Hegemann-Effekt: Zoohändler setzen auf den unkomplizierten Axolotl

Im Zuge des Erfolgs des Romans „Axoltol Roadkill“ von Helene Hegemann erwartet der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe in Deutschland (ZZF) einen erhöhten Absatz der im Buchtitel genannten Tierart.

„Das wird sehr förderlich sein für den Absatz des „Axoltol“, eines mexikanischen Schwanzlurchs, sagte ZFF-Präsident Klaus Oechsner der Deutschen Presse-Agentur. „Eine sehr positive Werbung für das Tier.“ Bislang sei der Axolotl, der sein Leben lang wie eine Larve aussieht, noch kein Verkaufsschlager gewesen, sagte ZFF-Präsident Oechser, der selbst ein Zoogeschäft betreibt. „Wenn es hoch kommt, habe ich vielleicht 20 im Jahr verkaufen können. Dabei eigenen sich die Tiere gut als Haustiere. Sie sind problemlos, brauchen keine Heizung, nur ein schönes Becken, je größer, desto besser.“

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Spiegel-Bestenliste Hardcover Woche 10/2010

Platz 1 : Hummeldumm: Das Roman von Tommy Jaud

Kurzbeschreibung

„Sitzreihe 12 war die letzte, die zwischen Tortellini und Hühnchen wählen durfte. Ich saß in Reihe 13. Schon auf dem Hinflug hätte mir klar sein können, dass der Jahresurlaub zum Albtraum wird.“
Wer an allem schuld ist, ist für Matze sowieso klar: seine Freundin Sina. Während er in endlosen Verhandlungen die neue Eigentumswohnung klargemacht hat, sollte sie einfach nur „irgendwas“ buchen. Hat sie auch. Doch musste dieses „irgendwas“ ausgerechnet eine zweiwöchige Gruppenreise durch Namibia sein, ein Land, in dem jede hüftkranke Schildkröte schneller ist als das Internet? Was hat er denn verbrochen, dass man ihn nun täglich in einen Kleinbus voller Bekloppter sperrt, um ihn dann zu österreichischen Schlagern über afrikanische Schotterpisten zu rütteln? Und warum stolpert er bei minus zwei Grad in einem albernen Wanderhut über die Dünen der Kalahari, statt auf Mallorca ein Bierchen zu schlürfen? Als Matze dann noch daran erinnert wird, dass die sicher geglaubte Wohnung an andere Käufer geht, wenn er nicht sofort die fünftausend Euro Reservierungsgebühr überweist, hat er gleich noch drei neue Probleme: Das nächste Internetcafé ist fünfhundert Kilometer entfernt, der Handyakku plattgedaddelt und das einzige Ladegerät fest in österreichischer Hand.
„Ich drücke meine Nase ans Busfenster und blicke hinaus ins weite Land. Die Namibier winken uns und lachen. Klar lachen sie, sie sind ja frei. Wir nicht. Wir sind die in Blech gepackte Rache für die deutsche Kolonialzeit.“

Platz 2 : Der Koch von Martin Suter

Der KochKurzbeschreibung
Weltweite Finanzkrise, Bürgerkrieg in Sri Lanka und eine Firma, die in aller Verschwiegenheit boomt: Love Food fürs diskrete Tête-à-Tête. Politische Gegenwart, Liebesgeschichte, Exotik und Sinnlichkeit.
Der Held der so sinnlichen wie spannenden Geschichte ist Maravan, ein 33jähriger tamilischer Asylbewerber, der als Hilfskraft in einem Zürcher Sternelokal arbeitet. In Zeiten der Wirtschaftskrise ist seine Position die erste, auf die verzichtet werden kann: Maravan wird gefeuert. Doch er lässt sich nicht entmutigen und gründet mit seiner Kollegin Andrea †œLove Food†, ein Cateringunternehmen, das sich auf Liebesmenüs für Paare spezialisiert hat. Der Erfolg lässt nicht lang auf sich warten und bald beginnt eine zahlungskräftige Klientel, Interesse zu bekunden: Männer aus Politik und Wirtschaft.
Martin Suter erzählt in seinem neuen Roman von den Verführungen der Kochkunst †“ und führt tief hinein in die politischen Grauzonen der Gegenwart.

Platz 3 : Axolotl Roadkill von Helene Hegemann

Kurzbeschreibung
‚Schreckliche Leben sind der größte Glücksfall‘, schreibt die 16jährige Mifti in ihr Tagebuch. Seit dem Tod ihrer Mutter lebt sie in Berlin, und als ‚pseudo-belastungsgestörtes‘ Problemkind durchläuft sie nach ‚Jahren der Duldungsstarre‘ gerade eine extrem negative Entwicklung.
Obwohl intelligent und gut situiert, nimmt sie Drogen, verweigert die Schule und hat sogar Argumente dafür. Anstatt sich an Konventionen abzuarbeiten hinterfragt und analysiert sie nämlich permanent die gesellschaftliche Situation, in der sie sich befindet. Sie wohnt bei ihren wohlstandsverwahrlosten Halbgeschwistern und ihr Vater steckt noch immer in seiner frühkindlichen Allmachtsphase. Freiheit und Selbstzerstörung fallen zusammen und Mifti entlarvt in ihren von Wahn und Genie geprägten Zwischenwelten Sprache, Lebensentwürfe und Vorgegebenheiten der Erwachsenen. Sie kokettiert mit ihrer Kaputtheit und sucht im ‚allgemeinen Dahinschimmeln‘ nach einem Zugriff auf ihr eigenes Leben.
Der siebzehnjährigen Helene Hegemann ist ein sprachmächtiges, kluges Debüt über einen Zustand gelungen, in dem Traum, Alptraum und knallharte Realität nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind.

Platz 4 : Leopard von Jo Nesbø

LeopardKurzbeschreibung
Hongkong: Im Dunst der Garküchen und Drogenhöhlen dämmert einsam ein Mann vor sich hin. Kommissar Harry Hole ist am Ende, er hat alle Brücken hinter sich abgebrochen, die chinesische Mafia ist ihm auf den Fersen. Gleichzeitig erschüttert Oslo eine Serie grotesk-grausamer Morde.Die junge Kommissarin Kaja schafft es schließlich, Harry zurückzuholen. Schon bald wird er immer tiefer in den Fall hineingezogen. Der Täter erweist sich als äußerst unberechenbar und intelligent. Er arbeitet mit einem perfiden Mordwerkzeug, das lautlos und quälend langsam tötet. Die Spuren führen Harry von einer einsamen Hütte im norwegischen Hochgebirge bis nach Ruanda. Als er dem Killer gegenübersteht, muss er eine übermenschliche Entscheidung treffen.

Platz 5 : Erbarmen von Jussi Adler-Olsen

ErbarmenKurzbeschreibung
Der Albtraum einer Frau.
Ein dämonischer Psychothriller.
Der erste Fall für Carl Mørck vom Sonderdezernat Q in Kopenhagen.
Die verzerrte Stimme kam aus einem Lautsprecher irgendwo im Dunklen: „Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag, Merete. Du bist jetzt hier seit 126 Tagen, und das ist unser Geburtstagsgeschenk: Das Licht wird von nun an ein Jahr lang eingeschaltet bleiben. Es sei denn, du weißt die Antwort: Warum halten wir dich fest?“
Am 2. März 2002 verschwindet eine Frau spurlos auf der Fähre von Rødby nach Puttgarden, man vermutet Tod durch Ertrinken. Doch sie ist nicht tot, sondern wird in einem Gefängnis aus Beton gefangen gehalten.
Wer sind die Täter? Was wollen sie von dieser Frau? Und: Kann ein Mensch ein solches Martyrium überleben?
„Ein ungewöhnlich schöner und hochspannender Thriller, der einem bis zur letzten Seite den Atem abschnürt.“ politiken.dk

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Platz 6 : Eisige Nähe von Andreas Franz

Kurzbeschreibung
Der Kieler Musikproduzent Peter Bruhns wird zusammen mit seiner jungen Geliebten tot in seinem Penthouse aufgefunden. Eine Beziehungstat? Oder das Werk eines persönlichen Feindes, von denen es nicht wenige gibt? Bei den Untersuchungen wird ein Gift gefunden, das den Kommissaren Sören Henning und Lisa Santos Rätsel aufgibt. Der Fall nimmt eine ungeahnte Wendung, als am Tatort DNA sichergestellt wird, die in Deutschland bereits nach verschiedenen Morden aufgetaucht ist. Ist hier ein Massenmörder am Werk? Was steckt wirklich hinter dem Mord an Peter Bruhns?

Platz 7 : Bis(s) zum Ende der Nacht von Stephenie Meyer

biss-zum-ende-der-nachtKurzbeschreibung
Wenn man vom dem getötet wird, den man liebt, hat man keine Wahl. Wie kann man fliehen, wie kämpfen, wenn man damit dem Geliebten wehtun würde? Wenn das eigene Leben das Einzige ist, was man dem Geliebten geben kann, wie kann man es ihm dann verweigern? Wenn es jemand ist, den man wirklich liebt? Ein Jahr voller Glück, aber auch voller Schmerz liegt hinter Bella. Ein Jahr, in dem sie fast zerbrochen wäre, weil ihre Leidenschaft für Edward und ihre innige Freundschaft zu Jakob einfach unvereinbar sind. Aber nun ist ihre Entscheidung gefallen. Unwiderruflich, auch wenn es so aussieht, als setze sie eine Entwicklung in Gang, die möglicherweise verheerend für sie alle ist.Noch hofft Bella, die verschieden Fäden ihres Leben wieder zusammenführen zu können, da droht alles für immer zerstört zu werden …

Platz 8 : Ein geschenkter Tag von Anna Gavalda

Kurzbeschreibung
Frühling, irgendwo in Frankreich, die Geschwister Simon, Garance und Lola auf dem Weg zu einer Hochzeit: Schon die Autofahrt mündet in einen handfesten Streit mit der Schwägerin. Kurzerhand machen sich die drei aus dem Staub, lassen die gediegene Familienfeier sausen und besuchen stattdessen den Bruder Vincent, der in der Provinz auf einem Schloss in der Touraine lebt. In ihrer heiteren, spritzigen Frühlingslektüre erzählt Anna Gavalda von einer überraschenden Landpartie, die den Geschwistern ein Stück Kindheitsglück zurückgibt: einen geschenkten Tag, fernab von Small Talk und Förmlichkeiten, voller Erinnerungen – und ohne nervende Schwägerin.

