Krimifestival München: Lesungen in der Krimibuchhandlung Glatteis

Krimifestival München 2010: Lesungen in der Krimibuchhandlung Glatteis

Ab dem 09. März 2010 regiert in München für drei Wochen wieder der Krimi. Rund 70 Krimi-Autoren aus aller Welt strömen zur Spurensuche an die Isar, darunter Gorki-Park-Autor Martin Cruz Smith, Josh Bazell und Daniel Depp aus den USA, Deon Meyer und Roger Smith aus Südafrika, Ian Rankin aus Großbritannien, Esther Verhoef und Marion Pauw aus den Niederlanden oder Tarquin Hall aus Indien.

Auch in Münchens einziger Krimibuchhandlung Glatteis, in der Corneliusstraße 31, 80469 München, wird es anlässlich des Krimifestivals Lesungen an folgenden Tagen geben. Anmeldung zu allen Lesungen unter der Telefonnummer 089 / 201 48 44. Der Eintritt beträgt jeweils 6 Euro.

Samstag, den 13. März um 17.00 Uhr – Fangschuss von Sunil Mann

Sunil Mann liest aus seinem Krimi-Debüt Fangschuss. Ein schräger indisch-schweizerischer Privatdetektiv ermittelt. Für die Fans, die sich auch beim Krimi lesen amüsieren wollen und dabei den Wortwitz genießen.
Kurzbeschreibung
Vijay Kumar ist dreißig Jahre alt, indischer Abstammung, frischgebackener Privatdetektiv – und schon desillusioniert: Seine erste Auftraggeberin ist eine anstrengende Frau, die ihre Katze vermisst. Indischer Whisky und eine gehörige Portion Selbstironie helfen ihm, aufkommende Zweifel an seiner Berufswahl zu verdrängen. Doch auch sein zweiter Auftrag ist weder lukrativ noch Glanz und Ruhm versprechend: Die junge Ness macht sich Sorgen um ihren Freund, den Drogendealer Philipp. Lustlos hört sich Vijay in der Szene um und merkt erst, als er über eine Leiche stolpert, dass er längst selbst in Gefahr schwebt. Eine Jagd beginnt – durch das noble Zürcher Bankenviertel bis in die Einsamkeit einer Berghütte. Ein indischer Schweizer oder ein Schweizer Inder? Spannend und amüsant spielt Sunil Mann mit Klischees.
Über den Autor
Sunil Mann wurde als Sohn indischer Einwanderer im Berner Oberland geboren. Nach der Matur schrieb er sich in Zürich für Psychologie und Germanistik ein. Beide Studien brach er erfolgreich ab. Zurzeit ist er als Flugbegleiter tätig, ein Job, der ihm genügend Zeit zum Schreiben lässt. Für seine Kurzgeschichten hat er bereits zahlreiche Preise gewonnen. Fangschuss ist sein Romandebüt.

Samstag, den 27. März um 17.00 Uhr – Der Bajazzo von Regula Venske

Regula Venske stellt Ihren aktuellen Kriminalroman Der Bajazzo vor. Eine eher ungewöhnliche Wohngemeinschaft hat sich in einem Wasserschloss eingerichtet. Als sie dort die mumifizierte Leiche eines Opernsängers finden, rufen sie nicht die Polizei, sondern nehmen die Sache selbst in die Hand, wo doch eine der Bewohnerinnen passionierte Krimischreiberin ist…
Kurzbeschreibung
Damals, im eingeschneiten Ferienhaus, war es eher eine Schnapsidee: Auf unsere alten Tage, in dreißig Jahren, wenn alle anderen so richtig spießig werden, ziehen wir zusammen in eine Wohngemeinschaft. Und genau so ist es gekommen: Die WG ist ein idyllisches Wasserschloss, und aus den Studienfreunden um Winnie und Frieder sind Best Ager geworden. Die bekanntlich abenteuerlustig sind. Und so kommt auch niemand auf die Idee, die Polizei zu rufen, als im Heizkeller die mumifizierte Leiche eines einst berühmten Opernsängers gefunden wird, der vor Jahrzehnten bei einer Karnevalsparty im Schloss spurlos verschwunden ist. Der Verdacht fällt ausgerechnet auf die entzückende alte Thusi, die aus alten Zeiten ein Wohnrecht hat und auch in der Nacht anwesend war, als der Bajazzo verschwand …
Über die Autorin
Regula Venske, geboren 1955, lebt nach Lehrtätigkeiten an der Universität Hamburg, der FU Berlin, der University of London und diversen Ausflügen ins Angestelltendasein (Literaturredakteurin bei BRIGITTE, Verlagsleiterin des Rotbuch-Verlags u.a.) als freie Schriftstellerin in Hamburg. Zahlreiche wissenschaftliche und journalistische Veröffentlichungen, zu Männerbildern und Frauenliteratur

Vorschau auf den April

Dienstag, den 13. April um 20.00 Uhr – Wenn die Wahrheit stirbt von Deborah Crombie mit Nina Petri und Günther Keil

Die Fans von Superintendent Duncan Kinkaid und Inspector Gemma James haben nach der Lesung Gelegenheit, der Autorin Fragen zu ihren beiden Hauptfiguren zu stellen.
Kurzbeschreibung
Ein raffinierter, typisch englischer Krimi über Verrat und Betrug
London: Der Psychotherapeut Tim Cavendish ist besorgt, da sein Patient, der Rechtsanwalt Nazir Malik, nicht zur vereinbarten Sitzung erschienen ist. Vor einigen Wochen war Nazirs Frau spurlos verschwunden, und der Rechtsanwalt stand längere Zeit unter Verdacht, ihr etwas angetan zu haben. Als kurz darauf seine Leiche gefunden wird, übernimmt Superintendent Duncan Kincaid den Fall. Handelt es sich um Selbstmord? Oder wurde Nazir ermordet? Gemeinsam mit seiner Frau Inspector Gemma James kommt Duncan einem grausamen Geheimnis auf die Spur …
Ein neuer Fall für Superintendent Duncan Kincaid und Inspector Gemma James.
Über die Autorin
Deborah Crombies höchst erfolgreiche Romane um Superintendent Duncan Kincaid und Inspector Gemma James wurden für den „Agatha Award“, den „Macavity Award“ und den „Edgar Award“ nominiert. Die Autorin lebt mit ihrer Familie im Norden von Texas.

