KrimiWelt-Bestenliste Februar 2011

Platz 1 : Road Dogs von Elmore Leonard

Kurzbeschreibung
„Der beste Krimiautor der Gegenwart, vielleicht der beste aller Zeiten“ New York Times Was haben „Get Shorty“, „Jackie Brown“ und „Out of Sight“ gemeinsam? Sie alle basieren auf Romanen von Elmore Leonard. Jetzt erscheint sein neuer Kriminalroman in einer kongenialen Übersetzung. Jack Foley ist Bankräuber aus Überzeugung und eine coole Sau. Cundo Rey ist ein schwerreicher kubanischer Gangster. Sie freunden sich im Knast an, und Cundo besorgt Foley eine supersmarte Anwältin, die es schafft, aus dreißig Jahren Haft dreißig Monate zu machen. Währenddessen sitzt Dawn Navarro, Cundos attraktive Frau, in einer Villa in Venice Beach und wartet auf die Chance, ihren Gatten um sein Geld zu erleichtern. Foley kommt als Erster aus dem Knast, und er schuldet Cundo einen Gefallen. Dawn würde ihn gern auf ihre Seite ziehen. Foley muss sich überlegen, wem er trauen kann – und was eigentlich seine eigene Agenda ist… Ein klassischer Leonard: lakonisch, schnell, voll herrlicher Dialoge und überraschend bis zur letzten Seite. Große Unterhaltung mit Soul.

Platz 2 : London Boulevard von Ken Bruen

Kurzbeschreibung
Kaum zehn Minuten aus dem Knast, bricht Mitchell auch schon einem Punk den Arm. Als Geldeintreiber ist man nicht gerade zimperlich. Doch Mitchell will sein Leben ändern: legale Geldquelle, nette Frau, Kinder vielleicht. Als ihm die Diva Lillian Palmer einen Job auf ihrem Anwesen in Notting Hill anbietet, sieht er seine Chance gekommen †“ und Lillian könnte glatt die richtige Frau sein. Alles prima, wären da nicht Lillians zwielichtiger Butler Jordan und Tommy Logan, ein Geldhai, der seine eigenen Pläne für Mitchell hat … Gnadenlos, schnell und wenn es sein muss außerordentlich brutal †“ ein Typ wie Mitchell scheint wie geboren für ein Dasein zwischen Drogendealern und Geldeintreibern. Als sich ihm die Chance bietet, ein neues Leben anzufangen, holt seine Vergangenheit ihn ein. Und Mitchell muss zurückschlagen. „Es gibt wohl kaum einen zeitgenössischen Krimi-Autor, der so punktgenau schreibt wie Bruen. Schlanke Dialoge, die wie Pistolenschüsse durch die unwirtlichen Seelenlandschaften seiner Romane peitschen.†œ Matthias Matussek, Der Spiegel

Platz 3 : Verräter wie wir von John Le Carré

Kurzbeschreibung
Dima ist die Seele der russischen Mafia. Seit seiner Zeit als Gefangener im Gulag hat er sich an ihre Spitze hochgearbeitet. Sein Spezialgebiet: die Geldwäsche. Doch seine Tage sind gezählt. Er hat Feinde unter den mächtigen Weggefährten. Um das Überleben seiner Familie zu sichern, geht er einen Pakt mit dem Westen ein. Er bietet sein Wissen im Tausch gegen ein Leben in England. Eine Sensation für den britischen Geheimdienst, der einwilligt. Aber die Agenten stoßen auf einen bedrohlichen Widerstand. Der lange Arm der Mafia reicht bis weit in den Westen. Wie lange wird Dima seine russischen Freunde täuschen können? Verräter wie wir ist ein leidenschaftlicher Roman über die Korrumpierbarkeit des Westens und über die Zerbrechlichkeit der Demokratie.