Platz 9 : Die Hütte: Ein Wochenende mit Gott von William P. Young

die-hutteKurzbeschreibung
Macks jüngste Tochter ist vor Jahren entführt und wahrscheinlich umgebracht worden. Ihre letzten Spuren hat man in einer Schutzhütte im Wald gefunden, in deren Nähe die Familie auf einem Ausflug campierte. Jetzt erhält Mack rätselhafte Einladungen, die ihn aus seiner tiefen Depression reißen, in der er mit Gott über den Verlust hadert. Diese Einladungen locken ihn in die Hütte, wo er an einem bemerkenswerten Wochenende Gott, Jesus und den Heiligen Geist persönlich trifft. In furiosen Dialogen mit Gott über das Böse und den Schmerz der Welt kommt Mack zu einem neuen Verständnis von Schöpfung und Christentum. Die Botschaft des Buches? Mack hatte Gottes Rolle in seinem Leben nicht nur unterschätzt, sondern falsch eingeschätzt. Der Verlust seiner Tochter ist eminent, aber das Leben geht nicht nur weiter, sondern es wird durch die Begegnung mit Gott um eine große Erfahrung bereichert. Mack beschreitet einen neuen Weg und hört auf, Gott immer nur zu beurteilen und ihn nur bei Tragödien in seinem Leben nach Gottes Rolle zu fragen. Es ist diese Botschaft, die Mack von Gott mit nimmt: Dass ich in der Lage bin, sogar aus entsetzlichen Tragödien noch unglaublich viel Gutes entstehen zu lassen, bedeutet nicht, dass ich die Tragödien orchestriere. Wenn ich sie für meine Zwecke nutze, heißt das auf keinen Fall, dass ich die Tragödien erschaffe oder sie benötige, um meine Absichten zu verfolgen…. Fur die Gnade ist es nicht erforderlich, dass Leid existiert,aber dort, wo Leiden ist, wirst du immer auch die Gnade finden,in vielen Facetten und Farben.

Platz 10 : Radio Heimat: Geschichten von zuhause von Frank Goosen

Kurzbeschreibung
„Woanders is auch scheiße!“
Erfrischend ehrlich, wahrhaft komisch, entwaffnend sentimental – Frank Goosens geschichtensattes Hohelied auf das, was ihm und auch uns allen Heimat ist: die liebenswerte Haut, aus wir nicht mehr können.
Wo sonst auf der Welt wird die fröhliche Begrüßung »Ey, Jupp, du altes Arschloch!« als freundschaftliche und ehrerbietig empfunden? Nirgends, nur entlang der A 40, im Herzen der schönsten deutschen Provinz, die zwar nicht wirklich viel Gegend hat, dafür aber jede Menge skurrile, herzliche, raue, gnadenlos ehrliche Ureinwohner. Denn »es geht um die Menschen«, und von diesen Menschen erzählt Frank Goosen in seinem ganz besonderen, sehr persönlichen Ton. Er fördert Kindheitserinnerungen von Omma und Oppa (die im Bochumer Rathaus wohnten und stadtbekannt waren) zutage, er durchstreift mit Mücke, Pommes und Spüli die Untiefen einer Jugend, er steht an der Seltersbude auf ein Bierchen, leidet und jubelt mit den Fans im Stadion, durchkämmt Schrebergärten und Zechen, Industriebrachen und Einkaufszentren.

Quelle: Buchreport – Spiegel Online

Spiegel-Bestenliste Taschenbücher Woche 10/2010

Platz 1 : Verblendung von Stieg Larsson

verblendungKurzbeschreibung
Eine Familiengeschichte, die einen nicht mehr loslässt. Was geschah mit Harriet Vanger? Während eines Familientreffens spurlos verschwunden, bleibt ihr Schicksal jahrzehntelang ungeklärt. Bis der Journalist Mikael Blomkvist und die Ermittlerin Lisbeth Salander recherchieren. Was sie zutage fördern, lässt alle Beteiligten wünschen, sie hätten sich nie mit diesem Fall beschäftigt. An seinem 82. Geburtstag erhält der einflussreiche Industrielle Henrik Vanger per Post anonym ein Geschenk. Das Paket enthält eine gepresste Blüte hinter Glas, genau wie in den 43 Jahren zuvor. Vangers Lieblingsnichte Harriet hatte ihm 1958 zum ersten Mal dieses Geschenk gemacht, doch dann verschwand sie spurlos. Ihr Leichnam wurde nie gefunden. In einer letzten Anstrengung beschließt Vanger herauszufinden, was dem geliebten Mädchen tatsächlich zustieß. Er engagiert den Journalisten Mikael Blomkvist, der, getarnt als Biograf, bald auf erste Spuren stößt. Unterstützt wird er von der jungen Ermittlerin Lisbeth Salander, einem virtuosen Computergenie mit messerscharfem Verstand. Je tiefer Blomkvist und Salander in der Vangerschen Familiengeschichte graben, desto grauenvoller sind ihre Enthüllungen. Ausgezeichnet mit dem skandinavischen Krimipreis. -> mehr Infos zu der Trilogie und zum Film

Platz 2 : Vergebung von Stieg Larsson

vergebungKurzbeschreibung
Wer suchet, der tötet
Die Ermittlerin Lisbeth Salander steht unter Mordverdacht. Ihr Partner Mikael Blomkvist schwört, ihre Unschuld zu beweisen. Er weiß, dass es um Salanders Leben geht. Als seine Ermittlungen die schwedische Regierung in ihren Grundfesten zu erschüttern drohen, setzt er alles auf eine Karte.
Klappentext
†œLarssons Gespür für Timing und Spannung ist überragend.† taz
†œSo packend, dass man dafür Urlaub nehmen sollte!† TV Spielfilm
†œStieg Larssons erzählerische Virtuosität (…) lässt seine Trilogie weit über das Genre des Polit-Thrillers hinauswachsen: Sie ist ein großer Gesellschaftsroman.† Der Spiegel

Platz 3 : Bis(s) zum Abendrot von Stephenie Meyer

Kurzbeschreibung
Bellas Leben ist in Gefahr. Seattle wird von einer Reihe rätselhafter Mordfälle erschüttert, ein offensichtlich blutrünstiger Vampir sinnt auf Rache. Und seine Spuren führen zu Bella. Aber damit nicht genug: Nachdem sie wieder mit Edward zusammen ist, muss sie sich zwischen ihrer Liebe zu ihm und ihrer Freundschaft mit Jacob entscheiden – wohl wissend, dass sie damit den uralten Kampf zwischen Vampiren und Werwölfen neu entfachen könnte …
Der Tag der Entscheidung rückt immer näher – was wird Bella wählen: Leben oder Tod?

Platz 4 : Verdammnis von Stieg Larsson

VerdammnisKurzbeschreibung
Mikael Blomkvist recherchiert in einem besonders brisanten Fall von Mädchenhandel, die Hintermänner bekleiden höchste Regierungsämter. Als sein Informant tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht auf Blomkvists Partnerin Lisbeth Salander. Eine mörderische Hetzjagd beginnt. Der neue große Roman des preisgekrönten Bestsellerautors Stieg Larsson. Ein ehrgeiziger junger Journalist bietet Mikael Blomkvist für sein Magazin „Millennium“ eine Story an, die skandalöser nicht sein könnte. Amts- und Würdenträger der schwedischen Gesellschaft vergehen sich an jungen russischen Frauen, die gewaltsam ins Land geschafft und zur Prostitution gezwungen werden. Als sich Lisbeth Salander in die Recherchen einschaltet, stößt sie auf ein besonders pikantes Detail: Nils Bjurman, ihr ehemaliger Betreuer, scheint in den Mädchenhandel involviert zu sein. Wenig später werden der Journalist und Nils Bjurman tot aufgefunden. Die Tatwaffe trägt Lisbeths Fingerabdrücke. Sie wird an den Pranger gestellt und flüchtet. Nur Mikael Blomkvist glaubt an ihre Unschuld und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Seine Nachforschungen führen in Lisbeths Vergangenheit. Eine Vergangenheit, die ihn bald das Fürchten lehrt.

Platz 5 : Das Haus in den Wolken von Judith Lennox

Kurzbeschreibung
Bei einer Autopanne begegnet der Frauenschwarm Richard der jungen Isabel, einer Frau aus eher kleinen Verhältnissen. Umso erstaunter ist der Gutsbesitzersohn, als sie ihn zurückweist. Dennoch verliebt er sich in sie – eine Liebe, die chancenlos scheint und trotzdem in eine Ehe mündet, die viele Stürme des Schicksals überdauern soll. Doch Isabel verpasst den Zeitpunkt, um ihrem Mann von ihrer Vergangenheit zu erzählen. Denn es gibt ein Geheimnis, das sie und diejenigen, die sie am meisten liebt, eines Tages einholen wird … Mit feinem menschlichem Gespür erzählt Judith Lennox in ihrem mitreißenden Roman von Liebe, Loyalität und der Stärke einer Familie.

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Platz 6 : Die Tore der Welt von Ken Follett

Die Tore der WeltKurzbeschreibung
England im Jahre 1327. Es ist der Tag nach Allerheiligen. In der Stadt Kingsbridge trifft sich im Schatten der Kathedrale das Volk. Vier Kinder flüchten vor dem Trubel in den nahe gelegenen Wald. Dort werden sie Zeugen eines Kampfes – und eines tödlichen Geheimnisses. Merthin, ein Nachfahre von Jack Builder, dem Erbauer der Kathedrale, hat dessen Genie und rebellische Natur geerbt. Sein starker Bruder Ralph strebt den Aufstieg in die Ritterschaft an. Caris, Tochter eines Wollhändlers, hat den Traum, Arzt zu werden. Gwenda, Kind eines Taglöhners, will nur ihrer Liebe folgen. Und da ist noch Godwyn, Caris‘ Vetter, ein junger Mönch, der entschlossen ist, Prior von Kingsbridge zu werden. Koste es, was es wolle. Ehrgeiz und Liebe, Stolz und Rache werden den Weg dieser Menschen bestimmen. Pest und Krieg werden ihnen das Liebste nehmen, was sie besitzen. Glück und Unglück werden sie begleiten Doch sie werden die Hoffnung niemals aufgeben. Und immer wird der Schwur sie verfolgen, den sie an jenem schicksalhaften Tage leisteten.