Samstag, den 24. April  um 17.00 Uhr – Tegernseer Seilschaften von Jörg Steinleitner

Jörg Steinleitner (einige erinnern sich sicher an den Fall Augustin oder an Hirschfänger) präsentiert seinen Krimi Tegernseer Seilschaften in einer szenischen Lesung mit Victoria Mayer vor (Krimi-Fans kennen sie als Kriminal­oberkommissarin Sofia Lechner von der ZDF-Serie Stolberg).
Kurzbeschreibung
Ein Bauer wird erhängt im Wald aufgefunden. Polizeihauptmeisterin Anne Loop, neu am Tegernsee, glaubt nicht an Selbstmord. Sie vermutet, dass Ferdinand Fichtner vor seinem Tod ein Doppelleben führte, in dem geheime Geschäfte und erotische Verwicklungen eine Rolle spielten. Was wissen Fichtners Stammtischbrüder? Verheimlichen sie etwas? Und gibt es eine Verbindung zum Tod des Milliardärs, der eines Tages leblos in seinem Swimmingpool treibt? Anne Loop macht sich auf Spurensuche, und was sie entdeckt, ist so manchem ein Dorn im Auge …
Über den Autor
Jörg Steinleitner, geboren 1971 im Allgäu, studierte Jura, Germanistik und Geschichte in München sowie Augsburg und absolvierte die Journalisten-schule in Krems/Wien. 2002 ließ er sich nach Stationen in Peking und Paris als Rechtsanwalt in München nieder. Er veröffentlichte mehrere Bücher und schreibt unter anderem für den Focus und das Süddeutsche Zeitung Magazin. Steinleitner, dessen Familie ursprünglich vom Tegernsee stammt, lebt und arbeitet in München sowie in einem 200 Jahre alten Bauernhaus am Riegsee im Bayerischen Oberland.

Quelle: Krimibuchhandlung Glatteis

Günter Grass im Visier – Die Stasi-Akte.

Günter Grass im Visier – Die Stasi-Akte. Eine Dokumentation mit Kommentaren von Günter Grass und Zeitzeugen
von Kai Schlüter

Wie die Stasi den kritischen Dichter ausspionierte.

In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 begannen die NVA, 5000 Angehörige der Deutschen Grenzpolizei (Vorläufer der Grenztruppen), 5000 Angehörige der Schutz- und Kasernierten Volkspolizei und 4500 Angehörige der Betriebskampfgruppen die Straßen und Gleiswege nach West-Berlin abzuriegeln.

Im Juli 1961 hielt ein Leutnant Schindler vom Ministerium für Staatssicherheit fest:

„GRASS ist ein Mensch ohne jede feste politische Einstellung und Haltung. Er schießt praktisch nach beiden Seiten und kommt sich dabei sehr imposant vor. Er möchte als ein Freiheitsapostel erscheinen.

Eine Woche nach dem Mauerbau, am 18. August 1961, begann mit dem „Suchzettel“ und der Notiz: „aufgefallen wegen Provokation“ die systematische Stasi-Überwachung des Schriftstellers Günter Grass. In den folgenden Jahren wurden, bis zum Mauerfall im Jahr 1989, etwa 2200 Aktenseiten angefertigt.

Kai Schlüter hat die 2200 Seiten gesichtet und daraus die wichtigsten ausgewählt. Entstanden ist ein aussagekräftiges, beachtenswertes Buch über die deutsche „Literatur- und Teilungsgeschichte“ verfasst. Die Dokumentation wird ergänzt mit Kommentaren von Grass und Zeitzeugen.

Kurzbeschreibung
Im Mai 1961 gerät Günter Grass ins Visier des Ministeriums für Staatssicherheit, die ihn als ideologischen Gegner ausmacht und bis zum Herbst 1989 engmaschig überwacht. Grass beharrt auf der Einheit der deutschen Literatur, kritisiert die Zensur, hilft unterdrückten Schriftstellerkollegen, fordert Abrüstung und Umweltschutz in Ost und West – um den Preis, dass seine Bücher Jahrzehnte in der DDR nicht erscheinen dürfen. 2200 Seiten Akten legen Zeugnis ab vom Kontrollwahn des Geheimdienstes der DDR, offenbaren die Mechanismen der Überwachung, aber auch die Wege, sie zu umgehen. Der vorliegende Band macht das schwer auffindbare und verstreut archivierte Material erstmals zugänglich, ordnet es chronologisch und thematisch. Günter Grass selbst sowie viele Autorenkollegen und Zeitzeugen liefern mit ihren Kommentaren aufschlussreiche Hintergrundinformationen. Ein Dokument deutscher Literatur- und Zeitgeschichte.

Über den Autor

Kai Schlüter: Jahrgang 1956; Studium der Germanistik und Sozialwissenschaften in Göttingen; 1977/78 Deutschlehrer des Goethe-Instituts in Pietarsaari/Finnland; 1983 Promotion über die Münchener Nachkriegszeitschrift „Die Fähre/Literarische Revue“; 1983/84 Volontariat bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung; 1984-86 Hörfunkredakteur beim Norddeutschen Rundfunk in Oldenburg; seit 1986 Redakteur bei Radio Bremen in verschiedenen Funktionen, u. a. ARD-Hörfunkkorrespondent in Washington und London sowie Chef vom Dienst im Nordwestradio (RB/NDR), Feature-Autor und -redakteur. Autor des Hörbuches „Deckname Bolzen – Günter Grass im Visier der Stasi!.

Die gebundene Ausgabe umfasst 384 Seiten und ist am 08. März 2010 im Ch. Links Verlag erschienen. „Günter Grass im Visier – Die Stasi-Akte“ ist für 24,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

Neuerscheinung: So wahr uns Gott helfe von Michael Conelly

So wahr uns Gott helfe von Michael Conelly

Der 42-jährige Anwalt Mickey Haller erbt von seinem Ex-Kollegen Jerry Vincent, der von einem Unbekannten in seinem Auto erschossen wurde und mit dem er eine lockere Freundschaft unterhielt, dessen Kanzlei und die unerledigten Fälle. Ein Aufsehen erregender Mord erweckt sein Interesse, und er hofft nach einjähriger Pause wieder in seinem Beruf Fuß fassen zu können.
Die Pause war nicht ganz freiwillig. Nach einem Attentat, bei dem er schwer verletzt wurde, rutschte in die Abhängigkeit von Schmerzmitteln. Eine Entziehungskur befreit ihn erfolgreich von der Sucht, und so stürzt er sich nun mit neu gewonnenem Elan in die Verteidigung von dem obersten Boss eines Filmstudios in Los Angeles, der des Mordes an seiner Frau und deren Geliebten angeklagt wurde.

Seine rechte Hand, eine seiner Ex-Frauen, und sein Ermittler helfen ihm bei den Recherchen. Unerwartete Unterstützung erhält er ebenfalls von dem Detektiv Harry Bosch. Nicht ganz überzeugt von der Unschuld seines Mandanten, erfordert dieser Fall sein ganzes Können und bringt ihn noch zusätzlich in Lebensgefahr.

Dieser Roman gibt dem Leser einen tiefen Einblick in das amerikanische Rechtssystem, das hier als absolut korrupt beschrieben wird. Die Darstellung wirkt in einigen Kapiteln, wenn auch nachvollziehbar beschrieben, ein wenig überzogen. „So wahr uns Gott helfe“ lässt sich gut lesen, ist flüssig geschrieben und die Thematik ist sehr interessant. Die einzelnen Charaktere, obwohl sie etwas farblos bleiben, überzeugen in ihren Handlungen. Am sympathischsten ist die Figur des Anwalts, der sich noch einen Funken Menschlichkeit in einem Sumpf aus Korruption und Intrigen bewahrt hat, sein Gewissen neu entdeckt und zum Schluss seine Konsequenzen zieht.

