Matt Rees liest heute aus Der Verräter von Bethlehem

Im Rahmen des Münchner Krimifestivals liest Matt Rees heute um 20.30 Uhr in der Münchner Buchhandlung Lehmkuhl aus seinem Krimidebüt Der Verräter von Bethlehem.
Moderation: Martin Hielscher, Programmleiter Literatur C.H. Beck
Lesung aus der dt. Übersetzung: Stefan Murr, Schauspieler
Lesung (englisch/deutsch) – Eintritt: 6 Euro

Über den Autor
Matt Beynon Rees wurde in South Wales geboren. Bis vor kurzem war er der Jerusalemer Bürochef für die „Time“, für die er weiterhin schreibt. Er spricht u. a. Arabisch und Hebräisch und ist der Autor von „Cain’s Field: Faith, Fratricide, and Fear in the Middle East“. „Der Verräter von Bethlehem“ ist sein erster Roman. Matt Rees lebt in Jerusalem.

Kurzbeschreibung
Omar Jussuf ist Geschichtslehrer für muslimische und christliche Kinder in Bethlehem, ein aufgeklärter, aber auch streitbarer Mann, den seine Vorgesetzten lieber heute als morgen im Ruhestand sehen möchten. Die christliche Minderheit schmilzt immer mehr zusammen, und gerade als Omar Jussuf sich dazu durchgerungen hat, mehr Abstand von der Schule zu gewinnen, wird einer seiner ehemaligen Lieblingsschüler verhaftet. George Saba, ein Christ, soll als Kollaborateur an einem Attentat auf einen führenden palästinensischen Widerstandskämpfer beteiligt gewesen sein. Jussuf kann nicht glauben, daß Saba „der Verräter von Bethlehem“ sein soll. Als niemand das geringste Interesse daran zeigt, die Wahrheit ans Licht zu bringen, beginnt der Lehrer auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei ist er alles andere als ein Held, ihn plagen Rückenschmerzen, ihm zittern die Hände, und besonders waghalsig war er noch nie. Die Morde aber gehen weiter, und Jussuf kämpft mit aller Kraft, damit kein Unschuldiger verurteilt wird. Vor einem politisch brisanten Hintergrund entspinnt Matt Beynon Rees eine tragische Geschichte, die uns am palästinensischen Alltag teilhaben läßt. Besatzung, Korruption und Selbstmordattentate zwischen bewaffneten Banden sind hier Normalität.

Der Verlag über das Buch
Rees verbindet in seinem literarischen Debüt einen packenden Kriminalfall mit der Schilderung des Lebens in Bethlehem und stellt mit Omar Jussuf den ersten palästinensischen Ermittler in der Literatur vor. „Der Verräter von Bethlehem“ wurde in viele Länder verkauft und mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Omar Jussufs erster Fall, dem noch weitere folgen werden, ist ein Roman über den Kampf um Menschlichkeit in einer von Gewalt bedrohten Welt.

1966 verboten: Mephisto von Klaus Mann

Mephisto von Klaus Mann

Mephisto erschien 1936 im Amsterdamer Exilverlag Querido und wurde 1956 erstmals in Deutschland im Ostberliner Aufbau-Verlag verlegt. 1966 wurde seine Verbreitung in der BRD gerichtlich verboten, 1981 erschien trotz des Verbots eine Neuausgabe. Der Roman wurde zu einem Kultbuch: eine exemplarische Geschichte über Anpassung und Widerstand, Karrieredenken und künstlerische Moral.

Erzählt wird die Geschichte des Schauspielers Hendrik Höfgen von 1926 an im Hamburger Künstlertheater bis zum Jahre 1936, als dieser es zum gefeierten Star des sogenannten Neuen Reiches gebracht hatte. Höfgen, der sich erst spät während der Zeit des Nationalsozialismus mit den Machthabern arrangierte und so zum Intendanten am Berliner Staatstheater ernannt wurde, flüchtete jedoch zunächst vor seinen zukünftigen Freunden nach Paris, da er Angst vor einer Verfolgung aufgrund seiner kultur-bolschewistischen Vergangenheit hatte. Ab diesem Zeitpunkt stellte Höfgen fest, dass er bereits einen Teil seiner „echten†œ Freunde wie seine Frau Barbara Bruckner und Frau von Herzfeld verloren hatte. Jedoch konnte er, zurück in Berlin, Lotte Lindenthal für sich gewinnen, die Frau des Fliegergenerals. Dieser hielt selbst große Stücke auf seinen Höfgen, seinen Spielball. Als leidenschaftlicher Schauspieler, dem die Rolle des Mephisto in Goethes Faust I wie auf den Leib geschnitten ist, erkannte der Opportunist Höfgen erst viel zu spät, dass er tatsächlich einen Pakt mit dem Teufel – dem Mephistopheles – geschlossen hatte. Er war zu einem „Affen der Macht“ geworden, ein „Clown zur Zerstreuung der Mörder„. Er verlor die humanen Werte und teilte die Auffassungen des Regimes. Er ging sogar so weit, die Verhaftung seiner Geliebten anzustiften, der „Schwarzen Venus†œ, mit der er Sadomaso-Praktiken ausübte.

