Ingeborg-Bachmann-Preis 2011 geht an Maja Haderlap

Die österreichische Autorin Maja Haderlap hat den Ingeborg-Bachmann-Preis 2011 gewonnen. Sie setzte sich mit ihrem ruhigen, poetischen Text Im Kessel – einem Auszug aus ihrem Romandebüt „Engel des Vergessens“ in Klagenfurt gegen 13 weitere Nachwuchsautorinnen- und autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz durch.  Maja Haderlap erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro.

Die 1961 geborene und in Klagenfurt lebende Autorin beleuchtet in ihrer Dorf- und Familiengeschichte den Widerstand der Kärntner Slowenen gegen die deutsche Wehrmacht. Haderlap habe der Geschichte der Kärntner Partisanen eine Stimme gegeben, begründete Jurorin Daniela Strigl, die sie für den Wettbewerb vorgeschlagen hatte, ihre Wahl. „Sie beschreibt es bedächtig, mit großer Genauigkeit und ohne Hass„, sagte Strigl.

Kurzbeschreibung „Engel des Vergessens“
Ein großes Romandebüt, das von einem Leben in der Mitte Europas erzählt; mit kraftvoller Poesie; Geschichten, die uns im Innersten betreffen.Maja Haderlap gelingt etwas, das man gemeinhin heutzutage für gar nicht mehr möglich hält: Sie erzählt die Geschichte eines Mädchens, einer Familie und zugleich die Geschichte eines Volkes. Erinnert wird eine Kindheit in den Kärntner Bergen. Überaus sinnlich beschwört die Autorin die Gerüche des Sommers herauf, die Kochkünste der Großmutter, die Streitigkeiten der Eltern und die Eigenarten der Nachbarn.

Erzählt wird von dem täglichen Versuch eines heranwachsenden Mädchens, ihre Familie und die Menschen in ihrer Umgebung zu verstehen. Zwar ist der Krieg vorbei, aber in den Köpfen der slowenischen Minderheit, zu der die Familie gehört, ist er noch allgegenwärtig. In den Wald zu gehen hieß eben „nicht nur Bäume zu fällen, zu jagen oder Pilze zu sammeln“. Es hieß, sich zu verstecken, zu flüchten, sich den Partisanen anzuschließen und Widerstand zu leisten. Wem die Flucht nicht gelang, dem drohten Verhaftung, Tod, Konzentrationslager. Die Erinnerungen daran gehören für die Menschen so selbstverständlich zum Leben wie Gott. Erst nach und nach lernt das Mädchen, die Bruchstücke und Überreste der Vergangenheit in einen Zusammenhang zu bringen und aus der Selbstverständlichkeit zu reißen und schließlich als (kritische) junge Frau eine Sprache dafür zu finden.

Eindringlich, poetisch, mit einer bezaubernden Unmittelbarkeit. Maja Haderlap hat eine gewaltige Geschichte geschrieben… Die Großmutter wie noch keine, der arme bittere Vater wie noch keiner, die Toten wie noch nie, ein Kind wie noch keines. (Peter Handke)

Die österreichisch-slowenische Vergangenheit ist nach Angaben Strigls zwar historisch, aber bisher kaum literarisch aufgearbeitet worden. Haderlap sei ein „Glücksfall, bei dem der Stoff zur Gestaltung gedrängt hätte.

„Das sind Geschichten, die mich mein ganzes Leben begleitet haben“, sagte die Gewinnerin, die auf Deutsch und Slowenisch schreibt, in einer ersten Reaktion. Sie sei damit aufgewachsen.

Über die Autorin
Maja Haderlap, geb. 1961 in Eisenkappel/Zelezna Kapla (Österreich), studierte Theaterwissenschaft und Germanistik an der Universität Wien. Sie war von 1992 bis 2007 Chefdramaturgin am Stadttheater Klagenfurt und unterrichtet regelmäßig am Institut für Angewandte Kulturwissenschaft der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt. Seit 2008 lebt Maja Haderlap als freie Schriftstellerin in Klagenfurt. Sie veröffentlichte Gedichtbände auf Slowenisch und Deutsch sowie Übersetzungen aus dem Slowenischen. „Engel des Vergessens“ ist ihr Romandebüt.

Mit dem Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, der seit 1977 in Klagenfurt stattfindet und mit der Vergabe des Ingeborg-Bachmann-Preises verbunden ist, wird die Erinnerung in die österreichische Dichterin (1926-1973) aufrechterhalten. Bachmann schrieb zahlreiche Erzählungen, Gedichte und Hörspiele. Sie gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts.

