7 Fragen an Sibylle Berg

Sibylle BergDie Schriftstellerin und Dramatikerin Sibylle Berg wurde 1962 in Weimar geboren. 1984 emigierte sie in die Bundesrepublik Deutschland und arbeitete hier zunächst in vielen verschiedenen Jobs, bevor sie anfing als Werbetexterin und Journalistin für Zeitschriften und Magazine zu schreiben. Ihr erster Roman „Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot“ erschien 1997 bei Reclam in Leipzig. Sie gestaltete das Thema zu einem Bühnenwerk um und wurde damit zu den Mülheimer Theatertagen „Stücke“ im Jahr 2000 eingeladen.

Seit ihrem erfolgreichen Debüt wurden von Sibylle Berg neun weitere Romane veröffentlicht. Zuletzt erschien im Hanser Verlag im Jahr 2012 „Vielen Dank für das Leben„. Zahlreiche Theaterstücke und Hörspiele der Autorin wurden zwischenzeitlich aufgeführt und produziert, unter ihrer Herausgeberschaft erschienen in den Jahren 2006 und 2007 „Und ich dachte, es sei Liebe. Vom Verlassen und Verlassenwerden – Abschiedsbriefe von Frauen“ und „Das war†™s dann wohl†œ. Abschiedsbriefe von Männern“ im Goldmann Verlag.

Sibylle Berg ist eine gefragte und angesehene Autorin für Zeitungen und Zeitschriften wie das Schweizer Magazin, die Zeit, die Neue Zürcher Zeitung und seit Januar 2011 für die Kolummne „S.P.O.N. †“ Fragen Sie Frau Sibylle“ auf Spiegel Online. In ihren Artikeln setzt sie sich u.a. immer wieder kontrovers mit den Themen Gleichberechtigung, Sexismus oder Rassismus auseinander. Sibylle Berg ist verheiratet und lebt in Zürich.
Mehr Informationen über Sibylle Bergen finden sich auf ihrer Homepage, bei Twitter oder Facebook.

7 Fragen an Sibylle Berg

1. Mit wem würden Sie gerne für einen Tag den Platz tauschen?

Mit jemandem, der völlig anders funktioniert als ich. Vielleicht dem amtierenden Schachweltmeister? Ich würde gerne wissen, ob so eine unglaubliche Intelligenz glücklich macht. Ich stelle es mir immer vor.

2. Welche Projekte warten auf ihre Vollendung?

Weltprojekte? Also der Weltfrieden? Oder meine kleinen Projekte?
Die Welt wartet sicher noch auf die Erschaffung einer neuen Spezies – irgendetwas wie Menschen aber mit Verantwortungsbewusstsein, und ich warte jetzt 2 Monate, ob es mir gelingt in Stuttgart gemeinsam mit dem Intendanten Regie eines meiner Stücke zu führen. Also so, dass es mir gefällt.

3. Was bringt Sie so richtig auf die Palme?

Zeitunglesen, Fernsehn schauen, Rassimus, Sexismus, das übliche, was eigentlich jeden verrückt werden lässt?

4. Worauf sind Sie besonders stolz?

Ich kenne das Gefühl nicht. Dass ist nicht bescheiden gemeint, oder kokett, ich kenne es einfach nicht

5. Mit welcher historischen Figur/Person hätten Sie sich gerne zum Essen verabredet?

Ich treffe nicht gern auf Menschen, die mir unbekannt sind. Ich bin zu verklemmt. Also darf ich bitte einen Freund treffen? Oder niemanden?

6. Über welche verpasste Gelegenheit ärgern Sie sich noch heute?

Medizin studiert zu haben, oder Mikrobiologie. Irgendetwas zum Anfassen…

7. Womit haben Sie ihr erstes Geld verdient?

Mit dem Handel antiquarischer Bücher. Da war ich 11.
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Der Lesekreis bedankt sich ganz herzlich bei Sibylle Berg für die Teilnahme an unserem Online-Interview.

Quelle Foto: Lesekreis

März 2013: Der Streik der Bettler oder der menschliche Abfall von Aminata Sow Fall

Am 16. März 2013 besprechen wir im Lesekreis „Der Streik der Bettler oder der menschliche Abfall“ der senegalesischen Schriftstellerin Aminata Sow Fall. Das Buch setzte sich in der Abstimmung gegen „Die Stimmen von Marrakesch“ von Elias Canetti und „Aller Tage Abend“ von Jenny Erpenbeck durch.

