Ein Streiflicht über Frankfurter Buchmesse am 10. Oktober 2013

Sehr viele Veranstaltungstermine hatte ich mir in diesem Jahr für Frankfurter Buchmesse am 10. Oktober 2013 vorgenommen, geschafft habe ich tatsächlich eher wenige von meiner Liste. Trotzdem war es ein sehr schöner, kurzweiliger Messetag mit einigen Überraschungen. Nachfolgend ein [Foto]Streiflicht über die Buchmesse von meinem Tag:

Henryk M. Broder_Frankfurter_Buchmesse_2013
Henryk M. Broder / Die letzten Tage Europas. Wie wir eine gute Idee versenken.
Olaf Kühl_Frankfurter_Buchmesse 2013
Olaf Kühl / Der wahre Sohn (Longlist Deutscher Buchpreis 2013)
Frankfurter Buchmesse_Deutscher Buchpreis
Alle nominierten Bücher zum Deutschen Buchpreis 2010 – Frankfurter Buchmesse
Leon de Winter_Frankfurter Buchmesse 2013
Leon de Winter / Ein gutes Herz
Frankfurter Buchmesse 2013_Forum
Brasilien im Forum der Frankfurter Buchmesse 2013
Frankfurter Buchmesse 2013 Forum_1
Brasilien im Forum der Frankfurter Buchmesse 2013
Frankfurter Buchmesse Forum_3
Brasilien im Forum der Frankfurter Buchmesse 2013
Frankfurter Buchmesse 2013 Forum_4
Brasilien im Forum der Frankfurter Buchmesse 2013
Frankfurter Buchmesse Forum_5
Brasilien im Forum der Frankfurter Buchmesse 2013
Frankfurter Buchmesse Forum_6
Brasilien im Forum der Frankfurter Buchmesse 2013
Frankfurter Buchmesse Forum_7
Brasilien im Forum der Frankfurter Buchmesse 2013
Frankfurter Buchmesse Forum_8
Brasilien im Forum der Frankfurter Buchmesse 2013
Open Stage
Open Stage – Frankfurter Buchmesse 2013
Frankfurter Buchmesse Open Stage_1
Open Stage – Frankfurter Buchmesse 2012
Christopher Clark_Frankfurter Buchmesse 2013
Christopher Clark / Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog
Johann Lafer_Frankfurter Buchmesse 2013
Johann Lafer mit einer Kochshow
David Schalko_Frankfurter Buchmesse 2013
David Schalko / nominiert auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis mit „Knoi“
Terézia Mora_Frankfurter Buchmesse 2013
Terézia Mora / Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2013 mit „Das Ungeheuer“
Vorsicht Buch_Frankfurter Buchmesse 2013
Vorsicht Buch!
Ringswandl_Frankfurter Buchmesse 2013
Ringswandl / Das Kind vom Plattenbau: Eine Weihnachtsgeschichte
Hellmuth Karasek_Frankfurter Buchmesse 2013
Hellmuth Karasek / Frauen sind auch nur Männer
Jo Lendle_Frankfurter Buchmesse 2013
Jo Lendle / Was wir Liebe nennen
Boris Becker_Frankfurter Buchmesse 2013
Boris Becker / Das Leben ist kein Spiel
Martin Walser_Frankfurter Buchmesse 2013
Martin Walser / Die Inszenierung
Frankfurter Buchmesse_Logo Brasilien
Forum Brasilien
Frankfurter Buchmesse_Kids Bubble
Kids Bubble
Frankfurter Buchmesse_Messeturm
Messetrum
Frankfurter Buchmesse_Die Bücherdiebin
Die Bücherdiebin im Frühjahr 2014 im Kino
Joachim Radkau_Frankfurter Buchmesse 2013
Joachim Radkau / Theodor Heuss
Andreas Maier_Frankfurter Buchmesse 2013
Andreas Maier / nominiert für den Deutschen Buchpreis 2013 mit „Die Straße“
Anila Wilms_Fankfurter Buchmesse 2013
Anila Wilms / Das albanische Öl oder Mord auf der Straße des Nordens
Sven Hannawald_Frankfurter Buchmesse 2013
Sven Hannawald / Mein Höhenflug, mein Absturz, meine Landung im Leben
Uwe Timm_Frankfurter Buchmesse 2013
Uwe Timm / Vogelweide
Frankfurter Buchmesse_Bücherfrauen
BücherFrauen im Gespräch
Mirko Bonné_Frankfurter Buchmesse 2013
Mirko Bonné / Nie mehr Nacht
Hans Pleschinski_Frankfurter Buchmesse 2013
Hans Pleschinski / Königsallee
Andrea Maria Schenkel_Frankfurter Buchmesse 2013
Andrea Maria Schenkel / Täuscher

