INK – neues Lable vom Egmont Verlag für Jugendliteratur

Die Egmont Verlagsgesellschaften starten im Herbst unter dem Namen „INK“ mit einem neuen Programm für Jugendliche von von 12 bis 16 Jahren. Der Spitzentitel des ersten Programms, „Whisper Island †“ Sturmwarnung“ von Bestsellerautorin Elizabeth George, erscheint im November 2011 noch vor der US-Ausgabe bei INK.

Vier weitere Romane sollen bereits im August auf den Markt kommen:

„Ashes“ von Ilsa J. Bick – ein düster-spannender Roman
„Selbst die Ewigkeit kann uns nicht trennen“ von Lisa Cachs Eternally – eine hochromantische Reise durch die Zeiten.
„Mortal Kiss †“ Ist deine Liebe unsterblich?“ von Alice Moss erzählt die bewegende Geschichte von zwei Herzen, die schon immer füreinander bestimmt waren.
„Vampir wegen dir“ von Flynn Meaney – eine wunderbar witzige Mischung aus Vampir-Kult und Teenie-Roman.

Verantwortlich für das neue Label zeichnen Programmleiterin Katharina Braun und Verleger Volker Busch, der bereits die Marke LYX mit aufgebaut haben. „Wir haben den Jugendbuchmarkt für unser Vorhaben genau analysiert und positionieren uns dort, wo wir am besten sind: ganz nah an unserer Zielgruppe“, so Busch.

Auf diese Nähe setzt auch die Einführungskampagne des Labels: Im Mittelpunkt steht ein Alternate Reality Game (ARG) rund um „Whisper Island„. Daneben will INK vor allem auf die direkte Ansprache der Leser via Facebook, Twitter oder YouTube setzen und dabei auf die LYX-Fangemeinde zurückgreifen, die Busch zufolge inzwischen zu den größten Verlags-Communities bei Facebook gehöre.

Quelle: Börsenblatt

Ins Reine – Michael Krüger liest im Lyrik Kabinett München am 18.05.11

Michael Krüger liest am 18.05.2011 aus seinem neuen Gedichtband „Ins Reine“ im Lyrik Kabinett in der Amalienstr. 83 in München.

Michael Krüger, geb. 1943 in Wittgendorf, gelernter Buchhändler, Lyriker und Autor. Seit 1986 literarischer Leiter und seit 1995 Geschäftsführer des Carl Hanser Verlags in München.

Neben seiner Arbeit als erfolgreicher Verleger, Verfechter und Vermittler von Literatur ist Michael Krüger der Verfasser von Romanen, Novellen, Essayistik und vor allem von Gedichtbänden †“ über ein Dutzend †“, die zuletzt bei Suhrkamp veröffentlicht wurden. 2010 erschien dort sein bislang jüngster Band: Ins Reine.

Michael Krüger ist Mitglied mehrerer Akademien und erhielt u.a. 1986 den Peter-Huchel-Preis, 1994 den Ernst-Meister-Preis und 2010 den Joseph-Breitbach-Preis.

„Krügers neue Gedichte fügen sich zu einer großen Elegie auf die schwindende Sichtbarkeit der Welt, die gebrochen, aber nicht resignativ an eine große Tradition der Naturlyrik anknüpft, sich aber zugleich immer wieder als eine sehr persönliche Klage um versäumtes Leben darstellt […]†œ. (Friedemar Apel)

Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 7,00 Euro; ermäßigt 5,00 Euro
Mitglieder Lyrik Kabinett: frei
Lyrik Kabinett, Tel: 089 / 34 62 99 Fax: 089 /  34 53 95
Email: info@lyrik-kabinett.de

Brehms Tierland: Ein Abenteuerroman von Kai Splittgerber u. Dorothea Huber

Brehms Tierland: Aus dem Expeditionsbuch des Tierforschers E. Alfred Brehm. Ein Abenteuerroman von Kai Splittgerber (Autor) und Dorothea Huber (Illustratorin)

Brehms Tierland fällt aus der Reihe. Ein neues, außergewöhnliches Buch, ein origineller Bilderroman †“ ein Abenteuer.