Platz 4 : Der letzte Winter von Ške Edwardson

Kurzbeschreibung
Ein kalter Dezembertag. Völlig in sich versunken spielt Erik Winters Tochter am Strand. Da treibt plötzlich ein Toter im Wasser. Tagelang quälen die kleine Elsa Alpträume. An Heiligabend erhält Erik Winter eine DVD, mit der ihm der Killer einen weiteren Mord ankündigt. Hilflos muss Winter zusehen, wie das Böse in sein Leben eindringt.
Pressestimmen
„Spannende Dialoge und eine nervenzerreißende Jagd auf den Täter“ –HörZu, 05.11.10

Platz 5 : Dunkle Vergeltung von James Sallis

Kurzbeschreibung
Der ehemalige Cop Turner hat sich als Sheriff in einer Kleinstadt in der Nähe von Memphis niedergelassen. Doch die trügerische Ruhe wird gestört, als die örtliche Polizei ein Mitglied der Mafia verhaftet. Schon bald starten die Kriminellen einen Befreiungsversuch. Turner folgt ihnen nach Memphis, wo er sich mit seiner Vergangenheit konfrontiert sieht.
„Die lakonische Härte dieser Krimis hat nichts mit Lieblosigkeit zu tun und nichts mit unzulässiger Vereinfachung. Eher mit einer gewissen Akzeptanz, dass das Leben nun mal so sein kann. Dass die Menschen verdammt unvollkommen sind. Und dass sie selbst meistens nicht so recht wissen, was sie da eigentlich tun. (Frankfurter Rundschau )

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Platz 6 : Sterbenskalt von Tana French

Kurzbeschreibung
Niemand lotet Charaktere gnadenloser aus, niemand zieht die Leser tiefer in die Atmosphäre: Die junge irische Kriminal-Literatin Tana French.
„Ich stand dort im Schatten, während die Glocken drei und vier und fünf schlugen. Die Nacht verblasste, und ich wartete noch immer auf Rosie Daly.“
Frank Mackey, Undercover-Ermittler, hat seine Familie seit 22 Jahren nicht gesehen. Er wollte der Perspektivlosigkeit seines Viertels für immer entfliehen zusammen mit seiner ersten großen Liebe Rosie. Doch die hatte ihn versetzt und war allein nach England aufgebrochen, so hat Frank es jedenfalls immer gedacht. Bis in einem Abbruchhaus Rosies Koffer gefunden wird. Was ist damals wirklich geschehen? Frank muss zurück nach Faithful Place und feststellen, dass er diesen dunklen Ort immer in sich getragen hat…

Platz 7 : Der zweitbeste Koch von Kurt Bracharz

Kurzbeschreibung
Hunger ist bekanntlich der beste Koch. Der zweitbeste ist ein junger Chinese namens Li Wang. Das glaubt zumindest der Wiener Gourmetkritiker Xaver Ypp vom Hochglanzmagazin Lukull , weshalb er auch sehr verärgert ist, als es plötzlich heißt, Li Wang sei nach China zurückgekehrt. Und Ypp hat noch mehr Probleme: Sein Chef hält ihn schon lange für zu konservativ und drückt ihm zu allem Überfluss noch die Ausbildung eines pubertierenden Geschmacksgenies aufs Auge. Schlechte Karten für Ypp, der bald auch noch Opfer eines Überfalls wird: Als er die Probe eines ungewöhnlichen Stückchens Fleisch aus Li Wangs ehemaligem Restaurant untersuchen lassen will, beginnt die Angelegenheit vom Kuriosen ins Kriminelle abzugleiten und nimmt dabei immer rasanter Schussfahrt auf …
Nach seinen kultigen Erfolgskrimis in den 90er Jahren hat Kurt Bracharz sich mit seinem neuen Krimi viel Zeit gelassen doch das Warten hat sich definitiv gelohnt: angenehm pikant, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Nervenkitzel und in typisch amerikanischer Krimimanier: hartgesotten.

Platz 8 : Gott wartet an der nächsten Ecke von Francisco González Ledesma

Kurzbeschreibung
Auf dem alten Friedhof in Barcelona wird die Leiche eines Mädchens gefunden. Ermordet. Seine Identität bleibt unbekannt. Ist das Kind zufälliges Opfer in einem Verbrechen von größerem Ausmaß? Wer profitiert von seinem Tod ═ und warum nimmt sein Mörder immer wieder Kontakt zu Inspector Méndez auf? Seine Ermittlungen führen über ein kompliziertes Netz aus Mittelsmännern und Drahtziehern zu den Terroristen der ETA. Doch welche Rolle kann ein kleines Mädchen dort spielen? Inspector Méndez tappt im Dunkeln ═ und ist doch überzeugt, dass hinter der scheinbaren Willkür der Morde eine höhere Macht steht, die subtil aber gnadenlos ein Ziel verfolgt.

