Frankfurter Buchmesse 2010: Die Majestäten Miss und Mister BookFair

Frankfurter Buchmesse 2010: Die Majestäten Miss und Mister BookFair

Die Wahl zur Miss BookFair und Mister BookFair entstand eher zufällig aus einem Tweet bei Twitter. Dieser Tweet löste so viel Resonanz aus, dass sich prompt ein paar Leute fanden, die die Organisation in die Hand nahmen und auf Facebook die Gruppe Miss und Mister BookFair einrichteten und ebenfalls auf Twitter unter Miss und Mister BookFair für die Sache warben.

Bis zum 02.10.2010 konnten sich „Buchliebhaber“ mit kurzem Bewerbungstext und Foto bewerben. 19 Damen, darunter das „Forum Zukunft vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels“, und 18 Herren stellten sich zur Wahl.

Die Buch-spezifische Kompetenz und Integrität des Bewerbers, seine Belesenheit und Erfahrung, aber auch – ganz allgemein – sein Witz und Charme sowie die Originalität der Bewerbung„, sollte mittels „Gefällt mir“ und Kommentar von den Beobachtern und Kandidaten persönlich auf Facebook bekundet werden.

Die Jurymitglieder der  „Miss und Mister Book Fair Event- und Marketing-Organisation k.e.V. (k.e.V. steht auch für „kein ernstzunehmender Verein“), bestehend aus Stefan Möller, Volker Scheufens und Holger Reichard für die Wahl der Miss BookFair 2010 und Stefanie Leo, Gesine von Prittwitz und Daniela Skrzypczak für die Wahl des Mister BookFair 2010, stellten sich den Qualen der Wahl und entschieden sich für Philipp Weinbrenner alias DonBrandy als Mister BookFair 2010 und Wibke Ladwig alias sinnundverstand als Miss BookFair 2010.

Stilvoll wurden die beiden Preisträger gegen 16 Uhr am Hot Spot Literature & Special Interest auf der Frankfurter Buchmesse vor dem begeisterten Publikum gekürt und erhielten neben einer goldenen Krone einen Gutschein von Buch.de.

Gesine von Prittwitz aka pundp und Stefan Möller alias Hedoniker hielten die beiden Lobreden für Philipp Weinbrenner und Wibke Ladwig:

Geradezu prädestiniert ist Philipp Weinbrenner für den Titel, weil er mit viel Herzblut, Schweiß und Arbeit seinen Bücherhof und seine Internetseite betreibt„, heißt es in seiner Laudatio. Wer weiß, vielleicht hat auch die Ankündigung, dass er in seiner Lederkluft auf der Buchmesse auftauchen würde, den Ausschlag gegeben. 😉

Wibke Ladwig wurde erwählt, weil sie nicht nur „ausgesprochen nett ist, sondern  Social Media betreibt und mit Sinn und Verstand die Buchbranche auf Trab bringt„, und vielleicht auch, weil sie, so Laudator Stefan Möller, eine echte Frau ist. Dass man allerdings echte Frauen daran erkennt, dass sie Bier und Mädchen Weißweinschorle trinken, ist mir neu und nicht ganz einleuchtend. 😆

Wie auch immer, die Aktion am Rande der Frankfurter Buchmesse 2010 hat viel Spaß gemacht und mit Wibke Ladwig als Miss BookFair 2010 und Philipp Weinbrenner als Mister Bookfair 2010 würdige Preisträger gekürt.

Herzlichen Glückwunsch!

Frankfurter Buchmesse 2010: Ein Autoren-Streiflicht vom 08.10.2010

Frankfurter Buchmesse 2010: Ein Autoren-Streiflicht vom 08.10.2010

Im Vorfeld hatte ich mir für meinen ersten Tag auf der Frankfurter Buchmesse 2010 viel vorgenommen. Einige, aber längst nicht alle geplanten Termine konnte ich einhalten. Das lag zum Teil daran, dass ich mich bereits morgens schon verspätet hatte, zum anderen an den weiten Wegen zwischen den einzelnen Hallen und den vielen, vielen interessanten Angeboten, die mich schon unterwegs oftmals aufhielten. Grundsätzlich war der Tag hektisch und anstrengend, aber in jeder Hinsicht wunderbar und ereignisreich.