Erzählt wird vom ungebremsten Forschertrieb des kauzigen Edmund Alfred Brehm. Mit einer skurrilen Piratencrew bricht der wunderliche Wissenschaftler auf zu einer recht eigenwilligen Entdeckungsreise. Tatsächlich landet der sonderbare Professor auf einer geheimnisvollen Insel. Nie zuvor gesehene, abstruse Lebewesen spürt er dort auf. Tierland nennt er das „Neue†œ und dokumentiert in seinem Expeditionsbuch, wie ihm geschieht. Aufregende, irritierende Begegnungen, große Rätsel bannen den eifrigen Brehm. Er kommt aus dem Wundern nicht heraus, erlebt wilde Überraschungen, ist unheilvollen Gefahren ausgesetzt. Er beobachtet und bestaunt die unbekannten Geschöpfe auf Tierland, verfällt ihrem Zauber. Arglos stolpert der Sonderling in einen wahren Horrortrip. Dabei riskiert er alles, sogar sein Leben.

Kai Splittgerber hat überbordende Einfälle in eine schillernde Story gepackt. Er erzählt geistreich, spritzig, faszinierend, in rasantem Tempo. Die Geschichte ist bizarr, geheimnisvoll und saugt den Leser in das turbulente Geschehen. Der Autor stürzt den wunderlichen Professor in unglaubliche Abenteuer, hinein in eine gruselige, unheimliche Zwischenwelt. Dabei jagt er seine Leser von Anfang an über einen straffen Spannungsbogen. Nie schläft die Handlung ein, immer wieder treibt sie neue, verblüffende Blüten. Und in all dem verführerischen Vordergründigen verbirgt Kai Splittgerber Hintergründiges. Bei jedem Wiederlesen †“ und man wird dieses Buch öfter lesen †“ sind neue witzige Zusammenhänge, treffliche Bezüge, zu entdecken; immer gehen wieder andere Lichter auf, amüsiert man sich mehr und mehr. Denn das Buch ist lustig, unterhaltsam und spannend.

Dorothea Huber bebildert diesen in sich geschlossenen Kosmos fabelhaft. Sie setzt Kai Splittgerbers Ideen phantasievoll zu 100 Prozent um †“ macht anschaulich, was da passiert. Sie gibt all den Schwirrewesen, den vieräugigen Ohrenduddelern, monströsen Zünzen, kuschelversessenen Fluken, den Luftikussen und dem Fröhöllerie Gesicht und Gestalt. Das ist das kleine Wunder dieses Buches: Text und Bild könnten nicht besser zusammenpassen, fügen sich ideal zu einem Ganzen.

Dorothea Hubers Kunst ist, die schrägsten Vögel, die verrücktesten Ausgeburten, die aberwitzigsten Gestalten in kunterbunte Form zu bringen †“ klar und kraftvoll auszudrücken. Kai Splittgerber entspringt kein noch so ausgefallenes Wesen, das Dorothea Huber nicht mit Stift und Farbe lebendig macht.

Wie in einem Zauberspiegel zeigt die Grafikerin den wundersamen Reigen der Fabelwesen. Mit ihrem eigenwilligen grafischen Stil versteht sie es, Charaktere nicht nur zu zeichnen, sondern zu überzeichnen. Hier unterstreicht sie „Findewörter†œ, dort verstärkt sie „Wortfindlinge†œ des Autors, so etwa sein Blaufleckenblau, sein Gefrierkatzenblau, oder die Überbläuerung des Himmels. Sie schafft unfassbare Typen zum Anfassen. Sie findet Bilder für fliegende Wäschelauge, einen Raupenschlummersack, die kleine Traurigkeit, die aus schimmernden Blasen immer wieder geboren wird. Tiefblaue Tränenseen werden sichtbar, in die sich die Bosperas hineinweinen. Mit sicherem Federstrich führt Dorothea Huber durch dieses Absurdistan und bringt dem Leser nahe, was zum Lachen und zum Weinen ist.

Sie malt den Kaninchen, die übrigens zum Verlieben sind, riesengroße Angst in die Augen. Sie macht ein zärtliches gegenseitiges Füttern sichtbar unter schützenden weiten Häuten. Sie zeigt, wie der Wollerwums sein Inneres nach außen kehren kann. Sie fertigt Abbilder vom schiefen Vulkan, von Fallen, hässlichen Ungeheuern, aussichtslosen Situationen, bis dem Leser der Angstschweiß aus der Gänsehaut bricht. Wüste Szenen wechseln ab mit kleinen feinen Skizzen. Dorothea Huber verfügt über eine große Liebe zum Detail. Hier versteckt sie Ironie und Humor vom Feinsten, weckt Lust am Suchen und Entdecken.

Das Schönste aber ist Mathilde, die Menschenfrau in ihrem Tierlandfrauhaus. Ein hinreißender Wirbelwind, schlagkräftig und liebeshungrig. Sie kocht Tee aus lebenden Teetierchen und nimmt, wenn nötig, ein Schnibelungenbad, weil es drachenharte Haut macht.