Platz 7 : Der Geschmack von Apfelkernen von Katharina Hagena

Der Geschmack von ApfelkernenKurzbeschreibung
Auf Anhieb ein sensationeller Erfolg – mehr als 250.000 verkaufte Exemplare. Schillernd und magisch sind die Erinnerungen an die Sommerferien bei der Groß­mutter, geheimnisvoll die Geschichten der Tanten. Katharina Hagena erzählt von den Frauen einer Familie, mischt die Schicksale dreier Generationen. Ein Roman über das Erinnern und das Vergessen – bewegend, herrlich komisch und klug. Als Bertha stirbt, erbt Iris das Haus. Nach vielen Jahren steht Iris wieder im alten Haus der Großmutter, wo sie als Kind in den Sommerferien mit ihrer Kusine Verkleiden spielte. Sie streift durch die Zimmer und den Garten, eine aus der Zeit gefallene Welt, in der rote Johannisbeeren über Nacht weiß und als konservierte Tränen eingekocht werden, in der ein Baum gleich zweimal blüht, Dörfer verschwinden und Frauen aus ihren Fingern Funken schütteln. Doch der Garten ist inzwischen verwildert. Nachdem Bertha vom Apfelbaum gefallen war, wurde sie erst zerstreut, dann vergesslich, und schließlich erkannte sie nichts mehr wieder, nicht einmal ihre drei Töchter. Iris bleibt eine Woche allein im Haus. Sie weiß nicht, ob sie es überhaupt behalten will. Sie schwimmt in einem schwarzen See, bekommt Besuch, küsst den Bruder einer früheren Freundin und streicht eine Wand an. Während sie von Zimmer zu Zimmer läuft, tastet sie sich durch ihre eigenen Erinnerungen und ihr eigenes Vergessen: Was tat ihr Großvater wirklich, bevor er in den Krieg ging? Welche Männer liebten Berthas Töchter? Wer aß seinen Apfel mitsamt den Kernen? Schließlich gelangt Iris zu jener Nacht, in der ihre Kusine Rosmarie den Unfall hatte: Was machte Rosmarie auf dem Dach des Wintergartens? Und wollte sie Iris noch etwas sagen? Iris ahnt, dass es verschiedene Spielarten des Vergessens gibt. Und das Erinnern ist nur eine davon.

Platz 8 : Kind 44 von Tom Rob Smith

Kind 44Kurzbeschreibung
Dieser Spiegel-Bestseller »geht wirklich unter die Haut«. WDR 5
Moskau 1953. Auf den Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, nackt, fürchterlich zugerichtet. Doch in der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Und so wird der Mord zum Unfall erklärt. Der Geheimdienstoffizier Leo Demidow jedoch kann die Augen vor dem Offenkundigen nicht verschließen. Als der nächste Mord passiert, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln und bringt damit sich und seine Familie in tödliche Gefahr …

Platz 9 : Es ist nie zu spät für alles von Kajsa Ingemarsson

Kurzbeschreibung
Das neue Lieblingsbuch aus Schweden
Eine typische Straße in einer kleinen schwedischen Stadt: Hier leben Nina, Ellinor und Miriam. Alle drei Frauen stehen an einem Wendepunkt in ihrem Leben, doch erst die geheimnisvolle Janina, die in das leerstehende Haus am Ende der Straße einzieht, wird ihnen zeigen, wie sie neue Wege beschreiten können.
Über die Autorin
Kajsa Ingemarsson, geboren 1965, arbeitet als freie Drehbuchautorin, Schauspielerin und Programmleiterin für Radio und Fernsehen. Zu hören ist sie unter anderem in der preisgekrönten Satiresendung ‚Public Service‘. Zuvor war sie sechs Jahre lang bei der schwedischen Sicherheitspolizei mit allen Fragen rund um Russland beschäftigt.

Platz 10 : Jesus liebt mich von David Safier

Jesus liebt michKurzbeschreibung
Marie hat das beeindruckende Talent, sich ständig in die falschen Männer zu verlieben. Kurz nachdem auch noch ihre Hochzeit platzt, lernt sie einen Zimmermann kennen. Und der ist so ganz anders als alle Kerle zuvor: einfühlsam, selbstlos, aufmerksam. Dummerweise erklärt er beim ersten Date, er sei Jesus. Zuerst denkt Marie, der Zimmermann hat nicht alle Zähne an der Laubsäge. Doch dann entpuppt er sich als der wahre Messias. Er ist wegen des Jüngsten Gerichts wieder auf die Welt zurückgekehrt. Und Marie fragt sich nun nicht nur, ob die Welt nächsten Dienstag untergehen wird, sondern auch, ob sie sich diesmal nicht in den falschesten aller Männer verliebt hat.

Quelle: Buchreport – Spiegel Online

Black Dagger Ladies Online †“ Peru [Kapitel 13]