Wir treffen zu üblichen Zeit bei Heike und Christian.

Der Streik der BettlerKurzbeschreibung
Mour kennt nur ein Ziel: Er will Vizepräsident werden. Um des persönlichen Erfolges willen ist er zu jedem Kompromiß bereit, andere, aber auch sich selbst zu erniedrigen. Auf der anderen Seite die Frauen, die eigentlichen Sieger: Jede verkörpert einen anderen Typ der afrikanischen Frau, Salla – die Rebellin aus der Unterschicht, Raabi – die aufgeklärte Intellektuelle oder Sine – die moderne junge Frau.

Aminata Sow Fall thematisiert in ihrem Roman die Verfallenheit der afrikanischen Gesellschaft, deren herrschende Schicht nicht in der Lage ist, die eigenen Interessen denen der Gemeinschaft unterzuordnen. „Das Verhalten der Armen im „Streik der Bettler„, ihre Solidarität, ihre Menschlichkeit und ihre Gewaltlosigkeit, verkörpert den Widerstand des alten Afrika gegenüber der Aggressivität der neuen, vom Westen beeinflußten Oberschicht.“ (Peter Schunck)

Aminata Sow Fall_1Über die Autorin
Die senegalesische Schriftstellerin Aminata Sow Fall wurde 1941 in Saint-Louis, Senegal, geboren. Nach mehreren Jahren am Lycée Faidherbe in Saint-Louis schloss sie ihre Schulausbildung am Lycée Van Vo in Dakar ab. Anschließend studierte sie romanische Philologie und Literatur bis zum Abschluss an der Sorbonne. 1963 heiratete sie und kehrte als Lehrerin nach Dakar zurück. Im Rahmen einer nationalen Kommission setzte sich Aminata Sow Fall für die Reform des Französischunterrichts ein.

Von 1979 bis 1988 leitete sie im Kultusministerium die Sprach- und Literaturforschung, sowie Urheberrechte und vertrat das Zentrum für Studien und Kultur. Ihr sind im Wesentlichen die Gründung des Verlagshauses Khoudia, des Centre Africain d’Animation et d’Échanges Culturels zur Unterstützung junger Schriftsteller, der afrikanischen Agentur zur Wahrung der Rechte der Autoren in Dakar und des internationalen Zentrums für Studien, Forschung und Reaktivierung von Literatur, Kunst und Kultur in Saint-Louis zu verdanken. Im Jahr 1985 war sie die erste Präsidentin des Schriftstellerverbandes Senegals.

Diverse Universitäten würdigten ihre Arbeit mit einem Ehrendoktortitel. Inhalte ihrer Werke sind vorrangig das Aufeinandertreffen und der Kontrast zwischen traditioneller und westlicher Kultur und Werten, sowie die gesellschaftlichen Konflikte, die daraus resultieren. Dabei leben sie von der Ironie der Betrachtungsweise und der Sprache. Im Jahr 1980 erhielt sie den Grand Prix littéraire de l’Afrique noire (Großen Literaturpreis Schwarzafrikas) für ihr Werk La Grève des Battu.

Quelle: Wikipedia
Quelle Foto: Wikipedia – may! from New York City, Attribution 2.0 Generic license.

Druckfrisch mit Denis Scheck im Ersten am 27.01.2013 um 23.35 Uhr

Denis Scheck_1Liebe Literaturfreunde,
… was ist lesenswert? Und was sollten wir uns sparen, erklärt uns Denis Scheck am Sonntag, 27. Januar 2013, um 23:35 Uhr im Ersten auf seine einzigartige Weise.

Denis Scheck trifft Hilary Mantel, die in „Falken“ englische Geschichte lebendig werden lässt. Poetisch wird’s mit Gerhard Falkners „Pergamon Poems„. Als Empfehlung dieses Mal: „Das große Hobbit Buch“ in der von Douglas A. Anderson kommentierten Ausgabe.