Platz 9 : Allmen und die Libellen von Martin Suter

Kurzbeschreibung
Allmen, eleganter Lebemann und Feingeist, ist über die Jahre finanziell in die Bredouille geraten. Fünf zauberhafte Jugendstil-Schalen bringen ihn und sein Faktotum Carlos auf eine Geschäftsidee: eine Firma für die Wiederbeschaffung von schönen Dingen. Die Geburt eines ungewöhnlichen Ermittlerduos und der Start einer wunderbaren Krimiserie.Allmen, eleganter Gentleman, Lebemann, Kunstsammler und charmanter Hochstapler, hat über die Jahre das Millionenerbe seines Vaters durchgebracht. Das hochherrschaftliche Anwesen musste er verkaufen, er hat sich mit seinem lebenserfahrenen Faktotum Carlos aus Guatemala ins bescheidene Gärtnerhaus zurückgezogen. So schlecht er mit Geld umgehen kann, so virtuos beherrscht er den Umgang mit Schulden und Gläubigern. Insbesondere die diskrete Geschäftsbeziehung zu einem Antiquitätenhändler hilft ihm immer wieder aus der Bredouille. Anfangs war Allmen bei ihm guter Kunde, mittlerweile ist er guter Lieferant, erst mit Stücken aus der eigenen Sammlung, dann mit Objekten, über deren Herkunft ein Gentleman besser schweigt. Bis ihn nach einem alkoholseligen Opernabend Jojo, eine heißhungrige junge Frau, in die See-Villa ihres Vaters abschleppt und er dort eine Sammlung von fünf bezaubernden Jugendstil-Schalen entdeckt, jede ein kleines Vermögen wert. Und jede mit einem Geheimnis behaftet. Eine Herausforderung, an der er wachsen – oder die ihn das Leben kosten kann.

Platz 10 : Blutige Schuld von Michael Koryta

Kurzbeschreibung
„Er ist zurück!“ Diese Nachricht auf seinem Anrufbeantworter elektrisiert Frank Temple. Seit sein Vater sich vor sieben Jahren erschossen hat, will er nur noch eines: Rache. Nun ist der Verräter aus dem Gefängnis entlassen worden, und Frank kann seiner Wut endlich Taten folgen lassen. Doch auch andere haben noch eine Rechnung offen …
Michael Koryta, geboren 1983, wuchs in Bloomington, Indiana, auf und studierte dort Jura mit Schwerpunkt Strafrecht. Schon in der High School jobbte er bei einem Privatdetektiv und schrieb für die Lokalzeitung. Beides kam der Schriftstellerei zugute. „Tödlicher Abschied“, seinen ersten Kriminalroman, schrieb er mit gerade einmal zwanzig Jahren. Auf Anhieb gewann er damit 2003 einen angesehenen Preis für den besten Detektivroman – einen jüngeren Preisträger hatte es noch nie gegeben. Außerdem wurde mit seinem Debüt sofort für den renommierten Edgar Award nominiert.

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Quelle: Die KrimiWelt-Bestenliste wird in der Kooperation ARTE, WELT und NordwestRadio von Tobias Gohlis als verantwortlichen Sprecher monatlich erstellt. Der Jury kommt es auf Qualität an. Monatlich wählen 17 auf Kriminalliteratur spezialisierte Literaturkritiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus der Masse der Neuerscheinungen die zehn Titel aus, denen sie besonders viele Leser wünschen. Begründungen zum Ranking und Inhalt mit den jeweiligen Rezensionen der „Besten“ finden sich auf der Homepage der Krimi-Spezialisten unter www.arte.tv/krimiwelt
Die hier zu den einzelnen Büchern eingefügten Kurzbeschreibungen stammen von den Verlagen und geben nicht die Meinung der Jury wieder.

Die Tribute von Panem ab 23.03.2012 im Kino [Trailer]

Die Produktionsfirma Lionsgate hat gestern bekanntgeben, dass die angekündigte Romanverfilmung von „The Hunger Games“ (Die Tribute von Panem) schon am 23. März 2012 in die Kinos kommt. Ursprünglich war der Kinostart erst für 2013 vorgesehen. Die Regie führt Gary Ross („Pleasantville“, „Seabiscuit“). Die Autorin Suzanne Collins schreibt das Drehbuch für die Literaturverfilmung persönlich. Die Handlung ist als Trilogie angelegt.

