Berlin ist zu groß für BerlinDer 65-jährige Schriftsteller Hanns Zischler ist Schauspieler, Dramaturg, Regisseur, Hörspielsprecher, Fotograf, Übersetzer und nicht zuletzt Schriftsteller. Die Programmleiterinnen und Programmleiter der im Netzwerk verbundenen Literaturhäuser Basel, Berlin, Graz, Hamburg, Köln, Leipzig, München, Rostock, Salzburg, Stuttgart und Zürich haben ihm in diesem Jahr den mit 11.000 Euro dotierten Preis der Literaturhäuser zugedacht.

Die vollständige Jurybegründung ist hier auf Literaturhaus.net nachzulesen.

Der Preis ist mit einer Lesereise durch alle im Netzwerk zusammengeschlossenen Literaturhäuser verbunden. Hanns Zischler wird vom 7. Mai bis 13. Juni 2013 zu Leseabenden durch die Literaturhausstädte reisen und sein neues Buch „Berlin ist zu groß für Berlin“ vorstellen.

Die Auftritte des Preisträgers und die Laudationes zu seinen Ehren finden statt am:

Dienstag, 7. Mai 2013, 20.00 Uhr, Literaturhaus Köln
Dienstag, 14. Mai 2013, 19.00 Uhr, Literaturhaus Basel
Mittwoch, 15. Mai 2013, 19.30 Uhr, Literaturhaus Zürich
Donnerstag, 16. Mai 2013 , 20.00 Uhr, Literaturhaus Stuttgart
Dienstag, 21. Mai 2013, 20.00 Uhr, Literaturhaus Rostock (im Festsaal des Rathauses)
Mittwoch, 22. Mai 2013, 19.30 Uhr, Literaturhaus Hamburg
Donnerstag, 23. Mai 2013, 19.30 Uhr, Literaturhaus Leipzig
Montag, 29. Mai 2013, 20.00 Uhr, Literaturhaus Berlin
Dienstag, 11. Juni 2013, 19.30 Uhr, Literaturhaus München
Mittwoch, 12. Juni 2013, 20.00 Uhr, Literaturhaus Graz
Donnerstag, 13. Juni 2013, 20.00 Uhr, Literaturhaus Salzburg

Quelle: Literaturhaus.net

© Hans Peter Schaefer

Der Preis der Literaturhäuser 2012 geht an den Schriftsteller Feridun Zaimoglu. Die Auszeichnung wird jährlich während der Leipziger Buchmesse einer Schriftstellerin, einem Schriftsteller für die besondere Vermittlung ihrer Werke verliehen wird. Neben dem Preisgeld in Höhe von 11.000 Euro, gewinnen die Preisträgerin, der Preisträger eine Lesereise durch alle im Netzwerk zusammengeschlossenen Literaturhäuser.

Feridun Zaimoglu wird vom 21. März bis 24. Mai 2012 zu Leseabenden durch die Literaturhausstädte reisen und am 23. Mai 2012 um 20 Uhr zu Gast im Literaturhaus München sein.

Er wird im Gespräch mit der Dramaturgin Julia Lochte (Münchner Kammerspiele) Auskunft geben über sein Schreiben und auch über seine Arbeit am Theater. An den Münchner Kammerspielen machte er 2003 mit seiner Bearbeitung von William Shakespeares „Otello“ (zusammen mit Günter Senkel) von sich reden. Zaimoglu und Senkel steuerten außerdem Texte zu Luk Percevals Inszenierung „Lulu Live“ bei und schrieben gemeinsam das Stück „Alpsegen„, das im April 2011 in München uraufgeführt wurde.

„Was Feridun Zaimoglu vorliest, es wird nicht beschrieben, es passiert – auf der Bühne, vor den Augen des Publikums. Mit unnachahmlicher Emphase schlägt Zaimoglu den Sätzen den Takt. Seine Romane – von Kanak Sprak über Leyla bis Ruß – mäandern zwischen analytischer Präzision und Liebesbrand’, greifen mit vollen Händen ins Grimmsche Wörterbuch und suchen nicht zu verbergen, dass auch das dramatische Schreiben zu den Leidenschaften des Autors zählt. Feridun Zaimoglu ist überdies ein streitbarer Gesprächspartner und ein Verfasser risikofreudiger Essays, etwa über „die Aufklärung als Opium der aufstrebenden Bürgerklasse“ oder über den „Kulturkampf in Deutschland“, über Kopftuch und Minarett. Insgesamt offenbaren sich in Zaimoglus Arbeiten gerade jene Personengruppen als besonders stimmhaft, die in der gegenwärtigen Gesellschaft, beziehungsweise in ihrem Rücken, nur schwer hörbar sind,“ heißt es in der Begründung der Jury.