Haderlap setzte sich erst im vierten Wahlgang gegen den Deutschen Steffen Popp durch. Der in Berlin lebende Autor erhielt dann aber für seine Spurensuche in einem thüringischen Dorf den mit 10.000 Euro dotierten Kelag-Preis.

Der mit 7500 Euro dotierte 3sat-Preis ging an die junge deutsche Autorin Nina Bußmann.

Zuschauerliebling war der Berliner Thomas Klupp mit seinem unterhaltsamen Text „9to5 Hardcore“, in dem es um Pornografie und den Universitätsbetrieb geht. Er erhielt den Publikumspreis.

Der mit 7000 Euro dotierte Ernst-Willner-Preis ging an Leif Randt. Dieser Sonderpreis des Klagenfurter Wettbewerbs bietet den Verlagen aus dem deutschen Sprachraum, die ihn gestiftet haben, eine legitime eigene Public-Relations-Plattform.

Quelle: Tagesschau.de

Blutlinien: Richelle Meads Vampire Academy geht weiter – ohne Rose

Am 01.07.2011 ist mit „Schicksalsbande“ (orig. Titel: Last Scarfice) der sechste und letzte Teil der Vampire Academy-Reihe der US-amerikanische Fantasy-Autorin Richelle Mead in der deutschsprachigen Übersetzung im LYX Verlag erschienen. Mittlerweile hat die beliebte Autorin auf ihrem Blog angekündigt, dass es eine spin-off-Reihe unter dem Titel „Bloodlines“ geben wird. „Blutlinien“ spielt wieder in der Welt der Moroi, Strigoi und Dhampire – allerdings ohne Rose. „Rose braucht eine Pause, sonst würden schlimme Dinge mit ihr passieren„, begründet Richelle Mead ihre Entscheidung ohne Rose und Dimitri weiter zu schreiben. In der neuen Reihe liegt der Fokus auf Sydney, Jill, Adrian, und Eddie, Charaktere, die schon im ersten Teil „Blutschwestern“ eine Rolle gespielt haben.

Kurzbeschreibung:
Blut lügt nicht. Sydney ist Alchimistin und gehört zu einer Gruppe von Menschen, die versucht, durch Magie die Welt der Menschen und Vampire zu überschreiten. Sie schützen nicht nur das Geheimnis der Vampire, sondern auch Menschenleben. Als Sydney mitten in der Nacht aus ihrem Bett gerissen wird, denkt sie spontan, dass sie bestraft wird, weil sie sich für Rose und die Dhamphire eingesetzt hat. Aber es ist viel schlimmer. Jill Dragomir, die Schwester der Moroi-Königin Lissa, ist in tödlicher Gefahr. Die Moroi müssen sie verstecken. Zur Vermeidung eines Bürgerkrieges ist Sydney bestimmt worden als Jills Wächterin und Beschützerin zu fungieren. Sie flüchten dahin, wo niemand sie vermutet und suchen würde, in ein Internat in Palm Springs, Kalifornien. Doch statt Sicherheit bei Amberwood Prep zu finden, entdeckt Sydney, dass die Katastrophe gerade erst beginnt…

Bloodlines erster Teil wird in der Ich-Erzählperspektive aus der Sicht von Sydney erzählt. Zunächst waren drei Bücher mit abwechselnden Erzählperspektiven geplant, doch Sydney hat den Weg bereits geebnet, berichtet Richelle Mead. In englischsprachigen Ländern erscheint der erste Teil bereits am 23. August 2011. Wann die deutschsprachige Übersetzung auf den Markt kommt, steht noch nicht fest. Im Moment laufen noch Verhandlungen mit den Verlagen. Der Titel den zweiten Teils steht allerdings schon fest. „The Golden Lily“ (Die goldene Lilie) erscheint im Frühjahr 2012 – vorausgesetzt, der Verlauf der Schwangerschaft und die Geburt ihres Kindes verläuft so wie erhofft.

Richelle Mead über Bloodlines:

Unter Bloodlinesseries.com findet sich mehr zur neuen Buchreihe von Richelle Mead.

