Lesen! mit Elke Heidenreich – Buchtipps zu Weihnachten am 16.12. auf litColony.de

Ab Dienstag, den 16. Dezember, steht auf dem Literturportal litColony.de eine Weihnachtssondersendung von Lesen! mit Elke Heidenreich online. Elke Heidenreich präsentiert folgende Bücher als Geschenktipp:

Richard David Precht: Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?

Kurzbeschreibung
„Fragen zu stellen ist eine Fähigkeit, die man nie verlernen sollte.“ (Richard David Precht)
Eine faszinierende Reise in die Welt der Philosophie – Richard David Prechts Buch bietet Antworten auf die großen Fragen des Lebens Was ist Wahrheit? Woher weiß ich, wer ich bin? Warum soll ich gut sein? Bücher über Philosophie gibt es viele. Doch Richard David Prechts Buch „Wer bin ich?“ ist anders als alle anderen Einführungen. Niemand zuvor hat den Leser so kenntnisreich und kompetent und zugleich so spielerisch und elegant an die großen philosophischen Fragen des Lebens herangeführt. Ein einzigartiger Pfad durch die schier unüberschaubare Fülle unseres Wissens über den Menschen. Von der Hirnforschung über die Psychologie zur Philosophie bringt Precht uns dabei auf den allerneusten Stand. Wie ein Puzzle setzt sich das erstaunliche Bild zusammen, das die Wissenschaften heute vom Menschen zeichnen. Eine aufregende Entdeckungsreise zu uns selbst: Klug, humorvoll und unterhaltsam! · Eine ebenso kompetente wie spielerische Annäherung an die großen philosophischen Fragen · Ein Buch, das die Lust am Denken weckt!

Hugo Hamilton: Legenden

Kurzbeschreibung

Ein Mann voller Geheimnisse auf der Suche nach der Wahrheit über sich selbst

Zeit seines Lebens fragt sich Gregor Liedmann, ob er der leibliche Sohn seiner Eltern ist oder eine Flüchtlingswaise, an Kindes statt angenommen in den Wirren des Zweiten Weltkriegs. Diese Unsicherheit hat sein Leben geprägt, ihn zum Einzelgänger gemacht, ihn von Frau und Kind fort- und in die Welt hinausgetrieben.
Gregor Liedmann, Musiker in Berlin, ist ein verschlossener Mensch, von vielen Geheimnissen umhüllt. Er sei Jude, heißt es, irgendwo im Osten geboren, ein Findelkind. Der wahre Gregor Liedmann, heißt es, sei im Bombenhagel mit drei Jahren umgekommen. Später, 1968, habe Liedmann mit Steinen geworfen, in einer Kommune gelebt und bald darauf Mara geheiratet, eine anarchistische Künstlerin und seine große Liebe. Und trotzdem habe er sie und den gemeinsamen Sohn Daniel nach ein paar Jahren verlassen. Als Trompeter hätte er Weltkarriere machen können, heißt es, er habe in Kanada und in Irland gelebt, aber nirgendwo lange. So viele Legenden umranken ihn, dass keiner mehr weiß, was wahr und was erfunden ist. Jetzt, mit gut sechzig Jahren, erkennt er, wie wichtig ihm Mara und Daniel sind. An einem Tag im späten September fährt er zur Apfelernte auf ein Landgut südlich von Berlin, wo er die beiden wieder trifft und nach der verschütteten Wahrheit, nach sich selbst, nach seiner großen Liebe sucht.

