Vom Winde verweht – Teil III – „Rhett“ von Donald McCaig

Bald wird sich niemand mehr daran erinnern, dass Margaret Mitchell 1937 den Pulitzer-Preis für „Gone With The Wind“ verliehen bekommen hat. Drei Jahre später kam der gleichlautende Film mit Vivien Leigh, als Scarlett O´Hara, und Clark Gable, als Rhett Butler, in die Kinos. Für Margret Mitchell, die ein Jahrzehnt an dem großen Roman gearbeitet hatte, blieb es ihr einziges Werk. Sie starb 1949 bei einem Autounfall.

2011 laufen die Urheberrechte der Erbengemeinschaft aus. Vielleicht ist das der Grund, warum nun, nachdem in den frühen Neunzigern der zweite Teil „Scarlett“ von Alexandra Ripley erschienen ist, auch noch ein dritter Teil folgen muss.

„Für die romantisch gestimmte Leserin ist vieles kalter Kaffee“ lautet die Überschrift in der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung. Donald McCaig, der Verfasser des dritten Teils von „Vom Winde verweht“, hat für „Rhett“ gründlich recherchiert und Rhett Butler entmystifiziert.

Vom Winde verweht Kurzbeschreibung
Scarlett O’Hara und Rhett Butler sind für viele das Traumpaar der Literatur- und Filmgeschichte. Unvergesslich, die temperamentvolle, selbstbewusste Südstaatenschönheit und der abenteuerlustige Lebemann. Aber was weiß man eigentlich über Rhett Butler? Donald McCaig verrät, wie die Hauptfigur aus Margaret Mitchells legendären Epos denkt, fühlt und wie seine Vergangenheit aussah. Er erzählt von Rhetts prägender Kindheit und Jugend auf einer Reisplantage bei Charleston und davon, wie der rebellische Junge zu dem Mann wird, den jeder aus „Vom Winde verweht“ kennt. In diesem einzigartigem Panorama der Südstaaten erfährt man nicht nur alles über Plantagenbesitzer, Sklaven, die besseren Kreise von Charleston und Atlanta und den vernichtenden Bürgerkrieg, der zwischen 1861 und 1865 tobte. McCaig erzählt vor allem von Rhett Butlers Welt: von Belle Watling, der Prostituierten, die zu seiner engen Vertrauten wird, Langston Butler, seinem unnachgiebigen, verbitterten Vater, Rosemary, der geliebten Schwester, und von seinem besten Freund, dem Farbigen Tunis Bonneau. Und dann ist da natürlich Scarlett, Katie Scarlett O’Hara, die eigensinnige und leidenschaftliche Frau, die für Rhett mehr empfindet, als sie wahrhaben will…

Über den Autor
Der Schriftsteller Donald McCaig wurde eigens von den Nachlassverwaltern Margaret Mitchells autorisiert, einen neuen Roman auf der Grundlage von „Vom Winde verweht“ zu verfassen. Unter aufwendigen Recherchen an Originalschauplätzen und in historischen Archiven arbeitete der 1940 geborene Autor zwölf Jahre lang an Rhett. Für seine bisher erschienenen Romane über den amerikanischen Bürgerkrieg hat er mehrere Preise erhalten, darunter den John Esten Cooke Award für die beste Südstaatenliteratur.

Der schönste erste Satz von Edgar Allan Poe

Wir hatten jetzt den Gipfel der höchsten Felsklippe erreicht.

Der Sturz in den Maelstrom von Edgar Allan Poe

Edgar Allan PoeEdgar Allan Poe, geboren am 19. Januar 1809 in Boston, Massachusetts, USA; gestorben am 7. Oktober 1849 in Baltimore, Maryland, war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er begründete das Genre der Kriminalliteratur, das Genre der Science Fiction und der Horrorstory.

