Da Christoph Ransmayrs Lesung im November 2012 im Literaturhaus München sofort ausverkauft war, gibt der Autor am 31. Januar 2013 um 19.30 Uhr eine Zugabe und liest zum zweiten Mal aus „Atlas eines ängstlichen Mannes„.

Kurzbeschreibung
Erscheinungstermin: 23. Oktober 2012 im S. Fischer Verlag
Ein großer erzählter Weltatlas. Der ›Atlas eines ängstlichen Mannes‹ ist eine einzigartige, in siebzig Episoden durch Kontinente, Zeiten und Seelenlandschaften führende Erzählung. „Ich sah…“, so beginnt der Erzähler nach kurzen Atempausen immer wieder und führt sein Publikum an die fernsten und nächsten Orte dieser Erde: In den Schatten der Vulkane Javas, ins hocharktische Packeis, an die Stromschnellen von Mekong und Donau und über die Paßhöhen des Himalaya bis zu den entzauberten Inseln der Südsee. Wie Landkarten fügen sich dabei Episode um Episode zu einem Weltbuch, das in atemberaubenden Bildern Leben und Sterben, Glück und Schicksal der Menschen kartographiert.
Siebzig Mal beschwört sein literarisches Alter Ego darin Bilder und Geschichten herauf, die sich in sein Gedächtnis eingebrannt haben. Es sind Geschichten über Abenteuer und Begegnungen, über Reisen nach dem inneren Kompass und besondere Orte. Und es sind Geschichten über den verborgensten aller Orte: das eigene Ich.

Veranstalter: S. Fischer Verlag, Stiftung Literaturhaus
Eintritt: Euro 12.- / 10.-

Vom 14. November bis 2. Dezember 2012 wird das dritte Literaturfest München gefeiert. Rund 100 Autorinnen und Autoren gestalten das Kuratorenprogramm forum:autoren, die Münchner Bücherschau und das Fest-Programm des Literaturhauses München mit.

Thea Dorn tritt als Kuratorin des forum:autoren in diesem Jahr die Nachfolge von Ilija Trojanow (2010) und Matthias Politycki (2011) an. Unter dem Motto „Hinaus ins Ungewisse“ will sie die Themen der Romantik in den Vordergrund stellen und hat vor allem Autorinnen und Autoren eingeladen, die sich nicht nur mit dem Hier und Jetzt auseinandersetzen. „Schriftsteller, Musiker, Philosophen sind heute noch Abenteurer des Geistes und des Herzens, kurz: Romantiker. Sie zeigen uns, dass es auch im 21. Jahrhundert mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, als unsere Schulweisheit sich träumen lässt.

Die 53. Münchner Bücherschau will ihren Schwerpunkt in diesem Jahr auf die Leseförderung setzen.

Nachfolgend eine Auswahl der erwarteten Autorinnen und Autoren

Martin Walser, Katja Eichinger, Til Schweiger, Isabel Abedi, John Lanchester, John Burnside, A.L. Kennedy, Felicitas Hoppe, Sibylle Lewitscharoff, Clemens J. Setz, Ursula Poznanski, Denis Scheck, Feridun Zaimoglu, Andreas Fröhlich, Rita Falk, Karen Duve, Eva Menasse, Harry Rowohlt, Vladimir Sorokin, Martin Suter, David Albahari, Christian Kracht, Juli Zeh, Jenny Erpenbeck, Anna Enquist, Cornelia Funke, Andreas Föhr, Bernhard Jaumann, Jürgen Dehmers, Wolfgang Hohlbein, Ursula Krechel, Alice Schwarzer, Konstantin Wecker, Rachel Ward und Elke Heidenreich.

Die Details können im Veranstaltungskalender eingesehen werden. Der Kartenvorverkauf ist bei allen Veranstaltungsorten und den München Ticket-Vorverkaufsstellen sowie telefonisch (089 / 54 81 81 81) oder online möglich.