Quelle Fotos: Lesekreis

Hochgradig ansteckend: Virenschleuder-Preise 2013 auf Frankfurter Buchmesse vergeben

Virenschleuder-PreisAm 10. Oktober 2013 wurde auf der Frankfurter Buchmesse der diesjährige Virenschleuder-Preis 2013 in den drei Kategorien „Marketing-Maßnahme/-Strategie“, „Marketing-Idee†œ und „Persönlichkeit“ vergeben. Die 2011 von Leander Wattig ins Leben gerufene Auszeichnung für besonders „ansteckende“ Marketingmaßnahmen im Netz wird mittlerweile in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse verliehen.

Bis zum 25. September 2013 konnten Nominierungen eingereicht werden, über die Anzahl der Klicks mit bis zu zehn Sterne Bewertungen wurden die drei Shortlists ermittelt. Eine sechsköpfige Jury (Zoë Beck, Claudia Michalski, Wibke Ladwig, Olaf Kolbrück, Jochen Mai, Frank Krings) wählte die Gewinner in den einzelnen Kategorien nach qualitativen Gesichtspunkten aus.

Gegen 18 Uhr hatten sich zirka 200 Zuschauer unter dem eindrucksvollen riesigen Schirm (30 Meter Durchmesser!) der neuen Veranstaltungsplattform „Open Stage“ auf dem Platz zwischen den Hallen Forum, 3, 4 und 5 versammelt.

Open Stage

Viele der Nominierten machten es sich mit ihren Freunden unter Heizpilzen in zu Verfügung gestellten Decken gewickelt bei Freibier- und Wein unter dem Schirm, der schon gleich seine Zweckmäßigkeit unter Beweis stellte, da es genau zu der Zeit regnete, gemütlich und warteten gespannt auf die Preisvergabe.

Zuschauer Open Stage

Doch bevor es so weit war, demonstrierte der bekannte Moderator, Sänger und Blogger Nilz Bokelberg anschaulich, wie gutes Marketing funktioniert. Dass Bücher schon immer arge Virenschleudern waren, zeigte er anhand von Musikvideos von Kate Bushs Song „Wuthering Heights“ (1978) über Emily Brontës bekannten Bestseller „Sturmhöhe“ bis zu einer modernen Vertonung von Goethes „Erlkönig“ . Vielleicht hätte Nilz Bokelberg das Thema ein wenig verfehlt, wenn er nicht geschickt mehrmals auf seine eigene Neuerscheinung „Endlich gute Musik: Diese Lieder müssen sein„, die im August 2013 im Dumont Verlag erschienen ist, hingewiesen hätte. Bitteschön, es hat funktioniert. 😉

Nilz Bokelberg

Gegen 18.30 Uhr war es dann soweit: Initiator Leander Wattig und Moderatorin Wibke Ladwig betraten die Bühne. Ach, und Wibke trug ihr hübsches Kirschen-Kleid!

Wibke Ladwig und Leander Wattig

In der Kategorie „Persönlichkeiten“ wurde Lars Fischer mit dem Hashtag „#catchthekidney“ für die Schaffung von Aufmerksamkeit für das Thema Organspende ausgezeichnet. Lars twitterte ziemlich unkonventionell über seine geplante Nierentransplantation und stieß damit auf großes Interesse. Viele Menschen setzten sich daraufhin mit dem Thema auseinander und beantragten einen Spenderausweis.

Lars Fischer_1

Ein glücklicher Sieger und ein ziemlich cooler Typ! Wer mehr über Lars erfahren möchte, findet ihn auch auf seinem „Fischblog“ oder unter seinem Twitter-Account

Lars Fischer_2.

