Am 13. Februar 2021 besprechen wir im Lesekreis Rote Kreuze von Sasha Filipenko. Wir treffen uns um 20.30 Uhr online.

Kurzbeschreibung: Alexander ist ein junger Mann, dessen Leben brutal entzweigerissen wurde. Tatjana Alexejewna ist über neunzig und immer vergesslicher. Die alte Dame erzählt ihrem neuen Nachbarn ihre Lebensgeschichte, die das ganze russische 20. Jahrhundert mit all seinen Schrecken umspannt. Nach und nach erkennen die beiden ineinander das eigene gebrochene Herz wieder und schließen eine unerwartete Freundschaft, einen Pakt gegen das Vergessen.

Die gebundene Ausgabe umfasst 288 Seite und ist 2020 bei Diogenes erschienen.

Über den Autor: Sasha Filipenko, geboren 1984 in Minsk, ist ein weißrussischer Schriftsteller, der auf Russisch schreibt. Nach einer abgebrochenen klassischen Musikausbildung studierte er Literatur in St. Petersburg und arbeitete als Journalist, Drehbuchautor, Gag-Schreiber für eine Satire-Show und Fernsehmoderator. ›Der ehemalige Sohn‹ ist nach ›Rote Kreuze‹ sein zweiter Roman, der auf Deutsch erscheint. Sasha Filipenko ist leidenschaftlicher Fußballfan und lebt in St. Petersburg.

Buchcover: Diogenes Verlag

Am 29. Dezember 2020 besprechen wir im Lesekreis Die Sommer von Ronya Othmann. Wir treffen uns um 20.30 Uhr online.

Nachtrag: Das treffen im Lesekreis wird auf den 5. Januar 2021 verschoben.

Kurzbeschreibung: Leyla ist die Tochter einer Deutschen und eines jesidischen Kurden… Das ergreifende Debüt der Gewinnerin des Publikumspreises des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs (2019) über das Dasein zwischen zwei Welten

Das Dorf liegt in Nordsyrien, nahe zur Türkei. Jeden Sommer verbringt Leyla dort. Sie riecht und schmeckt es. Sie kennt seine Geschichten. Sie weiß, wo die Koffer versteckt sind, wenn die Bewohner wieder fliehen müssen. Leyla ist Tochter einer Deutschen und eines jesidischen Kurden. Sie sitzt in ihrem Gymnasium bei München, und in allen Sommerferien auf dem Erdboden im jesidischen Dorf ihrer Großeltern. Im Internet sieht sie das von Assad vernichtete Aleppo, die Ermordung der Jesiden durch den IS, und gleich daneben die unbekümmerten Fotos ihrer deutschen Freunde. Leyla wird eine Entscheidung treffen müssen. Ronya Othmanns Debütroman ist voller Zärtlichkeit und Wut über eine zerrissene Welt.

Die gebundene Ausgabe umfasst 288 Seiten und ist im Jahr 2020 im Carl Hanser Verlag erschienen.

Über die Autorin: Ronya Othmann wurde 1993 in München geboren und studierte am Literaturinstitut Leipzig. Sie erhielt unter anderem den MDR-Literaturpreis, den Caroline-Schlegel-Förderpreis für Essayistik, den Lyrik-Preis des Open Mike und den Publikumspreis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs.

2018 war sie in der Jury des Internationalen Filmfestivals in Duhok in der Autonomen Region Kurdistan, Irak, und schrieb bis August 2020 für die taz gemeinsam mit Cemile Sahin die Kolumne „OrientExpress“ über Nahost-Politik. 2020 erschien im Hanser Verlag ihr Debütroman Die Sommer, für den sie mit dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet wurde.

Buchcover: Carl Hanser Verlag

Ein weiterer virtueller Lesekreis ist am 20. Juni 2020 um 20.30 Uhr geplant. Falls bis dahin die Kontaktbeschränkungen aufgehoben sein sollten, treffen wir uns zur selben Zeit bei Hanne und Henry im Garten. Wir besprechen Elf Tage in Berlin von Håkan Nesser.

Kurzbeschreibung: Einen Nobelpreis wird er wohl nicht bekommen. Arne Murberg ist von schlichterem Gemüt. Nach einem Badeunfall in der Kindheit hat er Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und komplexere Zusammenhänge zu erfassen. Aber Arne ist ein warmherziger, liebenswerter Mensch, der sich eine kindlich naive, offene Art bewahrt hat und voll Vertrauen auf das Leben blickt. Als sein Vater ihm auf dem Totenbett offenbart, dass seine Mutter nicht tot ist, wie Arne geglaubt hat, sondern in Berlin lebt, und ihm gleichzeitig den Auftrag gibt, sie dort aufzusuchen und ihr ein verschlossenes Kästchen zu übergeben, beginnt für ihn ein wundersames Abenteuer.

Mit äußerst rudimentären Deutschkenntnissen und einem Paar strapazierfähiger gelber Schuhe macht Arne sich auf die Reise – und gerät schon bald in Schwierigkeiten. Doch ihm zur Seite stehen zwei Menschen, die der Himmel höchstpersönlich geschickt zu haben scheint: ein etwas wirrer Professor und eine kluge junge Frau im Rollstuhl. Wird Arne seiner Mutter begegnen? Wird er sein Glück finden in Berlin?

Die Taschenbuchausgabe umfasst 384 Seiten und ist im btb Verlag im Juni 2017 erschienen.

