Komödie gewinnt: Man Booker Prize 2010 für Howard Jacobson

Am 12. Oktober 2010 wurde Howard Jacobson in der Londoner Guildhall mit dem Man Booker Prize 2010 ausgezeichnet.

Der 68-jährige britische Autor und Journalist erhielt den mit 50.000 £ dotierten Literaturpreis für seinen im August 2010 bei Bloomsbury erschienenen Roman „The Finkler Question„.

Sir Andrew Motion, Vorsitzender der Jury bei der Vergabe des Man Booker Prize, bezeichnete den Roman als „ein wunderbares Buch„. „The Finkler Question“ sei sehr witzig, aber auch intelligent, traurig und sehr subtil. Howard Jacobson habe den Preis zurecht verdient.

Nach William Golding, der 1980 im Alter von 71 Jahren den Man Booker Prize erhalten hat, gehört Howard Jacobson zu den ältesten Gewinnern der wichtigsten britischen Literaturauszeichnung. Mit „The Finkler Question“ wurde erstmalig seit der 42-jährigen Vergabe des Man Booker Prize eine Komödie (Comic Novel) ausgezeichnet.

Howard Jacobson mit The Finkler Question

Kurzbeschreibung
‚He should have seen it coming. His life had been one mishap after another. So he should have been prepared for this one‘. Julian Treslove, a professionally unspectacular and disappointed BBC worker, and Sam Finkler, a popular Jewish philosopher, writer and television personality, are old school friends. Despite a prickly relationship and very different lives, they’ve never quite lost touch with each other – or with their former teacher, Libor Sevick, a Czechoslovakian always more concerned with the wider world than with exam results. Now, both Libor and Finkler are recently widowed, and with Treslove, his chequered and unsuccessful record with women rendering him an honorary third widower, they dine at Libor’s grand, central London apartment. It’s a sweetly painful evening of reminiscence in which all three remove themselves to a time before they had loved and lost; a time before they had fathered children, before the devastation of separations, before they had prized anything greatly enough to fear the loss of it. Better, perhaps, to go through life without knowing happiness at all because that way you had less to mourn? Treslove finds he has tears enough for the unbearable sadness of both his friends‘ losses. And it’s that very evening, at exactly 11:30pm, as Treslove hesitates a moment outside the window of the oldest violin dealer in the country as he walks home, that he is attacked. After this, his whole sense of who and what he is will slowly and ineluctably change. „The Finkler Question“ is a scorching story of exclusion and belonging, justice and love, ageing, wisdom and humanity. Funny, furious, unflinching, this extraordinary novel shows one of our finest writers at his brilliant best.

Howard Jacobson war bereits 2002 mit seinem Roman „Who’s Sorry Now“ und im Jahr 2006 mit „Kalooki Nights“ auf der Longlist für den Man Booker Prize vertreten.

Vielleicht scherzte er deshalb bei seiner Dankesrede mit folgenden Worten: „Du fängst an, den Juroren, die dir Preise geben, für alle Preise Vorwürfe zu machen, die sie dir nicht gegeben haben. Heute Abend vergebe ich allen, sie haben nur ihren Job gemacht.“

Bislang ist keines seiner Bücher in einer deutschsprachigen Übersetzung erschienen. Das mag sich jetzt ändern, denn Howard Jacobson kann neben seinem Preisgeld mit einem enormen Anstieg beim Verkauf seiner Bücher rechnen. Der Man Booker Prize sichert ihm zusätzlich weltweite Anerkennung. Alle sechs nominierten Autorinnen und Autoren der Shortlist erhalten neben einem Preisgeld von 2.500 £ eine Designer-gebundene Ausgabe ihres Buches.

Quelle: Man Booker Prize

Jugendliteraturpreis 2010: ausgezeichnete Jugendliteratur

Jugendliteraturpreis 2010: ausgezeichnete Jugendliteratur

Am 08. Oktober 2010 wurde auf der Frankfurter Buchmesse der Deutsche Jugendliteraturpreis 2010 vergeben.

