Jeroen BrouwersJeroen Brouwers lehnt den mit 16.000 Euro dotierten niederländischen Literaturpreis ab, er will keine Almosen. „Ich schreibe nicht aus Geldgier, sondern aus Armut.“ Im vergangenen Jahr, so Brouwers, habe er mit seinen Werken gerade mal 6000 Euro eingenommen. „Es ist, als ob ich nun zu hören bekomme: Hier, kauf dir mal ein Bier, Alter.“

Damit hat der 67-jährige Schriftsteller, der für sein Gesamtwerk ausgezeichnet wurde, eine heftige Debatte über das Ansehen von nationalen Literaturpreisen ausgelöst.

Brouwers sollte, den seit 1956 alle drei Jahre verliehenen Literaturpreis der „Nederlandse Taalunie„, des flämisch-niederländischen Verbundes zur Pflege der gemeinsamen Sprache, am 20. November in Brüssel aus den Händen von König Albert empfangen. Es ist das erste Mal, dass diese höchste Auszeichnung beider Länder abgelehnt wird.

Die flämische Autorenvereinigung teilt Brouwers Auffassung, dass der Staatspreis im Gegensatz zu anderen literarischen Auszeichnungen zu gering dotiert und das Preisgeld seinem Prestige unwürdig ist. Um einen Eklat zu verhindern, hatte Flanderns Kultusminister Bert Anclaux bei seinem holländischen Kollegen Ronald Plasterk vergeblich darauf gedrungen, das Preisgeld zu erhöhen.

Bisherige Preisträger sind unter anderem Harry Mulisch, Hella S. Haasse und Willem Frederik Hermans

Quelle: Süddeutsche Zeitung

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