750.000 E-Book Downloads bei Random House in 2010

Wie das Börsenblatt heute berichtet, wurden nach Angaben von Random House im letzten Jahr erstmals mehr als 750.000 deutschsprachige E-Books der Verlagsgruppe in Deutschland heruntergeladen. Im Vergleich zu 2009 konnte der Umsatz mit E-Books versiebenfacht werden.

Seit 2008 konnte die Verlagsgruppe, die bereits seit dem Jahr 2000 E-Books in Deutschland anbietet, den Umsatz mit E-Books nach eigenen Angaben um das Hundertfache steigern. Damit verläuft die Entwicklung in Deutschland ähnlich steil wie in den USA, wo der Anteil von E-Books inzwischen 10 Prozent erreicht hat. Diese dynamische Entwicklung, die mit der Einführung des Sony Reader im März 2009 begonnen habe, habe mit der Verfuügbarkeit weiterer Lesegeräte wie dem iPad von Apple oder dem OYO von Thalia im letzten Jahr weiter an Fahrt gewinnen können.

Mit derzeit knapp 4.000 lieferbaren Titeln bietet die Verlagsgruppe Random House bereits 25 Prozent des lieferbaren Programms als E-Book an. Neuerscheinungen werden in der Regel gleichzeitig zur Printversion auch als E-Book angeboten. Ältere Titel erscheinen sukzessive auch als E-Book; so liegen inzwischen zum Beispiel viele Titel von deutschen Bestsellerautoren wie Sabine Asgodom, Wladimir Kaminer, Richard David Precht, Andrea Schacht oder Ingo Siegner ebenso wie von internationalen Autoren wie Lee Child, Joy Fielding, Frederik Forsyth, Stephen King, Hakan Nesser oder Nora Roberts auch als EBooks vor„, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.

Quelle: Börsenblatt

Leipziger Buchmesse 2011: Ein Rückblick

Mit 163.000 Besuchern verzeichnete die Leipziger Buchmesse vom 17. bis 20. März 2011 einen neuen Rekord. 2150 Aussteller aus 36 Ländern präsentierten an den vier Tagen den Literatur-Fans ihre Neuerscheinungen.

Bereits morgens strömten die Menschen auf das Messegelände.

Betreibern von Literaturblogs, die von der Buchmesse berichten wollen, kann ich nur empfehlen, sich vorab einen Presseausweis zu besorgen. Die Akkreditierung läuft völlig unkompliziert online über die Internetseite der Leipziger Buchmesse, die Ausweise werden pünktlich vor Messebeginn per Post zugeschickt.

Mit dem Presseausweis erhält man den Zugang auf das Messegelände über den Presseeingang und kann zudem noch zeitsparend und kostenlos Gepäck und Garderobe in einem separaten Bereich abgeben. Von dort aus landet man direkt in Halle 3. Die Orientierung fällt nicht schwer. Die Hallen 3 und 5 sind ebenso wie die Hallen 2 und 4  mit der Glashalle, dem Zentrum des Messegeländes, verbunden.

Wer sich im Vorfeld kein eigenes Programm zusammengestellt hat, findet alle Veranstaltungen übersichtlich in einem Heft, das ebenfalls kostenlos an „Fachbesucher“ abgegeben wird. Über einige Highlights der diesjährigen Messe haben wir ja schon berichtet, nachfolgend abschließend noch ein Rückblick.

Die diesjährigen Förderpreise des Adelbert-von-Chamisso-Preises erhielten die russische Schriftstellerin Olga Martynova für ihren Roman „Sogar Papageien überleben uns“ und der deutsche Journalist und Autor Nicol Ljubić für „Meeresstille„. Beide diskutierten am 18.03. mit der deutschen Schriftstellerin, Publizistin und Kulturjournalistin Irene Ferchl am Stand von arte.

Nicol Ljubić trafen wir am 19.03. nochmals bei „FOCUS Ausgezeichnet!“ im Gespräch im Ijoma Mangold.

Zum Thema „Junge deutschsprachige Autoren“ sprach Doris Plöschberger am 19.03. im Berliner Zimmer mit dem frisch gekürten Preisträger des Leipziger Buchpreises 2011 Clemens J. Setz über seinen Roman „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes„. Der junge Autor Clemens J. Setz wirkte noch etwas publikums- und medienscheu und konzentrierte sich fast ausschließlich auf sein preisgekröntes Werk und vermied möglichst den Blick in den übervollen Zuschauerbereich.

Selbstbewusst und extravertiert präsentierte dagegen Wolf Wondratschek am 18.03. sein neues Buch „Das Geschenk“ auf dem blauen Sofa, das wirkungsvoll auf zwei überdimensionalen Büchern platziert war.

Die aparte dänische Schriftstellerin Janne Teller stellte ihren neuen Jugendroman „Krieg: Stell dir vor, er wäre hier“ im Nordischen Forum im Gespräch mit Peter Urban-Halle vor.

