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Liebe und Magie: Phoenixfluch von Jennifer Benkau [Rezension]

12. Januar 2011 | Von | Kategorie: Bücher, Fantasy, Neuerscheinungen, Rezensionen

Phoenixfluch von Jennifer Benkau

Ein Fluch, eine grenzenlose Liebe und Magie

Ohne eingreifen zu können, muss die junge Hexe Helena mit ansehen, wie ein junger, gutaussehender Mann direkt vor ihren Augen Selbstmord begeht. Immer noch schockiert von diesem Ereignis, trifft sie ihn nur einen Tag später quicklebendig an ihrer neuen Arbeitsstelle wieder.

Samuel, der tragische Held dieses Romans, trägt einen Fluch in sich. Er ist gezwungen, jeden Abend sein Leben zu beenden, um am darauf folgenden Morgen wie der Phönix aus der Asche zu neuem Leben zu erwachen. Damit er sich nicht gänzlich verliert, muss Sam immer wieder aufs Neue den Verlockungen der Hölle widerstehen. In seiner qualvollen Trauer um den frühen Tod seiner Frau, ließ er sich vom Teufel dazu verleiten, ihm seine Seele zu verkaufen. Doch das Schicksal, dargestellt in der Gestalt eines Kindes, hatte andere Pläne mit ihm. Helena, selbst durch ein trauriges Ereignis geprägt, wurde vom Schicksal dazu bestimmt an Samuals Seite den Fluch zu brechen, was ihr, allen Widrigkeiten zum Trotz, letztendlich auch gelingt.

Schon im Sommer 2010 habe ich mit Begeisterung Jennifer Benkaus Debütroman “Nybbas Träume” gelesen – der “Phönixfluch”  ist aber noch um Längen besser. Der Roman handelt von grenzenloser Liebe, von Hoffnung und Vertrauen, Schuld und Sühne und von tiefer Verzweiflung. Mit Spannung und Action und einer Prise Humor hat Jennifer Benakau einen eindrucksvollen Erzählstrang geknüpft, der sich wie ein festes Band durch diese wunderbare Geschichte zieht. Auch das Sinnliche und Erotische kommt nicht zu kurz und wurde von der Autorin bemerkenswert feinfühlig mit eingeflochten. Der Leser leidet mit Samuel, erlebt seinen verzweifelten Kampf mit den Dämonen und beginnt mit Helena zu lieben, sich sorgen, hoffen und am Ende gewinnen.

Die sympathischen Randfiguren schließt man unwillkürlich auch gleich ins Herz. Wohltuend ist, dass die Autorin sich nicht in endlosen Schilderungen der männlichen und weiblichen Attribute verliert, wie es in diesem Genre oftmals üblich ist. Gegen Ende der Geschichte wird der Leser noch mit einer überraschenden Wendung konfrontiert. Ausgesuchte Zitate krönen zu Beginn jedes neue Kapitel.

Ich bin gleich auf den ersten Seiten in diese Geschichte eingetaucht, versunken, um am Ende nachdenklich und überrascht, dass sie schon zu Ende ist, wieder aufzutauchen… mit einem leichten Minzgeschmack auf der Zunge und nach einer grauen Katze Ausschau haltend. Neugierig geworden? Dann einfach den Roman lesen! ;)
Auch jedem Skeptiker von paranormalen Fantasygeschichten kann ich “Phoenixfluch”  nur empfehlen. Der Roman regt unter anderem dazu an, Parallelen zu ziehen im täglichen Kampf mit unseren eigenen Dämonen, die wir – mehr oder weniger- alle in uns tragen.

Der Lesekreis bedankt sich bei Angie für diese begeisterte Buchbesprechung und beim Sieben Verlag, hier findet sich auch eine Leseprobe, für die freundliche Überlassung eines Rezensionsexemplares.

Die broschierte Ausgabe von “Phoenixfluch” umfasst 220 Seiten und ist am 01.12.2010 im Sieben Verlag erschienen.

