April 2017: Cox: oder Der Lauf der Zeit von Christoph Ransmayr

Am 8. April 2017 besprechen wir im Lesekreis Cox: oder Der Lauf der Zeit von Christoph Ransmayr. Wir treffen uns um 20.30 Uhr bei Heike und Christian.

CoxKurzbeschreibung
Ein farbenprächtiger Roman über einen maßlosen Kaiser von China und einen englischen Uhrmacher, über die Vergänglichkeit und das Geheimnis, dass nur das Erzählen über die Zeit triumphieren kann.

Der mächtigste Mann der Welt, Qiánlóng, Kaiser von China, lädt den englischen Automatenbauer und Uhrmacher Alister Cox an seinen Hof. Der Meister aus London soll in der Verbotenen Stadt Uhren bauen, an denen die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Zeiten des Glücks, der Kindheit, der Liebe, auch von Krankheit und Sterben abzulesen sind. Schließlich verlangt Qiánlóng, der gemäß einem seiner zahllosen Titel auch alleiniger Herr über die Zeit ist, eine Uhr zur Messung der Ewigkeit. Cox weiß, dass er diesen ungeheuerlichen Auftrag nicht erfüllen kann, aber verweigert er sich dem Willen des Gottkaisers, droht ihm der Tod. Also macht er sich an die Arbeit.

Über den Autor
Christoph Ransmayr, wurde 1954 in Wels/Oberösterreich geboren und lebt nach Jahren in Irland und auf Reisen wieder in Wien. Neben seinen Romanen „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“, „Die letzte Welt“, „Morbus Kitahara“, „Der fliegende Berg“ und dem „Atlas eines ängstlichen Mannes“ erschienen bisher zehn Spielformen des Erzählens, darunter „Damen & Herren unter Wasser“, „Geständnisse eines Touristen“, „Der Wolfsjäger“ und „Gerede“. Zum Werk Christoph Ransmayrs erschien der Band „Bericht am Feuer“. Für seine Bücher, die in mehr als dreißig Sprachen übersetzt wurden, erhielt er zahlreiche literarische Auszeichnungen, unter anderem die nach Friedrich Hölderlin, Franz Kafka und Bert Brecht benannten Literaturpreise, den Premio Mondello und, gemeinsam mit Salman Rushdie, den Prix Aristeion der Europäischen Union, den Prix du meilleur livre étranger und den Prix Jean Monnet de Littérature Européenne.

Februar 2017: Das Brot der frühen Jahre von Heinrich Böll

Am 18. Februar 2017 besprechen wir im Lesekreis Das Brot der frühen Jahre von Heinrich Böll. Wir treffen uns um 20.30 Uhr bei Gerlinde und Rainer.

Das Brot der frühen JahreKurzbeschreibung
„Ich stellte mich an die Treppe zum Bahnsteig und dachte: blond, zwanzig Jahre, kommt in die Stadt, um Lehrerin zu werden …“

Walter Fendrich, der sich in der Nachkriegszeit planlos und kurzfristig als Banklehrling, Verkäufer und Tischlerlehrling versuchte, erhält eines Tages einen Brief seines Vaters, der ihn bittet, die Tochter eines Kollegen vom Bahnhof abzuholen. Das Zusammentreffen mit der zwanzigjährigen Hedwig, die er zuletzt nur flüchtig als Kind gesehen hatte, wird für Walter zur schicksalhaften Begegnung.

Heinrich Böll gelingt es, kleinbürgerliche Schauplätze, die Atmosphäre der Hungerjahre und der Wirtschaftsblüte im Rahmen einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte mit sparsamen Mitteln souverän zu vergegenwärtigen.

Über den Autor
Als „permanente Fortschreibung“ bezeichnete Heinrich Böll einmal die chronologische Reihenfolge seiner zahlreichen Romane, Erzählungen, Artikel, Essays und Buchbesprechungen. Der Nobelpreisträger für Literatur und Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Köln kam 1917 zur Welt und erlebte den Zweiten Weltkrieg als Soldat. Schrieb Böll erst über den Krieg und dessen Folgen, wie im Antikriegsroman „Wo warst du, Adam?“ (1951), so behandelte er später aktuelle politische und gesellschaftliche Themen. Böll unterstützte den russischen Schriftsteller Solschenizyn sowie den deutschen Liedermacher Wolf Biermann; er engagierte sich in der Friedens- und Anti-Atombewegung. Für „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ (1974) wurde er von der Liga für Menschenrechte ausgezeichnet. Er starb 1985.

Januar 2017: Americanah von Chimamanda Ngozi Adichie

Am 21. Januar 2017 besprechen wir im Lesekreis Americanah von Chimamanda Ngozi Adichie. Wir treffen uns um 20.30 bei Heike und Christian.

AmericanahKurzbeschreibung
Eine einschneidende Liebesgeschichte zwischen drei Kontinenten †“ virtuos und gegenwartsnah erzählt von einer der großen jungen Stimmen der Weltliteratur.

Chimamanda Adichie erzählt von der Liebe zwischen Ifemelu und Obinze, die im Nigeria der neunziger Jahre ihren Lauf nimmt. Dann trennen sich ihre Wege: Die selbstbewusste Ifemelu studiert in Princeton, Obinze strandet als illegaler Einwanderer in London. Nach Jahren stehen sie plötzlich vor einer Entscheidung, die ihr Leben auf den Kopf stellt. Adichie gelingt ein eindringlicher, moderner und hochpolitischer Roman über Identität und Rassismus in unserer globale Welt.