Als einziger Staatspreis für Literatur wird der Deutsche Jungendliteraturpreis seit 1956 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestiftet und jährlich verliehen. Ausgezeichnet werden herausragende Werke der Kinder- und Jugendliteratur. Die Preissummen betragen insgesamt 50.000 Euro.

Zusätzlich erhalten die Preisträger eine Skulptur, die Michael Endes Momo darstellt.

Der mit 10.000 Euro dotierte Sonderpreis wurde Mirjam Pressler am 08. Oktober 2010 auf der Frankfurter Buchmesse von Bundesministerin Dr. Kristina Schröder für ihr Autoren-Gesamtwerk verliehen. Bereits 1994 erhielt sie den Sonderpreis für das Gesamtwerk Übersetzung. Der Sonderpreis ist Teil des Deutschen Jugendliteraturpreises und wird seit 1991 im jährlichen Wechsel an deutsche Autoren, Illustratoren und Übersetzer vergeben.

Bilderbuch

Garmans Sommer von Stian Hole

Kurzbeschreibung
Noch nie ist ein Sommer so schnell vergangen wie der, bevor Garman in die Schule kommt. Vielleicht liegt es daran, dass Garman beim Gedanken daran ein bisschen bange ist. Ob man irgendwann mal vor gar nichts mehr Angst hat? Nein, sagen Garmans Großtanten. Tante Ruth zum Beispiel hat Angst vorm Winter, weil alten Damen schnell kalt wird und die Straßen dann so rutschig sind. Sogar Mama fürchtet sich: vorm Zahnarzt, bei dem sie nächsten Dienstag einen Termin hat. Ein kleiner Trost ist es schon, dass auch Erwachsenen manchmal mulmig ist … Für „Garmans Sommer“ erhielt Stian Hole den wichtigsten Bilderbuchpreis seines Heimatlandes Norwegen sowie den Bologna Ragazzi Award 2007.
„Das Buch ist ein Kunstwerk, ein Stück vom Glück. Der norwegische Bilderbuchzeichner erzählt eine Geschichte, die überall Gültigkeit hat – die eines Sommers, wie Kinder ihn lieben; warm, prickelnd vor Leben. Man lernt in diesem wunderschönen Buch auf subtile Weise, dass nichts von Dauer ist. Das kann man traurig finden. Garmans Sommer ist in der Tat ein trauriges wunderschönes Buch. Aber die Tatsache, dass wir all die Schönheit, die uns Hole zeigt und erzählt, als traurig empfinden können, beweist nur unsere Liebe zum Leben.“ (Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.09)
Jurybegründung
Dieses ganz besondere Bilderbuch zeigt, dass man über Angst sprechen muss und dass man ihre Arten und Formen besser verstehen kann. Doch wegreden lässt sie sich nicht. Und so bleibt es zwar dabei, dass Garman sich mulmig fühlt, wenn er an den nächsten Tag, seinen ersten Schultag, denkt. Aber er weiß auch, dass diese Angst zum Leben gehört.

Kinderbuch

Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen von Jean Regnaud (Text), Émile Bravo (Illustration) und Michael Hau (Gestaltung)

Kurzbeschreibung
Emile Bravo, der unlängst auch als Autor und Zeichner von SPIROU UND FANTASIO ein Glanzlicht setzen konnte, illustrierte für diese Graphic Novel eine Geschichte seines Freundes Jean Regnaud. Der kleine Jean befindet sich in höchster Not, als er in der Schule erzählen soll, was seine Eltern beruflich machen. Sein Vater ist Firmenchef, doch seine Mutter lebt nicht bei der Familie. Über sie weiß Jean so gut wie nichts. Deswegen beginnt er, sich das Leben seiner Mutter in Gedanken auszumalen. Immer wilder werden seine Ideen, und schließlich landet die Mutter seiner Fantasie im Wilden Westen, wo sie auf Buffalo Bill trifft.
Jurybegründung
Das Buch überzeugt in seiner Mischung von Text und Bild besonders auch da, wo Illustrationen in versiert gewählten Passagen den erzählten Text ersetzen. Die eigene literarische Sprache des Originals verstand Kai Wilksen sehr gut ins Deutsche zu übertragen. Auf allen Ebenen ist Mein Mutter ist in Amerikaeinereichhaltige Graphic Novel, die ihren Leser sicher einige Zeit begleiten wird, um ihn immer wieder etwas Neues entdecken zu lassen.