Nachfolgend Fotos von den Autorinnen und Autoren, deren Veranstaltungen ich am 08.10.2010 besucht habe. Die Qualität ist nicht unbedingt überzeugend, das liegt vor allem daran, dass alle Fotos aufgrund des großen Andrangs bei allen Autorentreffen aus einiger Entfernung aufgenommen wurden. Sie vermitteln hoffentlich trotzdem einen Eindruck von dem Geschehen:

Gegen 11 Uhr trafen sich Melinda Nadj Abonji, Preisträgerin des Deutschen Buchpreises 2010 und Jochen Jung, Gründer und Leiter des österreichischen Jung und Jung Verlags, zu einem Gespräch mit Holger Heimann vom Börsenblatt in Halle 4 auf dem Messegelände der Frankfurter Buchmesse. In erster Linie ging es in dem Gespräch um Melinda Nadj Abonjis Roman „Tauben fliegen auf

Foto: Jochen Jung, Melinda Nadj Adonji, Holger Heimann

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Um 11.45 Uhr betrat die dänische Autorin Janne Teller in Halle 3,1 die FAZ-Bühne. Janne Teller stellte sich den Fragen von Tilmann Spreckelsen (FAZ) zu ihrem kontrovers diskutierten Jugendbuch „Nichts. Was im Leben wichtig ist„.

Foto: Tilmann Spreckelsen und Janne Teller

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Um 12 Uhr nahm Jonathan Franzen mit Marita Hübinger am Übergang zwischen Halle 5 und 6  auf dem „blauen sofa“ (Link führt zur Mediathek des ZDF mit der kompletten Aufzeichnung) Platz. Franzen diskutierte mit Marita Hübinger über seinen neuen Bestseller „Freiheit“ in erstaunlich gutem Deutsch, das allerdings seinen persönlichen Ansprüchen nicht genügte wie er mehrmals betonte. Das „blaue sofa“ ist eine Kooperation von ZDF-aspekte, Der Club Bertelsmann, Süddeutsche Zeitung und Deutschlandradio Kultur.

Foto: Marita Hübinger und Jonathan Franzen

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Um 12.30 Uhr sprach Ruth Klüger mit Irisch Radisch (Die Zeit) über ihr Buch „Was Frauen schreiben“. „Frauen lesen anders“ – das behauptete die große Schriftstellerin Ruth Klüger in ihrem berühmten Buch. Nun geht sie der Frage nach, ob Frauen auch anders schreiben. Antwort sucht sie in Werken von so unterschiedlichen Autorinnen wie Herta Müller und Nadine Gordimer, Erika Mann und J. K. Rowling, Slavenka Drakulic, Doris Dörrie, Margaret Atwood und vielen anderen. Ruth Klügers Kanon: Eine Literaturgeschichte aus Sicht der Frau.

Foto: Ruth Klüger und Iris Radisch

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Um 14 Uhr führten Ferdinand von Schirach, Brigitte Zypries (Bundesministerin a.D.) und Guido Schmitz ein Gespräch über die spannenden und bewegenden Fallgeschichten aus von Schirachs Buch „Schuld: Stories“. Veranstalter war die Berliner Vorwärtsgesellschaft mbH in Halle 3.0.

Foto: Guido Schmitz, Brigitte Zypries und Ferdinand von Schirach

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In Halle 3.1 herrschte großer Andrang, als der sympathische Schweizer Autor Martin Suter mit Rose-Maria Gropp (FAZ) gegen 14 Uhr über seinen Bestsellerroman „Der Koch“ sprach. Es ging um „Love-Food“ fürs diskrete Tête-à-Tête, politische Gegenwart, Liebesgeschichte, Exotik und Sinnlichkeit in seinem Buch.