Über den Autor:Lesen ist großartig, aber schreiben ist vielleicht noch großartiger“, sagte Håkan Nesser einmal. Den deutschen Lesern ist er besonders durch die Reihe mit Kommissar Van Veeteren bekannt sowie durch die „Gunnar-Barbarotti“-Krimis. In Schweden sind seine Werke so anerkannt, dass zwei seiner Bücher zu Schulliteratur wurden: „Kim Novak badete nie im See von Genezareth“ sowie „Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla“. Das freut den Autor besonders, weil er bis 1998 als Lehrer tätig war. Der 1950 in der schwedischen Gemeinde Kumla geborene Schriftsteller hat Geisteswissenschaften studiert und Englisch und Schwedisch unterrichtet. Er lebt heute mit seiner Familie in London und auf Gotland.

Umschlaggestaltung: btb Verlag

Vom 17. bis 20. März 2016 feierten 260.000 Besucher in Leipzig, davon 195.000 auf dem Leipziger Messegelände, das Wort in all seinen Facetten. Insgesamt 2.250 Aussteller aus 42 Ländern präsentierten zur Leipziger Buchmesse, der Manga-Comic-Con und dem Lesefest Leipzig liest ein Meer aus Worten, Bildern und Klängen auf dem Leipziger Messegelände. In 3.200 Veranstaltungen an 410 Orten auf dem Messegelände und in der Leipziger Innenstadt luden Literaten, Zeichner und Musiker zur Begegnung sowie zum Austausch ein„, lautete das Fazit des größten Branchentreffen des Frühjahrs 2016.

Nachfolgend die Foto-Highlights, die bei meinem Besuch der Leipziger Buchmesse am 17. und 18. März entstanden sind:

Christoph Hein
Christoph Hein
Heinz Strunk
Heinz Strunk
Anna Mitgutsch
Anna Mitgutsch
Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht
Karen Duve und Volker Weidermann
Karen Duve und Volker Weidermann
Guntram Vesper
Guntram Vesper
Buchcover der Shortlist Preis der Leipziger Buchmesse 2016
Buchcover der Shortlist Preis der Leipziger Buchmesse 2016
Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse
Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse
Gewinner Preis der Leipziger Buchmesse 2016: Jürgen Goldstein (Sachbuch), Brigitte Döbert (Übersetzung) Guntram Vesper
Gewinner Preis der Leipziger Buchmesse 2016: Jürgen Goldstein (Sachbuch), Brigitte Döbert (Übersetzung) Guntram Vesper
Marion Brasch
Marion Brasch
Claudia Schreiber
Claudia Schreiber
Gert Heidenreich
Gert Heidenreich
Nino Haratischwili
Nino Haratischwili
Bov Bjerg
Bov Bjerg
Felicitas Hoppe
Felicitas Hoppe
Abbas Khider
Abbas Khider
oops.. Jack Sparrow war auch da ;-)
oops.. Jack Sparrow war auch da 😉
Johanna Adorján und Luzia Braun auf dem Blauen Sofa
Johanna Adorján und Luzia Braun auf dem Blauen Sofa
Joanna Bator
Joanna Bator
Don Winslow
Don Winslow
Juli Zeh
Juli Zeh

Quelle Fotos: Lesekreis

Am 24. März 2018 besprechen wir im Lesekreis Eine allgemeine Theorie des Vergessens von José Eduardo Agualusa. Wir treffen uns um 20.30 Uhr bei Gina.

Eine allgemeine Theorie des VergessensKurzbeschreibung

Es ist eine fantastische und doch ganz und gar wahre Geschichte: Am Vorabend der angolanischen Revolution mauert sich Ludovica, nachdem sie einen Einbrecher in Notwehr erschossen und auf der Dachterrasse begraben hat, für dreißig Jahre in ihrer Wohnung in einem Hochhaus in Luanda ein. Sie lebt von Gemüse, gefangenen Tauben und von einer Hühnerzucht, die sie auf der Dachterrasse wie durch Zauber beginnt, und bekritzelt die Wände in ihrer ausgedehnten Wohnung mit Tagebuchnotaten und Gedichten. Allmählich setzt sich aus Stimmen, Radioschnipseln und flüchtigen Eindrücken zusammen, was im Land geschieht. In den Jahrzehnten, die Ludovica verborgen verbringt, kreuzen sich die Wege von Opfern und Tätern, den Beteiligten an der Revolution, ihren Profiteuren und Feinden. Bis sie alle eines Tages erneut vor der Mauer in dem wieder glanzvollen Apartmenthaus stehen.

José Eduardo Agualusa hat mit seinem wunderbaren, dicht und spannend gewobenen Roman, der das Fantastische der Wirklichkeit und eine Art höhere Gerechtigkeit beschwört, unvergessliche Szenen geschaffen, tragisch, komisch, grotesk. Dieser Roman feiert die Kunst des Erzählens selbst.

Die gebundene Ausgabe umfasst 197 Seiten. Sie erschien im Juli 2017 bei C.H.Beck.

Über den Autor
José Eduardo Agualusa, 1960 in Huambo/Angola geboren, studierte Agrarwissenschaft und Forstwirtschaft in Lissabon.

Seine Gedichte, Erzählungen und Romane wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, für seinen Roman „Ein Stein unter Wasser“ (1999) erhielt er den Grande Prémio de Literatura da RTP. Auf Deutsch erschienen die Romane „Die Frauen meines Vaters“, „Barroco Tropical“ und „Das Lachen des Geckos“, für den er 2007 den britischen Independent Foreign Fiction Prize erhielt. „Eine allgemeine Theorie des Vergessens“ stand auf der Shortlist des Man Booker International Prize 2016.

Agualusa lebt als Schriftsteller und Journalist in Portugal, Angola und Brasilien.