Jugendbuch

Such dir was aus, aber beeil dich! Kindsein in zehn Kapiteln von Nadia Budde (Text, Illustration)

Kurzbeschreibung
Karierte Schürzen und Eierlikör, Kartoffeln, Fliegen und Tapetenmuster, Langeweile und Abenteuer: Die Zeit dehnt sich, die Sommer sind endlos, die Welt der Erwachsenen ist sonderbar und undurchschaubar, und dass man je so wird wie sie, ist ganz undenkbar. Woran man sich erinnert, wenn man an seine Kindheit zurückdenkt, ist Glückssache. Oft sind es Details, an die sich Erinnerungen knüpfen, die allerkleinsten, allernormalsten Dinge, aus denen sich in der Rückschau eine ganze Welt zusammensetzen kann. Nadia Budde, geboren 1967, aufgewachsen bei den Großeltern in einem kleinen brandenburgischen Dorf und später bei der Mutter in Magdeburg und Ostberlin, blickt zurück mit der ihr eigenen Mischung aus Witz und Genauigkeit. Reich begabt als Zeichnerin wie als Autorin, ausgezeichnet für ihr Bilderbuch „Eins zwei drei Tier“, ist sie seit Jahren eine der interessantesten Künstlerinnen auf dem deutschen Kinderbuchmarkt. Mit „Such dir was aus, aber beeil dich!“ geht sie neue Wege: Ihr Erinnerungsbuch steht irgendwo zwischen Comic und Graphic Novel und entwirft dabei so assoziationsfreudig wie detailliert ein Panorama, in dem das individuelle Erleben auf Erfahrungen verweist, die jeder kennt, der einmal Kind gewesen ist.
Jurybegründung
Such dir was aus, aber beeil dich!ist bei allem Mehrwert, den die Doppeladressierung dem erwachsenen Mitleser verschafft, vor allem ein Buch für Jugendliche, die dabei sind, die Kinderzimmereinrichtung gegen ein jugendliches Mobiliar auszutauschen, ihre Kuscheltiere †“ bis auf eines vielleicht! †“ in den Keller oder auf den Dachboden zu verbannen und die Kinderbücher aus dem Regal zu räumen. Hier kommt ein Buch, das die Leere im Regal auszufüllen vermag und eine gelungene Anleitung ist, sich an die eigene Kindheit so zu erinnern, dass man sich liebevoll von ihr zu verabschieden und erwachsen zu werden vermag.

Sachbuch

Mutige Menschen. Widerstand im Dritten Reich von Christian Nürnberger

Kurzbeschreibung
Christian Nürnberger erzählt von zwölf Frauen und Männern, die den Mut zum Widerstand hatten: Mut, Hitlers Pläne zu durchkreuzen, Mut, Hitlers Befehle zu verweigern, Mut, Menschenleben zu retten: Dietrich Bonhoeffer, Willy Brandt, Georg Elser, Mildred Harnack, Robert Havemann, Fritz Kolbe, Janusz Korczak, Helmuth James Graf von Moltke, Martin Niemöller, Sophie Scholl, Irena Sendler, Claus Schenk Graf von Stauffenberg.
Beeindruckende Lebensbeschreibungen für Jugendliche ab 13 Jahren
Jurybegründung
Wenn es wahr ist, dass jede Generation ihren eigenen Erzähler braucht, der die historischen Ereignisse in jeweils passender Perspektive zu berichten und aktuelle Fragen zu stellen versteht, dann hat die heutige junge Generation in Christian Nürnberger ihren Autor gefunden: Er erzählt genau, engagiert und sehr persönlich auf eine Weise, die die Urteilsbildung beim Leser nicht nur anregt, sondern auch einfordert.
Überzeugend ist auch die herausragende literarische Qualität der biografischen Erzählung, die sich in dem individuellen Zuschnitt der einzelnen Porträts und in einer sehr genauen und delikat formulierenden literarischen Sprache zeigt. Nürnbergers eindringliches Nachwort führt uns die Allgegenwart der Vergangenheit vor Augen, die jede Generation neu für sich auslegen muss. Mutige Menschen verbindet auf überzeugende Weise fundierte historische Informationen mit politischem Engagement auf sprachlich hohem Niveau.

