsprachigen Raum würdigt Düsseldorf in diesem Jahr auch einen seiner großen Söhne.“
Währenddessen nahmen zwei seiner Söhne, die ihn zu der Lesung begleitet hatten, hinter ihm auf der Bühne Platz. Björn, links im Bild, lebt in Schweden und arbeitet als Journalist und auch sein 17-jähriger Sohn Thiong†™o, rechts im Bild, will in die Fußstapfen seines Vaters treten. Zwei weitere Kinder, eine Tochter, die in Finnland lebt und ein Sohn, der gerade an der Universität in Kampala einen Abschluss in Deutsch gemacht hat, schreiben ebenfalls.