Schoßgebete – Charlotte Roches neuer Roman erscheint im August 2011

Im August 2011 erscheint im Piper Verlag der neue Roman von Charlotte Roche unter dem Titel „Schoßgebete„.

„Schoßgebete widmet sich einem unserer letzten Tabus: dem unehelichen Sex. Und der Frage, wie ein Paar es schafft, für immer zusammenzubleiben,“ heißt es auf der Website des Verlags.

Im Februar 2008 spaltete Charlotte Roche mit ihrem Debütroman (2 Mio. verkaufte Exemplare) „Feuchtgebiete“ die deutsche Literaturszene. Einerseits wurde der Roman hochgelobt, andererseits tief verachtet. Während Kritiker wie Denis Scheck sehr negativ über die schriftstellerischen Fähigkeiten der deutschen Moderatorin, Produzentin, Sängerin, Schauspielerin und Sprecherin urteilte (Denis Scheck gehen die Feuchtgebiete am A… vorbei), äußerte sich Roger Willemsen eher positiv über die Thematik (†œFeuchtgebiete ist das begabteste Debüt, das ich als Manuskript je in der Hand gehalten habe†).

Einige Standpunkte des klassischen 1970er-Jahre-Feminismus †“ wie etwa die vollständige Ablehnung von Pornografie †“ hält Roche für überholt und vertritt eher einen sex-positiven Feminismus.

In „Schoßgebete“ scheint Charlotte ihre Standpunkte zu vertiefen und sowohl Debatten über den Inhalt als auch der sofortige Sprung in die Bestsellerlisten sind vorprogrammiert.

Kurzbeschreibung
Am liebsten tagsüber und Fenster zu wegen der Nachbarn. So mag es Elizabeth. Ihr Mann macht die Heizdecken auf dem Bett an, dann kann´s losgehen. Sie fährt sofort mit der Hand rein in Georgs XXL-Yogahose. Und ab hier betrügt sie ihre Männer hassende Mutter, die ihr beibringen wollte, dass Sex etwas Schlechtes sei. Hat aber nicht geklappt, Glück für Elizabeth, Glück für Georg. Aber Sex ist ja nicht alles, es gibt auch noch das Essenkochen für ihre Tochter Betty, und es gibt den Exmann, Bettys Vater. Keine geringe Rolle spielen auch ihre Ängste und ihre schrecklichen Eltern. Wobei diese Themen für Elizabeth seit dem Unfall immer zusammengehören.

„Schoßgebete“ erzählt von Ehe und Familie wie kein Roman zuvor. Radikal offen, selbstbewusst und voller grimmigem Humor ist es die Geschichte einer so unerschrockenen wie verletzlichen jungen Frau.

Über die Autorin
Charlotte Roche, 1978 geboren, war Moderatorin u.a. für VIVA, 3sat und das ZDF und wurde mit dem Grimme-Preis sowie dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. 2008 veröffentlichte sie ihren ersten Roman, „Feuchtgebiete“, der mit seiner radikalen Offenheit eine gesellschaftliche Debatte auslöste und zum erfolgreichsten Buch des Jahres avancierte. Charlotte Roche lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Köln.

E-Book Anteile in den USA steigen auf bis zu 40 Prozent

Das amerikanische Branchenblatt Publisher´s Weekly hat erstmals bei den US-amerikanischen  Jahresbestsellern (Hardcover) aus 2010 auch den Verkauf der E-Books erfasst und veröffentlicht. Bei einzelnen Büchern macht der Anteil der E-Book-Verkäufe bis zu 40 Prozent aus. „The Girl Who Kicked the Hornest´s Nest“ (der 1. Teil der Millennium Trilogie von Stieg Larsson) wurde nach Angabe des Verlags 1,9 Mio. Mal als Printausgabe und zusätzlich 775.000 Mal als E-Book verkauft. John Grishams „The Confession“ ging rund 1,3 Mio. Mal über den Ladentisch und 550.000 Mal als Download übers Internet.