Die Bücher der Sendung

Falken von Hilary Mantel

FalkenKurzbeschreibung
Erscheinungstermin: 25. Februar 2013 im Dumont Buchverlag
„Sieh meinen Sohn Thomas böse an, und er sticht dir ein Auge aus. Stell ihm ein Bein, und er schneidet es dir ab“, sagt sein Vater über den jungen Cromwell. 35 Jahre später hat Thomas Cromwell die bescheidenen Verhältnisse des Elternhauses hinter sich gelassen. Sein Aufstieg am Hofe von Henry VIII verläuft parallel mit dem von Anne Boleyn, Henrys zweiter Frau, deretwegen dieser mit Rom gebrochen und eine eigene Kirche gegründet hat. Doch Henrys Verhalten hat England ins Abseits manövriert, und Anne konnte ihm keinen Thronfolger gebären. In Wolf Hall verliebt sich der König in die stille Jane Seymour. Cromwell begreift, was auf dem Spiel steht: das Wohl der gesamten Nation. Im Versuch, die erotischen Fallstricke und das Gespinst der Intrigen zu entwirren, muss er eine „Wahrheit“ ans Licht bringen, die Henry befriedigen und seine eigene Karriere sichern wird. Doch weder Minister noch König gehen unbeschadet aus dem blutigen Drama um Annes letzte Tage hervor. Falken ist die kühne Vision einer Tudor-Gesellschaft, deren Schatten bis in unsere Zeit reicht. Und es ist das Werk einer großen Autorin auf der Höhe ihres Könnens.

Pergamon Poems: Gedichte + 5 Clips auf DVD von Constantin Lieb (Herausgeber), Andreas Töpfer (Illustrator), Gerhard Falkner (Autor), Felix von Boehm (Produzent), Mark Anderson (Übersetzer)

Pergamom PoemsKurzbeschreibung
Erscheinungstermin: Juli 2012 bei KOOKbooks
Die griechischen Götter und Giganten waren die Superhelden der Antike. Wie ein monumentaler 3D-Comic erzählt der berühmte Pergamonfries ihre Geschichten. In Marmor gebannte Energie. Diese Energie nimmt Gerhard Falkner in seinem jüngsten Projekt, den Pergamon Poems, mit Verve auf und bringt Bewegung ins Gedicht. Defragmentierung der alten Platten. Pulsierende Reappropriation statt Antikenkitsch. Superhelden revisited. „Alles ist Impuls.“ Impulsgeber für die Pergamon Poems waren auch die Regisseure Constantin Lieb und Felix von Boehm. Im Auftrag der Staatlichen Museen zu Berlin sollten sie Poesie-Clips über den Pergamonaltar erstellen und luden Gerhard Falkner zur Mitwirkung ein. Die bisherigen Reaktionen sind euphorisch. Seit ihrer Veröffentlichung Anfang April 2012 werden die Mini-Filme als ganz neue Form des Poetry-Clips gefeiert. So schreibt Gustav Seibt in der Süddeutschen Zeitung: „Selten sieht man, wie genial sich das älteste Medium der Menschheit, die mündliche Dichtung, mit ihrem jüngsten, dem Videokanal, verbünden kann. Angeblich ist der Pergamon-Altar angeregt durch Verse Homers, die von den Wohnungen der Götter handeln. Gerhard Falkner schlägt diesen Bogen zurück und macht den Berliner Marmorsturm zum Anlass neuer Dichtung: klassischer und gegenwärtiger geht es nicht.“ Neben den Gedichten im deutschen Original umfasst das Buch Übersetzungen ins Englische von Mark Anderson, fotografische Abbildungen sowie die aus fünf der Gedichte entstandenen Clips, eingesprochen von Schauspielern der Berliner Schaubühne, auf DVD.

Das große Hobbit-Buch: Der komplette Text mit Kommentaren und Bildern von Douglas A. Anderson

Das große Hobbit BuchKurzbeschreibung
Erscheinungstermin: 23. April 2012 bei Klett-Cotta
Für Hobbitologen und solche, die es werden wollen: die große kommentierte Ausgabe
Der komplette Text von „Der Hobbit“ mit Hintergründen aus dem Tolkien-Legendarium und reichem Bildmaterial, kommentiert von Tolkien-Forscher Douglas A. Anderson.Der komplette Text von „Der Hobbit“ mit Hintergründen aus dem Tolkien-Legendarium und reichem Bildmaterial, kommentiert von Tolkien-Forscher Douglas A. Anderson.
75 Jahre nach dem ersten Erscheinen des „Hobbit“ liegt Andersons historisch-kritische Ausgabe zum ersten Mal auf Deutsch vor. Ein Meilenstein, der die zahlreichen literarischen Einflüsse der vielschichtigen Erzählung offenlegt, Personen, Schauplätze und Gegenstände erklärt und den visionären Autor gleichsam bei der Arbeit zeigt. Es enthält die Originalkarten und Farbtafeln, den Volltext mit „Die Fahrt zum Erebor“ und vieles mehr.
„Faszinierend … macht aus dem Hobbit ein regelrechtes Tolkien-Handbuch!“ Washington Post
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Die Musik zur Sendung wird wie immer erst nach der Sendung verraten. Denis Scheck kommentiert die Spiegel-Bestseller aus dem Genre „Sachbuch“.

