April 2025: Baumgartner von Paul Auster

Am 12. April 2025 besprechen wir im Lesekreis Baumgartner von Paul Auster. Wir treffen uns um 20 Uhr bei Tine und Markus.

Kurzbeschreibung: Professor Seymour T. Baumgartner, unter Freunden Sy, ist ein über siebzigjähriger emeritierter Phänomenologe aus Princeton, der sich dem Schreiben philosophischer Bücher und, zunehmend, seinen Jugendreminiszenzen widmet: seiner kleinbürgerlichen Herkunft aus Newark; der schwierigen Ehe der Eltern, dem Collegebesuch und einem Studienaufenthalt in Paris; schließlich der wie ein Blitz einschlagenden Liebe zur Übersetzerin und Dichterin Anna, mit der er die glücklichsten Jahre verbrachte, bevor sie vor zehn Jahren einem Badeunfall zum Opfer fiel.

Annas Tod hat ein tiefes Loch in seinem Leben hinterlassen, das aller Pragmatismus, alle Selbstironie nicht füllen kann. Denn Anna war wirklich das, was man seine bessere Hälfte nennt. Eines Tages, um sich zu trösten, wagt Sy sich endlich in ihr Arbeitszimmer, das er seit ihrem Tod nicht betreten hat.

Der Roman umfasst 208 Seiten und ist im November 2023 im Rowohlt Verlag erschienen.

Über den Autor: Paul Auster (* 1947 in Newark, New Jersey; † 2024 in New York City) war einer der bedeutendsten und einflussreichsten US-amerikanischen Schriftsteller der Gegenwart. In seinem Werk brach er meisterhaft mit klassischen Erzählmustern und etablierte sich als prägende Stimme der amerikanischen postmodernen Literatur, die philosophische Tiefe mit spielerischen Form-Experimenten, Elementen des Kriminalromans und feinem Humor verbindet. Bis zu seinem Tod lebte der Bestsellerautor im New Yorker Stadtteil Brooklyn, der in vielen seiner berühmtesten Romane heimlicher Hauptdarsteller ist. In deutschsprachiger Übersetzung erscheint sein umfangreiches und vielfach preisgekröntes Werk exklusiv im Rowohlt Verlag.

März 2025: Zeit der Schuld von Deepti Kapoor

Am 23.03.2025 besprechen wir im Lesekreis Zeit der Schuld von Deepti Kapoor in der deutschen Übersetzung von Astrid Finke. Wir treffen uns um 20 Uhr bei Tine und Markus.

Kurzbeschreibung: Geboren in einem kleinen Dorf im nördlichen Indien wird Ajay als Kind seiner Familie entrissen und an ein kinderloses Ehepaar verkauft. Von früh bis spät arbeitet er in der Landwirtschaft des Ehepaars, er lernt lesen und schreiben, lernt zu beobachten – und er lernt zu dienen.

Als sein Dienstherr stirbt, findet Ajay Arbeit in einem Café – und dort macht er eine schicksalsweisende Bekanntschaft: Sunny Wadia, Abkömmling des einflussreichen Wadia-Clans, verbringt dort mit seinen Freunden das Wochenende. Ajay wird Sunnys rechte Hand und nicht nur in die politischen Machenschaften der Wadias, sondern auch in die verbotene Liebesbeziehung zwischen Sunny und der Journalistin Neda hineingezogen. Er würde für Sunny alles tun – ohne zu ahnen, dass sein größter Loyalitätsbeweis Sunny, Neda und ihn selbst in eine Spirale der Gewalt verstricken wird …

Über die Autorin: Deepti Kapoor, geboren 1980 in Moradabad, Uttar Pradesh, studierte Journalismus in Neu Delhi und arbeitete zehn Jahre lang als Journalistin. 2014 erschien ihr Romandebüt A BAD CHARACTER über weibliches Begehren in einer restriktiven, konservativen, zutiefst frauenfeindlichen Gesellschaft. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Goa lebt Kapoor nun in Portugal. ZEIT DER SCHULD ist das erste Buch der Autorin, das auf Deutsch erscheint.

Der Roman umfasst 688 Seiten und ist im März 2023 im Karl Blessing Verlag erschienen.

Januar 2025: Auerhaus von Bov Bjerg

Am 25. Januar 2025 besprechen wir im Lesekreis Auerhaus von Bov Bjerg. Wir treffen uns um 20.30 Uhr bei Elisabeth und Ibra.