Foto: Martin Suter und Rose-Maria Gropp (FAZ)

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Lange bevor Dr. Helmut Kohl auf dem Messegelände eintraf, herrschte bereits dichtes Gedränge am Stand des Heyne Verlags in Halle 3.1. Eher zufällig bekam ich die Ankunft des 80-jährigen Altbundeskanzlers von der Terrasse der Messehalle aus mit. Dr. Helmut Kohl ist sichtlich gezeichnet von seiner Krankheit und konnte ohne Hilfe das Auto, das ihn direkt vor die Halle gefahren hatte, nicht verlassen. Seit er sich im Februar 2008 bei einem schweren Sturz in seinem Haus ein Schädel-Hirn-Trauma zuzog, benutzt er bei öffentlichen Auftritten einen Rollstuhl. Helmut Kohl wurde von seiner 46-jährigen Ehefrau Maike Richter begleitet.

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Zwei der sechs nominierten Autoren des Schweizer Buchpreises 2010 waren zwischen 15 Uhr und 15.45 Uhr in Halle 4.1 zu Gast beim Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband SBVV. Urs Faes und Pedro Lenz sprachen mit Martin Walker (Redakteur Schweizer Buchhandel) über ihre in der Shortlist vertreten Romane. Der Gewinner des Schweizer Buchpreises 2010 wird am 14. November 2010 bekannt gegeben.

Foto: Martin Walker, Pedro Lenz, Urs Faes

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Gegen 17 Uhr präsentierte der EGMONT LYX Verlag sein neues Genre „Romantic-Thrill“ am Stand in Halle 3.0 in einer Talkrunde mit der Autorin Michelle Raven, der Geschäftsführerin vom Loveletter-Magazin Kris Alice Hohls und der Pressesprecherin vom LYX Verlag Christina Knorr. Im Anschluss gab es Kölsch vom Fass und Fingerfood. Einige bekannte Autoren, u.a. Wolfgang Hohlbein, tummelten sich unter den vielen Gästen.

Foto: Christiana Knorr, Kris Alice Hohls und Michelle Raven

Der Literaturnobelpreis 2010 geht an Mario Vargas Llosa

Der Literaturnobelpreis 2010 geht an Mario Vargas Llosa

Mario Vargas Llosa (gebürtig Jorge Mario Pedro Vargas Llosa)  ist peruanischer Schriftsteller und Politiker. Er ist einer der führenden lateinamerikanischen Romanciers und Essayisten und bezeichnete sich selbst als konservativen Liberalen und später im Jahr 2001 in einem Interview als Liberalen.

Zuletzt erschien von Mario Varga Llosa „Das böse Mädchen“ (orig. Title „Travesuras de la niña mala„) 2006 in der deutschen Übersetzung im Suhrkamp Verlag.

Kurzbeschreibung
Wie gelingt es ihr nur immer wieder, ihn um den Finger zu wickeln? Und warum tut sie das, wenn sie seine ehrlichen Gefühle doch zugleich schroff zurückweist? Schon als aufmüpfige Halbwüchsige verdreht sie dem jungen Ricardo im konservativen Lima der 50er Jahre den Kopf. Von da an wird sie regelmäßig seine Wege kreuzen, wird in Paris, London, Madrid oder Tokio mal als Guerrillera, mal als Heiratsschwindlerin mit falschem Paß in sein Leben treten †“ und es immer wieder durcheinanderwirbeln. Auf rätselhafte Weise scheinen beide dennoch füreinander bestimmt; oder ist nur er es, der nicht lassen kann von diesem faszinierend »bösen Mädchen«?

Über den Autor
Mario Vargas Llosa wurde am 28. März 1936 in Arequipa (Peru) geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Bolivien, Piura (Nordperu) und Lima. Im Alter von 18 Jahren heiratete er Julia Urquidi, mit der er neun Jahre zusammenlebte. Diese Beziehung verarbeitete er später in seinem Roman Tante Julia und der Kunstschreiber. Bereits während seines Studiums der Geistes- und Rechtswissenschaften in Lima und Madrid (Promotion über Gabriel García Márquez) schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen und veröffentlichte erste Erzählungen. 1963 erschien sein erster Roman La ciudad y los perros (dt. Die Stadt und die Hunde), der auf eigenen Erfahrungen in der Kadettenanstalt Leoncio Prado in Lima beruht. Der Roman wurde in Spanien mehrfach ausgezeichnet und in über 20 Sprachen übersetzt. Vargas Llosa war als Gastprofessor in Washington, Puerto Rico, London, New York und Cambridge tätig. 1989 bewarb er sich als Kandidat der oppositionellen Frente Democrático für die peruanischen Präsidentschaftswahlen und unterlag 1990 im zweiten Wahlgang. Daraufhin zog er sich aus der aktiven Politik zurück. Mario Vargas Llosa ist Ehrendoktor verschiedener amerikanischer und europäischer Universitäten und hielt Gastprofessuren unter anderem in Harvard (1992), Princeton (1993) und Oxford (2004). Heute lebt Mario Vargas Llosa mit seiner Frau Patricia in London, Paris, Madrid und Lima.

