Arno Geiger erhält den Friedrich Hölderlin-Preis 2011 der Stadt Bad Homburg. Somit ist Geiger der erste Schriftsteller, dem nach einem Förderpreis auch der Hauptpreis zuerkannt wird. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der Entwicklung Geigers seit der Verleihung des Förderpreises im Jahr 2005 und hob in vor allem seine erzählerische Leistung in dem gerade erschienenen Buch „Der alte König in seinem Exil“ hervor.

Der Autor habe „höchst eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er in die erste Erzähler-Reihe unserer Gegenwartsliteratur gehört„, heißt es von der Jury. In „Der alte König in seinem Exil“ erzählt Geiger von seinem demenzkranken Vater.

Das Buch stieg letzte Woche auf Anhieb auf Platz 9 in die SPIEGEL-Bestsellerliste ein, in dieser Woche erreicht die Prosa Platz 2.

Der Friedrich-Hölderlin-Preis ist ein Literaturpreis, der seit 1983 alljährlich von der Stadt Bad Homburg in Erinnerung an den Lyriker Johann Christian Friedrich Hölderlin (1770–1843) vergeben wird. Er ist mit 20.000 Euro dotiert (bis 2007 waren es 12.500 Euro).

Den mit 7.500 Euro dotierten Förderpreis zum Friedrich Hölderlin-Preis erhält die Lyrikerin Daniela Seel, branchenbekannt als Gründerin und Verlegerin des Verlags kookbooks.

Die Jury begründete die Vergabe des Förderpreises an Daniela Seel wie folgt: In ihrem Gedichtband „ich kann diese stelle nicht wiederfinden“ (erscheint im März 2011) verfahre sie „kompromisslos auf höchstem ästhetischem Niveau, vermeidet jede falsche Feierlichkeit und spielt das komplizierte poetische Spiel mit der Sprache viel lieber mit ernster Leichtigkeit und aller Lust zum Experiment„. Auch die verlegerische Tätigkeit Daniela Seels würdigte die Jury. Seels sei „wahrlich eine ‚möglich-Macherin’ zeitgenössischer Lyrik.“

Traditionell wird der Preis immer am 7. Juni, dem Todestag Friedrich Hölderlins, im Rahmen eines Festaktes in Bad Homburg übergeben.

Quelle: Buchreport

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Am 17.02.2011 stellt Arno Geiger um 20 Uhr im Literaturhaus München seinen soeben im Hanser Verlag erschienenen neuen Roman „Der alte König in seinem Exil“ vor.

Arno Geigers Vater hat Alzheimer. Die Krankheit löst langsam seine Erinnerung und seine Orientierung in der Gegenwart auf, lässt sein Leben abhandenkommen. Arno Geiger erzählt, wie er seinen Vater begleitet und noch einmal Freundschaft mit ihm schließt. In den nur scheinbar sinnlosen und oft so wunderbar poetischen Sätzen seines Vaters entdeckt er, dass es in dieser Person auch im Alter noch alles gibt: Charme, Witz, Selbstbewusstsein und Würde. Arno Geiger erzählt in seinem neuen, berührenden, aber auch komischen Buch von einem Leben, das immer noch wert ist, gelebt zu werden.

Das Gespräch mit dem Autor führt die Journalistin und Autorin Beate Lakotta, die sich in der Wissenschaftsredaktion des Magazins Der Spiegel oft mit diesem Thema beschäftigt hat. Zusammen mit dem Fotografen Walter Schels veröffentlichte sie das Buch „Noch einmal Leben vor dem Tod„, aus dem auch die gleichnamige Ausstellung hervorging.

Arno Geiger hat das wertvollste Buch des Frühjahrs über seinen dementen Vater geschrieben“, schreibt Felicitas von Lovenberg am 05.02.2011 in ihrer Rezension auf FAZ.net über Geigers neuen Roman. Mehr dazu findet sich hier.

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Besprechung am 09.07.2011 um 21 Uhr bei Tobi und Gina.

Arno Geiger hat das wertvollste Buch des Frühjahrs über seinen dementen Vater geschrieben“, schreibt Felicitas von Lovenberg am 05.02.2011 über Geigers neuen Roman „Der alte König in seinem Exil„, der am 07.02.2011 im Hanser Verlag erschienen ist.