Der erste Teil der †œTribute von Panem† erschien in der deutschsprachigen Übersetzung im Juli 2009 unter dem Titel †œTödliche Spiele†œ. Er handelt von der Macht der Liebe in grausamer Zeit. Nordamerika existiert nicht mehr. Kriege und Naturkatastrophen haben das Land zerstört. Aus den Trümmern ist Panem entstanden, geführt von einer unerbittlichen Regierung. Alljährlich finden grausame Spiele statt, bei denen nur ein Einziger überleben darf. Als die 16-jährige Katniss erfährt, dass ihre kleine Schwester ausgelost wurde, meldet sie sich an ihrer Stelle und nimmt Seite an Seite mit dem gleichaltrigen Peeta den Kampf auf. Wider alle Regeln rettet er ihr das Leben.

Die Fortsetzung der Trilogie erschien im Mai 2010 unter dem Titel †œGefährliche Liebe†œ (Catching Fire). †œFlammender Zorn†œ (Mockingjay), der dritte und letzte Teil kam im Januar 2011 in der deutschsprachigen Übersetzung auf den Markt. Ob auch der zweite und dritte Teil den Weg ins Kino finden werden, ist noch nicht bekannt.

Nachtrag vom 31.08.2011: Inzwischen hat die Produktionsfirma Lionsgate erste Szenen aus dem Film veröffentlicht:

Am 19.03.2011 wurde bekannt gebeben, dass Jennifer Lawrence die 16-jährige Hauptfigur Katniss Everdeen und Josh Hutcherson ihren Partner Peeta aus dem zwölften Distrikt spielen werden. (hier geht´s zur gesamten Besetzungsübersicht)

Der Film soll für Jugendliche ab 13 Jahre in die US-amerikanischen Kinos kommt, obwohl der Inhalt zum Teil schockierend brutal ist. Jugendliche gehen aufeinander los und erstechen sich, erschießen sich mit Pfeil und Bogen oder schlagen sich die Schädel ein. Nachfolgend ein Trailer, der von Schülern erstellt wurde und einen Ausschnitt der Geschichte zeigt, der ziemlich unter die Haut geht. In der Kinoverfilmung werden solche Szenen sicherlich nicht zu sehen sein.

Oscar-nominiert: Winters Knochen / Winter´s Bone von Daniel Woodrell [Trailer]

Zwischen dem, was die anderen sagen, und dem, was man glauben will, gibt es eine Wahrheit, die nie ans Tageslicht kommen darf! Kraftvoll und poetisch erzählt Daniel Woodrell von einer Welt, in der eigene Gesetze herrschen, und einer jungen Frau, die sich auflehnt gegen jahrhundertealte Lügen und Gewalt.

Jessup Dolly taucht unter, als der Winter kommt. Seiner Familie, die in bitterarmen Verhältnissen im Hinterland von Missouri lebt, fehlt es an allem. Sie haben kaum etwas zu essen und nicht einmal genug Feuerholz, um das Haus warm zu halten. Aufopferungsvoll kümmert sich Jessups sechzehnjährige Tochter Ree um ihre pflegebedürftige Mutter und die beiden jüngeren Brüder. Doch dann passiert das Unvermeidliche. Die Polizei steht vor der Tür und teilt Ree mit, dass ihr Vater, der schon einmal wegen Drogengeschäften im Gefängnis war und nun erneut unter Anklage steht, das Haus für seine Kaution verpfändet hat. Wenn Jessup nicht bei Gericht erscheint, verliert seine Familie alles, was sie hat. Ree bleibt eine Woche Zeit, um ihren Vater zu finden tot oder lebendig.

Die gebundene Ausgabe von „Winters Knochen“ umfasst 222 Seiten und ist am 17.01.2011 im Liebeskind Verlag erschienen.

„Daniel Woodrell erzählt seine Geschichte ohne ein überflüssiges Wort, mit beinahe biblischer Wucht. Er hat seinen Stil geschult an Vorbildern wie Ernest Hemingway oder Cormac McCarthy. Entstanden ist ein moderner Western, der die Tugenden der alten Pioniere feiert: persönlichen Mut, Durchsetzungswillen, Zusammenhalt.“ Rezension zu „Winters Knochen“ unter dem Titel „Ohne jede Gnade“ von FOCUS-Redakteur Jobst-Ulrich Brand

