So wahr uns Gott helfe von Michael Conelly

Der 42-jährige Anwalt Mickey Haller erbt von seinem Ex-Kollegen Jerry Vincent, der von einem Unbekannten in seinem Auto erschossen wurde und mit dem er eine lockere Freundschaft unterhielt, dessen Kanzlei und die unerledigten Fälle. Ein Aufsehen erregender Mord erweckt sein Interesse, und er hofft nach einjähriger Pause wieder in seinem Beruf Fuß fassen zu können.
Die Pause war nicht ganz freiwillig. Nach einem Attentat, bei dem er schwer verletzt wurde, rutschte in die Abhängigkeit von Schmerzmitteln. Eine Entziehungskur befreit ihn erfolgreich von der Sucht, und so stürzt er sich nun mit neu gewonnenem Elan in die Verteidigung von dem obersten Boss eines Filmstudios in Los Angeles, der des Mordes an seiner Frau und deren Geliebten angeklagt wurde.

Seine rechte Hand, eine seiner Ex-Frauen, und sein Ermittler helfen ihm bei den Recherchen. Unerwartete Unterstützung erhält er ebenfalls von dem Detektiv Harry Bosch. Nicht ganz überzeugt von der Unschuld seines Mandanten, erfordert dieser Fall sein ganzes Können und bringt ihn noch zusätzlich in Lebensgefahr.

Dieser Roman gibt dem Leser einen tiefen Einblick in das amerikanische Rechtssystem, das hier als absolut korrupt beschrieben wird. Die Darstellung wirkt in einigen Kapiteln, wenn auch nachvollziehbar beschrieben, ein wenig überzogen. „So wahr uns Gott helfe“ lässt sich gut lesen, ist flüssig geschrieben und die Thematik ist sehr interessant. Die einzelnen Charaktere, obwohl sie etwas farblos bleiben, überzeugen in ihren Handlungen. Am sympathischsten ist die Figur des Anwalts, der sich noch einen Funken Menschlichkeit in einem Sumpf aus Korruption und Intrigen bewahrt hat, sein Gewissen neu entdeckt und zum Schluss seine Konsequenzen zieht.

Leider lässt sich Michael Conelly mit dem Aufbau der Spannung viel Zeit, um dann auf den letzten 150 Seiten alles nachzuholen. Trotzdem hat mir der Krimi nach einigen Anlaufschwierigkeiten ganz gut gefallen. Die amerikanische Justiz hat bei mir einmal mehr einen schlechten Beigeschmack hinterlassen. Jede Geste, jede Körperhaltung und jede Mimik vor Gericht scheint einstudiert zu werden. Man gewinnt schnell den Eindruck, dass es den Staatsanwälten und Verteidigern nicht um den Menschen geht, oder um Gerechtigkeit, sondern einzig um die eigene Profilsucht. Das hat der Autor in meinen Augen sehr überzeugend beschrieben. Die klischeehaften Äußerungen des Angeklagten über die Deutschen hätte er sich meiner Meinung nach allerdings verkneifen können!
Da mich das Buch zu Anfang nicht so richtig zu fesseln vermochte, und ich die Spannung sehr vermisst habe, war ich des Öfteren versucht es Beiseite zu legen. Gut, dass ich es nicht getan habe, kann ich nur abschließend hinzufügen.

Die 512 Seiten umfassende gebundene Ausgabe von „So wahr uns Gott helfe“ ist am 15.02.2010 im Heyne Verlag erschienen und für 19,90 Euro im Buchhandel erhältlich. Für das Rezensionsexemplar bedanken wir uns recht herzlich beim Heyne Verlag.

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Kurzbeschreibung
Der Anwalt Mickey Haller steht vor dem spektakulärsten Fall seiner Karriere: Nach dem Mord an einem Kollegen übernimmt er die Verteidigung des Hollywood-Tycoons Walter Elliot. Dem ermittelnden Detective Harry Bosch ist Haller zunächst ein Dorn im Auge, doch als Hallers Untersuchungen auf die Spur des Killers führen, wendet sich das Blatt. Gemeinsam nehmen sie die Fährte auf, doch je näher sie der Wahrheit kommen, desto größer wird die Gefahr. Und eines Tages ist Mickey Haller verschwunden.

Als Mickey Haller ins Gericht von Los Angeles gerufen wird, ahnt er nicht, dass eine folgenschwere Entscheidung vor ihm liegt. Überraschend wird ihm der hochkarätige Klientenstamm seines Kollegen Jerry Vincent übertragen, doch als Haller den Hintergrund erfährt, ist ihm nicht nach Feiern zumute. Vincent wurde Opfer eines kaltblütigen Mordanschlags. Da eine seiner Akten verschwunden ist, liegt der Verdacht nahe, dass der Mörder unter Vincents Klienten zu finden ist. Haller zögert dennoch nicht lange und übernimmt Vincents aktuellen Fall. Der Filmmogul Walter Elliot ist des Mordes an seiner Ehefrau und deren Geliebten angeklagt. Elliot beschwört seine Unschuld, und Haller findet tatsächlich bald den entscheidenden Hinweis, der den Angeklagten entlastet. Doch Detective Harry Bosch hat seine Zweifel, und auch Haller ist nicht gänzlich von Elliots Unschuld überzeugt. Zu spät erkennt er, dass die Beweislage manipuliert wurde. Mit diesem Wissen gerät er in tödliche Gefahr.

Über den Autor
Michael Connelly lebt und arbeitet in Florida. Bereits für seinen Debütroman „Schwarzes Echo“ wurde er mit dem renommierten „Edgar Award“ ausgezeichnet. Zahlreiche Preise und Ehrungen folgten. Neben den Romanen um Detective Harry Bosch wurde er vor allem durch seine Bestseller „Der Poet“, „Das zweite Herz“ (verfilmt von und mit Clint Eastwood), „Schwarze Engel“, „Dunkler als die Nacht“ und „Die Rückkehr des Poeten“ bekannt. Zuletzt bei Heyne erschienen: „Echo Park“.

5 Gedanken zu „Neuerscheinung: So wahr uns Gott helfe von Michael Conelly

  1. Danke Lilli… war ja selber von mir überrascht, aber das hätte ich auch nicht ohne Dolces Hilfe geschafft.

  2. WoW Angie.Das haste aber gut gemacht.War es so schwer wie du gedacht hast?
    Also dieses Rezidings.Freut mich das du dann doch einen positiven Abschluss finden konntest.

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