Veranstalter: Stiftung Literaturhaus , Eintritt: Euro 9.- / 7.-

Quelle Foto: Feridun Zaimoglu Wikipedia © Hans Peter Schaefer http://www.reserv-art.de/

Seit 2002 wird der „Preis der Literaturhäuser“ jährlich vom Netzwerk der Literaturhäuser während der Leipziger Buchmesse für außerordentliche Text- und Präsentationsqualitäten an deutschsprachige Autorinnen und Autoren vergeben. Der Preis besteht aus einer Lesereise durch alle elf im Netzwerk vereinigten Literaturhäuser mit einem Gesamthonorar von 11.000 Euro sowie einem Empfang mit Laudatio in jedem besuchten Literaturhaus.

Der Schriftsteller Feridun Zaimoglu, geboren am 4. Dezember 1964 in Bolu, Türkei, seit 1965 in Deutschland lebend, erhält den diesjährigen Preis der Literaturhäuser.

Jurybegründung
„Was Feridun Zaimoglu vorliest, es wird nicht beschrieben, es passiert – auf der Bühne, vor den Augen des Publikums. Mit unnachahmlicher Emphase schlägt Zaimoglu den Sätzen den Takt. Seine Romane – von Kanak Sprak über Leyla bis Ruß – mäandern zwischen analytischer Präzision und Liebesbrand’, greifen mit vollen Händen ins Grimmsche Wörterbuch und suchen nicht zu verbergen, dass auch das dramatische Schreiben zu den Leidenschaften des Autors zählt.

Feridun Zaimoglu ist überdies ein streitbarer Gesprächspartner und ein Verfasser risikofreudiger Essays, etwa über „die Aufklärung als Opium der aufstrebenden Bürgerklasse“ oder über den „Kulturkampf in Deutschland“, über Kopftuch und Minarett. Insgesamt offenbaren sich in Zaimoglus Arbeiten gerade jene Personengruppen als besonders stimmhaft, die in der gegenwärtigen Gesellschaft, beziehungsweise in ihrem Rücken, nur schwer hörbar sind,“ heißt es in der Begründung der Jury.

Lesereise
Feridun Zaimoglu wird vom 21. März bis 24. Mai 2012 zu Leseabenden durch die Literaturhausstädte reisen. Die Auftritte des Preisträgers und die Laudationes zu seinen Ehren finden statt am:

16.03. Preisverleihung auf der Leipziger Buchmesse, 17.30 Uhr, Blaues Sofa
17.03. Gespräch mit dem Preisträger am Stand von ARTE tv, Leipziger Buchmesse
21.03. Literaturhaus Berlin
26.03. Literaturhaus Leipzig
03.04. Literaturhaus Rostock
04.04. Literaturhaus Hamburg
03.05. Literaturhaus Graz
08.05. Literaturhaus Salzburg in Kooperation mit der Universität Salzburg
(Veranstaltungsort: Edmundsburg (Zweig-Centre))
15.05. Literaturhaus Köln
16.05. Literaturhaus Frankfurt
22.05. Literaturhaus Stuttgart (Veranstaltungsort: Theaterhaus)
23.05. Literaturhaus München
24.05. Literaturhaus Zürich

Quelle: Literaturhaus.net

Der Schriftsteller Ilija Trojanow, 1965 in Bulgarien geboren, ist auf der Leipziger Buchmesse mit dem Preis der Literaturhäuser 2009 ausgezeichnet worden.

Die Programmleiter der Literaturhäuser Berlin, Frankfurt, Graz, Hamburg, Köln, Leipzig, München, Rostock, Salzburg, Stuttgart und Zürich würdigten seine Romane, Reiseberichte und Essays als „einzigartige Sammlung von Beispielen und Modellen der Begegnung von Kulturen, die nicht unter dem Zeichen des Kampfes stattfinden“.

Der Preis der Literaturhäuser wird seit 2002 für außerordentliche Text- und Präsentationsqualitäten an einen deutschsprachigen Autor vergeben. Der Preis besteht aus einer Lesereise durch alle elf im Netzwerk vereinigten Literaturhäuser mit einem Gesamthonorar von 11.000 Euro sowie einem Empfang mit Laudatio in jedem besuchten Literaturhaus.

