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Der schönste erste Satz von Harper Lee

29. September 2007 | Von | Kategorie: Bücher, Der schönste erste Satz

Harper LeeDas Unglück mit dem Arm passierte kurz vor Jems 13. Geburtstag.

Wer die Nachtigall stört… Harper Lee

Nelle Harper Lee, geboren am 28. April 1926 in Monroeville, Alabama, ist eine US-amerikanische Schriftstellerin und Pulitzerpreisträgerin. Ihr erfolgreichstes Buch ist Wer die Nachtigall stört (Originaltitel: To Kill a Mockingbird).

Harper Lee ist das jüngste von vier Kindern von Amasa Coleman Lee, einem Rechtsanwalt und Staats-Senator von Alabama, der von dem Südstaaten-General Robert Edward Lee abstammt, und Frances Cunningham Finch Lee. Sie besuchte das Huntingdon College (1944-1945), studierte Jura an der University of Alabama (1945-1949) und verbrachte ein Jahr in Oxford (England). Vor ihrer Karriere als Schriftstellerin arbeitete sie in den 50er Jahren einige Zeit am Schalter der Fluggesellschaften Eastern Airlines und BOAC in New York. Diesen Job gab sie auf, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. 1957 reichte sie ein Manuskript mit Kurzgeschichten über das Leben in den Südstaaten der USA bei dem Verlag J. B. Lippincott ein. Dort ermutigte man sie diese Episoden zu einem Roman zu verarbeiten, woran sie die nächsten zweieinhalb Jahre zusammen mit Hilfe ihres Herausgebers Tay Hohoff arbeitete.

hr erster und bislang einziger Roman mit dem Titel To Kill a Mockingbird (Wer die Nachtigall stört) erschien 1960 und erhielt im darauf folgenden Jahr den Pulitzer-Preis. Bereits 1962 wurde er mit Gregory Peck in der Rolle des Atticus Finch verfilmt, wofür Peck einen Oscar erhielt (insgesamt bekam der Film drei).

Wer die Nachtigall störtWer die Nachtigall stört

Der einzige Roman von Harper Lee, aus der Sicht eines siebenjährigen Mädchens erzählt, ist ein leidenschaftliches Plädoyer für Zivilcourage sowie Toleranz und ein Klassiker der Südstaaten-Literatur.
Inhalt: Schauplatz ist Macomb County in Alabama während der Depression in den frühen 1930er Jahren. Wohl behütet wächst Jean Louise »Scout« Finch mit ihrem Bruder Jem bei Rechtsanwalt Atticus Finch auf, der nach dem frühen Tod seiner Frau ganz für seine Kinder da ist. Trotzdem spüren alle drei den Rassenhass im tiefen Süden der USA, besonders als Atticus die Verteidigung des Farbigen Tom Robinson übernimmt. Tom soll die Tochter eines weißen Bauern vergewaltigt haben, beteuert jedoch seine Unschuld. Bereits im Vorfeld des Prozesses sehen sich Atticus und seine Kinder zahlreichen Anfeindungen der »ehrwürdigen« Bürger ausgesetzt, die nicht verstehen können, dass man einen »Nigger« überhaupt verteidigt. Aber Atticus ist von dessen Unschuld überzeugt, doch sein Klient wird ermordet.
Aufbau: Der Roman stellt zwei unterschiedliche Moralcodes gegenüber. Die archaischen Überlegenheits- und Abgrenzungsgefühle der weißen Kleinstädter brechen in offenen Rassenhass aus, als das größte aller Vorurteile erfüllt scheint: dass Schwarze weiße Frauen und Mädchen vergewaltigen. Diese »Moral«, das Thema vieler Südstaaten-Autoren, verkörpert am stärksten die verbohrte Tante Alexandra, ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Eine andere Moral vertritt Anwalt Atticus, ein toleranter und aufrechter Mensch, die ruhige Stimme der Vernunft in einer Umgebung aus Angst, Hass und Gewalt. Atticus, eine demokratische Figur, vertritt jeden unabhängig von Rasse oder sozialem Status und versucht sogar jene zu verstehen, die ihm fremd sind. Um die Demütigung von Schwarzen nachvollziehen zu können, erklärt er seiner Tochter Scout, müsse man eine Weile in ihre Haut schlüpfen. Scout wird bald die neue Südstaatenfrau im Sinne der Autorin verkörpern – stark, selbstbewusst und tolerant.
Ein geschickter literarischer Kunstgriff von Lee ist ihre bewusst eingesetzte Strategie des Scheins. Viele Figuren sind nicht so, wie sie beim ersten Hinsehen wirken. Indem der Leser hinter die Gerüchte und Vorurteile der Kleinstädter blickt, erkennt er nicht nur den wahren Charakter der Figuren, sondern auch seine eigenen Ressentiments.

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10 Kommentare
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  1. Wie schon gesagt, hat diesen Anfang eine Autorin gewählt, sowohl die Autorin als auch das Buch sind weltberühmt. Die Punkte stehen für einen Vornamen und dienen der Erschwernis ;.)

  2. Hat die Autorin sich zufällig mal literarisch mit dem 4. Juli beschäftigt?

  3. hi Don, nein gewiss nicht, sie hat nur diesen Roman mit obigen Anfang geschrieben und darin geht es nicht um den 4. Juli…

  4. Naja, ich hatte zuerst an Alice Hoffman gedacht (die auch das Drehbuch zu “Independence Day” geschrieben hat). In “Märzkinder” spielt nämlich auch der 13. Geburtstag eine wichtige Rolle.

    Hmm… aber ich glaube, ich hab da noch so ne vage Idee, frei nach dem Motto “Nachtigall, ick hör dir trapsen”… :idee:
    Verrate ich aber noch nicht!

  5. so so, na wenn du den Vornamen nennen kannst, denke ich, hast du mal wieder gewonnen :lol:
    obwohl, nein eigentlich suchen wir ja nach dem Titel und wenn DU die Nachtigall schon trapsen hörst…

  6. Ein paar Tage nicht hingeschaut und schwups neue wunderbare Sätze verpaßt. Und diesen hier mag ich besonders, obwohl eine Spottdrossel noch keinen Sommer macht, oder?

    Lee Harper, Wer die Nachtigall stört.

    “Wir schliefen in dem Raum, der einst die Turnhalle gewesen war.”
    P.S.: Mittlerweile dauert es länger einen Satz zu finden, der sich nicht googeln läßt, als einen Satz zu erraten. Aber es ist mir geglückt!!!

  7. Wow! Wann hast du den Satz denn gesucht und gefunden? So eifrig nachts um 1.30 Uhr?
    Glückwunsch und danke für den Neuvorschlag :-)

  8. @Mamalinde: kann es sein, dass du jetzt in alten Lektüren aus dem Englischunterricht nach Sätzen suchst?
    @Don: ist dir die Spottdrossel auf den Magen geschlagen? Weiß ja, dass du es wusstest ;-)

  9. Ach so… nee nee, nix Magenpinne, hab schon gar nicht mehr hier nachgeschaut, sondern auf das Geheimnis der Ex-Turnhalle im neuen Post gespinzelt!
    Da kann ich aber höchstens mit dem 2. Satz dienen… Gibt das nen halben Keks?

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