Siegfried Kracauer: Ginster, Suhrkamp Verlag, vergriffen

Siegfried Kracauer, geboren am 8. Februar 1889 in Frankfurt am Main, gestorben am 26. November 1966 in New York, war ein deutscher Journalist, Publizist, Schriftsteller, Soziologe und Filmwissenschaftler, Begründer der Filmsoziologie.
Zwischen 1907 und 1913 studierte Kracauer in Darmstadt, Berlin und München Architektur, daneben besuchte er Vorlesungen über Philosophie und Soziologie. 1914 promovierte er zum Doktor der Ingenieurswissenschaften mit einer Arbeit über preußische Schmiedekunst und arbeitete als Architekt in Osnabrück, München und Berlin bis 1920.
Von 1922 bis 1933 arbeitete er als leitender Film- und Literaturredakteur in der Feuilleton-Redaktion der Frankfurter Zeitung zunächst in Frankfurt, ab 1930 in Berlin, wo er u. a. mit Walter Benjamin und Ernst Bloch zusammenarbeitete. Zwischen 1923 und 1925 verfasste er einen Essay mit dem Titel Der Detektiv-Roman, in dem er sich mit einem Alltagsphänomen der modernen bürgerlichen Gesellschaft (Rosenberg 1992) beschäftigte.
In der Folgezeit beschäftigte sich Kracauer in Form von kleinen Abhandlungen intensiv mit den Oberflächenerscheinungen des modernen Alltagslebens wie Revue, Zirkus, Sportveranstaltungen, Rummelplätzen, Fotografien, Filmen, Werbung, Stadtlandschaften und Interieurs, Tourismus, Tanz usw. Den theoretischen Hintergrund seiner Methode formulierte Kracauer programmatisch in einem seiner Schlüsselwerke, dem Ornament der Masse (1927). Die Aufsätze zeigen eine starke Beschäftigung mit Max Weber und seinem Lehrer Georg Simmel.
Kracauer korrespondierte u.a. mit dem marxistischen Philosophen Ernst Bloch und begann unter dessen Einfluss, sich ab etwa 1926 für die Schriften Karl Marx‘ zu interessieren, und auch seine eigenen Schriften spiegeln eine zunehmende Kapitalismuskritik.
1928 erscheint, vorerst anonym, sein Roman Ginster. Spätere Ausgaben z. B. im Suhrkamp Verlag 1972 werden unter seinem Namen veröffentlicht. In Ginster beschreibt Kracauer das Leben der gleichnamigen Hauptfigur zur Zeit des 1. Weltkriegs in Deutschland.

1930 veröffentlichte Kracauer sein zweites größeres Werk, den Essay Die Angestellten; er übernimmt die Feuilleton-Redaktion in Berlin und heiratet Lili Ehrenreich. Aufgrund seiner zunehmend kritischen Haltung nehmen die Differenzen mit der Chefredaktion der Frankfurter Zeitung zu. In dieser Zeit nehmen Filmkritiken immer größeren Raum im Schaffen Kracauers ein.

Matthew Johnstone: Mein schwarzer Hund: Wie ich meine Depression an die Leine legte

Kurzbeschreibung
Ein Trost für Betroffene und ein wunderbarer Weg für Angehörige und Freunde, ins Gespräch zu kommen
Ein schwarzer Hund läuft durch dieses Buch, von Seite zu Seite wird er größer, irgendwann ist er riesig, am Ende jedoch sitzt er brav und klein an der Leine: Der schwarze Hund, das ist die Depression, die Matthew Johnstone viele Jahre begleitete. In einer berührenden Bildergeschichte erzählt er davon, wie sie ihn fast umgebracht hätte und wie er es schließlich schaffte,sich Schritt für Schritt wieder von ihr zu befreien. Der schwarze Hund späht um die Ecke. Er legt sich einem auf die Brust und beherrscht die Gedanken. Er sitzt im Kopf und zerfetzt die Erinnerungen. Er lungert daneben, wenn man sich sinnlos betrinkt: Matthew Johnstone findet für den schwer fassbaren Zustand der Depression einfache, zwingende Bilder, die Betroffenen, deren Angehörigen und Freunden helfen können: Sich nicht alleine damit zu fühlen, sich mitteilen zu können, Verständnis zu entwickeln, miteinander darüber ins Gespräch zu kommen und nie die Hoffnung zu verlieren.