Leider lässt sich Michael Conelly mit dem Aufbau der Spannung viel Zeit, um dann auf den letzten 150 Seiten alles nachzuholen. Trotzdem hat mir der Krimi nach einigen Anlaufschwierigkeiten ganz gut gefallen. Die amerikanische Justiz hat bei mir einmal mehr einen schlechten Beigeschmack hinterlassen. Jede Geste, jede Körperhaltung und jede Mimik vor Gericht scheint einstudiert zu werden. Man gewinnt schnell den Eindruck, dass es den Staatsanwälten und Verteidigern nicht um den Menschen geht, oder um Gerechtigkeit, sondern einzig um die eigene Profilsucht. Das hat der Autor in meinen Augen sehr überzeugend beschrieben. Die klischeehaften Äußerungen des Angeklagten über die Deutschen hätte er sich meiner Meinung nach allerdings verkneifen können!
Da mich das Buch zu Anfang nicht so richtig zu fesseln vermochte, und ich die Spannung sehr vermisst habe, war ich des Öfteren versucht es Beiseite zu legen. Gut, dass ich es nicht getan habe, kann ich nur abschließend hinzufügen.

Die 512 Seiten umfassende gebundene Ausgabe von „So wahr uns Gott helfe“ ist am 15.02.2010 im Heyne Verlag erschienen und für 19,90 Euro im Buchhandel erhältlich. Für das Rezensionsexemplar bedanken wir uns recht herzlich beim Heyne Verlag.

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Kurzbeschreibung
Der Anwalt Mickey Haller steht vor dem spektakulärsten Fall seiner Karriere: Nach dem Mord an einem Kollegen übernimmt er die Verteidigung des Hollywood-Tycoons Walter Elliot. Dem ermittelnden Detective Harry Bosch ist Haller zunächst ein Dorn im Auge, doch als Hallers Untersuchungen auf die Spur des Killers führen, wendet sich das Blatt. Gemeinsam nehmen sie die Fährte auf, doch je näher sie der Wahrheit kommen, desto größer wird die Gefahr. Und eines Tages ist Mickey Haller verschwunden.

Als Mickey Haller ins Gericht von Los Angeles gerufen wird, ahnt er nicht, dass eine folgenschwere Entscheidung vor ihm liegt. Überraschend wird ihm der hochkarätige Klientenstamm seines Kollegen Jerry Vincent übertragen, doch als Haller den Hintergrund erfährt, ist ihm nicht nach Feiern zumute. Vincent wurde Opfer eines kaltblütigen Mordanschlags. Da eine seiner Akten verschwunden ist, liegt der Verdacht nahe, dass der Mörder unter Vincents Klienten zu finden ist. Haller zögert dennoch nicht lange und übernimmt Vincents aktuellen Fall. Der Filmmogul Walter Elliot ist des Mordes an seiner Ehefrau und deren Geliebten angeklagt. Elliot beschwört seine Unschuld, und Haller findet tatsächlich bald den entscheidenden Hinweis, der den Angeklagten entlastet. Doch Detective Harry Bosch hat seine Zweifel, und auch Haller ist nicht gänzlich von Elliots Unschuld überzeugt. Zu spät erkennt er, dass die Beweislage manipuliert wurde. Mit diesem Wissen gerät er in tödliche Gefahr.

Über den Autor
Michael Connelly lebt und arbeitet in Florida. Bereits für seinen Debütroman „Schwarzes Echo“ wurde er mit dem renommierten „Edgar Award“ ausgezeichnet. Zahlreiche Preise und Ehrungen folgten. Neben den Romanen um Detective Harry Bosch wurde er vor allem durch seine Bestseller „Der Poet“, „Das zweite Herz“ (verfilmt von und mit Clint Eastwood), „Schwarze Engel“, „Dunkler als die Nacht“ und „Die Rückkehr des Poeten“ bekannt. Zuletzt bei Heyne erschienen: „Echo Park“.

Little Brother von Cory Doctorow: Kapitel 23

Little Brother

Kapitel 23

Nachwort von Bruce Schneier

Übersetzung: Andreas Schleth

Ich bin Sicherheitsspezialist. Mein Job ist es, Leuten Sicherheit zu geben.

Ich denke über Sicherheitssysteme nach und darüber, wie man sie umgehen kann. Und dann, wie man sie sicherer machen kann. Computersicherheitssysteme. Überwachungssysteme. Flugzeugsicherheit und Wahlmaschinen und RFID-Chips und alles andere.

Cory lud mich zu den letzten paar Seiten seines Buchs ein, weil er wollte, dass ich euch zeige, dass Sicherheit Spaß macht. Es macht unwahrscheinlich viel Spaß. Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel, wer überlistet wen, Spaß wie bei Räuber und Gendarm. Ich denke, dass es der Job mit dem höchsten Spaßfaktor ist, den man haben kann. Wenn du fandest, dass es witzig war, wie Marcus die Gang-Überwachungskameras mit Splitt in den Schuhen überlistet, dann denk mal, wie viel mehr Spaß es machen würde, die erste Person auf der Welt zu sein, die diese Idee hatte.

Im Sicherheitsbereich zu arbeiten bedeutet, eine Menge über Technologie zu wissen. Es kann bedeuten, eine Menge über Computer und Netzwerke, über Kameras und ihre Funktion oder über die Chemie hinter der Entdeckung von Bomben zu wissen. Doch in Wirklichkeit ist Sicherheit ein bestimmter Denkansatz, die Art, wie man über Dinge nachdenkt. Marcus ist ein gutes Beispiel für diese Art des Denkens. Er denkt immer an Wege, wie ein System versagen kann. Ich wette, er kann in keinen Laden gehen, ohne darüber nachzudenken, wie man wohl etwas klauen könnte. Nicht dass er das auch täte †“ es ist ein großer Unterschied, zu wissen, wie man ein System überlisten könnte, und es tatsächlich zu umgehen -, aber er wüsste, wie es geht.

So denken Sicherheitsfachleute. Wir sehen uns die ganze Zeit Sicherheitssysteme an und überlegen, wie man sie umgehen könnte; wir können gar nicht anders.

Diese Denkweise ist wichtig, unabhängig aufwelcher Seite des Sicherheitssystems man ist. Wenn du den Job hast, einen diebstahlsicheren Laden zu entwerfen, dann solltest du dich möglichst auch damit auskennen, wie man etwas stibitzt. Wenn du ein Kamerasystem entwickelst, das Leute an ihrem Gang erkennen soll, tust du gut daran, damit zu rechnen, dass Leute sich Splitt in die Schuhe tun. Wenn nicht, wirst du nichts Gutes zustande bringen.

So, wenn du jetzt durch deinen Tag gehst, nimm dir doch einen Moment Zeit, die Sicherheitssysteme um dich herum zu betrachten. Sieh dir die Kameras in den Läden an, in denen du einkaufst. (Verhindern sie Kriminalität, oder verschieben sie das Problem nur zum Nachbarladen?) Sieh dir an, wie Gaststätten arbeiten. (Wenn die Leute erst zahlen, nachdem sie gegessen haben, warum gehen dann nicht mehr Leute, ohne zu bezahlen?) Betrachte die Sicherheit an Flughäfen. (Wie könntest du eine Waffe in ein Flugzeug schmuggeln?) Beobachte den Kassierer einer Bank. (Sicherheitssysteme in Banken sind genauso dazu da, den Kassierer am Stehlen zu hindern wie dich.) Beobachte einen Ameisenhaufen. (Bei Insekten dreht sich alles um Sicherheit.)