In der Kategorie „Marketing-Maßnahme/-Strategie“ machte die brandsatz GmbH das Rennen. Die Agentur für Contentmarketing kurbelte den Verkauf und die Bekanntheit der Graphic Novel „Alisik“ vom Carlsen Verlag über bittersweet.de an, indem sie Blogger dazu aufrief, sich an einem Kreativwettbewerb zu beteiligen und eigene Konzepte zu entwickeln und vorzustellen. Im Gegenzug erhielten die Blogger, die den Auswahlkriterien entsprachen, Aktionspakete mit signiertem Promotionsmaterial, Online-Bannern, Trailern, dem Comic und weiteren aktionsunterstützende Materialien. Die teilnehmenden Blogs wurden von Bittersweet.de mit Social-, Google-Ads und weiterer Online-Media zur weiten Reichweitensteigerung unterstützt. Scheinbar ging das Konzept auf mit 1.000.000 Netto-Reichweite auf.

brandsatz GmbH

Ganz ehrlich – ich war ein wenig enttäuscht, weil ich den beiden Bloggerinnen Christina Mettge und Dagmar Eckhardt, die völlig uneigennützig mit der großartigen Gemeinschaftsaktion zum Welttag des Buches „Blogger schenken Lesefreude“ der Literatur einen Dienst erwiesen haben, ganz fest die Daumen gedrückt hatte. Vermutlich geht´s letztendlich dann doch um Zahlen und Reichweite und nicht um Idealismus und persönlichen Einsatz. Dennoch, herzlichen Glückwunsch an die brandsatz GmbH.

brandsatz GmbH_1

Die beste †œMarketing-Idee† hatte laut Jury der er vor einem Jahr gegründete Frohmann Verlag mit „Der Katersalon als Real-Life-Transmitter des digitalen Verlags“. Hier werden die neuen Formen von Kultur, Kunst und Literatur, die sich mit rasender Geschwindigkeit im Netz und durch das Netz entwickeln, realisiert.

Frohmann Verlag

Gegen 19 Uhr war dann die durchaus gelungene Preisverleihung der Virenschleudern 2013 abgeschlossen. Unbedingt erwähnt werden muss noch die souveräne Leistung des Moderatoren-Duos Wibke Ladwig und Leander Wattig. Wibke sorgte immer wieder für Stimmung, indem sie das Publikum zum Mitmachen aufforderte.

Wibke Ladwig

Die glücklichen Sieger und Siegerinnen zwischen Leander Wattig und Wibke Ladwig.

Virenschleuder-Preis_Sieger

Quelle: Virenschleuder-Preis
Fotos: Lesekreis

Terézia Mora gewinnt Deutschen Buchpreis 2013 für ihren Roman „Das Ungeheuer“

Terézia Mora_Frankfurter Buchmesse 2013Wie soeben bekannt wurde, erhält Terézia Mora den mit 25.000 Euro dotierten Deutschen Buchpreis 2013 für ihren Roman „Das Ungeheuer„. Herzlichen Glückwunsch!

Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus.

Ein schwarzer Strich zieht sich durch den Buchtext von Terézia Moras Roman ,Das Ungeheuer†˜. Er teilt die Geschichte von Darius Kopp und Flora. Sie waren ein Ehepaar, er ein Jedermann, der seine Frau mehr als alles, aber heillos liebte und überfordert war von ihrer Krankheit, ihren Depressionen. Flora hat Selbstmord begangen. Kopp bleibt zurück mit ihrer Asche in einer Urne und einer Datei, in der die Ungarin Flora Tagebuch über ihre Krankheit führte. Er macht sich auf den Weg durch Osteuropa von Ungarn nach Kroatien, nach Albanien und immer weiter bis er schließlich in Griechenland strandet, auf der Suche nach einer Heimat für die Asche und seine Verzweiflung. ,Das Ungeheuer†˜ ist ein stilistisch virtuoser, perspektivenreicher Nekrolog und eine lebendige Road-Novel aus dem heutigen Osteuropa. Das UngeheuerTerézia Mora findet eine radikale Form, der verstorbenen Flora und ihrem Leiden, das sie Darius nicht mitteilen konnte, eine Stimme zu geben. Ihre Tagebuchdatei ist parallel zur Reiseerzählung von Darius unter dem schwarzen Strich zu lesen, ein Mosaik autobiografischer und medizinischer Skizzen zur Depression. Als Schriftstellerin gelingt es Mora, zwei Charaktere, die sich im Leben verfehlten, und zwei Textformen miteinander in Verbindung zu setzen. Terézia Mora vereint hohes literarisches Formbewusstsein mit Einfühlungskraft. ,Das Ungeheuer†˜ ist ein tief bewegender und zeitdiagnostischer Roman†œ, lautet die Begründung der Jury für den besten deutschsprachigen Roman des Jahres.