Donald Friedman: Und ich mischte die Farben und vergaß die Welt

Kurzbeschreibung
Viele Schriftsteller Männer wie Frauen hätten auch Anerkennung als Maler oder Musiker verdient, so begabt waren sie auf mehreren Gebieten. Für manche von ihnen gehörte das Malen von Anfang an dazu, andere entdeckten ihre Leidenschaft erst später im Leben. Wie viele schreibende Dichter Bilder von tiefer Ausdruckskraft und größtem Können hinterlassen haben, ist weitgehend unbekannt. Dieses Buch, das über 150 Gemälde und Zeichnungen berühmter Schriftsteller zeigt, füllt diese Lücke und präsentiert Kunstwerke von Goethe, Baudelaire, Stifter, Dostojewski,Grillparzer, den Brontës, Proust, Strindberg, Dürrenmatt, Lorca, Ionesco, Dylan Thomas, Grass, Sylvia Plath, Patricia Highsmith u.v.a.

Loriot: Gesammelte Werke und Gesammelte Bildergeschichten in Kassette

Kurzbeschreibung
„Wer glaubt, Humor bestehe darin, sich über andere Leute lustig zu machen, hat den Humor nicht verstanden. Um komisch zu sein, muss man vor allem sich selbst zur Disposition stellen.“ Loriot
Über den Autor
Loriot, eigentlich Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow, kurz Vicco von Bülow, wurde am 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel geboren. Sein Vater ist preußischer Offizier, seine Mutter starb früh. Von Bülow wuchs bei Großmutter und Urgroßmutter in Berlin auf, bis die Familie 1938 nach Stuttgart zog. Dort besuchte er ein humanistisches Gymnasium, das er 1941 mit Notabitur verließ.
Er begann in der Familientradition eine Offizierslaufbahn, es folgte ein dreijähriger Militäreinsatz an der Ostfront in Russland. Nach dem Krieg arbeitete er kurzzeitig als Holzfäller in Niedersachsen, 1946 legte er das Abitur ab. Von 1947 bis 1949 studierte er Malerei und Grafik an der Kunstakademie (Landeskunstschule) in Hamburg. Nach dem Abschluss legte er erste Arbeiten als Werbegrafiker vor und erfand das charakteristische „Knollennasenmännchen“.
Ab 1950 war von Bülow als Cartoonist zunächst für das Hamburger Magazin „Die Straße“, im Anschluss für den „Stern“ tätig. Seit dieser Zeit verwendet er den Künstlernamen Loriot, die französische Bezeichnung des Pirols, des Wappentiers der von Bülows. Es folgten weitere Arbeiten für „Weltbild“ und „Quick“.
1967 wechselte Loriot das Medium: Er moderierte zunächst die Fernsehsendung „Cartoon“, die er auch als Autor und Co-Regis

Lois H. Gresh und Robert Weinberg: Die Wissenschaft bei James Bond

Kurzbeschreibung
Tödliche Armbanduhren, unsichtbare Autos, Atombomben vor Miami: In James Bond Filmen ist schon was geboten. Oft phantastisch, gelegentlich seiner Zeit voraus und manchmal erschreckend realistisch bringen Schurken und Helden die Welt seit 1962 zum Schmunzeln und Grübeln. Was ist dran an den Erfindungen von Q und Konsorten? Welche technischen Spielereien gibt es wirklich, was würde passieren, wenn der eine oder andere Schurke seine Pläne verwirklichen könnte. Diesen Fragen und vielem mehr gehen Lois H. Gresh und Robert Weinberg nach und geben Ihnen so nicht nur einen Überblick über die Bond-Reihe, sondern auch über den Stand der Wissenschaft in einigen Gebieten.
Über den Autor
Lois H. Gresh ist Pressesprecher der naturwissenschafltichen Fakultät der Universität von Rochester, Robert Weinberg hat über 20 Bücher und Dutzende Kurzgeschichten verfasst. Zusammen haben Sie viele populärwissenschaftliche Bücher veröffentlicht.