Quelle: Literaturfest München

Am Dienstag, den 9. Oktober 2012, stellt Sofi Oksanen ihren Roman Stalins Kühe im Literaturhaus München vor. Stalins Kühe (Originaltitel: Stalinin lehmät, 2003) ist der Debütroman der 35-jährigen finnischen Autorin, der im August 2012 in der deutschsprachigen Übersetzung von Angela Plöger bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist.

Mit ihrem Roman Fegefeuer (Originaltitel: Puhdistus, 2008) gelang Sofi Oksanen der internationale Durchbruch. Er wurde bislang in 38 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet.

Wie Fegefeuer spielt auch Oksanens Debüt Stalins Kühe in Estland in den Zeiten der sowjetischen Besatzung und handelt von Immigranten und von Essstörungen. Es ist ein finnisch-estnischer Bildungsroman, der die Realität der nordischen Gleichberechtigung in Frage stellt.

Die Lesung im Literaturhaus München findet in deutscher und finnischer Sprache statt. Die Moderation übernimmt Katharina Granzin, als Dolmetscherin fungiert Katri Wessel. Die deutschen Texte liest Anna Thalbach.

Kurzbeschreibung
Ein furioser Roman über ein in der Literatur nicht beachtetes Thema
Anna hat alles im Griff. Sie dient einer „Herrin“, der Bulimie, denn es gibt nichts Wichtigeres für sie, als einen vollkommenen Körper zu besitzen und unangreifbar zu sein.Annas Eltern trennen sich, als ihre Mutter Katariina herausfindet, dass ihr Mann sie betrügt. Sie, die Estin, verleugnet ihre Herkunft, weil sie weiß, welch schlechtes Ansehen Estinnen in Finnland haben sie gelten als russische Huren, die es geschafft haben, durch Heirat nach Finnland zu entkommen. Aus Angst, dass ihrer Tochter die gleiche Verachtung zuteil wird wie ihr, darf diese die Sprache nicht lernen und keinem sagen, woher die Mutter stammt. Dabei fahren die beiden regelmäßig nach Estland, um die Familie zu unterstützen, die das Grauen der sowjetischen Arbeitslager kennenlernte und unter den Bespitzelungen und Erpressungen durch enge Vertraute litt. Während Anna um ihr Gewicht kämpft und lernen muss, dass sie wirklich krank ist und die anorektische Bulimie sie umbringen kann, erfährt der Leser die Hintergründe der Familiengeschichte, Ursache für Annas Leiden, die bis in die Zeit der Besetzung Estlands nach dem Zweiten Weltkrieg zurückreicht.In brillanter Sprache, mit genauer Kenntnis der historischen Hintergründe und einer meisterhaften Komposition beweist Sofi Oksanen erneut, warum ihre Romane weltweit gefeiert werden.

Veranstalter: Kiepenheuer & Witsch, Stiftung Literaturhaus in Kooperation mit dem Finnland-Institut in Deutschland, Berlin

Eintritt: Euro 10.- / 8.-
Beginn: 20 Uhr

Am Montag, den 8. Oktober 2012, ist der US-amerikanischer Schriftsteller Richard Ford zu Gast im Literaturhaus München und stellt seinen neuen Roman „Kanada“ in einer Lesung vor. Die Veranstaltung findet in deutscher und englischer Sprache statt und wird von Frank Heibert moderiert. Die deutschen Texte liest Christian Brückner.

Kurzbeschreibung
Illegaler Handel, ein Banküberfall, drei Morde – um nicht weniger geht es in Richard Fords sprach- und bildgewaltigem neuem Roman. Dells Eltern sind nach einem gescheiterten Banküberfall in Montana festgenommen worden; er selbst ist zu seinem Schutz nach Kanada gebracht worden. Nun trifft er dort in einem einsamen Städtchen auf eine merkwürdige Schar. Bei Arthur Remlinger kann er unterschlüpfen – doch der Besitzer eines heruntergekommenen Jagdhotels erweist sich als ein Mann mit dunkler Vergangenheit. Inmitten der überwältigenden Landschaft von Saskatchewan entfaltet sich die Geschichte einer schmerzvollen Passage in die Welt der Erwachsenen, wo es keine Unschuldigen geben kann.