Kai Splittgerber vertauscht Männer und Frauen und stellt das Ganze noch mal auf den Kopf mit dem Matrosen, die fürchterliche Hermine im Kleid.

Und wie aus dem sonderlichen Brehm und der wilden Tierlandfrau ein ungewöhnliches Liebespaar wird, wird nicht verraten.

Genug geschwärmt von diesem Funkenfeuer der Phantasie! Ich empfehle es.

ROSWITHA HOFMANN

Wer Edmund Alfred Brehm übrigens näher kennenlernen möchte, findet ihn und seine über 1500 Freunde auf Facebook oder wirft einen Blick auf die Leseprobe, die der Verlag online gestellt hat.

Kurzbeschreibung

Der geniale Tierforscher Edmund Alfred Brehm reist mit Kapitän Pamphile und einer skurrilen Mannschaft auf die geheimnisvolle Insel Tierland, um unentdeckte Tiere mit unglaublichen Eigenschaften zu suchen. Ein spannender und satirischer Abenteuerroman über einen ebenso genialen wie größenwahnsinnigen Tierforscher. Seite für Seite fesselt Dorothea Huber den Leser mit ihren ironisch-frischen Illustrationen und ihrer einfallsreichen Typografie.Der geniale Tierforscher Edmund Alfred Brehm ist stinksauer auf die zoologische Akademie. Die hohen Herren haben es tatsächlich gewagt, die Finanzierung seiner Expedition nach Tierland abzulehnen, mit der lächerlichen Begründung, es existiere gar nicht. Dabei ist Tierland eine noch unbekannte Insel, auf der Tiere leben, die noch nie ein Mensch gesehen hat. Brehm ist es gewohnt, dass ihn seit seinen frühesten Tierforschungen in der Kindheit alle für einen Spinner halten. Aber er ist im Besitz einer Karte von Tierland, die ihm ein betrunkener Matrose verkauft hat. So heuert er auf eigene Faust eine Expeditionsmannschaft an und landet beim größten Piraten seiner Zeit Kapitän Pamphile , der eine Ladung Kaninchen nach Australien bringen soll. Ein Loch im Rumpf zwingt den Kapitän zu notwendigen Reparaturen, so dass Brehm drei Tage bleiben, um Tierland auf eigene Faust zu erkunden. Was er in diesen Tagen entdeckt, schildert er in seinem Expeditionsbuch. Er stößt auf die unglaublichsten Tiere, über die er Steckbriefe anfertigt. Doch Tierland birgt nicht nur fremde Tiere und phantastische Abenteuer, sondern auch bedrohliche Gefahren und eine sonderbare Liebe. Ein satirischer Abenteuerroman in dem sich absurder Witz und Spannung abwechseln, mit verblüffend einfallsreichen Illustrationen.

Über den Autor

Kai Splittgerber, geboren 1981 in Köln, studierte Kulturwissenschaften und kreatives Schreiben an der Universität Hildesheim. Er begründete den Glück & Schiller Verlag und das Verlagsnetzwerk Fruehwerk. Daneben war er Redakteur von «lit04.de-07.de», von «Non Fiktion. Arsenal der anderen Gattungen» und Kolumnist bei «subpool.de». Außerdem veröffentlichte er journalistische und literarische Beiträge u.a. im «Tagesspiegel», der «Berliner Zeitung» und in «BELLAtriste». Für die Arbeit an Brehms Tierland erhielt er 2010 das niedersächsische Arbeitsstipendium. Kai Splittgerber lebt in Oldenburg.

Über die Illustratorin

Dorothea Huber, geboren 1980 in Kaufbeuren, hat an der HAWK Hildesheim Grafikdesign studiert. Sie illustriert u.a. für «Das Magazin», «Brigitte», «Le Monde Diplomatique», «J’N†™C†™ Magazine», «Missy Magazine» und die «taz». 2008 erschien das von ihr illustrierte Buch «Kapitän Pamphile» von Alexandre Dumas in der Büchergilde, das prompt auf die Shortlist der schönsten Bücher 2008 gewählt wurde. Ihre Arbeiten wurden u.a. vom Art Directors Club ausgezeichnet. Dorothea Huber lebt in Berlin.

Die gebundene Ausgabe von „Brehms Tierland“ umfasst 234 Seiten und ist März 2011 in der Edition Büchergilde erschienen.