Kurzbeschreibung
Seit Jahrzehnten erträgt Samuel seine verfluchte Existenz. Einst hatte er in seiner Verzweiflung dem Werben des Teufels nachgegeben, der ihn in den Selbstmord lockte. Doch der Schicksalsgöttin Moira, die andere Pläne mit Samuel hatte, gelang ein Handel mit Satan und sie schickte Samuel zurück ins Leben. Aber alles hat seinen Preis einen Preis, den Samuel jeden Tag bezahlen muss. Helena ahnt nicht, wie sehr das zufällige Zusammentreffen mit Samuel ihr Leben verändern wird. Als Nachfahrin einer alten Hexenzunft spürt sie, dass Samuel ihr etwas verheimlicht. Doch so sehr er sich auch sträubt, Helena gibt so schnell nicht auf. Für ihre Liebe zu Samuel ist sie bereit zu kämpfen, auch wenn der Gegner eine unbekannte Größe darstellt.

Über die Autorin Jennifer Benkau
Verspielt. Maßlos. Begeisterungsfähig – nein, frenetisch. Amoralisch. Erschreckend unsensibel. Blauäugig (in jedem Sinne) und ungeduldig. Ich bin Baujahr 1980, aber wenn ich Alkohol kaufen möchte, muss ich immer noch meinen Ausweis zeigen. Den Zwang, ein guter Mensch sein zu müssen, habe ich vor Jahren abgelegt, seitdem kann ich wirklich nett sein. Meine große Klappe und meinen Sarkasmus darf man mir sowohl positiv als auch negativ auslegen, und ich verberge meine Arroganz unter Schüchternheit und die Schüchternheit unter Arroganz. Vermutlich rede ich zu viel und sage zu wenig.

Ich schreibe mit ganzem Körpereinsatz. Paralysiert von meiner Muse, bewegungslos – bis auf meine Finger, die auf die Tasten einhacken. Nächtelang. Hemmungslos. Oder auch mal fluchend, herumrennend, lachend, jammernd, Türen zuschlagend, mich selbst hassend, oder vor Euphorie auf dem Sofa hüpfend. Das sieht leider sehr albern aus. Und wenn ich dann noch beginne, Dialoge nachzuspielen …

Außerdem habe ich einen Heidenspaß an Formulierungen. Verspielter Stil? Ja. Gradlinig verschnörkelt. Meine Figuren sind mehr als nur das. In ihrer penetranten Sturheit sind sie mir oft lieber als reale Gesellschaft und wichtiger als Schlaf oder Nahrungsaufnahme. Sie sind meine Engel und meine Dämonen, nicht selten in einer Person. Gerne nehmen sie mir die Arbeit ab und drängen den Plot in völlig neue Richtungen. Wie ich, tun sie grundsätzlich was sie wollen.

Wenn ich schreibe brauche ich dazu immer Musik und grundsätzlich Kaffee. Ich bete zur heiligen Senseo.

Die Phase, in der ich mich vor Drama, Action und Romantik fürchtete, habe ich schon lange überwunden.

Real romance is not for sissies!

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12 Kommentare
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  1. Wow. Sehr schöne ansteckende Rezension Angie.
    Das klingt aber auch nach einer Hammerstory. Gott, jeden Tag aufs Neue sterben…. wie furchtbar.
    Zum Glück scheint es ein Happy End zu geben , so wie wir es lieben was :) Ich fand den Nybbas ja auch gut, und wenn das noch besser ist, tja dann wird meine Wunschliste wieder mal länger.

  2. ja, ich das finde ich auch! Eigentlich habe ich Angie noch nie so begeistert erlebt. ;-)

  3. Nicht? Och… ;)
    Aber das Buch ist wirklich lesenswert.

  4. ja, das ist doch super! ;-) Sag mal bitte, was ist mit dem Format? Ich habe gelesen, dass Doc danach gefragt hat…

  5. Das Format ist schon in Ordnung. Ich fand nur, dass 200 Seiten zu wenig sind. ;) Ich liebe ja so richtig schöne dicke Wälzer. :-D

  6. So ich habs auch endlich gelesen und kann Angie nur in allen Punkten zustimmen, echt super story, das muss unbedingt auf unsere Liste.

  7. Ja find ich auch, das muss unbedingt auf die Liste. Mir hat es sehr gut gefallen. :-D

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