Poe hatte großen Einfluss auf den Symbolismus und auf die Entwicklung der phantastischen Literatur (nicht zu verwechseln mit Fantasy-Literatur) und auf die Kriminalliteratur, insbesondere auf Jules Verne, Arthur Conan Doyle und H. G. Wells. Sein Frühwerk ist beeinflusst von Autoren der deutschen Romantik, u. a. E.T.A. Hoffmann und Friedrich de la Motte Fouqué. Zu seinen späteren Einflüssen gehören Charles Dickens, den er auch persönlich kennen lernte, Henry Wadsworth Longfellow (den er literarisch befehdete) und Fürst Hermann von Pückler-Muskau.

Zu seinen stilprägenden Erzählungen gehören Der Untergang des Hauses Usher (The Fall of the House of Usher) und Die Abenteuer Gordon Pyms (The Narrative of Arthur Gordon Pym of Nantucket). Mit Der Doppelmord in der Rue Morgue (The Murders in the Rue Morgue) gilt er als einer der Erfinder der Detektivgeschichte und des deduktiv arbeitenden Krimihelden, der seine Fälle durch Logik und Kombinationsgabe löst. Darüber hinaus wirkte er im Übergang von der Romantik zum Symbolismus als Vermittler, zuerst nach Frankreich und von dort aus wieder zurück in die USA und nach Deutschland, wo sich im Umfeld des Expressionismus eine starke Rezeption seiner Werke entwickelte. Charles Baudelaires Poe-Übersetzungen sind in Frankreich maßgeblich.

Sein zu Lebzeiten erfolgreichstes Buch war ein malakologisches Schulbuch mit dem Titel The Conchologist´s first book or, a system of testaceous malacology. Dieses Buch wurde allerdings nicht von ihm selbst verfasst, sondern der Verlag wollte mit dem Namen Poes die Verkaufszahlen erhöhen. Poe schrieb lediglich das Vorwort und bekam eine erkleckliche Summe Geld für diesen Handel. Poe beschäftigte sich auch stark mit Fragen der Logik, so mit Geheimschriften (z. B. in Der Goldkäfer) und so genannten Automaten †“ frühen Robotern †“ beispielsweise im Aufsatz Maelzels Schachspieler über einen Schachautomaten.

Ebenfalls von großer Bedeutung ist sein lyrisches Werk. The Raven (deutsch Der Rabe) und The Bells gelten als die ersten bedeutenden Gedichte Amerikas in der Weltliteratur.

Poe maß bei der Konzeption seiner Gedichte der Musik und dem logisch-formalen Aufbau einen hohen Stellenwert bei und sorgte oft für die klangliche Veranschaulichung der im Gedicht beschriebenen Dinge (The Bells), was ihn zu einem Vorläufer des Symbolismus machte. Poes großes Sujet, das in vielen Geschichten immer wieder auftaucht, ist der Tod einer schönen Frau (Morella, Ligeia, Annabel Lee). Oft thematisiert wird auch die Vorstellung einer lebendig begrabenen Person (The Fall of the House of Usher, The Premature Burial). Vielfach erscheinen in Poes Geschichten auch Personen, die geradezu vom „Wahn†œ gepackt ihr eigenes Unglück provozieren oder trotz Kenntnis des sich anbahnenden Ungemachs scheinbar machtlos direkt in ihr Verderben laufen und sich darüber verzehren (The Tell-Tale Heart, The Black Cat). Poe, der †“ auch dank zahlreicher Verfilmungen †“ sein Image als „Horrorautor†œ wohl nie ganz verlieren wird, ist, sieht man sein Werk als Ganzes †“ er verfasste Satiren, Essays, Lyrik und Erzählungen, ja sogar höchst komplexe naturwissenschaftliche Abhandlungen †“ nicht einfach unter einen Oberbegriff zu bringen. Sein Werk hat zahlreiche bedeutende Autoren der klassischen Moderne wesentlich inspiriert, u. a. Stéphane Mallarmé, Vladimir Nabokov und Arno Schmidt; letzterer ist zusammen mit Hans Wollschläger der bedeutendste Übersetzer der Werke Poes ins Deutsche. Er stellte die Arbeit an einer Poe-Übersetzung in den Mittelpunkt seines Hauptwerks Zettels Traum.