Lies die Verfassung und schaue nach, wie sie das Volk mit Sicherheit gegenüber seiner Regierung ausstattet. Sieh Ampeln, Türschlösser und all die Sicherheitssysteme im Fernsehen und in Filmen an. Finde heraus, wie sie funktionieren, gegen welche Bedrohungen sie wirken und gegen welche nicht, wie sie versagen und wie sie missbraucht werden können.

Wenn du genügend Zeit damit verbracht hast, wirst du merken, dass du die Welt mit anderen Augen siehst. Du wirst feststellen, dass viele der Sicherheitssysteme da draußen gar nicht das bewirken, was sie sollen, und dass viel von unserem nationalen Sicherheitsapparat sein Geld nicht wert ist. Du wirst verstehen, dass der Schutz der Privatsphäre Voraussetzung für Sicherheit ist und nicht im Gegensatz dazu steht. Du wirst vor vielen Dingen keine Angst mehr haben, dich aber plötzlich über Dinge beunruhigen, von denen andere Leute nicht mal eine Ahnung haben.

Seite 205

Manchmal wirst du über ein Sicherheitssystem irgendetwas herausfinden, an das noch niemand gedacht hatte. Und vielleicht wirst du eine neue Methode entdecken, ein Sicherheitssystem zu umgehen.

Es ist erst wenige Jahre her, dass jemand das Phishing erfunden hat.

Mich erstaunt es immer wieder, wie leicht man einige der bekanntesten Sicherheitssysteme überwinden kann. Dafür gibt es viele Gründe. Der Hauptgrund ist jedoch, dass man nicht beweisen kann, dass ein System sicher ist. Alles was man machen kann, ist zu versuchen es auszuhebeln †“ wenn es dir misslingt, weißt du, dass es sicher genug ist, dich auszusperren. Aber was ist mit jemandem, der schlauer ist als du? Jeder kann ein Sicherheitssystem errichten, das er selber nicht knacken kann.

Denk darüber mal einen Moment nach, weil das nicht offensichtlich ist. Niemand ist dazu qualifiziert, sein eigenes Sicherheitssystem zu analysieren, weil Entwickler und Analytiker dieselbe Person mit denselben Beschränkungen ist. Jemand anders muss die Analyse machen, um sie gegen Dinge abzusichern, an die der Entwickler nicht gedacht hat.

Das bedeutet, dass wir alle die Systeme Anderer auf ihre Sicherheit hin untersuchen. Und erstaunlich oft gelingt es einem von uns, Sicherheitslücken zu finden. Marcus†™ Umgehungsmethoden sind alle nicht weit hergeholt, das sind Dinge, die immer wieder passieren. Such doch mal im Netz nach †œbump key† oder †œBic pen Kryptonite lock†; du wirst eine ganze Reihe spannender Geschichten finden, wie scheinbar unüberwindbare Sicherheitstechnik mit ganz einfachen Methoden zu überwinden ist.

Und wenn das passiert, dann sieh zu, dass du es irgendwo im Internet publik machst. Geheimnistuerei und Sicherheit sind nicht das Gleiche, auch wenn es den Anschein hat. Nur schlechte Sicherheitstechnik beruht auf Geheimhaltung; gute Sicherheitstechnik funktioniert auch dann, wenn alle ihre Details öffentlich sind.

Das Veröffentlichen von Sicherheitslücken zwingt die Entwickler von Sicherheitssystemen dazu, ihr Design zu verbessern, und macht uns alle zu besseren Anwendern von Sicherheitstechnik. Wenn du ein Kryptonite-Schloss kaufst, das mit einem Bic-Kuli geknackt werden kann, dann hast du nicht viel Sicherheit für den Geld bekommen. Und im gleichen Sinne: Wenn ein Trupp schlauer Kids in der Lage ist, die Anti-Terror-Technologie des Innenministeriums zu überwinden, dann wird diese Technologie gegen echte Terroristen auch nicht viel ausrichten.

Privatsphäre gegen Sicherheit einzutauschen ist dumm genug; wenn man dann nicht einmal richtige Sicherheit bekommt, ist es nur noch dümmer.

Nun klapp†™ das Buch zu und geh hinaus. Die Welt ist voller Sicherheitssysteme. Überliste eines von ihnen.

Bruce Schneier

http://www.schneier.com/

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Nachwort von Andrew †œbunnie† Huang, Xbox-Hacker

Übersetzung: Andreas Schleth

Hacker sind Entdecker, digitale Pioniere. Es liegt im Wesen eines Hackers, Konventionen zu hinterfragen und sich von verzwickten Problemen herausgefordert zu fühlen. Jedes komplexe Problem ist eine sportliche Herausforderung für einen Hacker; ein Nebeneffekt ist, dass Hacker sich von Problemen rund um Sicherheit besonders angezogen fühlen. Die Gesellschaft ist ein großes und komplexes System und sicher nicht tabu für ein bisschen Hackerei. Deswegen werden Hacker oft mit dem Klischee Bilderstürmer und soziale Außenseiter belegt, Leute, die sich nur aus Trotz nicht an soziale Normen halten.

Seite 205

Als ich 2002 während meiner Zeit am MIT die Xbox hackte, tat ich das nicht, um zu rebellieren oder um Schaden anzurichten; ich folgte nur einem natürlichen Impuls, dem gleichen Impuls, der dich dazu bringt, einen defekten iPod zu reparieren oder die Dächer und Tunnel des MIT zu erforschen.

Dummerweise erzeugt die Kombination aus Abweichen von sozialen Normen und Wissen um †œbedrohliche† Dinge, wie etwa den RFID-Chip deiner Kreditkarte lesen zu können oder zu wissen, wie man Schlösser knackt, bei einigen Leuten Angst vor Hackern. Dabei ist die Motivation eines Hackers oft nichts anderes als †œIch bin Ingenieur, weil ich ich gerne Dinge konstruiere.† Leute fragen mich oft: †œWarum hast du das Sicherheitssystem der Xbox geknackt?† Und meine Antwort ist ganz einfach: Erstens gehören Dinge, die ich gekauft habe, mir. Wenn mir jemand sagen darf, was ich auf meinem Gerät laufen lassen darf und was nicht, dann gehört es mir nicht. Zweitens, weil es da ist. Es ist ein genügend komplexes System, um eine gute sportliche Herausforderung zu sein. Es war eine großartige Ablenkung, während ich nächtelang an meiner Doktorarbeit schuftete.