Auch Random House meldete erst in dieser Woche, dass sich der Umsatz mit E-Books im Vergleich zu 2009 inzwischen versiebenfacht hat und mehr als 750.000 deutschsprachige digitale Bücher heruntergeladen wurden.

Quelle: Publisher´s Weekly

750.000 E-Book Downloads bei Random House in 2010

Wie das Börsenblatt heute berichtet, wurden nach Angaben von Random House im letzten Jahr erstmals mehr als 750.000 deutschsprachige E-Books der Verlagsgruppe in Deutschland heruntergeladen. Im Vergleich zu 2009 konnte der Umsatz mit E-Books versiebenfacht werden.

Seit 2008 konnte die Verlagsgruppe, die bereits seit dem Jahr 2000 E-Books in Deutschland anbietet, den Umsatz mit E-Books nach eigenen Angaben um das Hundertfache steigern. Damit verläuft die Entwicklung in Deutschland ähnlich steil wie in den USA, wo der Anteil von E-Books inzwischen 10 Prozent erreicht hat. Diese dynamische Entwicklung, die mit der Einführung des Sony Reader im März 2009 begonnen habe, habe mit der Verfuügbarkeit weiterer Lesegeräte wie dem iPad von Apple oder dem OYO von Thalia im letzten Jahr weiter an Fahrt gewinnen können.

„Mit derzeit knapp 4.000 lieferbaren Titeln bietet die Verlagsgruppe Random House bereits 25 Prozent des lieferbaren Programms als E-Book an. Neuerscheinungen werden in der Regel gleichzeitig zur Printversion auch als E-Book angeboten. Ältere Titel erscheinen sukzessive auch als E-Book; so liegen inzwischen zum Beispiel viele Titel von deutschen Bestsellerautoren wie Sabine Asgodom, Wladimir Kaminer, Richard David Precht, Andrea Schacht oder Ingo Siegner ebenso wie von internationalen Autoren wie Lee Child, Joy Fielding, Frederik Forsyth, Stephen King, Hakan Nesser oder Nora Roberts auch als EBooks vor„, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.

Quelle: Börsenblatt

Leipziger Buchmesse 2011: Ein Rückblick

Mit 163.000 Besuchern verzeichnete die Leipziger Buchmesse vom 17. bis 20. März 2011 einen neuen Rekord. 2150 Aussteller aus 36 Ländern präsentierten an den vier Tagen den Literatur-Fans ihre Neuerscheinungen.

Bereits morgens strömten die Menschen auf das Messegelände.

Betreibern von Literaturblogs, die von der Buchmesse berichten wollen, kann ich nur empfehlen, sich vorab einen Presseausweis zu besorgen. Die Akkreditierung läuft völlig unkompliziert online über die Internetseite der Leipziger Buchmesse, die Ausweise werden pünktlich vor Messebeginn per Post zugeschickt.

Mit dem Presseausweis erhält man den Zugang auf das Messegelände über den Presseeingang und kann zudem noch zeitsparend und kostenlos Gepäck und Garderobe in einem separaten Bereich abgeben. Von dort aus landet man direkt in Halle 3. Die Orientierung fällt nicht schwer. Die Hallen 3 und 5 sind ebenso wie die Hallen 2 und 4  mit der Glashalle, dem Zentrum des Messegeländes, verbunden.

Wer sich im Vorfeld kein eigenes Programm zusammengestellt hat, findet alle Veranstaltungen übersichtlich in einem Heft, das ebenfalls kostenlos an „Fachbesucher“ abgegeben wird. Über einige Highlights der diesjährigen Messe haben wir ja schon berichtet, nachfolgend abschließend noch ein Rückblick.

Die diesjährigen Förderpreise des Adelbert-von-Chamisso-Preises erhielten die russische Schriftstellerin Olga Martynova für ihren Roman „Sogar Papageien überleben uns“ und der deutsche Journalist und Autor Nicol Ljubić für „Meeresstille„. Beide diskutierten am 18.03. mit der deutschen Schriftstellerin, Publizistin und Kulturjournalistin Irene Ferchl am Stand von arte.

Nicol Ljubić trafen wir am 19.03. nochmals bei „FOCUS Ausgezeichnet!“ im Gespräch im Ijoma Mangold.