Klaus Mann bezog sich in seiner Darstellung auf den Schauspieler Gustaf Gründgens und dessen Karriere. Nach Gründgens Tod klagte sein Stiefsohn gegen die Publikation des Romans †“ und Mephisto wurde 1966 verboten. Der Persönlichkeitsschutz des verstorbenen Gründgens erschien den Richtern wichtiger als die Kunstfreiheit Manns. Erst 1981 durfte das Buch wieder erscheinen.

Klaus Mann wurde am 18. November 1906 als zweites Kind und ältester Sohn von Thomas Mann und seiner Ehefrau Katia in großbürgerlichen Verhältnissen in München geboren.
Die Beziehung zu seinem distanziert wirkenden Vater war stets ambivalent. Früh beklagte er in seinem Tagebuch „Z.†™s [Thomas Manns] völlige Kälte, mir gegenüber.“
Thomas Mann, der in der Familie „Zauberer†œ genannt wurde, formulierte jedoch kurz nach dem Tode von Klaus: „Wie viele Raschheiten und Leichtigkeiten seinem Werk abträglich sein mögen, ich glaube ernstlich, daß er zu den Begabtesten seiner Generation gehörte, vielleicht der Allerbegabteste war.“

Er begann seine literarische Laufbahn als „enfant terrible“ in der Zeit der Weimarer Republik, da er unter anderem Themen literarisch verarbeitete, die zur damaligen Zeit als Tabubruch galten. Als Gegner des Nationalsozialismus und Exilant wurde er 1943 US-amerikanischer Staatsbürger.
Am 21. Mai 1949 starb er nach einer Überdosis Schlaftabletten in Cannes. Tags zuvor hatte er noch Briefe an Hermann Kesten und an seine Mutter und Schwester geschrieben, in denen er von Schreibschwierigkeiten, Geldproblemen und deprimierendem Regenwetter berichtete
Die Neuentdeckung seines Werkes fand erst spät nach seinem Tod statt. Klaus Mann gilt heute als einer der wichtigsten Repräsentanten der deutschsprachigen Literatur und insbesondere der Exilliteratur nach 1933.

Juni 2008: Die Pest von Albert Camus

Treffpunkt: 06. Juni 2008 um 21 Uhr bei hoffentlich schönem Wetter im Garten der M & M´s

Ganz knapp, mit nur einer Stimme mehr, haben wir uns für Die Pest von Albert Camus und somit gegen den von Gabriele vorgeschlagenen Roman von Michael Kumpfmüller Nachricht an alle entschieden.

Albert Camus, geboren am 7. November 1913 in Mondovi, Algerien, gestorben am 4. Januar 1960 nahe Villeblevin, Yonne, (Frankreich) war ein französischer Philosoph und Schriftsteller. 1957 erhielt er für sein erzählerisches, dramaturgisches, philosophisches und publizistisches Gesamtwerk den Nobelpreis für Literatur. Er ist einer der bekanntesten französischen Autoren des 20. Jahrhunderts.

Mit Romanen, Essays und Dramen profilierte sich der philosophische Dichter Albert Camus als eine der literarisch und moralisch gewichtigsten Stimmen Frankreichs. Grundlage seines Werks ist die Philosophie des Absurden, die auf der Erkenntnis der Sinnlosigkeit menschlicher Existenz beruht. In seinem Werk fordert Camus, dass der Mensch sein absurdes Dasein bewusst annehme und eigene ethische Prinzipien dem moralischen Nihilismus entgegensetze.

Camus wuchs in einem Arbeiterviertel in Algier als Halbwaise auf. Nach dem Abitur studierte er Philosophie und arbeitete als Schauspieler, Dramatiker, Schriftsteller und Journalist, u.a. für die Zeitung Alger républicain. Während des Zweiten Weltkriegs engagierte er sich in der Résistance. 1943 trat er als Lektor ins Verlagshaus Gallimard ein. Die zunächst enge Beziehung zu Jean-Paul Sartre und den Existenzialisten scheiterte nach heftiger Kontroverse um Camus‘ Essay Der Mensch in der Revolte. 1957 wurde ihm der Literaturnobelpreis verliehen. Drei Jahre später verunglückte er tödlich im Auto seines Verlegers Gallimard.