Preis der Jugendjury

Die Tribute von Panem 01 – Tödliche Spiele von Suzanne Collins

Kurzbeschreibung
Überwältigend! Von der Macht der Liebe in grausamer Zeit … Nordamerika existiert nicht mehr. Kriege und Naturkatastrophen haben das Land zerstört. Aus den Trümmern ist Panem entstanden, geführt von einer unerbittlichen Regierung. Alljährlich finden grausame Spiele statt, bei denen nur ein Einziger überleben darf. Als die sechzehnjährige Katniss erfährt, dass ihre kleine Schwester ausgelost wurde, meldet sie sich an ihrer Stelle und nimmt Seite an Seite mit dem gleichaltrigen Peeta den Kampf auf. Wider alle Regeln rettet er ihr das Leben. Katniss beginnt zu zweifeln – was empfindet sie für Peeta? Und kann wirklich nur einer von ihnen überleben? Eine faszinierende Gesellschaftsutopie über eine unsterbliche Liebe und tödliche Gefahren, hinreißend gefühlvoll und super spannend.
Jurybegründung
Brandaktuelle Fragen entflammen im Kopf des Lesers: Wie abhängig bin ich in der Mediengesellschaft von meinem Bild in der Öffentlichkeit? Wie kann ich ich selbst bleiben ohne mich im Surrealen zu verlieren? Wie erschreckend ähnlich ist die fiktive Gesellschaft Panems schon der unseren? Am Ende weiß keiner, welche Auswirkungen die „gespielte“ Liebesgeschichte haben wird und welche Auswirkungen die Medien auf unsere Zukunft haben werden.

Quelle: Deutscher Jugendliteraturpreis

Hinweis: Die vollständigen Begründungen der Jury zur Wahl finden sich auf der Internetseite des Deutschen Jugendliteraturpreises in den jeweiligen Kategorien.

Frankfurter Buchmesse 2010: Die Majestäten Miss und Mister BookFair

Frankfurter Buchmesse 2010: Die Majestäten Miss und Mister BookFair

Die Wahl zur Miss BookFair und Mister BookFair entstand eher zufällig aus einem Tweet bei Twitter. Dieser Tweet löste so viel Resonanz aus, dass sich prompt ein paar Leute fanden, die die Organisation in die Hand nahmen und auf Facebook die Gruppe Miss und Mister BookFair einrichteten und ebenfalls auf Twitter unter Miss und Mister BookFair für die Sache warben.

Bis zum 02.10.2010 konnten sich „Buchliebhaber“ mit kurzem Bewerbungstext und Foto bewerben. 19 Damen, darunter das „Forum Zukunft vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels“, und 18 Herren stellten sich zur Wahl.

„Die Buch-spezifische Kompetenz und Integrität des Bewerbers, seine Belesenheit und Erfahrung, aber auch – ganz allgemein – sein Witz und Charme sowie die Originalität der Bewerbung„, sollte mittels „Gefällt mir“ und Kommentar von den Beobachtern und Kandidaten persönlich auf Facebook bekundet werden.