Zum Thema „Junge deutschsprachige Autoren“ sprach Doris Plöschberger am 19.03. im Berliner Zimmer mit dem frisch gekürten Preisträger des Leipziger Buchpreises 2011 Clemens J. Setz über seinen Roman „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes„. Der junge Autor Clemens J. Setz wirkte noch etwas publikums- und medienscheu und konzentrierte sich fast ausschließlich auf sein preisgekröntes Werk und vermied möglichst den Blick in den übervollen Zuschauerbereich.

Selbstbewusst und extravertiert präsentierte dagegen Wolf Wondratschek am 18.03. sein neues Buch „Das Geschenk“ auf dem blauen Sofa, das wirkungsvoll auf zwei überdimensionalen Büchern platziert war.

Die aparte dänische Schriftstellerin Janne Teller stellte ihren neuen Jugendroman „Krieg: Stell dir vor, er wäre hier“ im Nordischen Forum im Gespräch mit Peter Urban-Halle vor.

„Der Literarische Club“, zu dem Sigrid Löffler (Literaturkritikerin), Thomas Böhm (Sagenhaftes Island), Meike Feßmann (Süddeutsche Zeitung) und Mathias Schreiber (Der Spiegel) gehörten, diskutierte mit der Moderatorin Silke Behl über vier belletristische Neuerscheinungen am 18.03. im ARD Hörbuch-Forum. Sigrid Löffler stellte den neuen Roman von Jonathan Lethem „Chronic City“ vor, Thomas Böhm hatte „Das Gleißen der Nacht“ von Sjón dabei,  Meike Feßmann kam an Arno Geigers „Der alte König in seinem Exil“ nicht vorbei und Mathias Schreiber erklärte „Das große Haus“ von Nicole Krauss zu seiner liebsten Neuerscheinung aus dem Frühjahr 2011 – wobei er damit auf wenig Zustimmung stieß.

Viel Aufmerksamkeit hatte Walter Kohl, als er begleitet von einigen Kamerateams die Bühne des ARD TV-Forums am 19.03. betrat.
„Leben oder gelebt werden: Schritte auf dem Weg zur Versöhnung“ lautet der Titel des Buches von Helmut Kohls ältestem Sohn Walter, das im Januar 2011 auf den Markt kam.

Die nächste Leipziger Buchmesse kommt bestimmt und zwar vom 15. bis 18. März 2012 – und wir sind hoffentlich wieder dabei… 😉

Leipziger Buchmesse 2011: edition fünf

„Leseglück zum Weitertragen“ lautete die Losung am Stand der edition fünf. Gutgelaunt verteilten die Verlegerin Silke Weniger (links im Bild) und die Herausgeberin Karen Nölle (rechts im Bild) hübsche grüne Stofftaschen an Messebesucher, die sich informiert hatten und die Losung wussten.

Gemeinsam in einer Vertriebskooperative mit den unabhängigen Buchverlagen A1 Verlag, Assoziation A, Edition Nautilus und Transit präsentierte die editon fünf ihr Fünferpaket aus dem Herbst 2010.

Fünf bekannte und unbekannte Titel, die allzu schnell vom Markt verschwunden sind oder denen sie mehr Beachtung wünschen, Lieblingsbücher, die unbedingt lieferbar sein sollten: eigensinnige, sinnliche, kluge Bücher, Werke deutscher Autorinnen und deutsche Übersetzungen von Autorinnen aus aller Welt.

Nachdem die ersten fünf Buchtitel im letzten Jahr unter der Prämisse Aufbruch herausgegeben wurden, lautet im kommenden Herbst für die nächsten fünf Titel die Botschaft Wagnis. Gerade in der heutigen Zeit, wo vieles in der Buchbranche im Wandel begriffen ist, ist die Gründung eines eigenen Verlags ein Wagnis. Doch genauso wagemutig wie ihre Heldinnen in den kommenden fünf Büchern, beweisen Silke Weniger, Karen Nölle und Christine Gräbe, dass sie sich trauen.