Peter Rühmkorf war sehr krank gewesen, und gestern ist er in seinem Haus in Schleswig-Holstein gestorben, er wurde 78 Jahre alt.

Zuletzt dichtete er einen Grabspruch:

„Schaut nicht so bedeppert in diese Grube.
Nur immer rein in die gute Stube.
Paar Schaufeln Erde und wir haben
ein Jammertal hinter uns zugegraben.“

Vor dem Tod versagt das heilende Wort des Dichters. Nach dem Tod tröstet es.

Peter Rühmkorf, geboren am 25. Oktober 1929 in Dortmund, war ein deutscher Lyriker, Schriftsteller, Essayist und Pamphletist.

Er wuchs als Sohn der Lehrerin Elisabeth Rühmkorf, einer Otterndorfer Pastorentochter, in Warstade (heute Ortsteil der Stadt Hemmoor) bei Stade auf und machte am Athenaeum Stade 1951 sein Abitur. Von 1951 bis 1956/57 studierte er zunächst Pädagogik und Kunstgeschichte, später Germanistik und Psychologie in Hamburg. Sein ursprüngliches Studienziel, Volksschullehrer zu werden, gab er nach einigen Semestern auf, das Studium brach er ab, offenbar nach einem Konflikt mit seinen Professoren. Zusammen mit dem Lyriker und Essayisten Werner Riegel gab er von 1951 bis zu dessen Tod 1956 die hektographierte Literaturzeitschrift Zwischen den Kriegen im Eigenverlag heraus, als zugleich lyrische und politische Plattform des „Finismus“; in der Rückschau eine bedeutende Heftreihe jener Jahre. Er war auch einer der Gründer des und Hauptschreiber im – für die junge widerständische Intelligenz der 1950er Jahre sehr bedeutsamen – Studentenkurier, später in dessen Folge-Zeitschrift konkret.

Von 1958 bis 1964 arbeitete Rühmkorf als Verlagslektor im Rowohlt Verlag. Seither war er freier Schriftsteller und Dichter in Hamburg. Er erhielt zahlreiche literarische Preise und war häufig Gastdozent an deutschen und internationalen Universitäten (u.a. Austin, Texas 1969/70, Essen 1977, Warwick 1978, Frankfurt am Main 1980 Hanover, New Hampshire 1983 und Paderborn 1985/86). Immer wieder trug Rühmkorf seine eigenen Gedichte öffentlich vor (z.T. mit der Jazz-Begleitung von Michael Naura und Wolfgang Schlüter. 1966 nahm er an einer Open-Air-Veranstaltung Jazz und Lyrik auf dem Adolphsplatz in Hamburg teil. In den 1960er Jahren arbeitete Rühmkorf auch als Dramatiker, die drei damals entstandenen Theaterstücke waren jedoch – nicht zuletzt wegen tagespolitischer Konstellationen in beiden Teilen Deutschlands – wenig erfolgreich.

Er war Mitglied der Gruppe 47, des P.E.N. sowie der Akademie der Künste (Berlin), der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt, und der Freien Akademie der Künste, Hamburg.

1964 heiratete er die Psychologin Eva-Marie Titze, die unter dem Ehenamen Eva Rühmkorf als Leiterin einer Strafanstalt, Gender- und Kultuspolitikerin und als Ministerin in Schleswig-Holstein arbeitete. Mit ihr lebte er bis zu seinem Tode in Oevelgönne am Hamburger Elbufer.

Zu seinem 75. Geburtstag (2004) zeigte das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe eine Ausstellung zu Werk und Leben (Rühmkorf Revue – Ein Bilderbogen zum 75sten) mit etwa 850 Exponaten, die eine bedeutende zeitgeschichtliche Einsicht in das umfangreiche Privatarchiv des Dichters gaben.

Quelle: Wikipedia

11 Gedanken zu „Peter Rühmkorf ist tot.

  1. Derzeit fallen sie wieder um wie die Fliegen. Nun hat es aitmatow getroffen – allerdings nicht wirklich unerwartet. LG tinius

  2. Na ja, vielleicht nicht ganz so wie die Fliegen 😉
    Kennst du Djamilia, die angeblich „schönste Liebesgeschichte der Welt“ von Tschingis Aitmatow?
    Schönen Tag…

  3. hi tinius,
    habe mir schon gedacht, dass du zumindest etwas von ihm gelesen hast, ich leider nicht, muss sogar gestehen, dass ich kaum Notiz von ihm genommen habe 🙁
    LG
    P.S.: ich wollte heute einen Kommentar zu deinem Beitrag bei dir hinterlassen, ging aber nicht, die Kommentar-Funktion ist auf deinem Blog nicht immer aktiv, kann das sein?

  4. Bei Nachrichten und Nachrufen ist die Kommentarfunktion von mir deaktiviert. Nur bei besonders diskussionsbedürftigen Beiträgen öffne ich sie. Ansonsten stelle ich nur meine eigene Meinung, sprich die Rezensionen zur Diskussion. Ich dachte, so erspare ich mir Angriffsfläche für Spammer und vermeide, daß sich heftige Konflikte aufschaukeln, die eventuell rechtliche Folgen haben können. Kommentare moderieren kann man bei twoday nämlich nur, wenn man 20 Euro monatlich zu zahlen bereit wäre….. LG tinius

  5. ok, verstehe, bei WordPress kann nur der admin Kommentare freischalten, und soweit ich weiß kostet das auch nix extra. 20 Euro für die Moderation von Kommentaren ist ja Wucher, hm, vielleicht musst du doch noch umsteigen…
    Ich wollte natürlich nichts diffamierendes über den Autor schreiben.
    LG

  6. twoday ist ja ein Anbieter für eine ganze Community. Da gibt es verschiedene Modelle – gratis, basic und ganz teuer. Im der ganz teuren Variante hat man mehr Speicherplatz, kann mehr Fremdautoren integrieren, kann eine eigene Domain nutzen und darf das Blog auch kommerziell nutzen – etwa für Partnerprogramme mit amazon o.ä.
    Ich liebäugle ja immer wieder mit eigenem Webspace und Blog, aber ich habe keinerlei Erfahrung mit der Installation und ich scheue die Kosten, gerade weil ich meiner eigenen technischen Ausstattung nicht dauerhaft über den Weg traue. Und an sich mache ich mit Blogciommunities keine wirklich schlechten Erfahrungen : sie bringen Leser und ein gewisses Maß an Öffentlichkeit. Nur daß ich Kommentare nicht moderieren kann, ist ärgerlich, da die Rechtsprechung in D. das zur Zeit vorsieht. WordPress wäre als Blogsystem nicht unbedingt meine erste Wahl, auch wenn die Gestaltung intuitiver als bei antville / twoday ist, aber mein PC hechelt sich dabei immer fast zu Tode – es scheint gut auf die Speicher zu gehen, in diesem System zu posten. LG tinius

  7. ja, das sind Probleme, die ich voll nachvollziehen kann, ich wäre ohne meinen „Fachmann“ hier im Haus auch völlig überfordert. Und ehrlich, es nervt, ich kann gar nix alleine ändern. Überlege auch, ob ich nicht zumindest mal einen html-Kurs mache 😉
    Liebe Grüße

  8. Html ist relativ einfach, zumal man online jeden einzelnen Punkt nachschlagen oder aus der Quelltextansicht kopieren kann. 😉 Schwieriger scheint mir die Hakelei mit css, php, sql etc. LG tinius

  9. ja klar, alles ist einfach, wenn man es kann. Mir fehlt es ehrlich gesagt an dem guten Willen und wahrscheinlich hapert es auch am technischen Verständnis 😉
    LG

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