Die Jurymitglieder der  „Miss und Mister Book Fair Event- und Marketing-Organisation k.e.V. (k.e.V. steht auch für „kein ernstzunehmender Verein“), bestehend aus Stefan Möller, Volker Scheufens und Holger Reichard für die Wahl der Miss BookFair 2010 und Stefanie Leo, Gesine von Prittwitz und Daniela Skrzypczak für die Wahl des Mister BookFair 2010, stellten sich den Qualen der Wahl und entschieden sich für Philipp Weinbrenner alias DonBrandy als Mister BookFair 2010 und Wibke Ladwig alias sinnundverstand als Miss BookFair 2010.

Stilvoll wurden die beiden Preisträger gegen 16 Uhr am Hot Spot Literature & Special Interest auf der Frankfurter Buchmesse vor dem begeisterten Publikum gekürt und erhielten neben einer goldenen Krone einen Gutschein von Buch.de.

Gesine von Prittwitz aka pundp und Stefan Möller alias Hedoniker hielten die beiden Lobreden für Philipp Weinbrenner und Wibke Ladwig:

„Geradezu prädestiniert ist Philipp Weinbrenner für den Titel, weil er mit viel Herzblut, Schweiß und Arbeit seinen Bücherhof und seine Internetseite betreibt„, heißt es in seiner Laudatio. Wer weiß, vielleicht hat auch die Ankündigung, dass er in seiner Lederkluft auf der Buchmesse auftauchen würde, den Ausschlag gegeben. 😉

Wibke Ladwig wurde erwählt, weil sie nicht nur „ausgesprochen nett ist, sondern  Social Media betreibt und mit Sinn und Verstand die Buchbranche auf Trab bringt„, und vielleicht auch, weil sie, so Laudator Stefan Möller, eine echte Frau ist. Dass man allerdings echte Frauen daran erkennt, dass sie Bier und Mädchen Weißweinschorle trinken, ist mir neu und nicht ganz einleuchtend. 😆

Wie auch immer, die Aktion am Rande der Frankfurter Buchmesse 2010 hat viel Spaß gemacht und mit Wibke Ladwig als Miss BookFair 2010 und Philipp Weinbrenner als Mister Bookfair 2010 würdige Preisträger gekürt.

Herzlichen Glückwunsch!

Frankfurter Buchmesse 2010: Ein Autoren-Streiflicht vom 08.10.2010

Frankfurter Buchmesse 2010: Ein Autoren-Streiflicht vom 08.10.2010

Im Vorfeld hatte ich mir für meinen ersten Tag auf der Frankfurter Buchmesse 2010 viel vorgenommen. Einige, aber längst nicht alle geplanten Termine konnte ich einhalten. Das lag zum Teil daran, dass ich mich bereits morgens schon verspätet hatte, zum anderen an den weiten Wegen zwischen den einzelnen Hallen und den vielen, vielen interessanten Angeboten, die mich schon unterwegs oftmals aufhielten. Grundsätzlich war der Tag hektisch und anstrengend, aber in jeder Hinsicht wunderbar und ereignisreich.

Nachfolgend Fotos von den Autorinnen und Autoren, deren Veranstaltungen ich am 08.10.2010 besucht habe. Die Qualität ist nicht unbedingt überzeugend, das liegt vor allem daran, dass alle Fotos aufgrund des großen Andrangs bei allen Autorentreffen aus einiger Entfernung aufgenommen wurden. Sie vermitteln hoffentlich trotzdem einen Eindruck von dem Geschehen:

Gegen 11 Uhr trafen sich Melinda Nadj Abonji, Preisträgerin des Deutschen Buchpreises 2010 und Jochen Jung, Gründer und Leiter des österreichischen Jung und Jung Verlags, zu einem Gespräch mit Holger Heimann vom Börsenblatt in Halle 4 auf dem Messegelände der Frankfurter Buchmesse. In erster Linie ging es in dem Gespräch um Melinda Nadj Abonjis Roman „Tauben fliegen auf“

Foto: Jochen Jung, Melinda Nadj Adonji, Holger Heimann

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Um 11.45 Uhr betrat die dänische Autorin Janne Teller in Halle 3,1 die FAZ-Bühne. Janne Teller stellte sich den Fragen von Tilmann Spreckelsen (FAZ) zu ihrem kontrovers diskutierten Jugendbuch „Nichts. Was im Leben wichtig ist„.