Seit 1922 erinnert das Edgar-Allan-Poe-Museum in Richmond, Virginia (USA) an das Werk des Autors. Es ist im „The Old Stone House†œ untergebracht, unweit Poes seinerzeitigen Wohnsitzes.

Der schönste erste Satz von Penelope Fitzgerald

Penelope FitzgeraldGanz dumm und weltfremd war Jakob Dietmahler nicht: Er sah sehr wohl, daß sie ausgerechnet am Tag der großen Wäsche im Elternhaus seines Freundes ankam.

Die blaue Blume von Penelope Fitzgerald

Penelope Fitzgerald, geboren 1916, war mehrmals für den traditionsreichen Booker Prize nominiert, der ihr 1979 verliehen wurde. 1998 erhielt sie als erste nichtamerikanische Autorin den angesehenen National Book Critics` Circle Fiction Prize. Penelope Fitzgerald starb 2000.

Sie war die Tochter von Punch Editor Edward Knox und die Nichte des Theologen und Krimischriftstellers Ronald Knox, des Kryptographen Dilly Knox und des Bibel-Gelehrten Wilfred Knox. „Als ich jung war,“ schrieb Fitzgerald später, „habe ich meinen Vater und meine drei Onkel für selbstverständlich genommen, und es ist mir nie aufgefallen, dass alle anderen nicht wie sie waren. Später habe ich festgestellt, dass dies ein Fehler war, aber ich habe es nicht ganz geschafft, mich ihnen anzupassen. Ich vermute, sie waren ungewöhnlich, aber ich denke, dass sie ein Recht dazu hatten.“
Sie studierte am Somerville College, Oxford und arbeitete für die BBC während des Zweiten Weltkrieges. 1941 heiratete sie Desmond Fitzgerald, einen irischen Soldaten. Sie hatte drei Kinder, einen Sohn und zwei Töchter. In den 1960er Jahren, unterrichtete sie an der Schauspielschule Italia Conti Academy und arbeitete in einer Buchhandlung in Southwold, Suffolk. Eine Zeit lang lebte sie auf einem Hausboot in Battersea an der Themse, das Berichten zufolge zwei Mal gesunken ist.

Sie begann ihre literarische Karriere 1975, im Alter von 58 Jahren, als sie eine Biographie über die Präraffaeliten und den englischen Künstler und Designer Edward Burne-Jones (1833-1898) schrieb. Es folgte zwei Jahre später eine Biographie über ihren Vater und ihre Onkel, The Knox Brothers.

Die blaue Blume Fitzgeralds letzter Roman „Die blaue Blume“, erschien 1995 und spielt im 18. Jahrhundert. Es ist ein Roman über den Preis dichterischer Genialität. Sie erfasst einen Ausschnitt aus dem kurzen Leben des Friedrich von Hardenberg (Novalis), die Zeit seiner Liebe zu Sophie von Kühn, seiner „blauen Blume“, die im Alter von fünfzehn Jahren an Tuberkulose starb.

Die blaue Blume ist ein erstaunliches Buch, ein Meisterwerk, so haben es zahlreiche englische Kritiker bezeichnet… Penelope Fitzgeralds vielseitigstes und anspruchsvollstes Buch. Es ist ihr größter Triumph, ein lebendiges Stück Literatur über einen Dichter.

Der schönste erste Satz von Linn Ullmann

Linn UllmannSander schweigt.