Kurzbeschreibung
Erscheinungstermin: 2. September 2013 im Luchterhand Literaturverlag (688 Seiten)
„Solche Geschichten gibt’s, zu Hauf. Ingenieur gewesen, Job verloren, Frau verloren, auf der Straße gelandet“: Kein außergewöhnliches Schicksal vielleicht auf den ersten Blick, doch Terézia Moras Romanheld Darius Kopp droht daran zu zerbrechen. Denn Flora, seine Frau, die Liebe seines Lebens, ist nicht einfach nur gestorben, sie hat sich das Leben genommen, und seitdem weiß Darius Kopp nicht mehr, wie er weiter existieren soll. Schließlich setzt er sich in seinen Wagen, reist erst nach Ungarn, wo Flora aufgewachsen ist, und dann einfach immer weiter. Unterwegs liest er in ihrem Tagebuch, das er nach ihrem Tod gefunden hat, und erfährt, wie ungeheuer gefährdet Floras Leben immer war †“ und dass er von alldem nicht das Geringste mitbekommen hatte.

Arbeit und Schlaf, Arbeit, Arbeitsweg und Schlaf. So sah das erfolgreiche Leben von Darius Kopp aus. Bis er eines Tages den Job verlor. Und bis sich bald darauf seine Frau das Leben nahm und ihm zum zweiten Mal in kürzester Zeit der Teppich unter den Füßen weggezogen wurde. Seitdem lebt er apathisch dahin, tötet die Zeit mit stumpfem Fernsehen und Fertigpizzen. Sein Freund Juri versucht Darius zwar wieder zurück in sein altes Leben als IT-Experte zurückzubefördern, doch dieser beschließt, eigene Wege zu gehen. Er wollte doch das geheime Tagebuch seiner Frau lesen, und er muss auch noch ihre Urne beisetzen. Aber wo? In ihrem ungarischen Heimatdorf oder in Budapest oder an den Hängen des Ararat? Und so begibt sich Darius Kopp auf eine lange Reise †“ auf der Suche nach der Wahrheit über seine Frau. Über sich selbst. Und über diese dunkle und ungeheuere Welt.

Foto: Lesekreis

Spiegel-Bestseller Hardcover KW 41/2013

Spiegel-Bestseller Hardcover KW 41/2013

Platz 1 : Erwartung von Jussi Adler-Olsen

Platz 2 : Traumsammler von Khaled Hosseini

Platz 3 : Tabu von Ferdinand von Schirach

Platz 4 : Er ist wieder da: Der Roman von Timur Vermes

Platz 5 : F von Daniel Kehlmann

Platz 6 : Inferno von Dan Brown

Platz 7 : Das Lavendelzimmer von Nina George

Platz 8 : Night School 03. Denn Wahrheit musst du suchen von C. J. Daugherty

Platz 9 : Honig von Ian McEwan

Platz 10 : Harter Schnitt von Karin Slaughter

Spiegel Bestseller Paperback KW 41/2013

Platz 1 : Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes

Platz 2 : Sauerkrautkoma von Rita Falk

Platz 3 : Gone Girl – Das perfekte Opfer von Gillian Flynn

Platz 4 : Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson

Platz 5 : Der Heckenritter von Westeros: Das Urteil der Sieben von George R.R. Martin

Platz 6 : Shades of Grey 01 – Geheimes Verlangen von E. L. James

Platz 7 : Shades of Grey – Gefährliche Liebe von E. L. James

Platz 8 : Shades of Grey 03 – Befreite Lust von E. L. James

Platz 9 : Sag, es tut dir leid von Michael Robotham

Platz 10 : Bretonische Brandung von Jean-Luc Bannalec

Spiegel Besteller Taschenbücher KW 41/2013

Platz 1 : Tschick von Wolfgang Herrndorf

Platz 2 : Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry von Rachel Joyce

