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Daniel Kehlmann wird mit dem Welt-Literaturpreis 2007 ausgezeichnet

9. November 2007 | Von | Kategorie: Dies und Das, Lesekreis, Literaturpreise u. Auszeichnungen

Daniel KehlmannDer 32jährige österreichische Schriftsteller Daniel Kehlmann erhält an diesem Freitag den “Welt”-Literaturpreis 2007 für seinen Roman “Die Vermessung der Welt”. Der Preis wird ihm heute bei einem Festakt im Axel-Springer-Haus in Berlin übergeben. Die Laudatio hält Hellmuth Karasek.

In der Begründung der Jury heißt es: „,Die Vermessung der Welt’ ist ein genialer Experimentalroman über Größe und Komik deutscher Kultur am Beispiel der beiden Naturwissenschaftler Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß, deren Biographien der Autor kunstvoll parallelisiert. Für seinen eminent intelligenten, gleichermaßen witzigen und gelehrten Roman ehren wir Daniel Kehlmann mit dem WELT-Literaturpreis 2007, weil er dem Leser durch befreiende Komik erlaubt, sich vor Großartigkeiten einerseits zu verneigen und andererseits zu ihnen zu lächeln. Spielerisch bringt Kehlmann dem Leser die Glanzzeit deutscher Klassik und Romantik nahe.“

Der mit 10 000 Euro dotierte Preis erinnert an den Publizisten Willy Haas, der 1925 “Die literarische Welt” gründete. Zu den Preisträgern gehörten unter anderem Bernhard Schlink, Imre Kertész, Yasmina Reza und Rüdiger Safranski.

Kehlmann, der in Wien lebt, wurde bereits mit dem Kleist-Preis, dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Heimito-von-Doderer-Preis geehrt.

Quelle: Welt

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5 Kommentare
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  1. Ich bin ja nun nicht so belesen und die Biografie von Gauss kenne ich auch nicht, aber nachdem mich die Reisetagebücher von Alexander von Humboldt schon immer fasziniert hatten und ich sie immer wieder lesen könnte, habe ich “Die Vermessung der Welt” gelesen und muss leider gestehen, dass ich die Begeisterung um das Buch nicht teilen kann.

    Vielleicht war mein Eindruck von Humboldt aber auch total daneben.

  2. hi Dr. Sno*, nett, dass du mal wieder hier bist!
    Na ja, die Biografie von Humboldt hat Kehlmann doch eins zu eins verarbeitet (denk mal an seinen Weggefährten Bonpland, ihren Fußmarsch nach Spanien, seine Homosexualität und seine letzte Reise nach Russland, die ja eine Farce war). Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass, wenn du dich wissenschaftlich mit ihm beschäftigt hast, dir das Buch nicht gefallen kann. Ich habe fast nach jedem Abschnitt im Internet gegooglet um zu sehen, ob er tatsächlich diese sensationellen Reisen unternommen hat. Und die Zusammenführung von Gauss und Humboldt am Schluss ist doch genial. Bei unserer Buchbesprechung gab es aber auch einige, die nicht so begeistert waren…

  3. Die sexuelle Präferenz Humboldts war mir ehrlich gesagt immer eher unwichtig. Spektakulär fand ich die liberalen Gedankenansätze in seinen Reisetagebüchern, die in seiner Zeit noch recht unüblich waren. Auch durch seine eigenen Formulierungen hatte ich einfach ein anderes Bild von ihm.

    Ich bin übrigens oft hier, nur hab ich (mangels Sachkenntnis) eher selten etwas dazu zu sagen…

  4. Nun gut, ich finde allerdings, dass er durchaus liberal rüber kommt und spektakulär auf Grund seiner Reisen allemal, zuweilen allerdings auch ein wenig komisch im Sinne von unbedarft und unbedacht. Aber das war er gewiss nicht ;.)
    Ich komme dich übrigens auch regelmäßig besuchen, aber das weißt du ja. Herzliche Grüße aus dem verschneiten östlichen Teil von München in die hoffentlich ebenfalls verschneite Innenstadt :-)

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