„Der Literarische Club“, zu dem Sigrid Löffler (Literaturkritikerin), Thomas Böhm (Sagenhaftes Island), Meike Feßmann (Süddeutsche Zeitung) und Mathias Schreiber (Der Spiegel) gehörten, diskutierte mit der Moderatorin Silke Behl über vier belletristische Neuerscheinungen am 18.03. im ARD Hörbuch-Forum. Sigrid Löffler stellte den neuen Roman von Jonathan Lethem „Chronic City“ vor, Thomas Böhm hatte „Das Gleißen der Nacht“ von Sjón dabei,  Meike Feßmann kam an Arno Geigers „Der alte König in seinem Exil“ nicht vorbei und Mathias Schreiber erklärte „Das große Haus“ von Nicole Krauss zu seiner liebsten Neuerscheinung aus dem Frühjahr 2011 – wobei er damit auf wenig Zustimmung stieß.

Viel Aufmerksamkeit hatte Walter Kohl, als er begleitet von einigen Kamerateams die Bühne des ARD TV-Forums am 19.03. betrat.
Leben oder gelebt werden: Schritte auf dem Weg zur Versöhnung“ lautet der Titel des Buches von Helmut Kohls ältestem Sohn Walter, das im Januar 2011 auf den Markt kam.

Die nächste Leipziger Buchmesse kommt bestimmt und zwar vom 15. bis 18. März 2012 – und wir sind hoffentlich wieder dabei… 😉

Leipziger Buchmesse 2011: edition fünf

Leseglück zum Weitertragen“ lautete die Losung am Stand der edition fünf. Gutgelaunt verteilten die Verlegerin Silke Weniger (links im Bild) und die Herausgeberin Karen Nölle (rechts im Bild) hübsche grüne Stofftaschen an Messebesucher, die sich informiert hatten und die Losung wussten.

Gemeinsam in einer Vertriebskooperative mit den unabhängigen Buchverlagen A1 Verlag, Assoziation A, Edition Nautilus und Transit präsentierte die editon fünf ihr Fünferpaket aus dem Herbst 2010.

Fünf bekannte und unbekannte Titel, die allzu schnell vom Markt verschwunden sind oder denen sie mehr Beachtung wünschen, Lieblingsbücher, die unbedingt lieferbar sein sollten: eigensinnige, sinnliche, kluge Bücher, Werke deutscher Autorinnen und deutsche Übersetzungen von Autorinnen aus aller Welt.

Nachdem die ersten fünf Buchtitel im letzten Jahr unter der Prämisse Aufbruch herausgegeben wurden, lautet im kommenden Herbst für die nächsten fünf Titel die Botschaft Wagnis. Gerade in der heutigen Zeit, wo vieles in der Buchbranche im Wandel begriffen ist, ist die Gründung eines eigenen Verlags ein Wagnis. Doch genauso wagemutig wie ihre Heldinnen in den kommenden fünf Büchern, beweisen Silke Weniger, Karen Nölle und Christine Gräbe, dass sie sich trauen.

Leipziger Buchmesse 2011: Leibhaftige Mangas [Impressionen]

Für wiederkehrende Besucher der Leipziger Buchmesse ist der Anblick der vielen originellen Comic- und Mangafiguren aus Büchern, Filmen oder auch Spielen nichts Neues, wir hingegen waren anfangs ziemlich irritiert. Schon am Freitag tummelten sich jede Menge meist jugendliche Maskierte auf dem Messegelände, am Samstag hatte man zeitweise das Gefühl auf einem japanischen Maskenball zu sein. Zwei weibliche Naruto-Figuren klärten uns auf dem Weg zur Messe darüber auf, dass diese Maskerade auf der Leipziger Buchmesse schon seit Jahren Tradition hat. Scheinbar reisen Hunderte Manga-Fans aus dem ganzen Land an, um ihren Heldinnen und Helden Leben einzuhauchen. Wer kostümiert auf der Leipziger Buchmesse erscheint, muss keinen Eintritt bezahlen. Doch das ist nicht ausschlaggebend, zumal der Eintrittspreis der Tageskarte für Schüler und Studenten mit 8 Euro wirklich erschwinglich ist. Sehen und gesehen werden und der Spaß am Rollentausch ist ganz offensichtlich die Motivation für den Einsatz.

Laut der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung sollen am Samstag einige Manga-Fans mit Trauerflor und Papier-Kranichen ihre Anteilnahme an der Katastrophe in Japan gezeigt haben, aber auf meinen Fotos habe ich vergeblich danach gesucht.

Die Beschriftung der einzelnen Fotos musste leider entfallen, da ich, abgesehen von dem einen Pokémon in Lila, nicht eine Figur erkannt habe. 😉

Leipziger Buchmesse 2011: Matthias Politycki u. Jobst-Ulrich Brand

Auf der Lesebühne von FOCUS Ausgezeichnet! wurde über international preisgekrönte Bücher mit ganz unterschiedlichen Autoren diskutiert.

Am 18.03.2011 trafen sich dort der deutsche Germanist und Schriftsteller Matthias Politycki und der stellvertretende FOCUS-Ressortleiter Kultur & Leben Jobst-Ulrich Brand zum Gespräch. Matthias Politycki wurde 2010 mit dem Preis der LiteraTour Nord ausgezeichnet.

Die beiden Gesprächspartner haben die Namensschilder vertauscht. Jobst-Ulrich Brand (ohne t) ist links im Bild zu sehen, Matthias Politycki sitzt rechts.