Das Wetter von 15 Jahren von Wolf Haas

Selten habe ich mich so mit einem Buch gequält! Dieser sogenannte “Roman” ist ein fiktives Interview zwischen dem Autor, Wolf Haas, und der “Literaturbeilage”. Anfangs fand ich den Schlagabtausch zwischen den beiden noch amüsant, dann zunehmend langweiliger und einfach “würklich too much”, wie die Literaturbeilage sagen würde.
Ein echter Gag befindet sich versteckt unter dem Schutzumschlag. Auf dem dunkelblauen Buchrücken und dem vorderen Buchdeckel sind silberne Sterne gedruckt, der “Silbersternchen-Orgasmus” spielt in der Geschichte eine entscheidende Rolle. Nur schade, dass er nicht einmal darauf etwas näher eingeht und sich stattdessen mit der seitenweise Aufzählung von Nebensächlichkeiten begnügt.
dolcevita, 22. Juli 2007

Das Buch fand ich rundum super.
Man erfährt nicht nur die Geschichte ( köstlich die Diskussion immer wieder darüber, ob und was “voraussehend” dargestellt oder angedeutet wurde, wo doch das ganze Buch davon lebt, eine einzige Vorausschau zu sein.) Die Darstellung der Beziehung zwischen den Interviewpartnern so “nebenbei”. Dann auch noch die Tatsache, dass man zusätzlich mitkriegt, wie die Autorenszene / “Literaturbeilage” allgemein so drauf zu sein scheint / ist. Die inszenierte Selbstironie, bei der man sich immer wieder fragt: ist er das oder spielt er das…
Gott, ja und der Strenchenorgasmus…was willste denn da noch ausführen ??? (Das gibt ja doch hoffentlich die Phantasie her, oder ?)
Ich hab zwischenzeitlich schon sehr gelacht !!!!
achwiegutdassniemandweiß, 03.08.2007

Also ich fand das Buch auch toll. Alleine die Idee, die Geschichte (die abgesehen davon eher heimatromanmäßig ist), in diesem amüsanten Schlagabtausch in einem Interview scheibchenweise zu entschlüsseln, fand ich geradezu genial! Denn die Geschichte an sich wäre uns wohl doch zu trivial gewesen. Ich wünsche mir mehr so literarische Überraschungen und Leckerbissen!
Tarnname, 09.08.2007

2 Gedanken zu „Rezensionen: Das Wetter vor 15 Jahren von Wolf Haas

  1. Ich hab mich auch eher durchgequält, erst fand ichs noch gut, die Interviewidee, aber dann wurde es wie dolcevita so schön geschrieben hat “ too much“. Aber vielleicht sollte ich es noch mal lesen, ….

  2. Hallo Gudrun, herzlich willkommen und vielen Dank für deinen Beitrag.
    Endlich ist mal jemand mit mir einer Meinung 😉
    Schönen Tag und liebe Grüße…
    P.S.: nein, nein, nicht ein zweites Mal lesen, kann mir würklich nicht vorstellen, dass es dann besser wird.

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