„Arno Geiger hat mit seinem Buch „Der alte König in seinem Exil“ viel mehr geschrieben als das Porträt seines Vaters, eines Mannes, der seine Außergewöhnlichkeit erst spät, am Rande der Dämmerung, zu erkennen gab. Und doch ist es leichter, auf Anhieb zu sagen, was dieses Buch alles nicht ist: Es ist kein Buch über Demenz, es ist keine Familienaufstellung und erst recht, anders als die meisten anderen Sohnesbücher über Väter, ist es keine Abrechnung. Stattdessen ist „Der alte König in seinem Exil“ eine tiefgründige, charaktervolle und zeitlos gültige Auseinandersetzung mit dem, was jeden angeht: Alter und Krankheit, Heimat und Familie. Eine Reflexion über das, womit man nicht fertig wird. Und obwohl man es darf, scheut man sich fast, dieses gewaltige schmale Buch groß zu nennen, denn Arno Geigers Gestus ist ein demütiger, bescheidener, liebevoller, dankbarer. Sein Buch ist eine Übung in Askese: alles Wichtige aufrichtig sagen, ohne ein Wort zu viel zu machen. Wie Arno Geiger das gelungen ist, das macht das Glück dieser Lektüre aus.
Die vollständige Rezension von Felicitas von Lovenberg findet sich unter dem Titel „Wenn einer nichts weiß und doch alles versteht“ auf FAZ.net.

Kurzbeschreibung
Wenn einer nicht mehr denken kann wie früher, was ist das für ein Leben? Arno Geigers Vater hat Alzheimer. Die Krankheit löst langsam seine Erinnerung und seine Orientierung in der Gegenwart auf, lässt sein Leben abhandenkommen. Arno Geiger erzählt, wie er nochmals Freundschaft mit seinem Vater schließt und ihn viele Jahre begleitet. In nur scheinbar sinnlosen und oft so wunderbar poetischen Sätzen entdeckt er, dass es auch im Alter in der Person des Vaters noch alles gibt: Charme, Witz, Selbstbewusstsein und Würde. Arno Geigers Buch ist lebendig, oft komisch. In seiner tief berührenden Geschichte erzählt er von einem Leben, das es immer noch zutiefst wert ist, gelebt zu werden.

Über den Autor
Arno Geiger, geb. 1968 in Bregenz, Vorarlberg, wuchs in Wolfurt/Österreich auf. Er studierte Deutsche Philologie, Alte Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft in Innsbruck und Wien. Seit 1993 lebt er als freier Schriftsteller. 1986-2002 war er im Sommer auch als Videotechniker bei den Bregenzer Festspielen tätig. 1996 und 2004 nahm Arno Geiger am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen. 2008 wurde Arno Geiger mit dem ‚Johann-Peter-Hebel-Preis‚ geehrt.

Arno Geiger geht im Frühjahr 2011 mit seinem neuen Roman auf Lesereise – folgende Stationen macht er dabei:

Lesung am 15.02.2011 im Literaturhaus Hamburg, Moderation: Felicitas von Lovenberg
Lesung am 16.02.2011 in der Akademie der Künste, Berlin
Lesung am 17.02.2011 im Literaturhaus München
Lesung am 22.02.2011 beim SWR Mainz / Foyer
Lesung am 23.02.2011 im Museum für Literatur am Oberrhein/ Prinz Max Palais
Gespräch am 24.02.2011 bei Literatur im Foyer mit Felicitas von Lovenberg um 23.45 Uhr im SRW Fernsehen
Lesung am 04.03.2011 im Akademietheater, Wien
Lesung am 10.03.2011 im Theater am Kornmarkt/Großes Haus, Bregenz
Lesung am 12.03.2011 im Orpheum, Graz
Lesung am 13.03.2011 im Spittl, Spittal
Lesung am 14.03.2011 in der Theaterhalle 11, Klagenfurt
Lesung am 15.03.2011 im Kunsthaus Mürzzuschlag in Mürzzuschlag
Lesung am 19.03.2011 im Kuratorium „Haus des Buches“ in Leipzig
Signierstunde am 19.03.2011 bei Leipzig liest: Messebuchhandlung / Messegelände, Leipzig
Lesung am 21.03.2011 im Ursulinensäle, Innsbruck
Lesung am 22.03.2011 im Literaturhaus Salzburg
Lesung am 23.03.2011 in der Stadtkirche Darmstadt, Darmstadt
Lesung am 24.03.2011 bei der litCOLOGNE, Moderation: Verena Auffermann
Lesung am 25.03.2011 im POSTHOF Zeitkultur am Hafen, Linz
Lesung am 29.03.2011 auf der Musikinsel, Singen
Lesung am 30.03.2011 im Literaturhaus Basel, Basel
Lesung am 31.03.2011 im Alten Rathaus, Göttingen

Weitere Termine für den April und Mai finden sich auf der Website beim Hanser Verlag.