Quelle: Börsenblatt

Tukan-Preisträgerin Christine Wunnicke liest am 11.12. aus Serenity im Literaturhaus

Der Tukan Preis 2008 wird am Donnerstag, den 11.12.2008, um 20 Uhr, an Christine Wunnicke im Literaturhaus München verliehen. Die Begrüßung und Preisverleihung übernimmt die Bürgermeisterin Christine Strobl, Grußworte spricht Dr. Hans-Dieter Beck.

Die Stadt München verleiht jährlich den mit 6.000.- Euro dotierten Tukan-Preis für die formal und inhaltlich am besten gelungene belletristische Neuerscheinung eines Münchner Autors/einer Münchner Autorin.
In diesem Jahr erhält Christine Wunnicke den Preis für ihren Roman Serenity. Laut Jury sei es Wunnicke in ihrem Roman gelungen, die Welt von Jean Paul und Schopenhauer mit dem Internet-Zeitalter zu verbinden.

Das indignierte Kopfschütteln sauertöpfischer Kulturkritiker über die Absurditäten intimster Internet-Kommunikation löst Christine Wunnickes Roman abgründige Groteske auf in ein philosophisches Lachen, bei dem auch ein gewisser Heidegger nicht ungeschoren davonkommt.

Die Geschichte des Philosophen Dr. Varendorf, der das Nichts suchte und das Internet fand; der Hilfskraft Urs, die gerne Computer und anderes baute; und eines Mädchens, das sich Serenity nannte und arg jung starb. Eine Cyber-Moritat.

Kurzbeschreibung
Was widerfährt einem verschrobenen Bibliotheksdirektor und philosophischen Dauer-Habilitanden, wenn ihn seine freakige Hilfskraft plötzlich an die Unergründlichkeit des Internets andockt? Christine Wunnicke bringt ihn fast um den Verstand. Ihr Held gerät beim Chatten nicht in eine Runde von Schopenhauer-Spezialisten, die sich über die „Welt als Wille und Vorstellung“ austauschen, sondern an eine amerikanische Teenager-Bande. Der Bücherwurm mutiert vom Beobachter auf beklemmende Weise immer mehr zum Sekretär eins Gespenstes, und damit sind virtuelle und höchst reale Verwicklungen programmiert, die einen Philosophen glatt ins Irrenhaus bringen können …

[…]Varendorf spuckte einen Mundvoll Malventee in die kleine tote Hydrokultur auf dem Fensterbrett der Männeraufnahmestation des Bezirkskrankenhauses Haar.
„Verzeihung, Urs. Man verlernt hier die Sitte. Was für ein schlimmer Tee. Möchten Sie noch? Und wenn Sie schon einmal hier sind, eine Frage: Erzeugt das Internet, ich meine, ist es technisch möglich, dass das Internet, ich meine, theoretisch, wäre es möglich … Sagen Sie, Urs, erzeugt das Internet bisweilen, erzeugt es nicht nur Viren und Viagrawerbung, erzeugt es manchmal, selbsttätig, meine ich, erzeugt dieses Internet …“
„… Leute?“, hauchte Urs.[…]

Über die Autorin
Christine Wunnicke, Jahrgang 1966, schrieb zahlreiche Radiofeatures und Hörspiele. Sie hat drei Romane veröffentlicht, Fortescues Fabrik (1998), Jetlag (1999) und Die Kunst der Bestimmung (2003) und ist Übersetzerin und Herausgeberin der ersten deutschen Ausgabe des englischen Dichters John Wilmot, Earl of Rochester. Für ihre Biographie des Kastratensängers Filippo Balatri (2001) erhielt sie den Bayerischen Staatsförderpreis für Literatur.