Quelle: Blue Succubus Livejournal von Richelle Mead

P.S.: Richelle Mead hat übrigens berichtet, dass es im nächsten Jahr noch einen Nachschlag über Rose und Dimitri in Russland gibt. Es wird zwar kein Roman sein, aber dafür eine Anthologie mit Kurzgeschichten. 😉

KrimiZEIT-Bestenliste Juli 2011

Platz 1 : Staubige Hölle von Roger Smith

Kurzbeschreibung
Robert Dell ist auf der Flucht. Seine Frau und Kinder sind auf grausame Weise umgebracht worden, er selbst steht plötzlich unter Mordverdacht.Dells einziger Verbündeter ist sein verhasster Vater, ein ehemaliger CIA-Killer und überzeugter Rassist, der gerade aus dem Gefängnis entlassen ist. Auf einem blutigen Roadtrip, der sie tief ins Landesinnere führt, machen Dell und sein Vater Jagd auf den wirklichen Mörder – und decken dabei eine Verschwörung auf, die bis in die höchsten Regierungskreise reicht. Immer weiter eskalieren Gewalt und Vergeltung, denn im Zeitalter der Post-Apartheid scheint ein Menschenleben nicht mehr viel wert zu sein.

Platz 2 : Der Killer stirbt von James Sallis

Kurzbeschreibung
Nichts ist so, wie es scheint. Ein ausgebrannter Cop jagt ein Phantom, und ein Auftragskiller wird kurz vor Ende seiner letzten Mission von der Vergangenheit eingeholt. Mit traumwandlerischer Sicherheit inszeniert James Sallis ein Spiel über Leben und Sterben, virtuos erzählt, hart und melancholisch zugleich.Ein todkranker Killer erhält einen letzten Auftrag. Er soll einen unscheinbaren Buchhalter zur Strecke bringen. Langsam umkreist der Killer seine Beute, um im richtigen Moment zuzuschlagen doch ein anderer kommt ihm zuvor. Der Buchhalter wird von einem Unbekannten niedergeschossen, überlebt jedoch den Anschlag und wird schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Alles deutet darauf hin, dass der Mordversuch das Werk eines Profis war. Aber warum sollte gerade ein Profi an dieser scheinbar leichten Aufgabe scheitern? In der Hoffnung, mehr herauszufinden über seinen geheimnisvollen Konkurrenten, nimmt der Killer heimlich Kontakt zur Polizei auf … und macht eine furchtbare Entdeckung.

Platz 3 : Roter Glamour von Dominique Manotti

Kurzbeschreibung
David gegen Goliath: Die junge Polizistin Noria Ghozali ermittelt gegen den mächtigen Präsidentenberater François Bornand. Ein Politthriller der Extraklasse über eine authentische Staatsaffäre: Manotti ist eine kaltblütige Chronistin des Verbrechens, literarisch brillant, gnadenlos realistisch und unbeirrbar parteilich.Staatsaffäre
Sie heißt Noria Ghozali und ist der Arsch der Truppe. Wenn Kinder auf Montmartre Hundehaufen mit Böllern zum Explodieren bringen, darf sie „ermitteln“. Und auf dem Revier ist die Jungpolizistin Zielscheibe rassistischer Mobbingattacken. Doch dann wird eine unbekannte Tote auf einem verlassenen Parkplatz zum Katalysator für ihre Karriere. Noria verbeißt sich sofort in ihren ersten echten Fall, und bald wird eine konkurrierende Polizeibehörde auf sie aufmerksam, der Zentrale Nachrichtendienst. Noria lässt sich anwerben für eine streng geheime Ermittlung, der die politische Elite zum Straucheln bringen könnte
Indessen arbeitet François Bornand, Sonderberater des sozialistischen Präsidenten Mitterand, an der Befreiung französischer Geiseln im Libanon. Der Gründer der berüchtigten Antiterrorzelle des Élysée steht unter Druck, denn kurz vor den Parlamentswahlen sind die Umfragewerte der Sozialisten denkbar schlecht. Ein geheimes Waffengeschäft mit dem Iran verheißt eine schnelle Lösung und fette Beute für die Parteikasse wie für Bornands Privatschatulle. Doch das mit Raketen beladene Flugzeug stürzt ab, und die Presse bekommt Wind von der Affäre. Machtgier und Überheblichkeit treiben Bornand in eine Spirale der Gewalt bis Noria Ghozali seinen Weg kreuzt.

