Lara Wegner – Söhne der Luna 02 – Die Braut des Wolfes

Aurora Braglia ist die letzte Überlebende ihrer Hexengilde. Ihr Vormund, der Leitwolf der roten Wölfe Tizzio de Mannero, steckte sie vor einigen Jahren in ein Kloster. Dort, fast in Vergessenheit geraten, taucht Tizzio plötzlich bei Aurora auf, denn er braucht ihre Hilfe. Sie soll Saphira, die verschwundene Gefährtin des Leitwolfs, aufspüren. Schnell wird klar, dass hinter ihrem Verschwinden ein uralter Fluch steckt, der seit Generationen in den Gassen Roms sein Unwesen treibt.

Da Aurora nie unter Hexen lebte, hat sie überhaupt keine Erfahrung, ihre Kräfte einzusetzen, geschweige denn, eine Ahnung wie sie vorgehen soll. Aurora willigt ein Tizzio zu helfen, nachdem er auf ihre Forderung, einen Beschützer und Ehemann für sie zu finden, eingeht. Er stellt ihr den Alphawolf Ruben de Garou an die Seite. Ruben, der eigentlich nur auf Wunsch seines Bruders Cassian in Rom ist, soll Aurora zur Frau nehmen und sie bei der Erfüllung ihres Auftrags unterstützen.

Ruben verbirgt ein Geheimnis, das ihm selbst schwer zu schaffen macht. Hinzu kommt, dass er eher ein Lebemann ist, der keinem Rudel angehört und lieber alleine durch die Gegend streift. Von mehreren Seiten genötigt, willigt er schließlich in die Scheinehe mit Aurora ein. Naturgemäß wählt ein Alphawolf seine Gefährtin eigentlich durch seine Instinkte geleitet.

Zeitgleich ist auch Mica der „Goldene“, das Oberhaupt der Vampire, in Rom zu Besuch bei seiner Mutter Selene. Selene ist eine Lamia, eine Art Vampirgottheit, die hoch angesehen sowie gefürchtet in der Vampirwelt ist. Mica will sie überreden, mit den Werwölfen Frieden zu schließen. Er erhofft sich dadurch mehr Rückhalt zu gewinnen, da er in seinem Revier in Paris auch einen solchen Friedenspakt geschlossen hat. Dieses Abkommen zog seine Autorität stark in Zweifel. Mit einem weiteren Friedenspakt in Rom will er das dunkle Volk überzeugen. Micas Schwester Berenike ist ebenfalls verschwunden. Der Verdacht liegt nahe, dass sie ebenfalls entführt wurde.

Aurora macht sich an der Seite von Ruben de Garou auf die Suche nach den Larvae, um die vermissten Frauen aufzuspüren. Ihre Mission führt sie durch das nächtliche Rom. Aurora gewinnt zunehmend an Stärke und auch das Band zwischen ihr und Ruben wird immer stärker.

Der Roman spielt im 18. Jahrhundert und der Schreibstil ist dieser Zeit angepasst. Schon nach wenigen Seiten taucht man völlig in die Vergangenheit ab – in eine Urban-Fantasy Story, die es in sich hat. Die Protagonistin Aurora schließt man gleich ins Herz. Abgeschnitten von der Außenwelt und abgeschoben in einem Kloster lebend, sind ihre anfänglichen Zweifel über die Bewältigung des Auftrags in einer ihr völlig unbekannten Welt absolut nachvollziehbar. Ebenso verständlich ist Rubens Unmut über die erzwungene Zusammenarbeit mit der Hexe, denn eigentlich ist er nur aus der Loyalität zu seinem Bruder in Rom aufgetaucht. Düster und unheimlich sind die Momente, in denen man den Larvae begegnet. Verstärkt wird der Eindruck durch die detaillierten Schilderungen über die Verschleppung und Gefangenschaft von Berenike. Auch Mica und Selene sind sehr interessante Charaktere, die dazu beitragen, dass in dem Buch keinerlei Langeweile aufkommt. Man verliebt sich gemeinsam mit Aurora in den schönen Ruben und ist gemeinsam mit ihr wütend auf den umtriebigen Werwolf, der noch so einige Eskapaden unternimmt. Man erfährt nach und nach mehr über den Fluch, die Werwölfe und über Auroras Kräfte, die sie zu einer wahren Strega, dem Oberhaupt einer Gilde, machen.

Die Braut es Wolfes“ ist nach „Im Bann des Wolfes“ zwar der zweite Teil der historischen Buchreihe „Söhne der Luna“ von Lara Wegner, aber auch ohne das erste Buch gelesen zu haben, kann man problemlos in die Geschichte einsteigen. Da nicht alle Handlungsstränge zusammengeführt werden, besteht Hoffnung, dass die Autorin an einer Fortsetzung arbeitet. Ich würde gerne mehr über Mica zu erfahren, denn dieser Charakter hat mich wirklich besonders neugierig gemacht.

Der Lesekreis bedankt sich bei Doc Jane für die ausführliche schöne Buchbesprechung und beim Sieben Verlag für die freundliche Überlassung eines Rezensionsexemplares. Eine weitere Rezension zu „Die Braut des Wolfes“ findet sich hier auf Letannas Bücherblog.

Söhne der Luna 02 – Die Braut des Wolfes“ umfasst 275 Seiten und ist im März 2011 im Sieben Verlag erschienen.