Veranstalter: Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Stiftung Literaturhaus, Tukan Kreis e.V.
Eintritt: frei

Quellen: Christine Wunnicke, Osburg Verlag

Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen – Bücher zum Film

Der Filmstart von Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen (15. Januar 2009) rückt näher, doch zuvor gibt es gleich zwei Bücher zum Film.

Bella und Edward
Bis(s) zum Morgengrauen
Filmausgabe

Am 01.01.2009 erscheint das Taschenbuch zum Film mit Bella und Edward auf dem Cover und vielen farbigen Filmbildern.  Verfasst von Stephenie Meyer in einer Übersetzung von Karsten Kredel erscheint es im Carlsen Verlag. Es kostet 9,95 Euro, umfasst 528 Seiten (!) und wird ab 14 Jahren empfohlen. Für alle Kinofans ein Must-have ist das offizielle Buch zum Film mit Informationen zum Making of, Interviews, allem über die Schauspieler und zahlreichen Bildern im Großformat.

Mit Romantik oder gar Leidenschaft hätte Bella ihren Umzug nach Forks, einer langweiligen, ständig verregneten Kleinstadt in Washington State, kaum in Verbindung gebracht. Bis sie den geheimnisvollen und attraktiven Edward kennenlernt. Er fasziniert sie, obwohl irgendetwas mit ihm nicht zu stimmen scheint. So gut aussehend und stark wie er kann kein gewöhnlicher Mensch sein. Aber was ist er dann?
Die Geschichte einer verbotenen Liebe, einer Liebe gegen alle Vernunft.

Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen
Das offizielle Buch zum Film

Am 08. Januar 2009 erscheint das offizielle Buch zum Film von Mark Cotta Vaz in einer Übersetzung von Annette von der Weppen ebenfalls im Carlsen Verlag. Es umfasst 144 Seiten ist broschiert und kostet 12,90 Euro. Es wird ebenfalls ab 14 empfohlen.

Wie sahen die Dreharbeiten wirklich aus? Voller Hintergrundinformationen zu Schauspielern, Filmemachern, Locations, Ausstattern? ein Muss für alle Twilight-Fans!
Mit zahlreichen Filmfotos und Originalstimmen der Crew.

Quelle: Carlsen Verlag

Der Tod hat 24 Türchen: Ein mörderischer Adventskalender von Jan Seghers

Der Tod hat 24 Türchen: Ein mörderischer Adventskalender von Jan Seghers

Besinnliche Vorweihnachtszeit? Von wegen! Hinter diesen Kalendertüren verbergen sich 24 Kurzkrimis, die das Warten auf Heiligabend wirklich spannend werden lassen…

Zum Buch beigetragen haben beliebte deutschsprachige Krimiautoren wie Friedrich Ani, Oliver Bottini, Petra Oelker, Gisa Klönne und Jan Costin Wagner. Anders als bei einem konventionellen Adventskalender, bei dem es zumindest den Kindern verboten ist, die Türchen nicht in chronologischer Reihenfolge zu öffnen, lässt Seghers freie Hand: Man kann an jedem Tag in der Vorweihnachtszeit eine beliebige Geschichte lesen, ob nacheinander oder auch einfach durcheinander, ganz egal.

In der Krimi-Anthologie ist die alljährliche Beschaulichkeit nur Kulisse für 24 Kurzkrimis, die es in sich haben. Angeblich gute Freunde zeigen ihr wahres Gesicht, Christbaumverkäufer munitionieren sich für ein Wettrüsten und Ehefrauen, die von ihren Männern für dumm verkauft werden, nehmen mit Festtags-Elan Rache †“ so mischt sich schon mal Tannengrün mit Blutrot. Und weil auch Profikiller Heiligabend feiern, gerät für manch einen die stille Nacht zur ewigen Ruhe.

Über den Autor
Jan Seghers, alias Matthias Altenburg, wurde 1958 geboren. Er ist Schriftsteller, Reporter, Kritiker und Essayist und lebt in Frankfurt am Main. 2008 erhielt Jan Seghers den Literaturpreis der Stadt Offenbach.