Black Dagger Ladies Online

Peru Kapitel 13

Nachdenklich schaltete ich mein Handy aus und lehnte mich zurück an das Kopfteil meines riesigen Bettes, auf dem bequem vier Personen Platz gehabt hätten. Ich habe mit Gwen gesprochen, nach Wochen endlich mal wieder. Nachdem was Lilli uns da aufgetischt hatte, wollte ich unbedingt mit ihr reden. Jetzt haben wir fast zwei Stunden miteinander gesprochen und inzwischen war es schon ziemlich spät. Von meiner Rettung durch Drago hatte sie schon von Sweetlife erfahren, nur wusste sie nicht, dass er mich mit seinem Blut wahrscheinlich vor Schlimmerem bewahrt hatte. Als ich ihr davon erzählte, geriet sie regelrecht aus dem Häuschen und hat mir eine neue Fähigkeit aufgezeigt, an die ich selbst nicht gedacht hatte. Ich musste grinsen. „Genau das werde ich auch gleich ausprobieren†œ, dachte ich in dem Moment, doch als ich ihr die ganze Geschichte von Duncan und mir erzählte, war es sekundenlang still am anderen Ende der Leitung geworden, sodass ich schon dachte, wir wären unterbrochen worden. „Gwen? Bist du noch da?†œ, fragte ich beunruhigt in die ungewöhnliche Stille hinein. „Wie heißt er, hast du gesagt?†œ Ihre Stimme war kaum zu verstehen, da sie plötzlich sehr leise sprach. „Na, Duncan Thorpe, und er ist ein Vampir. Warum, stimmt etwas nicht?†œ. Meine Unruhe nahm zu. Plötzlich lachte sie erleichtert auf und rief laut. „Ja! Ich wusste es doch! Hah, dem Schicksal kann man nicht entgehen. So, so, der Duncan und du. Dann frag ihn doch mal nach dem „grünen Herz†œ, wenn ihr euch das nächste Mal seht.†œ „Was hat es denn damit auf sich?†œ Jetzt war ich aber doch sehr neugierig geworden. „Das, mein Schatz, soll er dir schon selber erzählen!†œ Wieder lachte sie und dann redeten wir nur noch über Belangloses, sie wollte mir partout nicht sagen, was es mit diesem „grünen Herz†œ auf sich hatte. Nur, dass Duncan mir erzählt hatte, dass Lindsay plötzlich unter so mysteriösen Umständen wieder aufgetaucht ist, verschwieg ich ihr. Bisher wusste nur die Bruderschaft und wir Schwestern davon, und so sollte es auch vorerst bleiben. Abschließend wünschte sie uns allen viel Erfolg und schärfte mir nochmal ein, auf mich aufzupassen. Okay, diese Mission wird unsere ganze Kraft und unser Können erfordern, aber ich war sehr zuversichtlich, zumindest versuchte ich mir das immer wieder, wenn auch mit mäßigem Erfolg, einzureden. Es wurde langsam Zeit, dass wir in Lima einliefen und die Dinge in Gang kamen, sonst rosteten wir noch alle ein! Aber jetzt hatte ich genug gegrübelt! Ich nahm mir vor, Duncan bei unserem nächsten Treffen nach diesem merkwürdigen Herz zu fragen. Er hatte mir gesagt, dass er noch die letzten Vorkehrungen treffen und alles nochmal kontrollieren wollte. Für unsere Tour in den Anden musste einfach alles perfekt sein, denn dort waren wir völlig auf uns gestellt. Doch jetzt fiel mir ein, dass ich noch etwas ausprobieren musste, sprang aus dem Bett und lief ins Bad. Vorsichtshalber drehte ich gleich den Wasserhahn auf und ließ das Wasser einfach laufen. Unwillkürlich musste ich kichern. Wenn Gwen mich jetzt so hätte sehen können, wäre sie sehr zufrieden mit mir gewesen, denn so vorsichtig war ich leider nicht immer. Nun wollte ich es doch mal probieren. Also los. Ich legte die Fingerspitzen meiner rechten Hand so zusammen, dass sie wie ein geschlossener Blütenkelch aussahen. Dann konzentrierte ich mich auf die Spitze und sprach die uralte Formel, die nur wir Hexen kannten. Nun sprach ich zum ersten Mal die Worte, die Gwen mir in unserem Gespräch zugeflüstert hatte: „Feuer und Flamme, Hitze und Glut, zeig mir die Kraft, die in dir ruht.†œ Diese Worte wiederholte ich genau drei Mal. Und dann spürte ich ein leichtes Kribbeln in meinen Fingern. Da! Aus meinen Fingerspitzen wuchs eine kleine, gelbe Flamme, die ungefähr 5 cm groß wurde, und die sich überhaupt nicht heiß anfühlte, sondern angenehm warm war, und… sie verbrannte mich nicht! Vorsichtig setzte ich sie auf die Marmorplatte neben dem Waschbecken ab und beobachtete wie sie darauf hin und her tanzte. Nach wenigen Sekunden jedoch war der Spuk vorbei, und die Flamme erlosch. Ich strich mit dem Zeigefinger über eine winzige Rußspur und zeichnete den Weg nach, den die Flamme genommen hatte. Die Stelle war warm! Also war es echtes Feuer und kein magisches! „Ja!†œ, rief ich aus, klatschte in die Hände und lachte laut auf. „Das muss ich meinen Schwestern erzählen, oder besser noch, Duncan! Mensch, das war doch mal was!†œ Das Wasser ausstellen, die Tür aufreißen und raus stürmen, war eins! Ich flitzte durch den Gang und bremste erst vor seiner Kabine. Anklopfen? Ach was, in meiner Begeisterung riss ich die Tür auf und legte gleich los: „Duncan! Ich muss dir unbedingt etwas zeigen! Ich habe doch eben mit meiner Gwen… Duncan?†œ Erst jetzt bemerkte ich, dass er hinter seinem Schreibtisch stehen blieb und mich mit einem ernsten Gesichtsausdruck betrachtete. Seite 148 „Stimmt etwas nicht?†œ, fragte ich ihn leise. Als er meinem Blick auswich, überkam mich ein mulmiges Gefühl. „Was ist passiert? Ist was mit Lucy und Gavin? Sag doch!†œ „Nein, mit den Beiden ist alles in Ordnung, aber… Angie, setzt dich bitte… ich muss mit dir reden.†œ Irgendetwas stimmte hier nicht! Ganz und gar nicht! Ich setzte mich in den Stuhl vor seinen Schreibtisch und versuchte in seinem Gesicht zu lesen, doch er sah mich einfach nicht an! „Okay, aber etwas hast du… †œ „Ja, ich habe nachgedacht†œ, unterbrach er mich und sah mir endlich in die Augen. Das machte mich aber nur noch nervöser, da ich seinen Blick nicht deuten konnte. „Angie,… es fällt mir bestimmt nicht leicht, aber es ist wohl zum jetzigen Zeitpunkt besser, wenn wir… unsere Beziehung auf Eis legen. Ich meine natürlich nur, bis die Sache in Peru vorbei ist.†œ Ungläubig sah ich ihn an, und mein Magen verwandelte sich schlagartig in einen schmerzenden Klumpen. Die Luft wurde mir plötzlich knapp. Ich räusperte mich und fragte ihn: „Aber, warum? Ich verstehe dich nicht, habe ich…?†œ Er unterbrach mich wieder und sprach schnell weiter: „Nein, du hast nichts getan, aber diese Mission ist einfach zu wichtig! Mir hat meine dämliche Aktion heute Morgen die Augen geöffnet. Ich trage hier eine große Verantwortung, und kann mir einfach im Moment keine Ablenkung leisten, verstehst du das? Was, wenn ich mich zu sehr ablenken lasse und dadurch eine Fehlentscheidung treffe? Wenn jemand zu Schaden käme, das könnte ich mir das nicht verzeihen. Es fällt mir bestimmt nicht leicht aber… nein, es muss sein. Wir können ja nach dem Einsatz in Peru…†œ „Ach, du meinst da weitermachen, wo wir aufgehört haben?†œ Ich war bei seinen letzten Worten aufgestanden und klammerte mich an der Lehne fest, sah ihn an und schüttelte den Kopf. „Nein, mein Lieber, so läuft das nicht! Ich lasse mich von dir nicht in eine Schublade stecken, und dann bei Bedarf wieder raus holen. Und ich dachte, wir beide… gehören zusammen, gerade jetzt! Aber… Nun, du musst für dich entscheiden, was du willst. Mich bekommst du ganz, oder gar nicht.†œ Mit den letzten Worten drehte ich mich um und verließ seine Kabine. Mechanisch machte ich mich bettfertig und zog ein leichtes Shirt an, genauso mechanisch packte ich meine letzten Sachen in den Rucksack, legte den Waffengürtel mit den kleinen Wurfmessern, den ich mir morgen umlegen wollte, sorgfältig über den Stuhl, ging zum x-ten Mal ins Bad, um nochmal die Sachen auf der Ablage gerade zu rücken und… blieb endlich mitten im Raum stehen. Wem machte ich hier eigentlich was vor? Mit einem resignierten Blick auf die Tür dachte ich nur: „Er hat sich entschieden, gegen mich und er wird nicht kommen.†œ Da sah ich die Wasserflasche, packte sie und warf sie mit aller Kraft, die mir meine Verzweiflung in diesem Moment verliehen hatte, an die Wand und schrie: „Du verdammter Mistkerl!†œ. Mit einem lauten Knall zerplatzte sie, und das Wasser spritzte nach allen Seiten, die Scherben aber leider auch. Blind vor Tränen fiel ich auf die Knie und endlich konnte ich weinen. Nach einiger Zeit zwang ich mich aufzustehen und versuchte vorsichtig die Scherben einzusammeln. Natürlich musste ich in die letzte rein treten und ein scharfer Schmerz durchfuhr meinen Fuß. „Au!†œ, schrie ich auf und ließ mich auf mein Bett fallen. Da wurde plötzlich die Tür aufgerissen und Duncan stürzte auf mich zu: „Was ist passiert? Oh mein Gott, du blutest ja! Zeig mal her.†œ Er setzte sich einfach zu mir aufs Bett und untersuchte vorsichtig meinen Fuß. „Da haben wir ja den Übeltäter!†œ, sagte er leise und zog die Scherbe blitzschnell aus der Fußsohle. Schnell leckte er über die Wunde und versiegelte sie so. Er war hier bei mir! Ich beobachtete ihn wie er genießerisch meinen ganzen Fuß von dem Blut mit seiner Zunge befreite. Ich musste mir auf die Zunge beißen um nicht laut los zu lachen, es kitzelte so furchtbar. Aber so leicht würde ich ihn nicht davonkommen lassen. Doch dann ließ er meinen Fuß los und legte ihn behutsam aufs Bett. Er sah mich zerknirscht und reumütig an und sagte leise: „Ich wäre ja schon viel früher gekommen, aber Drago wollte mich noch unbedingt wegen Lindsay sprechen.†œ Er zog mich in seine Arme, vergrub sein Gesicht in meinem Haar und sagte leise: „Sag, dass ich ein riesiger Blödmann bin!†œ „Riesiger Blödmann†œ, murmelte ich und schniefte laut. Er nahm mein Gesicht in seine Hände, lächelte mich schief an und dann küsste er mir sanft die letzten Tränen weg. Er sah mir tief in die Augen und sagte sehr ernst: „Angie, weißt du eigentlich, wie sehr ich dich liebe? Ich könnte nicht mal nur für kurze Zeit von dir getrennt sein, ohne dass ich mich so sehr nach dir sehne, dass es regelrecht weh tut. Ich weiß ja auch nicht, was mich da eben geritten hat. Manchmal mach ich mir einfach zu viele Gedanken. Seite 149 Vergiss es bitte ganz schnell wieder, ja? Bitte! Ich brauche dich so sehr, du bist für mich die Luft zum Atmen, jeder Schlag meines Herzens… meine Seele. Meine Gefährtin. Bitte sag, dass du mir verzeihst. Bitte!†œ Flehentlich sah er mich an und flüsterte noch einmal leise: „Bitte!†œ Er liebt mich! Das war das einzige, was für mich in diesem Moment zählte. Eigentlich wollte ich ihn ja noch ein bisschen schmoren lassen, aber wenn er diesen Blick drauf hatte… „Duncan, tu das nie wieder!†œ „Versprochen!†œ Ich zog mit einem Finger die Konturen seine Lippen nach und murmelte: „Ich liebe dich doch auch, du riesiger, wunderbarer, lieber Blödm…†œ Weiter kam ich nicht, denn er verschloss mir die Lippen mit so einem intensiven Kuss, dass mir die Luft weg blieb. Eine Weile lagen wir engumschlungen auf dem Bett und genossen einfach nur die Nähe des anderen, bis mir das Gespräch mit Gwen wieder einfiel. „Sag mal, was hat es eigentlich mit dem grünen Herz auf sich? Gwen meinte, ich soll dich danach fragen.†œ „Grünes Herz? Mh… keine Ahnung, was sie damit meint†œ, überlegte er laut. Doch plötzlich schlug er sich mit der flachen Hand gegen die Stirn, lachte laut und rief: „ Oh! Jetzt weiß ich, was sie meint! Das gibt es doch nicht! Moment mal! Ich bin sofort wieder da!†œ Er sprang auf und schoss so schnell zur Tür raus, dass ich kaum etwas erkennen konnte. Verwundert starrte ich auf die Tür, doch da war er schon wieder zurück und setzte sich mir gegenüber aufs Bett. In der Hand hielt er eine schlichte Goldkette, an der ein kleines Herz hing. Dieses Herz bestand aus einem wunderschönen grünen Smaragd. Er lächelte mich an und mit funkelnden Augen fing er an zu erzählen. „Vor vielen Jahren traf ich in den Staaten auf eine merkwürdige Frau. Sie war sehr nett und hatte mir bei einer schwierigen Aufgabe geholfen. Als ich ihr danken wollte, winkte sie nur ab und sah mir in die Augen. Dann nahm sie meine Hand und sagte sie zu mir: „Sie werden eine junge Frau treffen, und Sie werden in ihr Ihre Gefährtin erkennen. Sie wird die gleiche Augenfarbe haben, wie das Herz ihrer Mutter. Das ist Ihr Schicksal. Oder so ähnlich. Tja, und diese Kette mit dem Anhänger hat einmal meiner Mutter gehört und ich habe sie immer bei mir. Wie konnte ich das nur vergessen?! Und nun soll sie dir gehören.†œ „Dann war diese Frau meine Gwen?†œ Ich sah ihn mit großen Augen verwundert an. „Ja, das muss sie wohl gewesen sein.†œ Er legte mir die Kette um, küsste mich und flüsterte mir dann ins Ohr: „Ich liebe dich, mein Schicksal.†œ Glücklich schmiegte ich mich in seine Arme und nach einer Weile schliefen wir eng aneinander gekuschelt ein. Gerade als die Sonne aufging, wurde ich wach und hörte ihn neben mir telefonieren. Er hatte einen Arm um mich gelegt und sprach mit Gavin: „Okay, mein Lieber. Dann lassen wir das Ganze. Ist mir auch recht so. Wenn Lindsay mit uns Kontakt aufnehmen will, wird sie schon einen Weg finden. So, wir treffen euch dann im Hangar 51. Und vergiss die Zigarren nicht. Hahaha. Was? … wie höre ich mich an? … ja, stimmt! … das bin ich auch. Also seid vorsichtig! Bis heute Nachmittag dann, und grüß Lucy von uns.†œ Er legte auf, drehte sich zu mir um und küsste mich auf die Nasenspitze. „Frühstück, Mylady?†œ „Mh, ja?†œ, flüsterte ich und knabberte an seinem Ohrläppchen. Sofort tippte er die Nummer von Tiago ein. „Tiago… ja, auch guten… Oh!†œ Ich hatte mich über ihn gebeugt. „… wo war ich? Ach ja, äh… Frühstück.†œÂ  „Äh… Tiago okay… du…†œ Ich legte meinen unschuldigsten Blick auf und sah in seine dunklen Augen, dann sagte ich etwas lauter: „Guten Morgen Tiago, bitte das Frühstück erst in einer Stunde, ja? Und stell es doch bitte vor meine Tür. Danke!†œ Keine Ahnung, ob er sein Handy ausgestellt hatte, es landete jedenfalls sehr schnell auf dem Boden.