Foto: Tilmann Spreckelsen und Janne Teller

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Um 12 Uhr nahm Jonathan Franzen mit Marita Hübinger am Übergang zwischen Halle 5 und 6  auf dem „blauen sofa“ (Link führt zur Mediathek des ZDF mit der kompletten Aufzeichnung) Platz. Franzen diskutierte mit Marita Hübinger über seinen neuen Bestseller „Freiheit“ in erstaunlich gutem Deutsch, das allerdings seinen persönlichen Ansprüchen nicht genügte wie er mehrmals betonte. Das „blaue sofa“ ist eine Kooperation von ZDF-aspekte, Der Club Bertelsmann, Süddeutsche Zeitung und Deutschlandradio Kultur.

Foto: Marita Hübinger und Jonathan Franzen

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Um 12.30 Uhr sprach Ruth Klüger mit Irisch Radisch (Die Zeit) über ihr Buch „Was Frauen schreiben“. „Frauen lesen anders“ – das behauptete die große Schriftstellerin Ruth Klüger in ihrem berühmten Buch. Nun geht sie der Frage nach, ob Frauen auch anders schreiben. Antwort sucht sie in Werken von so unterschiedlichen Autorinnen wie Herta Müller und Nadine Gordimer, Erika Mann und J. K. Rowling, Slavenka Drakulic, Doris Dörrie, Margaret Atwood und vielen anderen. Ruth Klügers Kanon: Eine Literaturgeschichte aus Sicht der Frau.

Foto: Ruth Klüger und Iris Radisch

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Um 14 Uhr führten Ferdinand von Schirach, Brigitte Zypries (Bundesministerin a.D.) und Guido Schmitz ein Gespräch über die spannenden und bewegenden Fallgeschichten aus von Schirachs Buch „Schuld: Stories“. Veranstalter war die Berliner Vorwärtsgesellschaft mbH in Halle 3.0.

Foto: Guido Schmitz, Brigitte Zypries und Ferdinand von Schirach

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In Halle 3.1 herrschte großer Andrang, als der sympathische Schweizer Autor Martin Suter mit Rose-Maria Gropp (FAZ) gegen 14 Uhr über seinen Bestsellerroman „Der Koch“ sprach. Es ging um „Love-Food“ fürs diskrete Tête-à-Tête, politische Gegenwart, Liebesgeschichte, Exotik und Sinnlichkeit in seinem Buch.

Foto: Martin Suter und Rose-Maria Gropp (FAZ)

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Lange bevor Dr. Helmut Kohl auf dem Messegelände eintraf, herrschte bereits dichtes Gedränge am Stand des Heyne Verlags in Halle 3.1. Eher zufällig bekam ich die Ankunft des 80-jährigen Altbundeskanzlers von der Terrasse der Messehalle aus mit. Dr. Helmut Kohl ist sichtlich gezeichnet von seiner Krankheit und konnte ohne Hilfe das Auto, das ihn direkt vor die Halle gefahren hatte, nicht verlassen. Seit er sich im Februar 2008 bei einem schweren Sturz in seinem Haus ein Schädel-Hirn-Trauma zuzog, benutzt er bei öffentlichen Auftritten einen Rollstuhl. Helmut Kohl wurde von seiner 46-jährigen Ehefrau Maike Richter begleitet.

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Zwei der sechs nominierten Autoren des Schweizer Buchpreises 2010 waren zwischen 15 Uhr und 15.45 Uhr in Halle 4.1 zu Gast beim Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband SBVV. Urs Faes und Pedro Lenz sprachen mit Martin Walker (Redakteur Schweizer Buchhandel) über ihre in der Shortlist vertreten Romane. Der Gewinner des Schweizer Buchpreises 2010 wird am 14. November 2010 bekannt gegeben.