„Angesiedelt im Grenzland zwischen Missouri und Arkansas, spielt die Geschichte zwar in der Gegenwart, in ihrer Struktur aber wirkt sie wie ein ins 21. Jahrhundert gehobenes mittelalterliches Epos, wie eine archaische Saga: Hier die junge Frau, als Miss Missouri der Unterschicht eine Art Jeanne d’Arc der Gegenwart, die sich zum Streitzug aufmacht; dort finstere Patriarchen, Krieger, Gesindel, böswillige Weiber.“ Hinterwäldler, zu allem fähig: Daniel Woodrells „Winters Knochen“ – Buchtipp von Sebastian Hammelehle, Spiegel Online Kultur

Über den Autor
Der 57-jährige US-amerikanische Autor Daniel Woodrell, geboren in Springfield, Missouri, und aufgewachsen im Norden von Missouri, verließ mit siebzehn die Highschool und meldete sich bei den Marines. Nach dem College nahm er am renommierten Iowa Writers†™ Workshop teil. Sein Romandebüt „Cajun-Blues“ erschien 1986. Für den Roman „Tomato Red“ erhielt Woodrell 1999 den Preis des amerikanischen P.E.N. Im selben Jahr verfilmte Ang Lee die Romanadaption von „Woe to Live On“, Woodrells zweiten Roman, unter dem Titel „Ride with the Devil“. 2010 wurde die Verfilmung von „Winters Knochen“ (orig. Titel: Winter´s Bone, erschienen 2006) beim Sundance Film Festival als bester Film ausgezeichnet.

Aktuell ist „Winter´s Bone“ für vier Oscars in den Kategorien „Bester Film“, „Beste Darstellerin“ (Jennifer Lawrence), „Bester Nebendarsteller“ (John Hawkes) und „Beste Drehbuchadaption“ (D. Granik, Anne Rosellini) nominiert. Wann der Film in die deutschen Kinos kommt, ist leider noch nicht bekannt.

Bernd Eichinger ist tot

Wie heute bekannt wurde, starb der deutsche Filmproduzent, Drehbuchautor und Regisseur Bernd Eichinger am 24.01.2011 an einem Herzinfarkt. Der Tod trat völlig unerwartet während eines Abendessens im Kreis seiner Familie in seinem Haus in Hollywood ein.

Bernd Eichinger wurde am 11.04.1949 in Neuburg an der Donau geboren, wuchs aber in Rennertshofen auf.
Seine Karriere als Filmemacher begann 1970 mit einem Bewerbungsfilm an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film.
1974 gründete Eichinger seine eigene Filmproduktionsgesellschaft Solaris und produzierte hauptsächlich Autorenfilme. 1979 erwarb Eichinger 25% der angeschlagenen Verleihfirma Constantin Film und wurde zum geschäftsführenden Gesellschafter der Neue Constantin Film GmbH.

Seine erste Produktion für die Neue Constantin Film GmbH war „Christiane F. †“ Wir Kinder vom Bahnhof Zoo„. Der Film, zu dem sein ehemaliger Kommilitone Uli Edel Regie führte und zu der ein weiterer Kommilitone Herman Weigel das Drehbuch schrieb, wurde 1981 zu einem der international erfolgreichsten deutschsprachigen Filme der Nachkriegszeit.

In den darauf folgenden zwei Jahrzehnten war Eichinger für den Filmeinkauf und das Verleihgeschäft der Neue Constantin Film GmbH zuständig. Gleichzeitig produzierte Eichinger internationale Großproduktionen wie Die unendliche Geschichte mit Wolfgang Petersen als Regisseur, Der Name der Rose mit Regisseur Jean-Jacques Annaud und Sean Connery in der Hauptrolle, Letzte Ausfahrt Brooklyn wieder mit Uli Edel nach dem Roman von Hubert Selby Jr., Das Geisterhaus mit Regisseur Bille August und Meryl Streep, Glenn Close, Jeremy Irons und Winona Ryder in den Hauptrollen sowie die Resident Evil- Trilogie mit Milla Jovovich in der Hauptrolle. Noch in den 80er Jahren hatte Eichinger die Filmrechte zu den Marvel Comics The Fantastic Four erworben und war mehr als 15 Jahre später als Produzent bei der Verfilmung von Fantastic Four und Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer für 20th Century Fox tätig.

Neben internationalen Projekten produzierte Eichinger auch populäre deutsche Komödien, wie zum Beispiel Manta, Manta mit Til Schweiger in seiner ersten Hauptrolle in einem Kinofilm, Sönke Wortmanns Der bewegte Mann und Das Superweib, den Zeichentrickfilm Werner †“ Beinhart! sowie Voll Normaaal und Ballermann 6 mit dem Komiker Tom Gerhardt.