Kurzbeschreibung
Der 1947 erschienene Klassiker „Die Pest†œ schildert die Agonie der Stadt Oran. Im zeitgenössischen Kontext kann man die Pest als Metapher für den Nationalsozialismus, etwas weiter gefasst als Sinnbild für Unmenschlichkeit und Schrecken sehen. Mit seinem allegorischen Charakter schildert der Roman nüchtern, im chronikartigen Bericht den Verlauf der Seuche: ihre „Gerechtigkeit†œ, ihr Arbeiten, das einer „endlosen Tretmühle†œ gleicht, und das gänzliche Fehlen von Helden und glänzenden Taten.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht der Arzt Bernard Rieux: Schon zu Beginn, als noch niemand in der Stadt auch nur an die Pest denkt, steht seine Diagnose fest: Den dahingerafften Ratten werden die Menschen folgen! Doch bis die Behörden endlich in die Gänge kommen, vergeht kostbare Zeit. Unermüdlich versucht Rieux zu retten. Um den Arzt gruppieren sich der zufällig in der Stadt weilende Journalist Rambert, der anfangs zu seiner Geliebten nach Paris fliehen will, dann aber bleibt, der Jesuitenpater Paneloux und Tarrou. Auch sie setzen alles daran, Menschen zu retten. Dramatischer Höhepunkt der tödlichen Entwicklung ist das sinnlose Sterben eines kleinen Jungen. Sinnlos und absurd ist auch das Sterben des Paters, des Freundes Tarrou und der Ehefrau des Arztes. Kurz vor Ausbruch der Pest war sie in ein Sanatorium außerhalb der Stadt gegangen. Am Ende gibt sich der Verfasser der Chronik als der Arzt Rieux zu erkennen, für den die Pest eine endlose Niederlage war und ist. Denn „der Pestbazillus stirbt niemals aus oder verschwindet …†œ

Deutscher Buchpreis 2008: Verlage reichen 145 Romane ein

Deutscher Buchpreis 2008: Verlage reichen 145 Romane ein

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat gestern Details zum Deutschen Buchpreis 2008 mitgeteilt:

Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses Hamburg, ist Sprecher der Jury für den Deutschen Buchpreis 2008. Das hat die siebenköpfige Jury bestimmt, die jetzt mit ihrer Auswahl für den Deutschen Buchpreis 2008 beginnt. Bis zum Einsendeschluss Ende März wurden 145 deutschsprachige Romane eingereicht. Beteiligt haben sich 71 Verlage aus Deutschland, 13 aus Österreich und 10 aus der Schweiz †“ eine Rekordzahl im vierten Jahr des Deutschen Buchpreises.

Knapp die Hälfte der eingereichten Romane sind Frühjahrstitel (70), 67 Titel werden im Sommer und Herbst erscheinen und 8 Romane stammen aus dem Herbstprogramm 2007. Jeder Verlag konnte sich mit maximal zwei Romanen direkt um die Auszeichnung bewerben. Darüber hinaus haben Verlage die Möglichkeit, bis zu fünf weitere Titel zu empfehlen, die den Bewerbungskriterien entsprechen. Die Juroren können von dieser Liste, die 61 Romane umfasst, zusätzliche Titel anfordern.

Der Jury für den Deutschen Buchpreis 2008 gehören neben Rainer Moritz an: Christoph Bartmann (Leiter der Abteilung Kultur und Information des Goethe-Instituts), Martin Ebel (Kulturredakteur des Tages-Anzeigers, Zürich), Meike Feßmann (freie Kritikerin), Jens Jessen (Feuilletonchef der ZEIT), Manfred Keiper (Inhaber „andere Buchhandlung†œ, Rostock) und Michael Schmitt (Redakteur „Kulturzeit†œ, 3sat).

Die rund 20 Titel umfassende Longlist wird am 20. August 2008 bekannt gegeben. Daraus wählen die Juroren sechs Titel für die Shortlist, die am 17. September 2008 veröffentlicht wird. Am 13. Oktober, dem Abend der Preisverleihung, erfahren die sechs Autoren, an wen von ihnen der Deutsche Buchpreis geht.

Informationen zum Deutschen Buchpreis 2008 können abgerufen werden unter www.deutscher-buchpreis.de.

Frankfurt am Main, 15. April 2008

Das Lächeln der Landrätin – Gabriele Pauli inspiriert Krimiautor

Harry Luck, Chef vom Dienst/Nachrichten bei Focus-Online, seit Juli 2007 stellvertretender Nachrichtenchef, hat sich von Gabriele Pauli inspirieren lassen und einen Krimi mit dem Titel „Das Lächeln der Landrätin“ geschrieben. Erscheinen wird das Buch im Mai diesen Jahres.

Darin gerät die bayerische Landrätin Pia Blum wegen pikanter Fotos in die Schlagzeilen, die den Eindruck nahe legen, die populäre Politikerin habe eine Vergangenheit im Rotlichtmilieu. Parallelen zu den Latexhandschuhfotos von Pauli sind keineswegs zufällig. „Ich erzähle nicht die echte Geschichte von Gabriele Pauli, aber inspiriet hat mich der reale Fall durchaus“, sagt Harry Luck. Als Nachrichtenredakteur bei Focus-Online hat er selbst immer wieder über die vielen überraschenden Wendungen der CSU-Affäre um Pauli berichtet. „Die Geschichte der Fürther Landrätin bietet viel Stoff für Spannungsliteratur, Intrigen, Machtkämpfe, Konflikte und eine Prise Erotik“.

In Lucks Roman bewirbt sich die Landrätin um den Posten der bayerischen Ministerpräsidentin – die echte Pauli hatte um den CSU-Vorsitz gekämpft. Doch während in der Realität spätestens bei Rufmord Schluss war, gibt es im Buch einen echten Mord. „Ein Krimi ohne Mord geht natürlich nicht“, erklärte der Autor seinen Kunstgriff.

Quelle: Süddeutsche Zeitung