Platz 4 : Schmutzige Hände: Politthriller von Giancarlo de Cataldo

Kurzbeschreibung
Italien 1992: Bomben und gute Geschäfte †“ das organisierte Verbrechen greift nach der Macht.
In Rom, Florenz und Palermo explodieren Bomben, die Richter Falcone und Borsellino fallen grausamen Attentaten zum Opfer. Die Mafia agiert skrupelloser denn je, entschlossen, die Regierung zu einem neuen Pakt zu zwingen. Kommissar Scialoja ist müde und zynisch geworden. Er verwaltet das Erbe Vecchios, der fleischgewordenen Grauzone des Staates. Er verhandelt mit der Mafia, um dem Terror ein Ende zu bereiten und dem Staat zu einem wenn auch prekären Gleichgewicht zu verhelfen.
Seine Geliebte, die ehemalige Edelnutte Patrizia, gängelt ihn im Auftrag ihres Mannes, des Gladioveterans Stalin Rossetti. Dieser will mithilfe der neuen Generation der sizilianischen Mafia das Machtvakuum zu seinem Vorteil besetzen.
Ihre Schicksale kreuzen sich mit alten Unternehmerdynastien, deren Tage gezählt sind, mit wendigen Glücksrittern, Geheimlogen und skrupellosen Profiteuren von Siziliens Gnaden: Italien soll nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und dem Zusammenbruch des traditionellen politischen Systems in neue Hände gelegt werden.
De Cataldo gelingt es meisterhaft †“ wie schon in seinem Bestseller Romanzo Criminale †“, mit seinen Charakteren den Unterschied zwischen dem „alten†œ und dem „neuen†œ Italien sichtbar zu machen.

Platz 5 : Süden von Friedrich Ani

Kurzbeschreibung
Zurück in München erhält Tabor Süden als Detektiv den Auftrag, nach dem Wirt Raimund Zacherl zu suchen. Der Fall ist genau das Richtige für den ehemals so erfolgreichen Ermittler: Ein Mann verlässt sein Durchschnittsleben, und jeder fragt sich, warum. Mit seinen besonderen Methoden findet Süden die Spur des Wirts und verfolgt sie bis nach Sylt †“ und schon längst hat er begriffen, dass niemand den Mann wirklich kannte. Friedrich Ani verknüpft in seinem neuen Krimi gleich mehrere Geschichten, in denen Menschen verschwinden. Zacherl bleibt zwar stets das erste Ziel, das Süden versucht aufzuspüren, aber Friedrich Ani macht zugleich deutlich, warum Menschen ihre gewohnten Lebensbahnen verlassen.

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Platz 6 : Der Tod und der Dicke von Reginald Hill

Kurzbeschreibung
Weil er wieder mal auf seine große Klappe und die Überzeugungskraft seiner gut zwei Zentner Lebendgewicht vertraut, fliegt Superintendent Andy Dalziel eine Bombe um die Ohren. Schwer verletzt liegt der Dicke nun im Koma und schlägt sich mit dem Sensenmann herum. Chief Inspector Peter Pascoe will die Schuldigen dingfest machen und stößt dabei auf vermeintliche Islamisten, einen merkwürdigen Tempelritter- Orden und eine Anti-Terror-Einheit, die ihn kaltstellen will. Wäre doch bloß der Dicke mit von der Partie …

Platz 7 : Belleville – Barcelona von Patrick Pécherot

Kurzbeschreibung
Der scheinbar leichte Auftrag, eine Fabrikantentochter, die mit einem Arbeiter durchgebrannt ist, wieder zur Familie zurückzuführen, erweist sich als Pulverfass. In Pécherots zweitem Band der Krimi-Trilogie aus dem Paris der Zwischenkriegszeit tritt wieder ein bemerkenswertes Personal auf: Neben Nestor Burma sind das ein Zauberkünstler, im Zivilstand Bestatter, ein glatzköpfiger, Rinderblut trinkender Schmuggler, eine Leiche ohne Kopf, die sich als Trotzkis ehemaliger Sekretär entpuppt und kein Geringerer als André Breton höchstpersönlich, der Waffen nach Spanien schmuggeln hilft. In Frankreich sind die Tage der Volksfront gezählt. Das Land wird erschüttert durch Attentate der rechtsextremen Cagoule, deren versuchter Staatsstreich nur wenige Monate zuvor vereitelt wurde. Die Lage in Europa wird immer angespannter. Hitler hat Österreich annektiert. Die Völkergemeinschaft schweigt, als Mussolini in Äthiopien einmarschiert. Auf der anderen Seite der Pyrenäen tobt der Spanische Bürgerkrieg. Patrick Pécherot beherrscht die Kunst, Zeit und Figuren auferstehen zu lassen wie ein Panoptikum und sie in eine spannende Krimihandlung einzubetten.

