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“Wir Kinder vom Bahnhof Zoo” von Christiane F.

16. Juli 2007 | Von | Kategorie: Lesekreis

Wir Kinder vom Bahnhof ZooSicherlich kennen die meisten das Buch und eine Kurzbeschreibung ist somit überflüssig. Völlig überrascht habe ich gerade gesehen, dass es in der Spiegel Bestenliste bei den Sachbüchern auf Platz 20 angesiedelt ist und ich frage mich, wer, also welche Käuferschicht dieses Buch kauft? Sind es neugierige Jugendliche oder verzweifelte Eltern, die in den 7oern die “Szene” verpasst und keine Ausgabe aus der Zeit über die berühmteste Drogensüchtige Deutschlands in ihren Bücherregalen stehen haben und nun mit Wesensveränderungen iher Kinder konfrontiert werden? Zwei Jahre hat es gedauert, bis Christianes Mutter den Drogenkonsum ihrer Tochter überhaupt bemerkt hat. Ich kann mich gut daran erinnern, wie meine Mutter mit erhobenem Zeigefinger mit den Worten: “Du sollst doch nicht haschen”, in meinem Zimmer stand, während ein Räucherstäbchen verglimmte und einen exotischen Duft verströmte. Dass ich anschließend in der Badewanne genüsslich einen Joint geraucht habe, hat sie natürlich nicht bemerkt. Wie auch hätte sie den aromatischen Duft von Shit und Jasmin und Patchouli unterscheiden können. Nun ist Shit, Hasch oder Mariuhana sicherlich nicht mit Heroin zu vergleichen und trotzdem eine Einstiegsdroge. Sehr wachsam haben wir das Interesse unseres 13-Jährigen im Auge, der es total cool findet Shisha zu rauchen und selbstverständlich nicht hören will, dass der Konsum von Apfel-oder Erdbeertabak bereits gesundheitsschädlich (besonders für einen Körper, der sich noch im Wachstum befindet) ist und zu Wesensveränderungen führt. Jugendliche werden zwangsläufig mit Drogen aller Art konfrontiert und müssen sich irgendwann entscheiden, ob sie Drogen und vor allem welche sie ausprobieren wollen. “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo” ist auf Grund der Authentizität eine Lektüre die aufklärt und abschreckt einerseits, andererseits jedoch eine gewisse Faszination ausübt. Ich weiß nicht, ob Christiane F. den Kampf gegen die Drogen gewonnen hat, Fakt ist, dass ich niemanden kenne, der der Abhängigkeit von Heroin tatsächlich entkommen ist. Viele meiner Bekannten aus der damaligen Zeit sind heute auf Methadon bzw. längst tot und begraben.

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2 Kommentare
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  1. Wir sollten das mal im Lesekreis lesen!

  2. ich denke, dass das Buch alle gelesen haben, oder? Mich wundern ja die hohen Verkäufe von heute wirklich, schließlich ist es fast 30 Jahre alt…

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