Quelle: Spiegel Online

Februar 2009: Wüste von Jean-Marie Gustave Le Clézio

Am 07. Februar 2009 besprechen wir den Roman Wüste von dem Literaturnobelpreisträger 2008 Jean-Marie Gustave Le Clézio.

Jean-Marie Gustave Le Clézio, seltener LeClézio, geboren am 13. April 1940 in Nizza, ist ein französischer Schriftsteller.

Sein Vater stammt von der Insel Mauritius, die einst französische und britische Kolonie war. Im Alter von acht Jahren zog Le Clézio zusammen mit der Familie nach Nigeria, wo der Vater während des Zweiten Weltkriegs als Arzt arbeitete. Le Clézio wuchs zweisprachig, englisch und französisch auf. Im Jahr 1950 kehrte die Familie nach Nizza zurück.

Le Clézio studierte am Collège littéraire universitaire in Nizza und promovierte in Literaturwissenschaften. Er hat unter anderem an den Universitäten Bangkok, Mexiko City, Boston, Austin und Albuquerque gelehrt.

Bekannt wurde Le Clézio mit dem Erscheinen von Das Protokoll (Procès-verbal), für das er im Jahr 1963 den Prix Renaudot bekam, nachdem das Buch bereits für den Prix Goncourt nominiert gewesen war.

Seitdem sind über dreißig Bücher von Le Clézio erschienen, darunter Erzählungen, Romane, Essays, Novellen und zwei Übersetzungen indischer Mythologie. 1980 erhielt er für Wüste (Désert) den von der Académie Française ausgeschriebenen Prix Paul-Morand.

In seinen Buch †œDer Afrikaner†œ, das im vergangenen Jahr auf deutsch übersetzt wurde, schildert Le Clézio seinen Vater, den afrikanischen Kontinent sowie seine eigene Kindheit. Demnächst erscheint in Frankreich Le Clézios neustes Werk †œRitournelle de la faim†œ.
Wüste von Jean-Marie Gustave Le Clézio

Kurzbeschreibung
Nach dem Tode ihrer Mutter lebt die junge Marokkanerin Lalla in der Obhut einer Tante in den Slums einer Stadt am Meer. Ihre Zeit verbringt Lalla am Strand oder am Rande der Wüste, beobachtet dort Tiere und Pflanzen. Der stumme Hirte Hartani ist ihr Gefährte und Vertrauter. Immer wieder träumt Lalla von den blauen Männern, dem Nomadenvolk der Tuareg, mit deren Geschichten und Legenden sie groß geworden ist. Als die 17jährige mit einem ungeliebten Mann verheiratet werden soll, flieht sie nach Marseille und arbeitet in einem billigen Hotel. Das Elend der nordafrikanischen Einwanderer, die Armut, in der sie leben, die Brutalität der Großstadt machen Lalla immer bewusster, dass sie ein Kind der Wüste ist, nur dort leben kann. Auch als sie von einem Fotografen entdeckt wird, der, fasziniert von der dunklen Schönheit des Mädchens, ihre Bilder auf den Titelseiten der großen Illustrierten veröffentlicht, will sie nicht in Marseille bleiben. Sie kehrt in ihr Land zurück, wo sie sich den blauen Männern, ihren Vorfahren, näher fühlt. Dort bringt sie das Kind zur Welt, das sie von Hartani erwartet.
J.M.G. Le Clézio hat in seinem Roman die Schönheit der Wüste Sahara mit der »Wüste« Marseille kontrastiert, auf kunstvolle Weise die Geschichte der Tuareg mit der Lallas verknüpft. Das Buch nimmt gefangen durch die Ursprünglichkeit Lallas, die wilde Fremdartigkeit der Tuareg, verzaubernde Naturbeschreibungen und eine ungewöhnlich poetische Sprache.

Warum ich schreibe – Le Clézios Dankesrede zum Literturnobelpreis – FAZ vom 08.12.2008