1996 führte Eichinger erstmals selbst Regie in dem Fernsehdrama Das Mädchen Rosemarie, in dem Nina Hoss ihre erste Hauptrolle spielte. In den folgenden Jahren produzierte Eichinger Filme mit den deutschen Regisseuren Doris Dörrie (Bin ich schön? und Nackt), Oskar Roehler (Elementarteilchen) sowie als Co-Produzent bei Caroline Links Nirgendwo in Afrika, der mit dem Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet wurde.

Bernd Eichinger war nicht nur als Produzent, sondern verstärkt auch als Drehbuchautor tätig. 2003 schrieb Eichinger das Drehbuch zu Der Untergang, den er 2004 mit Oliver Hirschbiegel als Regisseur produzierte. Der Untergang wurde 2005 für den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert. 2006 folgte Das Parfum †“ Die Geschichte eines Mörders, zu dem Eichinger gemeinsam mit Andrew Birkin und dem Regisseur des Films Tom Tykwer das Drehbuch schrieb. 2007 schrieb Eichinger das Drehbuch zu Der Baader Meinhof Komplex, das er noch im selben Jahr mit Uli Edel als Regisseur verfilmte. Nach Christiane F. †“ Wir Kinder vom Bahnhof Zoo und Letzte Ausfahrt Brooklyn war dies die dritte Zusammenarbeit mit Edel. Der Film kam 2008 in die deutschen Kinos und wurde 2009 für den Oscar, den Golden Globe Award sowie den BAFTA Award in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert. Noch im selben Jahr drehen Eichinger und Edel ihren vierten gemeinsamen Film: Zeiten ändern dich mit und über den deutschen Rap-Star Bushido.

Die Constantin Film ging 1999 an die Börse. Eichinger wurde Vorstandsvorsitzender der Constantin Film AG und war größter Einzelaktionär. Im Januar 2006 verkaufte er seinen Anteil an der Constantin Film AG an die Schweizer Firma Highlight Communications. Eichinger war weiterhin für die Constantin Film AG als Produzent tätig.

Laut Angaben der Filmförderungsanstalt FFA haben allein im deutschsprachigen Raum mehr als 70 Millionen Zuschauer Bernd-Eichinger-Produktionen im Kino gesehen.

Eichinger war mit der Autorin Katja Eichinger verheiratet und ist Vater der Fernsehmoderatorin Nina Eichinger.

Quelle: Wikipedia

Joachim Gauck erhält den Ludwig-Börne-Preis 2011

„Der Ludwig-Börne-Preis 2011 geht an den Bürgerrechtler und Essayisten Joachim Gauck„, teilte die Ludwig-Börne-Stiftung am 24.01.2011 der Öffentlichkeit mit.

Verliehen wird der Literaturpreis am 5. Juni 2011 in der Paulskirche in Frankfurt am Main. Die Stiftung, im Namen des beharrlich der Aufklärung verpflichteten Frankfurter Juden Ludwig Börne (1786-1837), vergibt den Preis seit 1993. Ein Preis für Essays, Kritik und Reportagen, die anknüpfen sollen an Börnes aufrührerischen und aufwühlenden Journalismus, mit dem er die – trotz reaktionärem Staats- und Gesellschaftswesen – Ideale der Revolution von 1848 in Lettern hochhielt. Ludwig Börne gelang es, die revolutionäre Gesinnung eines Demokraten im politischen Journalismus für Leser wach zu halten. Also eine große Verpflichtung für jeden Preisträger.

Diesjähriger alleiniger Preisrichter ist der ehemalige deutsche Kulturstaatsminister Michael Naumann.

Naumann begründete seine Auswahl für den Bürgerrechtler Joachim Gauck in einer schriftlichen Stellungsnahme: So „repräsentiert Gauck mit seinen Reden und Schriften den freiheitlichen Geist all jener in der ehemaligen DDR, die dem repressiven Staat durch ihre politisches Engagement ein Ende bereiteten.“

Die Stiftung selbst fügt hinzu: Der Preis „gilt als der renommierteste Preis für Essays und Reportagen im deutschen Sprachraum. Zu den Preisträgern zählten bisher u.a. Marcel Reich-Ranicki, Rudolf Augstein, H.M Enzensberger und Frank Schirrmacher.“

Der Ludwig-Börne-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.

Quelle: Weltexpress