Kurzbeschreibung
Chimamanda Ngozi Adichie ist eine der großen jungen Stimmen der Weltliteratur. Ihr Werk wird in 37 Sprachen übertragen. Für Americanah erhielt sie den Heartland Prize for Fiction und den National Book Critics Circle Award. Ihr Roman Blauer Hibiskus war für den Booker Prize nominiert, Die Hälfte der Sonne erhielt den Orange Prize for Fiction 2007. Mit ihrem TED-Talk We should all be Feminists verankerte die Nigerianerin den Feminismus fest in der Popkultur. Auf Deutsch liegt der Text im FISCHER Taschenbuch vor: Mehr Feminismus! Ein Manifest und vier Stories. Zuletzt erschien im FISCHER Taschenbuch Liebe Ijeawele. Wie unsere Töchter selbstbestimmte Frauen werden. Chimamanda Ngozi Adichie wurde 1977 in Nigeria geboren und lebt heute in Lagos und in den USA.

November 2016: Widerfahrnis von Bodo Kirchhoff

Am 19. November 2016 besprechen wir im Lesekreis Widerfahrnis von Bodo Kirchhoff. Wir treffen uns um 20.30 Uhr bei Elisabeth.

widerfahrnissKurzbeschreibung
Reither, bis vor kurzem Kleinverleger in einer Großstadt, nun in einem idyllischen Tal am Alpenrand, hat in der dortigen Bibliothek ein Buch ohne Titel entdeckt, auf dem Umschlag nur der Name der Autorin, und als ihn das noch beschäftigt, klingelt es abends bei ihm. Und bereits in derselben Nacht beginnt sein Widerfahrnis und führt ihn binnen drei Tagen bis nach Sizilien. Die, die ihn an die Hand nimmt, ist Leonie Palm, zuletzt Besitzerin eines Hutgeschäfts; sie hat ihren Laden geschlossen, weil es der Zeit an Hutgesichtern fehlt, und er seinen Verlag dichtgemacht, weil es zunehmend mehr Schreibende als Lesende gibt. Aber noch stärker verbindet die beiden, dass sie nicht mehr auf die große Liebe vorbereitet zu sein scheinen. Als dann nach drei Tagen im Auto am Mittelmeer das Glück über sie hereinbricht, schließt sich ihnen ein Mädchen an, das kein Wort redet, nur da ist …

Bodo Kirchhoff auf der Frankfurter Buchmesse 2016Kirchhoff erzählt in seiner großartigen Novelle von der Möglichkeit einer Liebe sowie die Parabel von einem doppelten Sturz: in die Liebe, ohne ausreichend lieben zu können, und in das Mitmenschliche, ohne ausreichend gut zu sein. „Aber wo wären wir ohne etwas Selbstüberschätzung„, sagt der Protagonist Reither, um sich Mut zu machen für den ersten Kuss mit Leonie Palm, „jeder wäre nur in seinem Gehäuse, ein Flüchtling vor dem Leben.

Über den Autor
Bodo Kirchhoff, geboren 1948, lebt in Frankfurt am Main und am Gardasee. Zuletzt erschienen in der Frankfurter Verlagsanstalt seine von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeierten Romane „Verlangen und Melancholie“ (2014) sowie „Die Liebe in groben Zügen“ (2012). Seine Novelle „Widerfahrnis“ wurde mit dem Deutschen Buchpreis 2016 ausgezeichnet.

Foto: Lesekreis

7 Fragen an Anja Burkel

Anja Burkel
Anja Burkel

Anja Burkel, Jahrgang 1975, hat als Journalistin unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, die Welt und die Neue Zürcher Zeitung gearbeitet. 2007 erschien ihr Sachbuch „PR für Schulen†œ im Auer-Verlag, 2014 der Altenheim-Roman „Was darf†™s denn sein, junger Mann?†œ bei Ullstein.

Sie studierte Journalistik, Politik und Recht und besuchte die Deutsche Journalistenschule. Mit ihrer Familie lebt sie in England.

7 Fragen an Anja Burkel

1. Mit wem würden Sie gerne für einen Tag den Platz tauschen?

Mit meinem Protagonisten Fred †“ den Alltag im Seniorenheim, ohne gesundheitlich dazu gezwungen zu sein, würde ich gern mal erleben.

2. Welche Projekte warten auf ihre Vollendung?

Ein Roman mit dem Arbeitstitel „Selling the Queen †“ Wir privatisieren die britische Krone†œ. Evtl wird es wieder Jungmanager Fred aus dem Altenheim sein, der diesmal in den Buckingham Palast zieht, um die Monarchie in eine private Holding zu verwandeln.

3. Was bringt Sie so richtig auf die Palme?

Leider vieles †“ allein die Frage regt mich schon wieder auf…

4. Worauf sind Sie besonders stolz?

Dass ich auf dieser Seite etwas sagen darf.

5. Mit welcher historischen Person hätten Sie sich gerne zum Essen verabredet?

Mit vielen †“ aber ich stelle mir solche Treffen immer sehr peinlich vor: Zum Beispiel treffe ich Napoleon, und er ist schockiert über meine schwammigen Geschichtskenntnisse.

6. Über welche verpasste Gelegenheit ärgern Sie sich noch heute?

Am Jahrestag der Metzger hatte ich keine Tupperwaren dabei.

7. Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Meine allerersten 5 Mark habe ich auf einer Bergtour gefunden. Bis heute weiß ich nicht, ob meine Eltern sie da hingelegt hatten †“ als Anreiz zum Weiterwandern.

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Der Lesekreis bedankt sich ganz herzlich bei Anja Burkel für die freundliche Teilnahme an unserem Online-Interview.