Richard Ford wurde 1944 in Jackson, Mississippi, geboren und lebt heute in Maine. Er hat sieben Romane sowie Novellen, Kurzgeschichten und Essays veröffentlicht. 1996 erhielt er für Unabhängigkeitstag den Pulitzer Preis.

Veranstalter: Hanser Berlin, Stiftung Literaturhaus. Mit freundlicher Unterstützung durch das US-Generalkonsulat in München.

Eintritt: Euro 12.- / 8.-

Aufgrund des großes Interesses begann die Veranstaltung im Literaturhaus München am 14. September 2012 mit ein wenig Verspätung. Während das Literaturhausteam fleißig zusätzliche Stühle im Saal platzierte, standen die Besucher an der Kasse noch in einer Schlange, die bis ins Treppenhaus reichte. Kein Wunder, denn das Münchner Literaturhaus eröffnete das Herbstprogramm mit einem Paukenschlag. Ngũgĩ wa Thiong’o, der 74-jährige kenianische Schriftsteller und Literaturnobelpreisanwärter, war angekündigt.

Die Literaturkritikerin Sigrid Löffler moderierte die Veranstaltung. Ngũgĩ wa Thiong’o erzählte von seiner Kindheit, den vier Frauen seines Vaters, den 24 Geschwistern und wie er, der bis zu seinem 9. Lebensjahr barfuß gelaufen war, auf Drängen und mit Unterstützung seiner Mutter die Schule als Jahrgangsbester absolviert hatte und somit ein Stipendium der Makerere-Universität in Uganda und der University of Leeds in Großbritannien erlangte. Während seiner Schulzeit lernte er in seinem noch unter britischer Kolonialherrschaft stehenden Landes die Ungerechtigkeit der 2-Klassen-Gesellschaft kennen.

In englischer Sprache veröffentlichte er 1964 seinen ersten Roman Weep Not, Child. Seit 1978 übersetzt und publiziert er seine Werke, die er in seiner Muttersprache Kikuyu (Eigenbezeichnung: Gĩkũyũ) verfasst, ins Englische. Ende der 70er Jahre wurde Thiong’o ohne Prozess unter der Herrschaft der Regierung von Daniel arap Moi inhaftiert.

Sein neuer Roman Herr der Krähen, der im Juni 2011 im A1 Verlag erschienen ist, ist eine lebendige, ausdrucksstarke Satire über den Prototyp des afrikanischen Despoten, die mit tiefgründigem Humor die Lebensbedingungen in einer zunehmend globalisierten Welt thematisiert, heißt es in der Kurzbeschreibung des Verlags. Die Textpassagen, die Knut Cordsen vom Bayerischen Rundfunk vorlas, bestätigten vor allem den tiefgründigen Humor. Der Büchertisch der Münchner Buchhandlung Lentner war nach der Veranstaltung fast komplett leer, vielleicht auch deshalb, weil Sigrid Löffler diesen Roman als das wichtigste afrikanische Buch des 21. Jahrhunderts bezeichnet hatte. Ngũgĩ wa Thiong’o nahm sich im Anschluss viel Zeit und signierte geduldig die vielen, vielen Exemplare, die ihm vorgelegt wurden.

Ngũgĩ wa Thiong’o mit seinen Söhnen Björn u. Thiong´o

Währenddessen nahmen zwei seiner Söhne, die ihn zu der Lesung begleitet hatten, hinter ihm auf der Bühne Platz. Björn, links im Bild, lebt in Schweden und arbeitet als Journalist und auch sein 17-jähriger Sohn Thiong’o, rechts im Bild, will in die Fußstapfen seines Vaters treten. Zwei weitere Kinder, eine Tochter, die in Finnland lebt und ein Sohn, der gerade an der Universität in Kampala einen Abschluss in Deutsch gemacht hat, schreiben ebenfalls.