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Ein köstlicher Duft stieg in Doc´s Nase. Sie atmete nochmal tief ein, blinzelte und öffnete dann ein Auge. Bowen kniete vorm Bett mit einer Riesentasse Kaffee und wedelte ihr den Dampf zu. „Guten Morgen, Jane.†œ Sie setzte sich auf nahm ihm die Tasse aus der Hand, nippte daran und schloss die Augen. „Hm einfach köstlich.†œ Durch die ihre tiefe zu Bowen Verbindung spürte sie, ohne ihn zu sehen, dass er ungewöhnlich angespannt war. Nach einem weiteren Schluck, blickte sie ihm in die Augen. „Bowen, ich merke, dass du etwas auf dem Herzen hast. Was ist es?†œ Er räusperte sich. Dann nahm er seinen Becher vom Nachttisch und prostete ihr zu. Es dauerte eine ganze Weile bis er sprach: „Genau genommen gehen mir tausend Sachen durch den Kopf. Schätze jetzt kann ich meine Gefühle wohl nicht mehr vor dir verheimlichen, was? Ich mache mir Sorgen um dich und natürlich auch um die anderen. Ich sollte wohl erwähnen, dass ich vor jedem Einsatz ein ungutes Gefühl habe, sobald wir uns in Bewegung gesetzt haben, verschwindet es aber bestimmt wieder. Nur dieses Abwarten, sowas kann ich einfach überhaupt nicht gut.†œ Sie lächelte ihn an, und er fühlte was sie fühlte und er war so stolz, dass sie jetzt seine Gefährtin war. Sie hüllte ihn in absolute Liebe, es war einfach vollkommen. Die Anspannung begann nachzulassen. Er nahm ihre freie Hand in seine. „Dann wollte ich dir sagen, dass egal, was in Peru passieren wird, sobald wir beide wieder zurück sind, und ich bin mir sicher, dass wir das unbeschadet überstehen, möchte ich unsere Verbindung etwas offizieller feiern. Wie, können wir uns ja noch überlegen. Ich finde du hast etwas Besonderes verdient.†œ Er küsste sie und fühlte bei ihr leichtes Unbehagen. „Keine Sorge, wenn du nicht möchtest, machen wir keine Riesensache daraus, aber ich denke, deine Schwestern finden auch, dass es ein Grund zum Feiern ist. Leider hatten wir ja gestern noch eine Besprechung, ansonsten hätte ich dir so gerne noch ein paar Tricks gezeigt.†œ Jane stellte ihre Tasse ab und rutschte auf seinen Schoss. „Ja, du hast Recht, die waren ja ganz schön aus dem Häuschen, als ich es ihnen erzählt habe. Jetzt werde ich schnell duschen und dann müssen wir auch los.†œ Er nuschelte etwas in ihren Nacken, was ganz nach „sieht ganz so aus†œ klang. „Jane, als du gestern Abend solange in deiner Kabine warst, um zu packen, also ich glaub, ich konnte spüren, dass du dich über etwas aufgeregt hast. Willst du mir verraten, was es war?†œ Doc zuckte leicht zusammen. „Oh Bo, ich glaube, das hast du falsch interpretiert, ich habe etwas nicht gefunden, das hat mich geärgert.†œ „Noch etwas. Soll Tiago, während wir weg sind, wieder deine Sache rüberholen?†œ Sie nickte und lächelte ihn an. Sie wollte nirgendwo lieber sein, als an seiner Seite. Punkt 11 Uhr standen alle Sixpack-Schwestern und die Brüder der Schwarzen Orchidee an der Planke, um von Bord zu gehen. Eric kam an Bord und gesellte sich zu Jean, Tim und Tiago. Duncan sprach noch kurz mit ihnen, dann marschierte er los, und alle anderen folgten ihm. Bowen legte den Arm um Doc und wollte hinter den anderen das Schiff verlassen. Plötzlich ließ sie ihre Tasche fallen „Oh Mist, ich habe etwas vergessen, ich bin in fünf Minuten wieder da.†œ Sie flitzte davon und er blickte ihr nach. „Na ja, Frauen, die können ja eine ganze Menge wichtiger Dinge vergessen, wobei es eigentlich nicht zu ihr passte†œ, überlegte er der bei sich. Die Tasche mit der medizinischen Ausrüstung trug er, und ihre persönlichen Dinge hatte sie am Vorabend gepackt und sehr lange dafür gebraucht. Sie war zwar auf liebenswerte Weise etwas chaotisch, aber wenn es drauf ankam, ganz und gar nicht. Da kam sie auch schon wieder angehechtet. Allerdings ohne etwas geholt zu haben. Er hob eine Augenbraue „Ach, falscher Alarm, ich hatte doch nichts vergessen. Los komm, die anderen warten schon am Pier.†œ Atemlos blieb sie neben ihm stehen und hob ihre kleine Reisetasche mit den privaten Dingen auf. An Land angekommen, ernteten die beiden einen strengen Blick von Duncan, den Bo ganz charmant mit einem Achselzucken entgegnete. „Also gut, da wir nun endlich vollzählig sind, folgt mir bitte ohne weitere Verzögerung zu unserem Reisebus.†œ Noch trugen alle zivile Kleidung, um den Eindruck einer Reisegruppe abzugeben. Duncan drehte sich um, mit Angie an seiner Seite ging er auf einen leicht ramponiert wirkenden Reisebus zu.

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Er nickte dem Fahrer, der offensichtlich auch ein Mitglied des Ordens war, zu. Zischend öffneten sich die Türen, und alle stiegen ein. Bo zog Doc direkt auf die hinterste Bank und überließ ihr einen Fensterplatz. In der Reihe vor ihnen saßen Kerstin und Drago. Sie klopfte Kerstin auf die Schulter, um ihr etwas ins Ohr zu flüstern. Da ertönte plötzlich eine unbekannte Stimme mit starkem französischem Akzent: „Merde! Willst du mich hier zu Tode quetschen? Du hast wohl noch nie was von PETA gehört, oder was? Außerdem ist hier ein geschmolzenes Schokotoffee in deiner Hosentasche. Sind Merküren immer solche Ferkel?†œ Schlagartig wurde es sehr still im Bus. Die Türen hatten sich wieder geschlossen und der Bus fuhr los. Alle drehten sich um und blickten verwirrt umher. Welchem blinden Passagier gehörte diese Stimme? Leider hatten alle so ein gutes Gehör, dass ihre Blicke auf Doc hängenblieben. Sie versuchte sich so klein wie möglich auf ihrem Sitz zu machen. Dass Bowen sie ebenfalls fragend musterte, machte die Situation auch nicht besser. „Was war das? Doc, das kam doch von dir. Du bist doch nicht unter die Bauchredner gegangen. Also, was war das?†œ Kerstin sah sie an und auch Drago hatte sich umgedreht. „Öhm, also ich weiß nicht, habt ihr den Fußgänger nicht gesehen, der gerade hier am Bus vorbeigegangen ist. Ich schätze, Franzosen machen hier auch schon mal Urlaub.†œ „Jane, die Fenster sind geschlossen und hier ist keiner vorbeigegangen. Das kam von dir!†œ Und schon ertönte wieder dieses dumpfe Stimmchen: „Könnte jemand dieser Tierquälerin sagen, dass es nicht die feine Art ist, jemanden in die Hosentasche einer viel zu engen Hose zu stopfen und sich dann auch noch hinzusetzen. Sacrebleu, oder sie soll abspecken.†œ Inzwischen hatten alle ihre Plätze verlassen und sich zu Doc und Bowen in den hinteren Teil des Busses begeben. Fragend schauten sie Doc an. Es war nicht einfach für sie aus der Nummer wieder rauszukommen. Also entschied sie sich für die Wahrheit, stellte sich hin und griff in die Hosentasche ihrer Hotpants. Zum Vorschein kam ein kleiner, silberfarbener Goldhamster mit einer winzigen Redsox Baseball-Cap auf dem Kopf. Der Hamster grinste triumphierend in die Runde und sagte: „Bonjour, Mesdames et Messieurs! Mein Name ist Ford Fleur, aber bitte nennt mich Ef-Ef das klingt irgendwie cooler. Alors, diese Tierquälerin Doc ist meine Herrin, aber die kennt ihr ja wahrscheinlich.†œ „Halt doch einfach mal die Klappe.†œ Doc funkelte das kleine Nagetier wütend an. Sekundenlang war es totenstill in dem Bus, fassungslos starrten alle abwechselnd zu Doc und das kleine, sprechende Wesen mit dem französischen Akzent. Dann redeten plötzlich alle auf einmal auf Doc ein. „Wie süß! Wo hast du denn her?†œ Igitt, ich mag keine Ratten!†œ „Jane, ich denke, du bist uns eine Erklärung für diesen Zirkus schuldig†œ, beendete Duncan mit seiner donnernden Stimme das Durcheinander. Er hatte Recht, schuldbewusst senkte Doc die Augen, aber der Blick, den er Doc schenkte, machten sie nur noch nervöser. Von einem Fuß auf den anderen tretend blickte sie noch einmal alle an und legte dann los: „Also gut. Gestern, nach der zweiten Besprechung, hatte Kerstin mir eine Art Rezept gegeben. Sie hatte es in der Bibliothek gefunden. Jedenfalls war es die Anleitung zur Beschwörung eines Geistes. Ich dachte, ich könnte so herausfinden, was es mit der Voraussagung von Kerstins Traum auf sich hat und eventuell sogar diesen speziellen Schutzgeist rufen, um genauere Erklärungen zu bekommen. Laut Anleitung sollte man den Geist auch wieder zurückschicken können. Die Schrift war sehr alt, keltisch, und nicht einwandfrei leserlich, ich habe also in manchen Dingen improvisiert, und ich hätte niemals für möglich gehalten, dass es funktioniert. Ich dachte auch nicht, dass die Farbe der Kerzen so einen Unterschied macht. Da ich nur schwarze Kerzen auftreiben konnte, habe ich also keinen Geist, sondern einen Dämon gerufen. Unglücklicherweise einen, der gerade von seinem Unterweltfürsten seiner Mächte beraubt worden war und sozusagen rausgeworfen wurde. Das heißt, ich konnte ihn nicht mit der Spruchformel zurückschicken. Und glaubt mir, ich habe es wirklich versucht. Ich hoffe, wenn wir zurück sind, dass ich in der Bibliothek etwas finde, um dieses kleine Fellknäuel loszuwerden.