Foto: Martin Walker, Pedro Lenz, Urs Faes

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Gegen 17 Uhr präsentierte der EGMONT LYX Verlag sein neues Genre „Romantic-Thrill“ am Stand in Halle 3.0 in einer Talkrunde mit der Autorin Michelle Raven, der Geschäftsführerin vom Loveletter-Magazin Kris Alice Hohls und der Pressesprecherin vom LYX Verlag Christina Knorr. Im Anschluss gab es Kölsch vom Fass und Fingerfood. Einige bekannte Autoren, u.a. Wolfgang Hohlbein, tummelten sich unter den vielen Gästen.

Foto: Christiana Knorr, Kris Alice Hohls und Michelle Raven

Der Literaturnobelpreis 2010 geht an Mario Vargas Llosa

Der Literaturnobelpreis 2010 geht an Mario Vargas Llosa

Mario Vargas Llosa (gebürtig Jorge Mario Pedro Vargas Llosa)  ist peruanischer Schriftsteller und Politiker. Er ist einer der führenden lateinamerikanischen Romanciers und Essayisten und bezeichnete sich selbst als konservativen Liberalen und später im Jahr 2001 in einem Interview als Liberalen.

Zuletzt erschien von Mario Varga Llosa „Das böse Mädchen“ (orig. Title „Travesuras de la niña mala„) 2006 in der deutschen Übersetzung im Suhrkamp Verlag.

Kurzbeschreibung
Wie gelingt es ihr nur immer wieder, ihn um den Finger zu wickeln? Und warum tut sie das, wenn sie seine ehrlichen Gefühle doch zugleich schroff zurückweist? Schon als aufmüpfige Halbwüchsige verdreht sie dem jungen Ricardo im konservativen Lima der 50er Jahre den Kopf. Von da an wird sie regelmäßig seine Wege kreuzen, wird in Paris, London, Madrid oder Tokio mal als Guerrillera, mal als Heiratsschwindlerin mit falschem Paß in sein Leben treten †“ und es immer wieder durcheinanderwirbeln. Auf rätselhafte Weise scheinen beide dennoch füreinander bestimmt; oder ist nur er es, der nicht lassen kann von diesem faszinierend »bösen Mädchen«?

Über den Autor
Mario Vargas Llosa wurde am 28. März 1936 in Arequipa (Peru) geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Bolivien, Piura (Nordperu) und Lima. Im Alter von 18 Jahren heiratete er Julia Urquidi, mit der er neun Jahre zusammenlebte. Diese Beziehung verarbeitete er später in seinem Roman Tante Julia und der Kunstschreiber. Bereits während seines Studiums der Geistes- und Rechtswissenschaften in Lima und Madrid (Promotion über Gabriel García Márquez) schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen und veröffentlichte erste Erzählungen. 1963 erschien sein erster Roman La ciudad y los perros (dt. Die Stadt und die Hunde), der auf eigenen Erfahrungen in der Kadettenanstalt Leoncio Prado in Lima beruht. Der Roman wurde in Spanien mehrfach ausgezeichnet und in über 20 Sprachen übersetzt. Vargas Llosa war als Gastprofessor in Washington, Puerto Rico, London, New York und Cambridge tätig. 1989 bewarb er sich als Kandidat der oppositionellen Frente Democrático für die peruanischen Präsidentschaftswahlen und unterlag 1990 im zweiten Wahlgang. Daraufhin zog er sich aus der aktiven Politik zurück. Mario Vargas Llosa ist Ehrendoktor verschiedener amerikanischer und europäischer Universitäten und hielt Gastprofessuren unter anderem in Harvard (1992), Princeton (1993) und Oxford (2004). Heute lebt Mario Vargas Llosa mit seiner Frau Patricia in London, Paris, Madrid und Lima.