Platz 8 : Wer das Schweigen bricht von Mechtild Borrmann

Kurzbeschreibung
August 1939: Sechs junge Menschen geben sich das Versprechen, füreinander da zu sein. Während der Nazi-Zeit wird ihre Freundschaft auf eine harte Bewährungsprobe gestellt. Denn Verrat wird mit dem Tod bestraft. Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg entdeckt Robert Lubisch im Nachlass seines Vaters, einem Industriemagnaten der Nachkriegszeit, das Foto einer attraktiven Frau und einen Wehrpass, ausgestellt auf einen ihm unbekannten Mann. Was hat das alles mit seinem Vaterzu tun? Robert macht sich auf die Suche und stößt dabei auf eine Journalistin, die sofort eine große Story ahnt und bereit ist, dafür auch den Ruf seines Vaters zu opfern. Doch noch bevor sie Robert etwas mitteilen kann, wird sie grausam ermordet. Robert ist entsetzt. Welche alten Wunden hat er mit seinen Nachforschungen wieder aufgerissen …

Platz 9 : Lass die Toten ruhen von Malla Nunn

Kurzbeschreibung
Nur achtundvierzig Stunden Durban in den fünfziger Jahren. Drogenbosse, Zuhälter, korrupte Polizisten, indische Kleinkriminelle, gestrandete Deutsche beherrschen die Szene. Emmanuel Cooper, ein verdeckter Ermittler, muss einen Mörder finden, um sich selbst zu retten. Eindrucksvoll beschreibt Malla Nunn die dunklen, gleichwohl faszinierenden Seiten Südafrikas. »Malla Nunn ist eine großartige Erzählerin.« Deon Meyer
Malla Nunn wurde in Swasiland geboren und hat mit ihrer Familie lange in Südafrika gelebt. Als Filmemacherin erhielt sie mehrere Auszeichnungen. In diesem Roman hat sie ihre eigene Familiengeschichte verarbeitet. Ihre Eltern lernten sich in den fünfziger Jahren kennen, als es für einen Weißen verboten war, eine Nicht-Weiße zu heiraten. Bei Aufbau erschien von ihr ebenfalls der erste Roman über Emmanuel Cooper: „Ein schöner Ort zu sterben†œ.

Platz 10 : Der sterbende Detektiv von Leif GW Persson

Kurzbeschreibung
Ein brutaler Mord in den Schären. Und ein Ermittler, dem nicht mehr viel Zeit bleibt
Stockholm, vor einer Würstchenbude: Der pensionierte Lars Martin Johansson, legendärer Mordermittler und bei seinen ehemaligen Kollegen als der Mann bekannt, der um die Ecke denken kann, erleidet einen Schlaganfall. Gerade noch rechtzeitig wird er in ein Krankenhaus eingeliefert. Als er dort drei Tage später wieder aus dem Koma erwacht, rechtsseitig gelähmt, steht eines fest: von Johannson, wie man ihn einst kannte, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Seine Lebensgeister werden erst wieder geweckt, als ihm seine behandelnde Ärztin von einem brutalen Mord an einem kleinen Mädchen erzählt, der 25 Jahre zurückliegt und nie aufgeklärt wurde. Vom Krankenbett aus beginnt Johansson mit den Ermittlungen. Er will Gerechtigkeit, und er ahnt, dass das womöglich sein letzter Fall sein wird …
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Quelle: Die KrimiZEIT-Bestenliste wird in der Kooperation Die ZEIT, ARTE, und NordwestRadio von Tobias Gohlis als verantwortlichen Sprecher monatlich erstellt. Der Jury kommt es auf Qualität an. Monatlich wählen 17 auf Kriminalliteratur spezialisierte Literaturkritiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus der Masse der Neuerscheinungen die zehn Titel aus, denen sie besonders viele Leser wünschen. Begründungen zum Ranking und Inhalt mit den jeweiligen Rezensionen der „Besten“ finden sich auf der Homepage der Krimi-Spezialisten unter www.arte.tv/krimiwelt
Die hier zu den einzelnen Büchern eingefügten Kurzbeschreibungen stammen von den Verlagen und geben nicht die Meinung der Jury wieder.

Olympia 2018: Live-Übertragung und Party am Münchner Marienplatz ab 8.30 Uhr

Der Countdown läuft!