Sende- und Wiederholungstermine: Sonntag, 27.01.13 um 23:30 Uhr, Das Erste und Montag, 28.01.13 um 15:00 Uhr, EinsPlus

Quelle: Druckfrisch

Martin Mosebach erhält den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung 2013

Mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung werden seit 1993 jährlich Autorinnen und Autoren ausgezeichnet, deren Werke der Freiheit ihr Wort geben und sowohl von politisch-gesellschaftlicher Bedeutsamkeit wie auch von ästhetisch-literarischer Qualität zeugen und Orientierungsinstanzen in Zeiten des Wertewandels darstellen.

Der 61-jährige Schriftsteller Martin Mosebach hat in diesem Jahr die Statuten der Konrad-Adenauer-Stiftung zur Vergabe ihres mit 15.000 Euro dotierten Literaturpreises erfüllt.

„Staunen ist der Anfang des Denkens, und Martin Mosebachs Werke sind eine elegante Schule des Selbst-Denkens. Fortschritt und Zeitgeist haben darin durchaus ihren Platz, sofern sie nicht historisch bewährte Grundwerte †“ wie die Verantwortung für die Freiheit des Wortes †“ gefährden. Auf diese Weise gemahnt Mosebach daran, dass der Mensch nicht nur eine politische und ästhetische Existenz hat, sondern auch von Geschichte und Tradition abhängt„, heißt es u.a. in der Urteilsbegründung der Jury.

Der Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung wird ihm am 23. Juni in Weimar verliehen werden.

Quelle: Konrad-Adenauer-Stiftung

Literaturverfilmung: Das finstere Tal von Thomas Willmann als Alpen-Western

Wie die Presseabteilung der X Verleih AG mitteilte, haben am 21. Januar 2013 die Dreharbeiten zu „Das finstere Tal“ begonnen. Bis Mai 2013 wird unter der Regie von Andreas Prochaska die Romanadaption von Thomas Willmanns gleichnamigen Krimi aus dem Jahr 2010 mit Sam Riley, Tobias Moretti, Clemens Schick, Paula Beer und vielen anderen verfilmt. Als Kulisse eines abgeschiedenen Hochtals in den Alpen, Ende des 19. Jahrhunderts, dienen Schauplätze in Südtirol, Salzburg und Bayern.

Das finstere Tal

„Das finstere Tal“ ist der erste Roman von Thomas Willmann. Er wurde 2010 mit dem Stuttgarter Krimipreis für das beste Krimidebüt ausgezeichnet und von der Jury der KrimiWelt-Bestenliste unter die 10 besten Krimis des Jahres 2010 gewählt.

Das finster Tal - BuchcoverZum Inhalt
Erscheinungstermin: 19. Juli 2010 bei Liebeskind
Ein Hochtal im Jahr 1875. Der Pfad dorthin wenig mehr als ein halb verwitterter Fußsteig zwischen Felsen. Dass dort so nah unter dem Himmel jemand lebt, ist unten kaum mehr als eine halb vergessene Legende.

Schon liegt der Geruch von Schnee in der Luft. Ein Fremder reitet auf seinem Pferd, ein schwer beladenes Maultier hinter sich her ziehend, durch die schmale Kluft zwischen den Felswänden in die Hochebene hinein. Auf die geduckt liegenden Höfe zu. Sechs Männer erwarten ihn. Hinter ihnen die wenigen, feindseligen Bewohner des Tals. Der Fremde wird den Winter über im Tal bleiben. Gegen gute Bezahlung.

Die sechs Söhne des Brenner Bauern gestatten es ihm. Sie ahnen nicht, dass er ihr furchtbares Geheimnis kennt. Und das ihres Vaters, des Brenner Bauern, der seit Menschengedenken Herr über das finstere Tal ist. Sie ahnen nicht, dass Greider Vergeltung will. Für alles.

„Das finstere Tal“ ist eine Koproduktion von Allegro Film und X Filme, hergestellt mit Unterstützung vom Österreichisches Filminstitut, ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens, Filmfonds Wien, Filmstandort Austria, BLS Business Location Südtirol, Standort Agentur Salzburg sowie ZDF, FFF Bayern, DFFF, MBB und FFA.

Quelle Foto: © X Verleih AG