Kurzbeschreibung
Aurora Braglia ist eine Hexe ohne erkennbare Fähigkeiten, dafür aber mit einem Fluch belegt, den ihre Zunft vor Generationen auf sich gezogen hat. Als die Gefährtin ihres Vormundes verschwindet, soll Aurora sie finden. Um Aurora das Risiko schmackhaft zu machen, wird ihr ein Beschützer und Gemahl in Aussicht gestellt: der Vagabund und Werwolf Ruben de Garou. Schnell stellt sich heraus, dass sich der Einzelgänger nicht freiwillig in die Rolle des Bräutigams gefügt hat. Obwohl sie das weiß, kann sich Aurora ihrem Schicksal nicht entziehen und wagt sich mit ihm in die nächtlichen Straßen von Rom. Dort wartet auf sie eine Bedrohung von ungeahntem Ausmaß. Der Fluch der Larvae. Ohne die Kraft und Liebe ihres Begleiters droht Aurora der Tod. Doch wie soll sie einen Werwolf erobern, der sein Herz verschließt?

Über die Autorin
Antonia Munoz, Jahrgang 1967, ist seit vielen Jahren in der Personalberatung tätig und lebt in der Nähe von Frankfurt. Ihr Interesse für Literatur und Geschichte, insbesondere für die Geschichte Frankreichs, entwickelte sich bereits in ihrer Jugend und führte sie vom Lesen zum Schreiben.

Unter dem Pseudonym Lara Wegner schreibt Antonia Munoz im Bereich Dark Romance. „Im Bann des Wolfes“ ist der erste Teil der Serie „Söhne der Luna„. Er erschien im April 2010 ebenfalls im Sieben Verlag.

10 Gedanken zu „Söhne der Luna 02 – Die Braut des Wolfes von Lara Wegner [Rezension]

  1. Oh das muss ja wirklich spannend sein! Wow, alles dabei… Hexen, Wölfe, Vampire.. Flüche. Sehr schön beschrieben Doc! 😀

  2. … schöne Männer 😉 ja, ich finde die Rezi auch sehr gelungen. Was ich mir nicht so recht vorstellen kann, sind diese „Larvae“ – nehmen die auch irgendeine Gestalt an?

  3. Ja dazu wollte ich nichts verraten. Es war das erste mal (ok kann auch dran gelegen haben das ich nachts gelesen hab) das ich mich bei einem Buch gegruselt hab. Ich bin wirklich schmerzfrei, es kann ja blutrünstig sein bis zum geht nicht mehr, aber das war echt unheimlich. Anfangs fragtman sich was sind die Larvae… ich würde sagen, wer es wissen möchte sollte lesen, spätestens wenn man ihnen begegnet ist will man wissen wies weitergeht. 😆

    Natürlich könnte ich es euch verraten……… soll ich? Wäre aber nen dicker spoiler…. aber wenn ihr wollt erzähl ich euch das.

  4. Also übersetzt waren es in der römischen Religion die Geister von Verstorbenen…. das kann man schonmal so sagen… aber die in dem Buch waren jetzt nicht nett 😉

  5. Na toll, noch eins mehr.
    Ihr macht mich fertig.
    Super schön und spannend geschrieben, Doc.
    Jetzt bin ich neugierig……

  6. na gut, du solltest auch nicht mehr verraten – nur, sind sie nun irgendwie greifbar? Ich meine, in welcher Form treten sie denn nun auf? Irgendwie kann ich zumindest verstehen, dass sie sie sauer sind, wer will schon mit einem rostigen Schwert aus dem Leben befördert werden.
    aber @ Kerstin für mich ist das wohl eher nix, wenn Doc sich schon gruselt… 😉

  7. Moin zusammen,

    @dolcevita: also es ist kein Gruselbuch in dem Sinne… aber mhmmm aaaaaalso Vorsicht
    SPOILER:
    In diesem speziellen Fall kamen sie nicht mit einem rostigen Schwert um 😀 und um Erlösung zu finden, müssen sie was erledigen. Oder jemand vernichtet sie…
    Greifbar sind sie nämlich nicht wirklich. Sie treten in Form von Mottenschwärmen/Schattenwolken auf und setzen sich zusammen wie Gestalten aber irgendwie auchnicht…
    Bei diesem einen Film die Mumie oder so, kennt man doch wenn so Sachen Gestalt annehmen und wieder zerbröseln so hab ich mir das jetzt vorgestellt. Jedenfalls haben sie ihr Opfer in einen Kokon eingewebt… der aber jetzt nicht aus so sensiblen Fäden war …. also da konnte man sich dann ehr nicht selbst draus befreien,. Und auf weitere Erklärungen verzichte ich jetzt lieber mal da könnte man jetzt ewig so erzählen ne 😀

  8. Wobei jetzt mal so grundsätzlich, Werwölfe und Vampire kommen ja aus der Horrorbranche, sicherlich werden sie zunehmend vermenscht und so, und man kann die darstellung stark beeinflussen, aaaaber ausser bei Twilight, bikki blutig und gewaltätig gehts bei denen ja schon immer zu.

    Von daher wenn man sowas jetzt gar nicht liest, …. aber wir Mädels hier sind dran gewöhnt haha….
    Okay und die Heitz Romane sind teilweise echt Splätter mässig, aber wenn zuviel Blut fließt irgendwann stumpft man ab.
    Vllt auch ein Grund warum ich das mit den Larvae so unheimlich fand, sie waren nicht greifbar und ach das kann ich jetzt doch nicht verraten :D…
    Falls jemand von euch Glenraven von der Zimmer-Bradley gelesen hat, da war auch sowas und das war auch gruselig… übrigens auch sehr schöner Fantasyroman, zwar alt aber jut.

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