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Bis dahin sieht es wohl so aus, als ob ich seine neue Herrin bin. Er kann uns nichts Böses tun. Leider hat es den Anschein, als hätte er auch keine guten Eigenschaften an sich. Trotzdem konnte ich ihn nicht einfach an Bord zurücklassen. Es tut mir leid, dass ich euch nicht sofort davon in Kenntnis gesetzt hab.†œ Stille. Keiner sagte etwas und alle blickten den kleinen Hamster in Docs Hand an, der sie ebenfalls mit seinen Knopfaugen musterte. Hatte er tatsächlich gerade Angie zugezwinkert? „Hey Doc, wer ist die hübsche Puppe da vorne? Die mit den blond gelockten Haaren.†œ Sie verdrehte die Augen. „Halt doch bitte einfach nur deine Klappe. Oder verrate mir, was ich tun muss, um dich zum Schweigen zu bringen. Mir fällt nur die Alternative ein dich aus dem Fenster zu werfen.†œ „Mon dieu, so grausam könntest du sein? Also gut, mit Bitten kommst du bei mir nicht weit, aber deinen Befehlen muss ich Folge leisten.†œ „Okay, also Ford Fleur ich befehle dir zu schweigen.†œ Der Dämon presste seine Lippen aufeinander und guckte Doc beleidigt an. „Och wie niedlich, der schmollt ja. Ich wusste gar nicht das Hamster das können. Gib mal her.†œ Kerstin schien richtig angetan von dem kleinen Biest zu sein. Doc reichte ihn ihr und ließ sich zurück auf ihren Sitz fallen. „Bowen, es tut mir leid, darüber habe ich mich gestern so geärgert. Das war auch der Grund, warum ich solange gebraucht habe, um meine Klamotten zu packen. Mir war das nur so peinlich, ich hatte gehofft, ihn wieder loszuwerden, bevor irgendwer etwas davon mitbekommt.†œ „Ach Süße, mach dir mal keinen Kopf. Was soll so ein kleiner machtloser Dämon schon tun, und wenn wir zurück sind, helfe ich dir bei den Nachforschungen. Wer weiß, vielleicht ist er nützlicher als es bisher den Eindruck erweckt.†œ Duncan scheuchte alle wieder auf ihre Plätze zurück. Er konnte ganz schön furchteinflößend wirken, wenn er wollte. Doch dann lächelte er. „Erstmal möchte ich euch noch zu eurer Verbindung gratulieren. Du wurdest ja gestern so von deinen Schwestern in Beschlag genommen, dass ich gar nicht dazu gekommen bin.†œ Er umarmte Doc und ihr fiel ein riesiger Stein vom Herzen, sie hatte ja eher mit einer Standpauke gerechnet. „Jane, dieser Ef-Ef fällt in deinen Zuständigkeitsbereich, achte darauf, dass er keinen Mist baut, du bist für ihn verantwortlich. Das nächste Mal ziehe bitte jemanden zu Rate, wenn du so was Bescheuertes ausprobierst. Wir haben jetzt jedoch Wichtigeres vor uns, als uns damit aufzuhalten.†œ Damit beließ er es dabei und ging wieder nach vorne. Kerstin gab Ef-Ef wieder an Doc zurück, die ihn neben sich auf den Sitz setzte „Hier. Also ich finde den ganz knuffig. Und danke, ich weiß, dass du das nur meinetwegen ausprobiert hast.†œ Sie lächelte Doc aufmunternd zu und vertiefte sich dann in ein Gespräch mit Drago. Ruckelnd fuhr der Bus über eine Landstraße. Trotz des angenehmen Klimas, war sie jetzt schon ganz durchgeschwitzt. Die anderen plapperten munter durcheinander, man hätte wirklich denken können, es handelte sich um ganz normale Touristen. Da bogen sie ein weiteres Mal ab und fuhren auf den Hangar zu. Aus dem Fenster konnte sie den Airwolf sehen, neben dem zwei bekannte Gesichter standen: Lucy und Gavin. Endlich waren sie wieder alle vollzählig. Das Abenteuer konnte beginnen.

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Während Doc und Bowen sich unterhielten, rutschte Ef-Ef unbemerkt von seinem Sitz, krabbelte zu Kerstin rüber und machte durch leichtes Kratzen an ihrem Bein auf sich aufmerksam. Vorsichtig hob Kerstin ihn hoch. Sie war von Ef-Ef total hingerissen und kuschelte und unterhielt sich mit ihm, während Drago die beiden misstrauisch beobachtete. Ihm gefiel das ganz und gar nicht, dass Kerstin so vernarrt in diesen Hamster war. Drachen waren schon seit je her nicht gut auf Dämonen zu sprechen, und obwohl er persönlich keine schlechten Erfahrungen gemacht hatte, wusste er das aus alten Überlieferungen. „Was haben wir jetzt vor?“, fragte Ef-Ef und schlug seine Augen so hinreißend auf, dass Kerstin vor Begeisterung fast quietschte. „Wir machen einen Ausflug“, mischte Drago sich barsch in ihre Unterhaltung ein. Ef-Ef zog eine Schnute und antwortete schnippisch: „Oha, da hat aber jemand schlechte Laune. Bist du eifersüchtig?“ Drago schaute ihn böse an. „Auf was denn? Etwa auf Katzenspielzeug? Mal schauen wie Lucy dich findet. Kann mir vorstellen, dass sie dich für einen besonderen Leckerbissen hält.“ Kerstin knuffte Drago leicht in die Seite. Ef-Ef lächelte zufrieden und kuschelte sich in Kerstins Hände. Dann war es Zeit zum Aussteigen. Ef-Ef wurde wieder von Doc in Empfang genommen, die noch gar nicht bemerkt hatte, dass ihr neuer, kleiner Freund sich selbstständig gemacht hatte. Drago legte seinen Arm um Kerstins Taille und schob sie in Richtung Ausgang. Draußen wartete schon der Hubschrauber. Lucy und Gavin standen schon da und lächelten erfreut, als die Brüder und Schwestern auf sie zu kamen. Mit einem großen Geschrei und Geplapper fielen sich alle in die Arme. Es tat so gut sich wieder zu sehn. Es gab so viel zu erzählen und da alle durcheinander sprachen, brauchte Duncan drei Anläufe, um die Aufmerksamkeit aller auf sich zu ziehen. „So, Kinder, jetzt beruhigen wir uns mal wieder. Ich rede jetzt mit dem Piloten und ihr Jungs holt bitte schon mal das Gepäck. In einer viertel Stunde treffen wir uns am Heli. Wenn die Damen nochmal wohin müssen?“ Mit dieser Andeutung drehte Duncan sich grinsend um, gab Angie einen zärtlichen Kuss und ging zum Heli. Die Jungs marschierten zurück zum Bus und die Schwestern machten sich auf den in den Hanger, um sich frisch zu machen. Dabei plapperten und kicherten sie die ganze Zeit. Daran hatte sich auch nichts geändert, nachdem sie wieder zurück waren. Die Jungs, die vor dem Hanger warteten, verdrehten die Augen, als die Mädels ranrückten. „Warum gehen Frauen eigentlich immer im Rudel auf die Toilette?“, fragte Bowen. Er erhielt aber keine Antwort, sondern nur ein Schulterzucken der anderen. „Hey, was ist los? Was zieht ihr denn für Gesichter?“, fragte Lilli in die Runde.“Tja, wegen einer Schlechtwetterfront können wir nicht starten, und so wie es aussieht, müssen wir diese Nacht wohl hier verbringen“, sagte Duncan. „Na toll, und dafür haben wir uns so beeilt“, murmelte Doc. „Ach echt?“, neckte Bowen sie und sie streckte ihm dafür die Zunge raus. „Wir bauen uns jetzt hier ein provisorisches Lager auf. Lucy, Gavin, Angie und ich versuchen etwas zum Essen zu organisieren. Dann können uns die zwei auch schon mal über alles Wichtige informieren. Und wir fallen in einer kleineren Gruppe nicht so auf. Ihr anderen macht bitte die Lager fertig.“ Mit dem Jeep aus dem Hanger fuhren die vier los. Lilli, Doc und Kerstin sahen sich die nähere Umgebung an und machten sich auf die Suche nach Dingen, die ihnen die Situation so angenehm wie möglich machen könnten. Sie fanden alte Öllampen, Kisten, die sie als Sitzgelegenheit umfunktionierten. Drago, Bowen und Fernando bewiesen ihr Geschick darin das Lager so aufzubauen, dass jedes Paar seine eigene bescheidene Privatsphäre hatte. Nach gut zwei Stunden waren wieder alle beisammen. Duncan, Angie, Lucy und Gavin brachten, zur Überraschung der anderen, etwas zum Grillen mit. Zusätzlich noch Besteck, Geschirr, Wein und Kerzen. Es gab landestypisches Brot, Rippchen, Steak und Garnelen. Und für die Schleckermäulchen hatten sie doch tatsächlich einen Käsekuchen aufgetrieben. In einer Ecke im Hanger hatte Gavin einen Rost gefunden, der sich zu einem Grill umfunktionieren ließ. Lilli und Fernando hatten über die Kisten ein paar Decken gelegt und die Kerzen verteilt. So schafften sie eine wirklich gemütliche Atmosphäre. Und während das Essen auf den Grill brutzelte, berichteten Lucy und Gavin nochmal allen, was sie auf Kuba erlebt und herausgefunden hatten. Seite 154 Eigentlich waren sich Gavin und Duncan ja einig, den anderen gegenüber Lindsay nicht weiter zu erwähnen. Sie sprachen während ihres Einkaufs noch einmal darüber. Aber Lucy und Angie legten Widerspruch ein. „Also, ich bin der Meinung, dass ihr den anderen nichts verschweigen dürft†œ, sagte Angie zu den beiden. „Ihr wisst nicht welche Rolle Lindsay in der ganzen Sache spielt und ihr wisst auch nicht wie sie zu den Dragons gekommen ist und warum. Dieses kleine Miststück hat euch jahrelang glauben lassen, dass sie tot ist und dass Drago für das alles verantwortlich ist. Dadurch hat sie sich bei mir komplett disqualifiziert und sie ist in keinster Weise vertrauenswürdig. Was ist, wenn wir im Kampf auf sie treffen? Was ist, wenn sie plötzlich in Choqequirao auftaucht und die anderen sind nicht darauf vorbereitet? Das würde in einer Katastrophe enden! Schließlich wissen ja noch nicht alle, dass sie nicht nur lebt, sondern scheinbar auch zur Führungstruppe der Dragons gehört.†œ Angie schaute die beiden durchdringend an. Lucy stellte sich demonstrativ neben sie und sagte mit fester Stimme: „Ich bin der selben Meinung wie Angie! Ihr müsst es allen sagen!†œ Gavin schaute Duncan an. „Sie haben Recht, Duncan. Wir müssen es allen sagen. Vor allem Drago muss es erfahren.†œ Duncan nickte kurz. „ Mir war sowieso die ganze Zeit nicht wohl bei dem Gedanken, es zu verschweigen.†œ Jetzt war es also an der Zeit es zur Sprache zu bringen. Es tat Duncan zwar leid, diese schöne Lagerfeuer-Atmosphäre zu zerstören, aber es musste sein. Duncan erhob sich und sagte in die Runde: „Gavin und Lucy haben noch etwas in Bezug auf Lindsay in Erfahrung gebracht, dass ihr alle wissen solltet.  Oder besser gesagt, sie sind über etwas Unfassbares gestolpert, das uns alle zutiefst erschüttern wird. Duncan machte eine kurze Pause und schaute sie mit sehr ernstem Gesicht der Reihe nach an.  Angie ergriff Dragos Hand und drückte sie fest, als Duncan die Bombe platzen ließ. „Dass Lindsay lebt, wisst ihr ja bereits, es hat sich aber herausgestellt, dass sie zu den Führungsmitgliedern der Dragons gehört und mit einem ihrer Anführer zusammenlebt!†œ Fernando und Bowen schauten geschockt und mit weit aufgerissenen Augen Duncan an. „Wie kann das nur sein?†œ, stammelte Fernando. Drago riss sich von Angie los, sprang auf und brüllte ein verzweifeltes, zorniges „Nein!†œ in die Nacht hinaus. Duncan und Fernando waren sofort bei ihm und fingen in auf, als er mit schmerzverzerrtem Gesicht in sich zusammensackte. Drago schaute die beiden an: „Warum hat sie uns das angetan? Sie war doch wie unsere Schwester. Wir haben ihr bedingungslos vertraut. Sie hat gesagt, dass sie mich liebt. Warum hat sie uns so bestraft?†œ Duncan setzte sich Drago gegenüber: „Ich weiß es nicht, Drago. Ich kann es mir auch nicht erklären. Sie wollte sich mit mir treffen, aber Gavin und ich fanden es besser, damit bis nach unserem Einsatz zu warten. Wir können ihr nicht mehr vertrauen, und wenn ich mit ihr gesprochen hätte, hätte sie gewusst, dass wir alle hier sind. Wir dürfen unsere Mission aber nicht gefährden. Es steht zu viel auf dem Spiel.†œ Drago zitterte zwar noch am ganzen Körper, aber er hatte sich wieder etwas gefangen. Kerstin bewegte sich vorsichtig auf ihn zu und legte ihm zärtlich ihre Hand auf die Schulter. „Es tut mir so leid†œ, sagte sie mitfühlend zu ihm und strich ihm sanft mit der anderen Hand über den Arm. Drago sah ihr dankbar in die Augen und nahm sie dann zärtlich in die Arme. Er vergrub sein Gesicht in ihrem Haar und drückte sie noch fester an sich. Er hörte auf zu zittern, löste sich aus der Umarmung und ein Ruck ging durch seinen Körper. Er drehte sich um und blickte entschlossen in die versammelte Runde, die ihn alle abwartend ansahen. „Ich weiß nicht, ob ihr mich jetzt verstehen könnt, aber ich bin mir gerade über etwas klar geworden. Auch wenn Lindsay nicht tot ist, für mich ist sie mit dem jetzigen Zeitpunkt gestorben! Sie hat uns jahrelang in dem Glauben gelassen, dass sie tot ist. Sie hat uns bewusst entzweit und in tiefe Trauer versinken lassen. All meine Gefühle ihr gegenüber, egal welcher Art, sind verschwunden und ich empfinde nur noch eine Leere. Sicher müssen wir uns in naher Zukunft mit ihr und ihrem Handeln auseinandersetzen, aber mich berührt es nicht mehr und es ist mir egal, was mit ihr passiert. Diese Jahre der Trauer, der Einsamkeit und der Schuldgefühle, kann und will ich ihr nicht verzeihen. Ich bin fertig mit ihr!†œ Drago setzte sich ganz ruhig wieder auf seinen Platz, zog Kerstin in seine Arme und flüsterte: „Ich habe endlich mein Glück gefunden.†œ Irgendwie waren alle erleichtert über die Reaktion von Drago. Duncan schaute in die Runde und atmete tief durch. „Dann lassen wir das Thema Lindsay wohl am besten ruhen, bis wir gefahrlos mit ihr sprechen können. 