Zu den bisherigen Preisträgern der zum achten Mal vergebenen Auszeichnung gehören Ulrike Draesner (2002), Bodo Hell (2003), Peter Kurzeck (2004), Michael Lentz (2005), Uwe Kolbe (2006), Sibylle Lewitscharoff (2007) und Anselm Glück (2008).

Ilija Trojanow entstammt einer bulgarischen Familie, die 1971 über Jugoslawien und Italien in die Bundesrepublik Deutschland floh, wo sie Politisches Asyl erhielt. 1972 zog die Familie weiter nach Kenia, wo der Vater eine Anstellung als Ingenieur erhalten hatte. Unterbrochen von einem Deutschlandaufenthalt in den Jahren 1977 bis 1981, in denen er von 1979 bis 1981 das Staatliche Landschulheim Marquartstein besuchte, lebte Ilija Trojanow bis 1984 in Nairobi. Er besuchte die Deutsche Schule Nairobi, die er mit der Reifeprüfung abschloss. Danach folgte ein Aufenthalt in Paris, und von 1985 bis 1989 studierte er an der Universität München Rechtswissenschaften und Ethnologie. Nachdem er dieses Studium abgebrochen hatte, gründete er 1989 in München den Kyrill-und-Method-Verlag, 1992 den Marino-Verlag, die beide auf Afrikanische Literatur spezialisiert waren. 1999 übersiedelte Trojanow nach Mumbai; in den folgenden Jahren beschäftigte er sich intensiv mit Indien. Von 2003 bis 2007 lebte Trojanow in Kapstadt; 2007 war er Mainzer Stadtschreiber. Er lebt in Wien.

Trojanow verfasste in den Neunzigerjahren einige Sachbücher und Reiseführer über Afrika, er gab eine Anthologie mit afrikanischer Gegenwartsliteratur heraus und übersetzte afrikanische Autoren. 1996 erschien sein erster eigener Roman Die Welt ist groß und Rettung lauert überall, in dem er die Erfahrungen seiner Familie als politische Flüchtlinge und Asylanten verarbeitete. Es folgten der Science-Fiction-Roman Autopol, der als „novel in progress“ im Internet entstanden war, mit Hundezeiten ein Reisebericht über ein Wiedersehen mit der bulgarischen Heimat sowie Bücher über Trojanows indische Erfahrungen. In der Reportage Zu den heiligen Quellen des Islam beschrieb Trojanow seine Pilgerreise nach Mekka. Zu seinen erfolgreichsten Romanen zählt Der Weltensammler.

der-weltensammlerKurzbeschreibung
Ein spannender Roman über den englischen Abenteurer Richard Burton (1821-1890). Anstatt in den Kolonien die englischen Lebensgewohnheiten fortzuführen, lernt er wie besessen die Sprachen des Landes, vertieft sich in fremde Religionen und reist zum Schrecken der Behörden anonym in den Kolonien herum. Trojanows farbiger Abenteuerroman über diesen Exzentriker zeigt, warum der Westen bis heute nichts von den Geheimnissen der anderen Welt begriffen hat.

Ilija Trojanow ist seit 2002 Mitglied des P.E.N.-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland. Im November 2007 war Trojanow im Rahmen der Tübinger Poetik-Dozentur Dozent an der Universität Tübingen.

2007 drehte Trojanow den Film „Vorwärts und nie vergessen. Ballade über bulgarische Helden“, der noch im selben Jahr in 3sat und im ZDF zu sehen war. Diese Dokumentation basiert auf Gesprächen mit politischen Gefangenen und Zeitzeugen, die auf Jahre und Jahrzehnte in den Gefängnissen und Lagern Bulgariens verschwanden. Er handelt von den Verbrechen und Grausamkeiten der Kommunisten und den Lügen in der heutigen bulgarischen Gesellschaft.

Im April 2008 kuratierte Trojanow das Literaturfestival „RE ASIA – Avatar. Asiens Erzähler“ im Berliner Haus der Kulturen der Welt.

Für die taz verfasst Trojanow im Wechsel mit mehreren anderen Autoren seit 2006 die wöchentliche Kolumne „Das Schlagloch“.

Ilija Trojanow wird in der Zeit vom 06. April bis 17. Juni 2009 eine Lesereise durch die Literaturhausstädte unternehmen.