Wikio Blog-Ranking Literatur Mai 2011

Das Informationsportal Wikio.de hat das Ranking der Literatur-Blogs für den Monat Mai 2011 bekanntgegeben. Leander Wattig es hat mit seiner Blog-Initiative „Ich mach was mit Büchern“ zwar noch nicht geschafft das Team von LovelyBooks vom ersten Platz zu verdrängen, dafür hat uns Ninas „Libromanie“ doch glatt vom dritten auf den vierten Platz verwiesen.  Die „Edelstein-Trilogie Fanseite“ von Lina und Melissa ist weiterhin auf dem Vormarsch und rangiert neu auf Platz fünf. „Literaturwelt. Das Blog„, ein gemeinsames Projekt von etwa zwanzig Bloggern, ist der Shooting Star im Mai und direkt auf Platz neun gelandet.

Die Position eines Blogs im Wikio-Ranking hängt von der Anzahl und dem Gewicht der Links ab, die von anderen Blogs eingehen. Es werden ausschließlich im Résumé des RSS-Feeds enthaltene Links berücksichtigt. Links aus Blogrolls werden beim Ranking nicht berücksichtigt und der Wert der Links nimmt mit der Zeit ab. Auf diese Weise möchte Wikio.de ein Ranking erstellen, das so repräsentativ wie möglich aktuelle Blogs und Entwicklungen aufzeigt.

Das Ranking wird jeden Monat aktualisiert. Nachfolgend das Blog-Ranking für Literatur im Monat Mai 2011:

  1. LovelyBooks Blog
  2. Ich mach was mit Büchern
  3. Libromanie
  4. Lesekreis – That´s me 😉
  5. Die Edelstein-Trilogie Fanseite
  6. Der Bücher Blog – Bestseller, Kritiken, Aktuelles
  7. Der Bücherwahnsinn
  8. Leselust und Leseliebe
  9. Literaturwelt. – Das Blog.
  10. Kleinbrina´s Bücherblog
  11. Die Duschungel. Anderswelt (Alban Nikolai Herbst)
  12. Bella´s Wonderworld
  13. Bibliofeles
  14. Seitenweise Leseglück bzw. Umblättern
  15. Bücher von Ernst Probst
  16. buecher.ueber-alles!
  17. Aleatorik
  18. Feenfeuer
  19. in|ad|ae|qu|at
  20. Gleisbauarbeiten

Ranking erstellt von Wikio.de

Neuübersetzung: Robert Louis Stevensons Abenteuerroman „St. Ives†œ

Robert Louis Stevensons Abenteuerroman „St. Ives†œ ist sensationell – zu Wasser, auf der Erde und in der Luft.

Der schottische Schriftsteller Robert Louis Stevenson, vor allem durch den Jugendbuchklassiker „Die Schatzinsel“ (1883) und die Schauernovelle „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ (1886) bekannt, begann 1893 mit dem Roman „St. Ives„. Da er mit dem Werk nicht zufrieden war, brach er die Arbeit im Oktober 1894 zugunsten des Romans Weir of Hermiston (Die Herren von Hermiston) ab. Am 03. Dezember 1894 starb Stevenson im Alter von 44 Jahren auf der Samoa-Insel Upolu im Alter von 44 Jahren. Als Todesursache wurde eine Intracerebrale Blutung vermerkt.

„St. Ives“ blieb unvollendet. Der britische Schriftsteller und Kritiker Sir Arthur Thomas Quiller-Couch schrieb „St. Ives“ vom 31. Kapitel an in 6 weiteren Kapiteln auf Basis des schon ausgearbeiteten Konzepts zu Ende.

„Wenn einmal der inflationär gebrauchte Begriff „kongenial†œ zutrifft, dann hier: Weder ein stilistischer noch ein erzähltechnischer Bruch ist in diesen letzten Kapiteln zu spüren„, schreibt Jochen Schimmang am 28.04.2011 auf FAZ.net.

„St. Ives: Being The Adventures of a French Prisoner in England“ wurde 1898 veröffentlicht und erschien in der deutschsprachigen Übersetzung erstmalig 1975 unter dem Titel „Flucht ins Abenteuer“ in der Wiener Verlagsbuchhandlung Julius Breitschopf.

Im März 2011 hat der Hanser Verlag eine Neuübersetzung von Andreas Nohl auf den Markt gebracht.