Ich hatte Glück. Die Tatsache, dass ich ein Student am MIT war, als ich die Xbox knackte, legitimierte diese Aktivität in den Augen der richtigen Leute. Andererseits sollte das Recht zum Hacken nicht nur Forschern gegeben sein. Ich begann mit dem Hacken, als ich noch ein Junge in der Grundschule war, indem ich jedes elektronische Gerät, das ich in die Finger bekam, zerlegte, sehr zum Verdruss meiner Eltern. Mein Lesestoff umfasste Bücher über Modellraketen, Artillerie, Kernwaffen und die Herstellung von Sprengstoffen †“ Bücher, die ich aus meiner Schulbücherei ausgeliehen hatte (ich vermute, dass der kalte Krieg die Auswahl des Lesestoffs in den öffentlichen Schulen beeinflusst hatte).

Ich spielte auch ausgiebig mit improvisierten Feuerwerkskörpern und stromerte über offene Baustellen, wenn in meiner Nachbarschaft im mittleren Westen neue Häuser gebaut wurden. Obwohl es sicher nicht besonders klug war, diese Dinge zu tun, waren sie doch wichtige Erfahrungen auf dem Weg, erwachsen zu werden. Und so wuchs ich auf, ein freier Geist zu sein, weil ich die soziale Toleranz und das Vertrauen meiner Gemeinschaft hatte.

Die aktuelle Entwicklung ist nicht so günstig für aufstrebende Hacker. Little Brother zeigt, wie wir vom jetzigen Zustand in eine Welt geraten können, in der die soziale Toleranz für abweichende Gedanken vollends verloren geht. Ein aktuelles Ereignis beleuchtet genau, wie dicht wir davor sind, die Schwelle zum Land von Little Brother zu überschreiten. Ich hatte das Glück, einen frühen Entwurf von Little Brother schon im November 2006 zu lesen.

Schneller Vorlauf: 2 Monate später, Ende Januar 2007, als die Polizei in Boston verdächtige Apparate fand, die sie für Bomben hielt, und daraufhin die ganze Stadt einen Tag lang abriegelte. Es stellte sich heraus, dass die Apparate nichts anderes waren als Leiterplatten mit blinkenden Leuchtdioden, die für eine Sendung im Cartoon Network werben sollten. Die Künstler, die diese urbanen Graffiti angebracht hatten, wurden als Terroristen verdächtigt und schließlich wegen eines Verbrechens angeklagt. Der Sender musste schließlich im Rahmen eines Vergleichs 2 Millionen Dollar bezahlen, und der Vorstand des Cartoon Network trat deswegen zurück.

Haben die Terroristen bereits gewonnen? Haben wir der Angst schon soweit nachgegeben, dass Künstler, Hobbyisten, Hacker, Bilderstürmer oder vielleicht eine bescheidene Gruppe Jugendlicher, die †œHarajuku Fun Madness† spielt, auf so banale Art als Terroristen verdächtigt werden?

Es gibt einen Begriff für diese Fehlfunktion †“ sie wird Autoimmunerkrankung genannt; das ist, wenn das Verteidigungssystem eines Organismus so überdreht, dass er es nicht mehr schafft, sich selbst zu erkennen, und seine eigenen Zellen angreift. Schließlich zerstört der Organismus sich selbst. Im Augenblick befindet sich Amerika am Rande eines allergischen Schocks gegen seine eigenen Freiheiten, und wir müssen uns dagegen impfen.

Technologie ist kein Heilmittel gegen Verfolgungswahn, sie kann den Wahn im Gegenteil sogar noch verstärken: Sie verwandelt uns in Gefangene unserer eigenen Gerätschaften. Millionen von Leuten zu nötigen, ihre Oberbekleidung abzulegen und täglich barfuß durch Metalldetektoren zu laufen, ist auch keine Lösung.

Seite 206

Das dient nur dazu, die Bevölkerung jeden Tag daran zu erinnern, dass sie einen Grund hat, sich zu ängstigen, während es in Wirklichkeit nur eine windelweiche Hürde gegen einen entschlossenen Gegner ist.

Die Wahrheit ist, dass wir auf keinen Anderen rechnen können, um uns frei zu fühlen, und an dem Tag, an dem unsere Freiheiten an den Verfolgungswahn verloren gehen, wird M1k3y nicht kommen, um uns zu retten. Denn M1k3y ist in dir und in mir †“ Little Brother ist eine Erinnerung daran, dass wir unabhängig davon, wie unvorhersehbar die Zukunft sein mag, Freiheit nicht durch Sicherheitssysteme, Kryptografie, Verhöre und Durchsuchungen gewinnen. Wir gewinnen Freiheit durch den Mut und die Überzeugung, jeden Tag frei zu leben und als freie Gesellschaft zu handeln, egal, wie groß die Bedrohungen am Horizont sind.

Sei wie M1k3y: Tritt vor die Tür und trau dich, frei zu sein.

ENDE

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Nachwort des Übersetzers Christian Wöhrl

Im 13. Kapitel von †œLittle Brother† heißt es in einer E-Mail an den Helden: †œHier in Deutschland haben wir eine Menge Erfahrung damit, was passiert, wenn Regierungen außer Kontrolle geraten.† Nun ist Deutschland im Jahre 2008 sicherlich kein totalitärer Staat, doch die aktuelle Sicherheitsgesetzgebung (Stichworte hier etwa: Vorratsdatenspeicherung, E-Pass, BKA-Gesetz, Fluggastdatenerfassung) lässt die Einschätzung von Bürgerrechtsaktivisten, hier werde der schleichende Umbau zu einem Überwachungsstaat vorangetrieben, zumindest nicht völlig abwegig erscheinen.

Vor diesem Hintergrund wollte ich nicht darauf warten, ob und wann Cory Doctorows Little Brother †“ der sich eben nicht nur als spannender Entwicklungsroman über und für junge Erwachsene lesen lässt, sondern auch als Plädoyer für angemessenen zivilen Ungehorsam und gegen undifferenzierte Terror-Hysterie †“ in einer deutschen Übersetzung erscheint. Und da Cory seine Werke unter remix-fähigen Creative-Commons-Lizenzen veröffentlicht, habe ich im Sommer/Herbst 2008 die tägliche U-Bahn-Pendelei dazu genutzt, die Geschichte ins Deutsche zu †œremixen†.

Das vorliegende Ergebnis, inhaltlich kein †œMix†, sondern eine vorlagengetreue Übersetzung, steht ebenfalls unter einer entsprechenden CC-Lizenz †“ siehe dazu Seite 2. In der Originalfassung des Dokuments schreibt Cory Doctorow übrigens auch sehr ausführlich über seine Motivation, seine Texte unter solchen Lizenzen zu veröffentlichen.

Das vorliegende Dokument versteht sich durchaus nicht als Endprodukt, sondern als †œWork in Progress†. Der Übersetzer ist weder leidenschaftlicher Computer-Spieler noch versierter Programmierer, und sollte Ihnen bei der Lektüre diesbezüglich ein sachlicher Fehler aufgefallen sein, werden entsprechende Hinweise gern entgegengenommen und gegebenenfalls in kommende Versionen dieses Textes eingearbeitet. In die Versionen ab 1.1 sind einige Anregungen aufmerksamer Leser eingeflossen; dafür auch an dieser Stelle herzlichen Dank!