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Wenn sie dann immer noch Interesse daran hat, mit mir in Verbindung zu treten. Ich wollte nur, dass ihr auf ein eventuelles Zusammentreffen mit ihr vorbereitet seid. Wir wissen ja nicht, welche Rolle sie in der Organisation der Dragons spielt und welche Absichten sie hat. Falls sie allerdings in Choqequirao bei den Dragons auftaucht, müssen wir sie als unseren Feind ansehen und entsprechend handeln. Das muss uns allen klar sein!†œ Fernando, Bowen, Gavin und Drago nickten zustimmend und machten einen sehr entschlossenen Eindruck. Bevor alle in tiefe Grübelei versinken konnten, ertönte Lillis Ruf. „Essen ist fertig!†œ Alle schauten sich erschrocken an, an das Essen hatte keiner mehr gedacht. Sie sprangen auf und versammelten sich mit ihrem Geschirr um den provisorischen Grill. Lilli lächelte vergnügt in die Runde. „Kann es sein, dass hier einige ganz schönen Hunger haben?†œ Es gab wirklich nicht viel, was Lilli die Laune verhageln konnte und ihre unbeschwerte Art, die sie gerade an den Tag legte, tat allen gut und ging auf sie über. Der Bann war gebrochen, alle machten sich über das gute Essen her und die Stimmung wurde wieder etwas fröhlicher. Nach dem Essen plapperten wieder alle wild durcheinander und die eine oder andere Lagerfeuer-Geschichte wurde zum Besten gegeben. Plötzlich stand Duncan mit einem breiten Grinsen und einer Gitarre in der Mitte. „Die habe ich im hinteren Eck der Baracke gefunden und ich glaube, es ist an der Zeit, dass ich noch etwas preisgebe†œ, sagte er und blickte dabei auf Fernando. „Duncan, muss das sein?†œ, fragte dieser und schaute etwas verlegen. „Ja, das muss sein!†œ Duncan ging auf Fernando zu und drückte ihm die Gitarre in die Hand. „Ihr müsst nämlich wissen, dass unser Fernando ein kleines Geheimnis hat.†œ Alle schauten neugierig auf Duncan und Fernando. „Er ist einer der besten Gitarristen, die ich je gehört habe. Ich hatte das Vergnügen, als ich bei ihm zu Hause auf der Rinderfarm war und wir jeden Abend an einem gemütlichen Lagerfeuer saßen. Keiner spielt argentinischen Tango so gut auf der Gitarre, wie unser Nando.†œ Fernando machte immer noch einen verlegenen Eindruck und Lilli hätte schwören können, dass er kurz rot angelaufen war. „Duncan, du übertreibst mal wieder maßlos, und ich habe schon seit Jahren nicht mehr gespielt.†œ „Nein ich übertreibe überhaupt nicht, und dass ist doch wie beim Fahrrad fahren, man verlernt es nie. Los zier dich nicht so und spiel uns was vor!†œ Alle redeten jetzt durcheinander auf Fernando ein. „Ja, ja schon gut. Ich spiele ja†œ, sagte er lachend und fing an die Gitarre zu stimmen. „Das kostet dich aber was!†œ, sagte er grinsend zu Duncan und dann ließ die Gitarre erklingen. Alle waren mucksmäuschenstill, und sofort waren sie von den wunderschönen Klängen eines Tangos gefangen. Eine ruhige, entspannte Stimmung legte sich über die Runde, jeder der Jungs hatte seine Lady in den Armen und sie lauschten gemeinsam Fernando und seiner Gitarre. Lilli hatte sich zu Fernandos Füßen gesetzt, ihren Kopf auf sein Bein gelegt und schaute ihn voller Bewunderung und Liebe an. Er schaute ihr tief in die Augen, vergaß alles um sie herum und spielte und sang nur noch für sie. Alle hatten den Eindruck, als säßen sie friedlich mitten in der argentinischen Pampa, und für eine kurze Zeit dachten sie nicht an die Gefahr und den Kampf, der vor ihnen lag. So nach und nach zogen sich die Pärchen zurück, und bei den Klängen von Fernandos Gitarre schliefen sie auch bald ein. Auch Lilli konnte ihre Augen nicht mehr offen halten, und Fernando hörte auf zu spielen und trug sie zu ihrem Schlafplatz. „Warum hast du mir nie erzählt, dass du so wundervoll Gitarre spielen und singen kannst?†œ „Das wollte ich mir für einen besonderen Moment aufheben. Duncan dachte wohl, dass dieser besondere Moment heute Abend war†œ, antwortete Fernando und lächelte verschmitzt. Lilli kuschelte sich in seine Arme. „Ja, das war wirklich ein ganz besonderer Moment dir zuzuhören. Es war wunderschön.†œ „Das freut mich, dass es dir gefallen hat und jetzt schlaf, meine Schöne.†œ Fernando zog Lilli fest in seine Arme und küsste sie zärtlich. „Es wird wohl die letzte ruhige Nacht sein, für die nächsten Tage. Ab morgen stehen wir wieder im Kampf.†œ Alle waren in einen ruhigen, erholsamen Schlaf verfallen, außer Fernando und Duncan. Die beiden waren glücklich die Frauen ihres Lebens, die sie so lange gesucht hatten, im Arm zu halten. Aber sie dachten sorgenvoll an eine andere Frau, die ihnen auch einmal sehr viel bedeutet hatte, und von der sie nicht wußten, was sie im Schilde führte.