Kurzbeschreibung: Sechs Freunde und ein Versprechen: Ihr Leben soll nicht in Ordnern mit der Aufschrift Birth – School – Work – Death abgeheftet werden. Deshalb ziehen sie gemeinsam ins Auerhaus. Eine Schüler-WG auf dem Dorf – unerhört. Aber sie wollen nicht nur ihr Leben retten, sondern vor allem das ihres besten Freundes Frieder. Denn der ist sich nicht so sicher, warum er überhaupt leben soll.

Bov Bjerg erzählt mitreißend und einfühlsam von Liebe, Freundschaft und sechs Idealisten, deren Einfallsreichtum nichts weniger ist als Notwehr gegen das Vorgefundene. Denn ihr Ringen um das Glück ist auch ein Kampf um Leben und Tod.

Über den Autor: Bov Bjerg, geboren 1965, ist Schriftsteller und Vorleser. Sein Bestseller „Auerhaus“ und die Geschichtensammlung „Die Modernisierung meiner Mutter“ erschienen bei Blumenbar. Sein Roman „Serpentinen“ war 2020 für den Deutschen Buchpreis nominiert; „Deadline“, sein erster Roman, erschien 2021 neu.  Alle Bücher sind auch als E-Book und als Hörbuch lieferbar. Mehr zum Autor unter bjerg.de

Dezember 2024: Der heilige King Kong von James McBride

Am 21. Dezember besprechen wir im Lesekreis Der heilige King Kong von James McBride. Wir treffen uns um 20.30 Uhr bei Heike und Christian.

Kurzbeschreibung: Die ruhigen Tage scheinen gezählt in der kleinen Baptistengemeinde „Five Ends“ im Süden Brooklyns. An einem warmen Septembertag im Jahr 1969 tritt der alte Diakon Cuffy Lampkin, genannt „King Kong“, mit einer Waffe auf den zentralen Platz seines Sozialbauviertels, hält sie vor aller Augen dem hiesigen Drogendealer ins Gesicht – und drückt ab. Ausgerechnet King Kong, der keiner Fliege etwas zuleide tun kann. Wie konnte es dazu kommen? Schnell zeigt sich, dass sich die Schicksale aller Gemeindemitglieder – der Afroamerikaner wie der Latinos, der abgehalfterten Mafiosi wie der korrupten Cops – in dieser unvorstellbaren Tat überkreuzen. Und dass himmlische Gerechtigkeit und Strafe manchmal eine ziemlich irdische Angelegenheit sind…

Über den Autor: James McBride – Autor, Musiker, Drehbuchschreiber, Journalist – wurde weltberühmt durch seinen autobiografischen Roman „Die Farbe von Wasser“. Das Buch gilt inzwischen als Klassiker in den Vereinigten Staaten, es stand zwei Jahre lang auf der New York Times Bestsellerliste. McBrides Debüt „Das Wunder von St. Anna“ wurde vom amerikanischen Kultregisseur Spike Lee verfilmt. Für „Das verrückte Tagebuch des Henry Shackleford“ erhielt McBride den renommierten National Book Award. 2015 wurde James McBride von Barack Obama mit der National Humanities Medal ausgezeichnet.

November 2024: Tanz der Teufel von Fiston Mwanza Mujila

Am 2. November 2024 besprechen wir im Lesekreis Tanz der Teufel von Fiston Mwanza Mujila. Wir treffen uns 19 Uhr bei Tine und Markus.

Kurzbeschreibung: Im Grenzgebiet zwischen Angola und dem Kongo, in den Minen von Lunda Norte und im Zentrum von Lubumbashi tanzen Frauen ohne Alter, Diamantensucher, Gauner und Agenten aus aller Welt den „Tanz der Teufel“. Neben absurden Dialogen und einer Fülle von Erzählsträngen und Abschweifungen ist es vor allem die Musik, die den Rhythmus von Fiston Mwanza Mujilas neuem Roman vorgibt. Und die Ironie des Romans lässt die Auswirkungen von Kolonialisierung, Globalisierung, Raubbau und Bürgerkrieg nur noch deutlicher erscheinen. Mit seinem gefeierten Debüt „Tram 83“ hat Fiston Mwanza Mujila eine völlig neue Art von Roman erschaffen. Sein neues Buch ist noch schillernder, noch virtuoser und dabei noch politischer.

Über den Autor: Fiston Mwanza Mujila wurde 1981 in Lubumbashi / Demokratische Republik Kongo geboren. Er lebt in Graz, schreibt Lyrik, Prosa und Theaterstücke und unterrichtet afrikanische Literatur an der Universität. Für seinen Debütroman Tram 83 (2016) erhielt er zahlreiche Preise, darunter den Internationalen Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt. Zuletzt erschien bei Zsolnay Tanz der Teufel (2022).