Deutschboden: Moritz von Uslar (Autor) vs. Cornelius Tittel (Welt)

Deutschboden: Moritz von Uslar (Autor) vs. Cornelius Tittel (Welt)

Moritz von Uslar hat sich per SMS bei Cornelius Tittel, dem Kulturchef der WELT-Gruppe, beschwert. Es geht um einen Text von Kolja Reichert, der in der „Welt am Sonntag“ (03.10.2010) und auch im Internet bei „Welt Online“ (05.10.2010) unter dem Titel „Moritz von Uslar – wo die wilden Kerle wohnen“ erschienen ist. Anlass der Streitigkeit ist von Uslars neuer Roman „Deutschboden: Eine teilnehmende Beobachtung„.

Kolja Reichert war dafür in die brandenburgische Kleinstadt gefahren, in der Moritz von Uslar ein paar Monate gelebt und für seinen Roman recherchiert hatte.  Reicherts Idee war, die Hauptprotagonisten des Buchs zu fragen, wie sie den Besuch des westdeutschen Starreporters erlebt haben – und ob sie sich gut getroffen fühlen. Auch wenn Reichert von Uslar vorwirft, eher Poser als Reporter zu sein („Interesse: Pose. Selbstzweifel: Pose. Angst: Pose Pose Pose“), endet die Recherche versöhnlich. Selbst damit, als Arschgeige beschrieben zu werden, hat in dem Dorf niemand ein Problem: „Wir nennen ihn ja auch Arschgeige.“

Von Uslar teilte Cornelius Tittel nun mit, dass er „angewidert“ darüber sei. Er verschickte weitere SMS an den Feuilletonchef  Cornelius Tittel, in denen er drohte, „er werde noch in Jahren auf diesen Artikel hinweisen, damit möglichst viele von dieser Art Journalismus und dem, der ihn in Auftrag gegeben hat, erfahren„.

Laut Cornelius Tittel können weder gutes Zureden und auch die herzlichsten Grüße Moritz von Uslar nicht beschwichtigen. Er habe fröhlich nachlegt, einen „Skandalisierungsversuch“ anprangert und zwischen den Zeilen immer wieder durchscheinen lassen, dass man sich hier mit dem Falschen angelegt habe: „Ich sage dir, diese Geschichte geht für dich nach hinten los.“

Auf die Erwiderung, der drohende Ton sei peinlich, der Text blitzsauber, der Rest Paranoia, sei von Uslar, so Cornelius Tittel, zu rhetorischer Hochform aufgelaufen. Seine mit Abstand kürzeste SMS sei auch seine lustigste: „Cornelius, Du hässlicher Eierkopf.“ (dazu muss man wissen, dass Tittels Kopfhaut nicht ein einziges Härchen ziert 😉 – Anm. d. Red.)

Tittel resümiert: „Ein beispielhafter Dialog, weinerlich, sehr, sehr klein und doch so unterhaltsam, dass wir ihn unseren Lesern nicht vorenthalten wollten.

SMS an Uslar: „Lieber Moritz, das Niveau dieser Konversation ist erschreckend low . Ich hoffe, Du hast nichts dagegen, wenn wir sie in der WELT veröffentlichen.“ Uslar: „Glasklare Antwort: Wenn Du den SMS-Wechsel komplett veröffentlichst, dann bin ich einverstanden.