Wer vor Ort die Daumen drücken möchte, erlebt die 70minütige Präsentation der Münchner Delegation mit und kann  anschließend bei der Pressekonferenz die ersten Reaktionen zu hören.

Die Bayern-3-Moderatoren Bernhard Fleischmann und Roman Röll führen durch ein attraktives Programm mit interessanten Gästen, Musik, Verlosungen, Sportdarbietungen und vielem mehr.

Unter anderem stehen Auftritte der norwegischen Hip-Hop- und Reggae-Band Madcon, des Kabarettisten Willy Astor und des ehemaligen Skispringers Dieter Thoma auf dem Programm.

Immer wieder soll es Schaltungen nach Durban, Garmisch-Partenkirchen und Berchtesgaden geben, um Stimmung und Spannung einzufangen. Die Kaufinger Straße verwandelt sich in eine Fanmeile mit Mitmachaktionen und für das leibliche Wohl wird natürlich auch gesorgt sein.

Um 15.35 Uhr erfolgt die erste Entscheidung und für einen der drei Kandidaten Annecy, Pyeongchang oder München kann jetzt schon alles vorbei sein.

Um Punkt 17.00 Uhr steht dann endgültig fest, ob München die bisher einzige Stadt sein wird, die sowohl Sommer- als auch Winterspiele austrägt.

Darf gefeiert werden? Hoffentlich! 😉

Die Party ist bereits geplant! Bis 22.00 Uhr verwandeln sich Marienplatz und Kaufinger Straße in eine riesige Tanzfläche.

Quelle:  München 2018

Verdammte Scheiße, schlaf ein von Adam Mansbach

Kurz nachdem meine vierjährige Tochter regelmäßig den Kindergarten besuchte, gehörten „sone Seiße“ oder auch „söne Seiße“ zu ihrem neuen Wortschatz. Da sie das Sch noch nicht sprechen konnte, sorgte sie durch mit Inbrunst verkündete Sätze wie „die Puppe is so seiß sön“ regelmäßig für viel Aufmerksamkeit und Gelächter. Das änderte sich schlagartig, als das Sch da war. Eine Vierjährige, die mit den Kraftausdrücken der Erwachsenen ihre Sätze ausschmückt, ist nicht niedlich. Dabei gehörte „Scheiße“ eindeutig noch zu den harmloseren Ausdrücken, mit denen sie sukzessive ihre Sätze erweiterte.

Go the Fuck to Sleep“ lautet der Titel eines mit 14 bezaubernd illustrierten Doppelseiten kleinen Büchleins, das gerade in den USA für Begeisterung sorgt, in 20 Sprachen übersetzt werden soll und dessen Filmrechte bereits verkauft sind.

Zunächst war „Go the Fuck to Sleep“ nur ein Witz auf Facebook, in dem Adam Mansbach sich als frustrierter Vater Luft machte. Er fand so viel Zustimmung, dass er sich zu dem Buch entschloss. Die gereimten Vierzeiler haben es in sich. Die Bilder vermitteln eine heile Welt, die Texte dazu die beißend ironische Forderung eines frustrierten Elternteils nach Ruhe.

Die Vögel des Himmels verstummen,
Die Nacht senkt sich über den Hain.
Du hast immer noch Durst? Hör auf mit dem Scheiß.
Leg dich hin, schlaf verdammt noch mal ein.

Verdammte Scheiße, schlaf ein“ lautet der Titel in der deutschsprachigen Übersetzung von Jo Lendle, der Ende Juni 2011 im DuMont Verlag erschienen ist und die Nation mal wieder spaltet.

Man sollte das Buch boykottieren!„, schreibt eine empörte Mutter auf Amazon. So ein Scheiß Blödsinn. Kinder ins Bett zu bringen, ist Schwerstarbeit. Das Büchlein enthält so viel Wahrheit, dass sich hierzulande kaum jemand traut, das laut auszusprechen. Selbstredend ist das Buch ab 18!

Mehr dazu findet sich hinter den folgenden Links:
Samuel L. Jackson reads †œGo the F*ck to Sleep†
Gute Nacht, verdammt!
Warum will jeder dieses Buch?
Einfach mal Scheiße brüllen: Adam Mansbach sagt, was Eltern wirklich denken.
Was hat uns bloß so ruiniert?
‚Go the F*ck to Sleep‘ Sparks Soul-Searching Among German Parents