„Nohl hat Stevensons spätes Werk in ein geschmeidiges, frisches Deutsch übersetzt. Er hat zudem ein lesenswertes Nachwort geschrieben und den Roman mit ausführlichen Anmerkungen versehen. Der ist, wie man beim Lesen schnell begreift, nicht nur ein Spät-, sondern auch ein Hauptwerk und macht schmerzlich deutlich, dass Robert Louis Stevenson mindestens zwanzig Jahre zu früh gestorben ist. So sind gewiss einige Werke der Weltliteratur ungeschrieben geblieben. Dieses hier aber gehört ihr an und sollte nun gelesen werden„, heißt es abschließend in der ausführlichen und begeisterten Rezension von Jochen Schimmang.

Kurzbeschreibung
Ein Kriegsgefangener in Edinburgh verliebt sich in ein schottisches Mädchen, flieht und durchquert mit der Polizei im Nacken ganz England. In gottverlassenen Landschaften und zwielichtigen Kaschemmen spielen die Szenen und drohen die Gefahren, denen der Held immer wieder entkommt. Voller Eloquenz, Witz und entwaffnendem Charme zieht der Erzähler St. Ives unsere Sympathie auf seine Seite. In England gilt „St. Ives“ heute als Hauptwerk Stevensons. Andreas Nohl hat das großartige Porträt von Schottland neu entdeckt und vollständig ins Deutsche übersetzt. Ein rasanter Abenteuer- und Liebesroman zwischen Romantik und Moderne, spannend wie ein Hitchcock-Thriller!

Prolog (© Hanser Verlag)
Das Mauerstück, auf dem ich (zur Strafe für meine Sünden) saß, war auf der Innenseite mindestens zwölf Fuß hoch. Die Blätter der Buche, die mich notdürftig verbargen, waren teilweise schon abgefallen, und so war ich nicht nur selbst auf das gefahrvollste den Blicken preisgegeben, sondern hatte freie Sicht auf die Gartenwege und (unter einem immergrünen Bogen) den Rasen und ein paar Fenster des Hauses. Lange Zeit rührte sich nichts außer meinem Freund mit dem Spaten, dann hörte ich, wie ein Schiebefenster geöffnet wurde. Gleich darauf erschien Miss Flora im Morgengewand, schlenderte zwischen den Beeten näher, blieb hin und wieder stehen und betrachtete ihre Blumen – denen sie an Schönheit in nichts nachstand. Dort hatte ich eine Freundin, hier, unmittelbar unter mir, eine unbekannte Größe – den Gärtner. Wie sollte ich mich der einen mitteilen, ohne die Aufmerksamkeit des anderen auf mich zu ziehen? Ein Geräusch zu machen verbot sich. Ich wagte kaum zu atmen. Ich wollte, sobald sie hersah, ein Zeichen geben, doch sie schaute überallhin, nur nicht zu mir. Sie beugte sich über jedes noch so uninteressante Kräutlein, sie betrachtete die Kuppe des Berges, sie stellte sich sogar direkt unter mich und redete mit dem Gärtner über die langweiligsten Themen, doch hoch zur Mauer warf sie partout keinen Blick! Schließlich ging sie den Weg zum Haus zurück. In meiner Verzweiflung brach ich ein Stück Mörtel aus der Mauer, zielte auf gut Glück und – traf sie im Nacken. Sie fasste mit ihrer Hand an die Stelle, drehte sich um und schaute nach allen Seiten. Als sie mich erspähte (ich drückte die Äste auseinander, um es einfacher zu machen), stieß sie halb einen Schrei der Überraschung aus, halb schluckte sie ihn herunter.
Der vermaledeite Gärtner stand sofort stramm.
„Was möchten Sie, Miss?“ fragte er. Ihre Geistesgegenwart verblüffte mich. Sie hatte sich bereits umgedreht und sah in die entgegengesetzte Richtung.
„Da ist ein Kind in den Artischocken“, sagte sie.
„Die ägyptischen Plagen! Den knöpf‘ ich mir vor!“ rief er, und eilig watschelnd verschwand er zwischen den immergrünen Büschen. Schon hatte sie sich wieder umgedreht und kam zu mir gelaufen, die Arme ausgestreckt, ihr Gesicht in einem Augenblick von himmlischer Röte belebt, im anderen totenbleich.
„Monsieur de Saint-Yves!“ sagte sie.
„Meine verehrte junge Dame“, sagte ich, „Dies ist die unverzeihlichste Dreistigkeit -ich weiß! Aber was konnte ich anderes tun?“
„Sie sind geflohen?“ fragte sie.
„Wenn Sie das Flucht nennen wollen“, erwiderte ich.