Eine halbe Stunde vor Redaktionsschluss kam Post vom Medienanwalt Christian Schertz: „Ich gehe davon aus, dass Sie von einer Veröffentlichung Abstand nehmen. Sollten Sie dies nicht respektieren, werden wir unverzüglich rechtliche Schritte einleiten.“

Quelle: Let it Rock (Welt Online vom 06.10.2010)

Lesung mit Ian McEwan am 13.10.2010 im Audimax der Münchner TU

Lesung mit Ian McEwan am 13.10.2010 im Audimax der Münchner TU

Am 13.10.2010 kommt der britische Schriftsteller Ian McEwan nach München. In einer Lesung im Audimax der TU stellt er seinen im Diogenes Verlag erschienenen neuen Roman „Solar“ vor. Felicitas von Lovenberg (Frankfurter Allgemeine Zeitung) wird die Veranstaltung moderieren, die deutschen Texte liest der Schauspieler und Hörbuchsprecher Matthias Brandt.

Kurzbeschreibung
Michael Beard, 53, ist Nobelpreisträger der Physik. Doch seine besten Zeiten hat er hinter sich, er käut seine prämierte Idee in Vorträgen wieder und ergattert so Fördergelder für ein politisches Prestigeprojekt: das Institut für erneuerbare Energien. Wirklich neue Energien aber steckt er nur in sein Privatleben: während seiner fünften Ehe hat er es immerhin zu elf Affären gebracht. Doch als schließlich alles ins Wanken gerät, bietet sich ihm die Gelegenheit zu einem Coup, denn die geniale Idee eines Rivalen sorgt für neuen Zündstoff in seinem Leben. In Solar geht es nicht nur um Sonnen-, sondern auch um kriminelle Energie.

Mehr zum Inhalt
Er gehörte zu jener Sorte Männer †“ nicht wirklich attraktiv, meist kahl, klein, dick und klug †“, die auf gewisse schöne Frauen erstaunlich anziehend wirkt. Zugute kam ihm dabei auch, dass manche Frauen ihn für ein Genie hielten, das man retten musste. Im Moment allerdings war Michael Beard nicht in bester Verfassung, lustlos, verzweifelt, nur auf eins fixiert, denn gerade ging seine fünfte Ehe in die Brüche. Michael Beard, 53, ist Nobelpreisträger der Physik. Doch seine besten Zeiten hat er hinter sich. Er lebt von seiner Reputation, gibt seinen Namen für Briefköpfe her, käut seine prämierte Idee in Vorträgen wieder und ergattert Fördergelder für ein politisches Prestigeprojekt: das Institut für Erneuerbare Energien. Wirklich neue Energie aber steckt er nur in den privaten Bereich: Während seiner fünften Ehe hat er es zu elf Affären gebracht. Nun aber rächt sich seine Frau und nimmt sich einen Liebhaber. Genau in dem Moment, als alles ins Wanken gerät, bietet sich ihm die Gelegenheit zu einem Coup. †ºSolar†¹ führt den Leser von London in die Arktis und bis nach New Mexico. Ian McEwans Roman ist eine ebenso gnadenlose wie vielschichtige Abrechnung mit der Politik, dem Wissenschaftsbetrieb †“ und einer Sorte Mann. Ein Buch, das den Faktor Mensch auf literarisch neue Art und Weise in die Klimarechnung einführt.

Über den Autor
Ian McEwan, geboren 1948, lebt in London. Schon seine ersten Erzählungen wurden 1976 mit dem Somerset-Maugham-Award ausgezeichnet. 1998 erhielt er den Booker Preis für Amsterdam, im Jahr darauf den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung für das Gesamtwerk. Abbitte erhielt nicht nur amerikanische und britische Preise, sondern wurde außerdem 2004 in Santiago de Compostela als Bester Europäischer Roman ausgezeichnet. Ian McEwan ist Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Sciences.

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Die Lesung findet in deutscher und englischer Sprache am Mittwoch, den 13.10.2010, um 20.00 Uhr, im Audimax der TU, Arcisstr. 2,  in München statt.
Kartenreservierung unter 089 – 29 19 34-27 – der Eintritt beträgt 12 Euro; ermäßigt 8 Euro.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Studentenwerk München statt.

Quelle: Literaturhaus München