Platz 3 : Die Rache trägt Prada. Der Teufel kehrt zurück von Lauren Weisberger

Platz 4 : Die Hummerschwestern von Beverly Jensen

Platz 5 : Teufelsbande von Andreas Franz und Daniel Holbe

Platz 6 : BLACKOUT – Morgen ist es zu spät von Marc Elsberg

Platz 7 : Mein Weg zu dir von Nicholas Sparks

Platz 8 : Tote Augen von Karin Slaughter

Platz 9 : Die Arena: Under the Dome von Stephen King

Platz 10 : City of Bones. Chroniken der Unterwelt 01 von Cassandra Clare

Quelle: Spiegel Online Kultur

Jonathan Franzen mit WELT-Literaturpreis 2013 ausgezeichnet

Jonathan FranzenDer 54-jährige US-amerikanische Schriftsteller Jonathan Franzen erhält den mit 10.000 Euro dotieren WELT-Literaturpreis 2013 für sein literarisches Gesamtwerk.

Jonathan Franzen ist der bedeutendste Gesellschaftsromancier seiner Generation. Seine Romane zeichnen sich durch die tiefe psychologische Durchdringung ihrer Figuren sowie durch ihre gesellschaftliche Relevanz und Hellsichtigkeit aus. Mit scharfem Witz und einem schonungslosen Blick auf die Lebenslügen mehrerer Generationen hat er das Genre des Familienromans für unsere Zeit folgenreich neu definiert. Insbesondere mit seinen Romanen Die Korrekturen und Freiheit hat er der Epik in Zeiten großer Rivalität durch neue Medien neue Wege gewiesen. Auch in seinen Essays hat Jonathan Franzen seine kritische Zeitgenossenschaft bewiesen und eine höchst einflussreiche Poetik des Romans formuliert, die theoretische Reflexion und soziales Engagement verbindet. Sein gesamtes Werk beweist, dass erzählerische Leichtigkeit und gedankliche Tiefe keine Gegensätze sein müssen„, heißt es in der Begründung der Jury.

Jonathan Franzen wurde am 19. August 1959 in Western Springs bei Chicago geboren und wuchs in Webster Grove, Missouri auf. Er studierte Germanistik, unter anderem in München und Berlin. Heute lebt er in New York und dem kalifornischen Santa Cruz. Franzen hat mit „Die 27ste Stadt“ (1988), „Schweres Beben“ (1992), „Die Korrekturen“ (2001) und „Freiheit“ (2010) vier große Romane vorgelegt. 2006 erschienen seine Memoiren „Die Unruhezone“, 2002 und 2013 die Essaybände „Anleitung zum Alleinsein“ und „Weiter weg“. Soeben sind in den USA seine Übersetzungen von Karl Kraus erschienen.

Nach Zeruya Shalev (2012), Albert Ostermaier (2011), Claude Lanzmann (2010), Philip Roth (2009), Hans Keilson (2008), Daniel Kehlmann (2007), Rüdiger Safranski (2006), Yasmina Réza (2005), Amos Oz (2004), Jeffrey Eugenides (2003), Leon de Winter (2002), Pat Barker (2001), Imre Kertész (2000) und Bernhard Schlink (1999) ist Jonathan Franzen der fünfzehnte WELT-Literaturpreisträger. Der Literaturpreis erinnert an Willy Haas, der 1925 „Die literarische Welt“ gründete. Ausgezeichnet werden ein einzelnes Buch oder ein Gesamtwerk. Zur Jury gehören der britische Verleger Lord George Weidenfeld, WELT-Feuilletonchef Cornelius Tittel, und Richard Kämmerlings, Leiter der „Literarischen Welt“.

Der Preis wird am Freitag, 8. November 2013, im Rahmen eines Festaktes im Berliner Axel-Springer-Haus übergeben. Die Laudatio wird Daniel Kehlmann halten.

Quelle: Die WELT
Quelle Foto: Lesekreis