Die Lügnerin von Linn Ullmann

Linn Karin Beate Ullmann (* 9. August 1966) ist eine norwegische Schriftstellerin und Journalistin.
Linn Ullmann, Tochter von Liv Ullmann und Ingmar Bergman, die bereits 1971 und 1978 in Filmen an der Seite ihrer Mutter kleine Rollen hatte, debütierte als Schriftstellerin 1998 mit Før du sovner. Sie lebt und arbeitet in Oslo und ist dort Kulturjournalistin für die Tageszeitung Dagbladet. Ullmann ist mit dem Dichter und Bühnenautor Niels Fredrik Dahl verheiratet. Das Paar hat eine gemeinsame Tochter.

Der schönste erste Satz von Djuna Barnes

Djuna BarnesTrotz wohlbegründeter Zweifel, ob es ratsam sei, jene Rasse zu erhalten, die Gottes Einverständnis und der Menschen Mißbilligung erfährt, gebar im Frühjahr 1880 im Alter von fünfundvierzig Jahren Hedwig Volkbein, eine Wienerin von großer Kraft und soldatischer Schönheit – hingestreckt unter Pfosten eines Himmelbettes von üppig theatralischem Karmin, hinter Behängen auf denen Habsburgs gegabelte Schwingen prangten, unter Federdecken, deren Atlashülle in reichem indes erblindetem Goldfaden das Volkbeinsche Wappen schmückte -, ihr einziges Kind: einen Sohn; sieben Tage nach der vom Arzt vorausgesagten Stunde.

Nachtgewächs von Djuna Barnes

Djuna Barnes (* 12. Juni 1892 in Cornwall on Hudson; †  18. Juni 1982 in New York City) war eine US-amerikanische Schriftstellerin und wird zu den wichtigsten Autorinnen der literarischen Moderne gezählt.

Barnes Kindheit war geprägt durch das Leben auf einer Farm einer ländlichen Gegend im Staat New York und den später in ihren literarischen Werken verarbeiteten sexuellen Missbrauch durch ihren Vater und ihre Großmutter. Beide waren extreme Freidenker, die auch einen Schulbesuch für das Kind ablehnten. Sie wurde von ihrem Vater unterrichtet. Auch die Großmutter war eine zwiespältige Figur für sie: trotz des als traumatisch empfunden Missbrauchs war sie von ihrer starken Persönlichkeit fasziniert und sah sie in bestimmten Aspekten als Vorbild.

19jährig zog sie in die Bronx, um zu malen, arbeitete jedoch nebenher als freie Journalistin. Ab 1912 veröffentlichte sie regelmäßig in New Yorker Tageszeitungen. Bald zog sie in das Künstlerviertel Greenwich Village, wo sie den Theaterkritiker Courtenay Lemon kennenlernte, mit dem sie eine nur drei Jahre dauernde Ehe einging. In dieser Zeit veröffentlichte sie ihren ersten Gedichtband und einige Theaterstücke, in denen sie auch selbst spielte.

1919 zog sie nach Paris und fand dort bald Eingang in den intellektuell-lesbischen Kreis um Natalie Barney. Von 1923 an lebte sie mit Thelma Wood zusammen, hatte jedoch neben dieser Beziehung weitere Liebesaffären mit Männern und Frauen. Die Tatsache, dass auch Wood konstant Affären hatte, verletzte sie jedoch sehr und führte zu Alkoholmissbrauch. 1928 erschien ihr Roman Ryder und der Ladies Almanack, in dem sie sich über Barney und deren Freundinnen lustig macht. Nach der Trennung von Wood 1931 lebte Barnes bei Peggy Guggenheim und arbeitete an ihrem wichtigsten Roman Nightwood.

Von 1940 an lebte sie erneut im Greenwich Village in New York und schrieb wie besessen, veröffentlichte jedoch kaum noch etwas. Nur die Sozialhilfe und Zuwendungen der Sammlerin und Mäzenin Peggy Guggenheim hielten sie über Wasser. Sie hatte wenige Sozialkontakte und lebte allein.

Mamalinde, am 02. November 2007