Download-Adresse dieses PDFs:
http://cwoehrl.de/files/lbdt_v I .pdf

Kommentare zu diesem Dokument:
http://cwoehrl.de/?q=node/425

Meine E-Mail-Adresse:
chw@wort-und-satz.de

Mein öffentlicher PGP-Schlüssel:
0×3e4f310497fe2c8f

Dem Geist des Romans angemessen nutzte ich für die Arbeit überwiegend freie Software:

Die Rohtexte entstanden zumeist im Minimal-Editor meines Linux-Netbooks; zusammengeführt, formatiert und ins PDF-Format konvertiert wurde der Text in OpenOffice. Lediglich für die Gestaltung des Titels nutzte ich mit Adobe Photoshop eine kommerzielle Software; Gimp zu lernen steht zwar schon seit geraumer Zeit auf meinem Zettel, aber ich hatte in letzter Zeit zu viel zu übersetzen, um mich auch noch damit zu beschäftigen 😉

(Anmerkung zu Version 2 vom 12. Dezember: Hier habe ich das Dokument in Adobe InDesign bearbeitet, um schöneren Schriftsatz zu erzielen, als es mit einer reinen Textbearbeitung möglich wäre.)

Als Nachschlagewerke nutzte ich für inhaltliche Fragen die Wikipedia in deutscher und englischer Version, für allgemeine sprachliche Zweifelsfälle das Wörterbuch dict.cc und für Slang-Fragen das Urban Dictionary; wo es sich nicht vermeiden ließ, Google zu konsultieren, bediente ich mich des weitaus weniger datenhungrigen Scroogle Scrapers.

Sollte die Thematik des Romans bei Ihnen einen Nerv getroffen haben, dann finden Sie im Internet etliche Angebote, die sich mit Datenschutz, Bürgerrechten und Überwachung beschäftigen. Exemplarisch einige Links zu deutschsprachigen Seiten von Organisationen und Einzelpersonen:

Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung
http://www.vorratsdatenspeicherung.de/

Ravenhorst
http://blog.kairaven.de/

Humanistische Union
http://www.humanistische-union.de/

Netzpolitik.org
http://netzpolitik.org/

Chaos Computer Club
http://www.ccc.de/

Annalist
http://annalist.noblogs.org/

Christian Wöhrl im November 2008

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Vielen Dank an den „Rollmops im Kanzlerbunker“, der sich hier als Texteditor betätigt hat und die PDF-Datei in ein Word-Dokument umgewandelt hat!

Little Brother erschien am 01.03.2010 in einer Übersetzung von Uwe-Michael Gutzschhahn im Rowohlt Verlag. Die 489 Seiten umfassende broschierte Taschenbuchausgabe wird Jugendlichen zwischen 14 und 15 Jahren empfohlen und ist für 14,95 Euro im Handel erhältlich.

Der Autor, Cory Doctorow, stellt am 18. März 2010 von 18.00 bis 20.00 Uhr zusammen mit dem deutschen Übersetzer Uwe-Michael Gutzschhahn in der Universität Leipzig – Zentraler Campus Augustusplatz, Ritterstraße 26, 04109 Leipzig seinen Roman Little Brother vor.
Am 19. März findet in der gleichen Besetzung die Buchpräsentation von 11.30 bis 12.00 Uhr auf der Leipziger Buchmesse statt. Ort: Lese-Treff, Halle 2, Stand C208

Little Brother von Cory Doctorow: Kapitel 22

Little Brother

Kapitel 22

Epilog

Dieses Kapitel ist Hudson Booksellers gewidmet, den Buchhändlern, die man in praktisch jedem Flughafen der USA findet. Die meisten Hudson-Filialen haben nur wenige Titel (wobei diese oft erstaunlich vielfältig sind), aber die größeren, etwa die im AA-Terminal in Chicagos O†™Hare, sind ebenso gut wie eine Buchhandlung in einem Wohngebiet. Man muss schon was Besonderes bieten, um in einem Flughafen eine persönliche Note zu setzen, und Hudson†™s hat mir bei mehr als einem langen Chicago-Zwischenstopp mein geistiges Wohlbefinden gerettet.

Hudson Booksellers:

http://www.hudsongroup.com/HudsonBooksellers_s.html

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Barbara rief mich am Wochenende des 4. Juli im Büro an. Ich war nicht der Einzige, der am Feiertagswochenende zur Arbeit gekommen war, aber ich war der Einzige, der es tat, weil meine Freigangsregelung mir nicht erlaubte, die Stadt zu verlassen.

Sie hatten mich schließlich für schuldig befunden, Mashas Handy gestohlen zu haben. Ist das zu glauben? Die Staatsanwaltschaft hatte mit meiner Anwältin den Deal gemacht, dass man alle Anklagepunkte zu †œelektronischem Terrorismus† und †œAufrührertum† fallen lassen würde, wenn ich mich im Gegenzug des minderschweren Diebstahls schuldig bekannte. Sie brummten mir drei Monate mit Freigang in einem Rehabilitationszentrum für jugendliche Straftäter in der Mission auf. Ich schlief im Wohnheim, in einem Gemeinschaftsschlafraum zusammen mit echten Kriminellen, Gang-Kids und Drogen-Kids, ein paar echten Bekloppten. Tagsüber war ich †œfrei†, rauszugehen und in meinem †œJob† zu arbeiten.

†œMarcus, sie lassen sie raus†, sagte sie.

†œWen?†

†œJohnstone, Carrie Johnstone. Das nichtöffentliche Militärtribunal hat sie von aller Schuld freigesprochen. Die Akte ist geschlossen, und sie kehrt in den aktiven Dienst zurück. Sie schicken sie in den Irak.†

Carrie Johnstone war der Name von Frau Strenger Haarschnitt. Das kam bei den vorläufigen Anhörungen am Kalifornischen Kammergericht heraus, aber das war auch schon so ziemlich das Einzige, was herauskam. Sie verweigerte jede Aussage darüber, von wem sie ihre Anweisungen erhalten hatte, was sie getan hatte, wer inhaftiert worden war und warum. Sie saß vor Gericht Tag für Tag einfach nur da, vollkommen schweigsam.

Die Bundesbehörden hatten sich mittlerweile aufgeplustert und über die †œeinseitige, illegale† Schließung der Treasure-Island-Anlage seitens des Gouverneurs sowie über die Ausweisung der Bundespolizei aus San Francisco durch den Bürgermeister beschwert. Eine Menge dieser Bullen waren in kalifornischen Gefängnissen gelandet, ebenso wie die Wachen aus Gitmo-an-der-Bay.

Dann kam einen Tag lang überhaupt keine Stellungnahme aus dem Weißen Haus und keine aus dem Staatskapitol. Und am nächsten Tag fand eine trockene, angespannte gemeinsame Pressekonferenz auf den Stufen des Gouverneurssitzes statt, bei der der Chef des DHS und der Gouverneur ihr †œÜbereinkommen† verkündeten.

Das DHS würde ein nichtöffentliches Militärtribunal einberufen, um †œmögliche Irrtümer in der Beurteilung† nach dem Anschlag auf die Bay Bridge aufzuklären. Das Tribunal würde jedes verfügbare Mittel einsetzen, um zu gewährleisten, dass kriminelle Handlungen angemessen bestraft würden. Im Gegenzug würde die Kontrolle über DHS-Operationen in Kalifornien an den Staatssenat übergehen, der die Macht haben würde, sämtliche Heimatschutzmaßnahmen im Bundesstaat zu beenden, zu untersuchen und neu zu bewerten.