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Die Nacht verlief trotz der aufziehenden Schlechtwetterfront ruhig und ohne Zwischenfälle. Für einen Moment dachte Lucy, sie hätte ein leichtes Beben gespürt, schlummerte dann aber wieder schnurrend an der Seite von Gavin ein. Erst in den frühen Morgenstunden, die Sonne war noch nicht aufgegangen, wurde Duncan von seinem Handy geweckt. Auf seinem Display erschien Bones Nummer. Seit Bones und Kate das Schiff verlassen und auf einem U-Boot angeheuert hatten, hatten sie keinen Kontakt mehr gehabt. Nachdenklich, die Stirn in Falten, nahm er das Gespräch entgegen. „Thorpe†œ, bellte er ins Telefon. Angie schlug mit geschlossenen Augen mit dem Kissen nach ihm und murmelte etwas, das nach „verzieh dich†œ klang. Erst jetzt wurde er sich bewusst, dass alle noch schliefen. „Einen Moment Bones, ich geh nach draußen†œ, flüsterte er und wand sich geschmeidig wie eine Raubkatze aus seinem Schlafsack hervor. „Was gibt†™s? Geht es euch gut? †“ Ja, ich hör ja zu. Hm, welche Warnung? †“ Auch das noch. Okay, bist du dir sicher? -Wann? †“ bleibt nicht mehr viel Zeit. Danke, dass du angerufen hast. Ging die Meldung schon raus? Ah, verstehe, uns zuerst. Woher weißt du überhaupt, wo wir †“ Sweetlife, klar. Gut, wir machen uns sofort auf den Weg. Danke.†œ Duncan schloss die Augen, atmete tief ein und ließ die Nachricht erst einmal sacken. Die ersten Sonnenstrahlen kamen hinter dem Hangar hervor und wärmten sein Gesicht. Es war zwar noch sehr windig, doch zumindest fiel im Moment kein Regen mehr. Die Frage war, ob sie es wagen konnten mit dem Heli zu fliegen, oder ob der Wind nicht doch zu stark war. Die Brüder waren alle erfahrene Piloten und deshalb beschloss er, das Risiko einzugehen. Ihnen lief die Zeit davon. Mit energischem Schritt ging er zurück und rüttelte Norbert bis er die Augen aufschlug. Ihm übertrug er die undankbare Aufgabe, den Rest der Mannschaft zu wecken. „Ich will, dass alle in 10 Minuten im Hubschrauber sitzen“, schnauzte er ihn an. „Dir auch einen guten Morgen“, erwiderte Norbert bissig, war aber bereits dabei seine Sachen anzuziehen. „Was ist denn überhaupt los?“, wollte er wissen. „Erdbeben, Tsunami, Bones, nicht viel Zeit“ war alles, was er verstand, denn Duncan hatte ihm schon den Rücken zugedreht und war in Richtung Angie unterwegs. „Liebes, du musst aufstehen“, sanft schüttelte er sie. „Geh weg, es ist ja noch nicht mal hell“, grummelte sie in das Kissen. „Ich will noch schlafen!. Duncan, der es immer noch nicht gewohnt war, dass ihm jemand widersprach, lächelte hinterhältig. „Sag nicht, ich hätte es nicht auf die sanfte Tour versucht“, und zog ihren Schlafsack mit einem Ruck in die Höhe. Angie, ihrer warmen, kuschligen Höhle beraubt, schoss hoch und versuchte im gleichen Moment einen Boxhieb bei Duncan zu landen. Der hatte aber mit einem solchen Manöver gerechnet und entkam ihrem Schlag mit einer kaum wahrnehmbaren Bewegung. Immer noch grinsend hob er entschuldigend die Hände, um sie ein wenig zu besänftigen. „Es tut mir leid, aber wir müssen ganz schnell aufbrechen. Bones hat mich informiert, es gibt für die Küste hier eine Tsunami-Warnung. Ich erklär euch alles später. Nun sieh zu, dass du und deine Schwestern in 10 Minuten angeschnallt an Bord sitzt.“ Angie riss die Augen auf. 10 Minuten? Du spinnst wohl, wie sollen wir das denn schaffen, ich hab noch nicht mal eine Tasse Kaffee getrunken, ohne die geht gleich gar nichts†œ, meckerte sie los. Noch während sie vor sich hin schimpfte, sickerte allmählich der erste Teil der Nachricht zu ihr durch. Duncan beobachtete ihr Minenspiel und wartete einfach ab, bis diese Gewitterfront abzog. Duncan riss sie in dem Moment an sich und nuschelte noch „später†œ in ihr Haar und eilte davon. Angie blickte sich um, alle waren schon in Bewegung. Die Nachricht hatte sich schon also herumgesprochen. Die ganze Meute rannte im Hangar hin und her, man hätte fast meinen können, wie ein aufgeschreckter Hühnerhaufen. Doch das geschulte Auge von Angie erkannte, dass keine Bewegung zufällig war, kein Weg unnötig, alle hoch konzentriert und effizient bis in die Haarspitzen. Sie waren sich ihrer Situation und der Gefahr bewusst. In Windeseile schlüpfte sie in ihre Kleider, rollte ihren Schlafsack auf und sammelte ihre restlichen Sachen ein. Innerhalb weniger Minuten war sie fertig und trat mit ihrem Gepäck aus dem Hangar. Dort traf sie auf ihre Schwestern und stellte sich zu ihnen. Die Brüder waren alle damit beschäftigt, die Helikopter startklar zu machen und das Gepäck und ihre Ausrüstung zu verstauen. Einen Großteil hatten sie zu ihrem Glück schon gestern verstaut. Ihre sorgenvollen Blicke gingen in Richtung Meer, das sie von ihrem Standpunkt aus nicht sehen, sondern nur erahnen konnten. Angie schaute von einer Schwester zur anderen und musste unweigerlich lächeln. So wie sie aussahen, würde sie kein Gegner ernst nehmen. Die Haare zerzaust und ungekämmt, das Gesicht ungeschminkt, unter den Augen die dickem schwarze Balken aus verlaufener Mascara. Doch Angie spürte die Anspannung, es brodelte unter der Oberfläche. Lilli schien total abwesend. Den Blick leer, lauschte in die Ferne, als ob sie die aufkommende Sturmflut hören konnte. Lucy wurde immer unruhiger, trat von einem Fuß auf den anderen. „Ich kann es spüren, sie kommt, wir müssen sofort hier weg†œ, sagte sie und griff nach ihrem Rucksack. Angie, Kerstin, Lilli und Jane folgten ihrem Beispiel und wuchteten ihre Gepäckstücke auf den Rücken. So schnell sie konnten, rannten sie zu den Hubschraubern.

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Gestikulierend und rufend versuchten sie den Brüdern klar zu machen, dass sie sofort in die Luft mussten. Behände kletterten sie an Bord, verstauten ihre Rucksäcke unter den Sitzen und schnallten sich an. Norbert verteilte kleine handliche Headsets, damit sie sich trotz des Lärms verständigen konnten. „Ef-Ef, ich habe Ef-Ef vergessen†œ, rief Jane aus. Und blitzartig sprang sie aus dem sich schon in der Luft befindenden Hubschrauber und rannte Richtung Hangar. „Jane, lass ihn, komm zurück, wir haben keine Zeit mehr†œ, rief Angie ihr nach. Aber vergebens, Jane konnte sie nicht hören. Bowen sprintete ihr hinterher und versuchte sie einzuholen, doch Jane war schon im Hangar verschwunden. Duncan befahl Norbert mit dem anderen Hubschrauber schon zu starten. Er wollte auf Doc und Bowen warten. Über den Lärm der Hubschrauber hörten sie plötzlich ein Rauschen und Dröhnen aus der Ferne. Der Tsunami kam. Von ihrem Standpunkt aus konnten sie das Meer nicht sehen, aber sie konnten es hören. Eine riesige Wand aus Wasser baute sich vor ihnen auf und drohte jeden Moment die Küste zu erreichen. Und Jane und Bowen waren immer noch nicht zurück. Doch da, in diesem Augenblick tauchten sie wieder auf. Jane hielt einen kleinen Beutel in der Hand, der sich nach genauerem Hinsehen als eine Socke herausstellte. Es war ein Wettlauf gegen die Zeit, wer würde zuerst den Hubschrauber erreichen. Die riesige Welle oder Jane und Bowen. Lucy war schon blau im Gesicht, denn sie hielt vor Anspannung den Atem an. Lilli legte ihr beruhigend eine Hand aufs Bein. „Sie schaffen das, glaube mir.†œ „Wir müssen hoch†œ, brüllte Duncan Gavin zu. „Du kannst sie nicht hierlassen†œ, schrie Angie ihn an. „Sie schaffen das, warte!†œ Aber zu spät, der Heli erhob sich in die Luft. „Gavin, halt ihn in 20 Meter Höhe, und ihr, werft endlich das Seil raus, oder muss ich alles alleine machen?†œ, schimpfte er wütend vor sich hin. Jane und Bowen rannten um ihr Leben, es waren nur noch wenige Meter bis zum Hubschrauber. Hinter ihnen verschluckte die Welle gerade den Hangar, das Gebäude wurde fortgespült, als wenn es aus Pappe wäre. Das Wasser schoss hinter ihnen her, kein Hindernis konnte auf seinem Weg Stand halten. Jane und Bowen hatten es fast geschafft, sie wollten gerade nach dem Seil greifen, als die Welle sie erreichte und einfach umwarf. Die Schwestern schrien auf, doch in der nächsten Sekunde waren Jane und Bowen von den Wassermassen verschluckt. Fassungslos starrten sie nach unten auf das immer noch wütende Wasser, keine Spur von Jane und Bowen. „Zieh hoch†œ, bellte Duncan Fernando zu. Langsam erhob sich der Hubschrauber weiter in die Luft, das Seil immer noch hinter sich her ziehend. Mit einem Auflachen deutete Kerstin ihnen nach unten zu schauen. Am Ende des Seils hingen triefend nass Jane und Fernando. Keiner wusste im Nachhinein, wer die Seilwinde angestellt hatte, um die Beiden nach oben an Bord zu holen, war ja auch egal. Hauptsache die zwei, oder besser die drei, Ef-Ef eingeschlossen, waren wohl auf. Ef-Ef, der wohl eine tief verwurzelte Abneigung gegen Wasser zu haben schien, schimpfte wie ein kleiner Rohrspatz. Allmählich entspannte sich die Gruppe wieder. Die Schwestern plapperten wieder wild durcheinander und kramten gleichzeitig in ihren Rucksäcken. Haarbürsten, Cremes, Mascara und Lippenstifte kamen zum Vorschein, auch ein kleiner Spiegel kam zum Einsatz. Die Brüder lächelten entspannt beim Anblick ihrer Gefährtinnen und dem Bild, das sie abgaben. Gab es überhaupt etwas, das die Schwestern aus der Bahn werfen konnte?

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Fortsetzung: Black Dagger Ladies Online – Lindsay [Kapitel 14]

Reckless – Cornelia Funkes neuer Roman erscheint am 14.09.2010 weltweit

„Reckless“ lautet der Titel von Cornelia Funkes neuem Roman, der am 14.09.2010 weltweit erscheinen soll.

„Reckless ist der erste Band einer neuen, packenden Serie über die zwei Brüder Jacob und Will Reckless. Die Handlung spielt in einer gleichermaßen magischen wie beängstigenden Welt, in der die Brüder atemberaubende Abenteuer erleben. Die mitreißende Geschichte, die alte wie neue Funke-Fans begeistern wird, hat ihre literarischen Wurzeln in den Märchen der Brüder Grimm. Reckless wurde in Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Lionel Wigram entwickelt, seines Zeichens Produzent der Harry-Potter-Reihe sowie Produzent und Co-Autor des aktuellen Blockbusters Sherlock Holmes“, heißt es auf Homepage der Autorin Cornelia Funke.

Das Adjektiv „reckless“ steht für rücksichtslos, leichtsinnig, gewagt, leichtfertig, unverantwortlich, waghalsig, sorglos, unbekümmert, verwegen, unbesonnen und draufgängerisch. Diese Eigenschaften geben uns im Moment vielleicht den einzigen Anhaltspunkt zum Inhalt. Denn mehr, als dass es um die Brüder Jacob und Will Reckless geht und um abenteuerliche Geschichten aus den Märchen der Brüder Grimm, ist im Moment noch nicht bekannt.

Mit einer Gesamtauflage von über 1 Million Hardcover-Exemplaren bringt der internationale Verlags-Verbund †“ bestehend aus dem britischen Chicken House, dem deutschen Cecilie Dressler Verlag und dem in den USA beheimateten Little, Brown Books for Young Readers †“ „Reckless“ am exakt gleichen Tag auf den Markt. Laut Amazon umfasst die gebundene Ausgabe 352 Seiten und soll 19,95 Euro kosten.

Am 14. September 2010, dem offiziellen Erstverkaufstag von „Reckless“, wird in New York City ein Premieren-Event stattfinden, der als Livestream in alle Welt gesendet wird.

Quelle: Cornelia Funke