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Der Aufschrei der Reporter war ohrenbetäubend gewesen, und Barbara hatte die erste Frage gestellt. †œMr. Gouverneur, bei allem gebotenen Respekt: Wir haben unwiderlegbare Videobeweise, dass Marcus Yallow, ein Bürger dieses Staates von Geburt an, einer simulierten Exekution ausgesetzt war, und zwar durch DHS-Beamte, die offenkundig auf Anweisung des Weißen Hauses handelten. Ist der Staat wirklich gewillt, jeden Anschein von Gerechtigkeit für seine Bürger im Angesicht illegaler, barbarischer Folter aufzugeben?† Ihre Stimme zitterte, aber sie brach nicht.

Der Gouverneur breitete die Arme aus. †œDie Militärtribunale werden der Gerechtigkeit Genüge tun. Wenn Mr. Yallow †“ oder irgendeine andere Person, die der Heimatschutzbehörde etwas vorzuwerfen hat †“ darüber hinaus Gerechtigkeit verlangt, so steht es ihm selbstverständlich frei, Wiedergutmachung einzuklagen, soweit sie ihm von seiten der Bundesregierung zusteht.†

Das tat ich auch. In der Woche nach der Ankündigung des Gouverneurs wurden mehr als zwanzigtausend Zivilklagen gegen das DHS erhoben. Meine wurde durch die ACLU vertreten, und man hatte bereits beantragt, Einsicht in die Ergebnisse der nichtöffentlichen Militärtribunale zu erhalten. Bislang standen die Gerichte diesem Ansinnen sehr wohlwollend gegenüber.

Aber damit hatte ich nicht gerechnet.

†œSie ist völlig ungeschoren rausgekommen?†

†œDie Pressemitteilung gibt nicht viel her. ,Nach gründlicher Untersuchung der Ereignisse in San Francisco und im Antiterror-Sonderlager auf Treasure Island ist dieses Tribunal zu dem Ergebnis gelangt, dass die Handlungen von Ms. Johnstone keine weiteren Disziplinarmaßnahmen rechtfertigen.†™ Da steht das Wort ,weiteren†™ †“ als ob man sie bereits bestraft hat.†

Ich schnaubte. Von Carrie Johnstone hatte ich seit meiner Freilassung aus Gitmo-an-der-Bay fast jede Nacht geträumt. Ich hatte ihr Gesicht drohend über mir schweben gesehen, dieses kleine dreckige Grinsen, als sie den Mann anwies, mir †œwas zu trinken† zu geben.

†œMarcus…†, begann Barbara, aber ich unterbrach sie.

†œIst okay. Es ist alles okay. Ich werde darüber ein Video machen. Und übers Wochenende stelle ich es online. Montage sind gute Tage für virale Clips. Jeder kommt aus dem Feiertagswochenende zurück und guckt, was es so Lustiges gibt zum Weiterleiten in der Schule oder im Büro.†

Ein Teil meines Deals mit dem Wohnheim war, dass ich zwei Mal pro Woche einen Psychoklempner besuchte. Seit ich darüber weg war, das als Bestrafung zu empfinden, war das eine echt gute Sache. Er half mir, mich auf konstruktive Dinge zu konzentrieren, wenn ich mich aufregte, statt mich von meinem Ärger auffressen zu lassen. Die Videos halfen dabei.

†œIch muss jetzt los†, sagte ich und schluckte dabei, um die Emotionen aus meiner Stimme rauszuhalten.

†œPass auf dich auf, Marcus†, sagte Barbara.

Als ich das Telefon weglegte, umarmte mich Ange von hinten. †œIch hab grade online davon gelesen†, sagte sie. Sie las eine Million Nachrichtenfeeds †“ mit einem Feedreader, der die Storys sofort saugte, sobald sie über den Ticker liefen. Sie war unsere offizielle Bloggerin, und sie machte den Job gut †“ sie schnitt die Nachrichten aus und stellte sie online wie ein Koch im Schnellrestaurant, der Frühstücksbestellungen umschlägt.

Ich drehte mich in ihren Armen um, um sie von vorn zu umarmen. Um bei der Wahrheit zu bleiben: Allzu viel Arbeit hatten wir heute noch nicht erledigt. Es war mir nicht erlaubt, das Wohnheim nach dem Abendessen noch mal zu verlassen, und sie durfte mich dort nicht besuchen. Also sahen wir uns im Büro, aber da waren meistens viele andere Leute, was unserer Fummelei ein bisschen abträglich war. Einen ganzen Tag mit ihr allein im Büro zu sein war eine zu starke Versuchung. Außerdem war es heiß und schwül, so dass wir beide Tanktops und Shorts trugen und beim Arbeiten nebeneinander eine Menge Hautkontakt hatten.

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†œIch mache ein Video†, sagte ich. †œIch will es heute noch veröffentlichen.†

†œGut†, sagte sie. †œPacken wirs an.†

Ange las die Pressemitteilung. Ich nahm einen kleinen Monolog auf und legte den Ton über die berühmten Bilder von mir auf dem Waterboard †“ wilder Augenausdruck im harten Scheinwerferlicht, strähniges Haar, tränen- und rotzüberströmt.

†œDas bin ich. Ich liege auf einem Waterboard. Ich werde mit einer simulierten Hinrichtung gefoltert. Die Folter wird von einer Frau namens Carrie Johnstone beaufsichtigt. Sie arbeitet für die Regierung. Ihr könntet sie noch von diesem Video kennen.†

Ich blendete über zu dem Film mit Johnstone und Kurt Rooney. †œHier sind Johnstone und Minister Kurt Rooney, der Chefstratege des Präsidenten.†

†œDie Nation liebt diese Stadt nicht. Aus ihrer Sicht ist es ein Sodom und Gomorra aus Schwuchteln und Atheisten, die es verdient haben, in der Hölle zu schmoren. Der einzige Grund dafür, dass sich das Land dafür interessiert, was man in San Francisco denkt, ist der glückliche Umstand, dass sie da von irgendwelchen islamischen Terroristen zur Hölle gebombt worden sind.†

†œEr redet über die Stadt, in der ich lebe. Nach letzten Zählungen wurden 4215 meiner Nachbarn an dem Tag getötet, von dem er redet. Aber einige von ihnen sind vielleicht nicht tot. Einige von ihnen sind in demselben Gefängnis verschwunden, in dem ich gefoltert wurde. Einige Mütter und Väter, Kinder und Geliebte, Brüder und Schwestern werden ihre Liebsten nie wiedersehen †“ weil sie insgeheim in einem illegalen Gefängnis mitten in der San Francisco Bay gefangen gehalten wurden. Es wurde dort sehr penibel Buch geführt, aber Carrie Johnstone hat die Chiffrierschlüssel dafür.† Ich schnitt wieder zu Carrie Johnstone, wie sie mit Rooney am Besprechungstisch saß und lachte.

Dann blendete ich die Bilder von Johnstones Verhaftung ein. †œAls man sie verhaftete, glaubte ich, wir würden Gerechtigkeit erfahren. All die Menschen, die sie brach und die verschwunden sind. Aber der Präsident…† †“ Schnitt zu einem Foto, das ihn während eines seiner vielen Urlaube lachend beim Golfspielen zeigte †“ †œ… und sein Chefstratege…† †“ jetzt ein Bild von Rooney beim Händeschütteln mit einem berüchtigten Terroristenführer, der mal auf †œunserer† Seite war †“ †œ… haben interveniert. Sie schickten sie vor ein geheimes Militärtribunal, das sie nun freigesprochen hat. Irgendwie sah man dort wohl nichts Falsches an all dem.†

Ich schnitt eine Fotomontage aus den Hunderten von Porträts von Gefangenen in ihren Zellen dazu, die Barbara am Tag unserer Freilassung auf der Website des Bay Guardian veröffentlicht hatte. †œWir haben diese Menschen gewählt. Wir bezahlen ihre Gehälter. Sie sollten auf unserer Seite sein. Sie sollten unsere Freiheiten verteidigen. Aber diese Menschen…† †“ eine Reihe von Bildern von Johnstone und den Anderen, die vor das Tribunal gesandt worden waren †“ †œhaben unser Vertrauen verraten. Bis zur Wahl sind es noch vier Monate. Das ist eine lange Zeit. Genug für euch, loszugehen und fünf von euren Nachbarn zu finden †“ fünf Leute, die das Wählen aufgegeben haben, weil ihre Wahl lautet,keiner der Obengenannten†™.

Redet mit euren Nachbarn. Lasst euch versprechen, dass sie zur Wahl gehen, lasst sie versprechen, dass sie sich das Land von den Folterknechten und Verbrechern zurückholen. Von den Leuten, die über meine Freunde lachten, als diese in ihrem nassen Grab am Grunde des Hafens lagen. Und lasst euch versprechen, dass sie ebenfalls mit ihren Nachbarn sprechen.

Die meisten von uns wählen ,keiner der Obengenannten†™. Aber das funktioniert nicht. Ihr müsst wählen †“ die Freiheit wählen.

Mein Name ist Marcus Yallow. Ich bin von meinem Land gefoltert worden, aber ich bin immer noch sehr gern hier. Ich bin siebzehn Jahre alt. Ich möchte in einem freien Land aufwachsen. Ich möchte in einem freien Land leben.†

Ich blendete zum Logo unserer Website aus. Die hatte Ange mit Jolus Hilfe aufgebaut, der uns bei Pigspleen so viel freien Speicherplatz besorgte, wie wir nur wollten.

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Das Büro war ein interessanter Ort. Offiziell hießen wir Wählerkoalition für ein freies Amerika, aber alle Welt nannte uns die Xnetter. Die Organisation, ein gemeinnütziges Non-Profit-Unternehmen, war von Barbara und einigen befreundeten Anwälten gleich nach der Befreiung von Treasure Island gegründet worden. Die Anschubfinanzierung hatten ein paar Technologie-Milliardäre übernommen, die es unglaublich fanden, dass eine Horde HackerKids das DHS in den Arsch getreten hatten. Manchmal baten sie uns, die Peninsula runter nach Sand Hill Road zu kommen, wo all die Risikokapitalgeber saßen, um eine kleine Präsentation der Xnet-Technik zu halten. Es gab ungefähr eine Zillion Start-Ups, die aus dem Xnet Kapital schlagen wollten.

Wie auch immer †“ ich musste mich um all das nicht kümmern, und ich hatte einen Schreibtisch und ein Büro mit einer Ladenfront mitten auf Valencia Street, wo wir ParanoidXBox-CDs unter die Leute brachten und Workshops zum Bau besserer WLAN-Antennen veranstalteten. Eine erstaunliche Zahl gewöhnlicher Leute schaute bei uns vorbei, um Spenden zu bringen, sowohl Hardware (ParanoidLinux läuft auf so ziemlich allem, nicht bloß auf der Xbox Universal) als auch Bargeld.

Unser Masterplan war, im September, rechtzeitig vor der Wahl, unser eigenes ARG zu starten und das Spiel möglichst eng daran zu binden, dass sich Leute in die Wählerverzeichnisse eintragen ließen und zur Wahl gingen. Nur 42 Prozent der Amerikaner waren bei der vorigen Wahl an den Urnen erschienen †“ Nichtwähler waren in der großen Mehrheit. Ich hatte Darryl und Van schon mehrfach zu unseren Planungssitzungen eingeladen, aber sie hatten immer wieder abgesagt. Sie verbrachten eine Menge Zeit miteinander, und Van bestand darauf, dass es nichts Romantisches war. Darryl wollte überhaupt nicht viel mit mir reden, aber er schickte mir lange E-Mails über so ziemlich alles, das nichts mit Van, Terrorismus oder dem Knast zu tun hatte.

Ange drückte meine Hand. †œGott, wie ich diese Frau hasse†, sagte sie.

Ich nickte. †œBloß eine weitere Fuhre Mist, die dieses Land über dem Irak auskippt†, sagte ich. †œIch glaube, wenn sie die in meine Stadt schicken würden, ich würde ein Terrorist werden.†

†œDu bist ein Terrorist geworden, als sie sie in deine Stadt geschickt haben.†

†œDas stimmt†, sagte ich.

†œGehst du am Montag zur Anhörung von Ms. Galvez?†

†œUnbedingt.†

Ich hatte Ange vor einigen Wochen Ms. Galvez vorgestellt, als meine ehemalige Lehrerin mich zum Abendessen eingeladen hatte. Die Lehrergewerkschaft hatte eine Anhörung vor der Schulbehörde organisiert, um zu erreichen, dass sie ihren alten Job zurückbekäme. Man sagte, dass Fred Benson aus dem Vorruhestand wiederkommen wolle, um gegen sie auszusagen. Ich freute mich drauf, sie wiederzusehen.

†œWollen wir uns einen Burrito holen?†

†œUnbedingt.†

†œIch hol nur schnell meine scharfe Sauce†, sagte sie.

Derweil rief ich noch mal meine E-Mail ab †“ meine Piratenpartei-Mail, wo immer noch ein paar Nachrichten von alten Xnettern aufliefen, die meine Adresse bei der Wählerkoalition noch nicht hatten.

Die letzte Nachricht kam von einer Wegwerf-Mailadresse von einem der neuen brasilianischen Anonymisierungsdienste.

> Hab sie gefunden, danke. Du hast mir gar nicht erzählt, dass sie so h31ß ist.

†œVon wem ist das denn?†

Ich lachte. †œZeb. Erinnerst du dich an Zeb? Ich hab ihm Mashas E-Mail-Adresse gegeben.

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Dachte mir, wenn sie schon beide im Untergrund sind, dann könnte ich sie auch gleich miteinander bekannt machen.†

†œEr findet Masha süß?†

†œDas musst du ihm nachsehen, sein Geist ist offensichtlich von den Umständen benebelt.†

†œUnd du?†

†œIch?†

†œJa, du †“ ist dein Geist auch von den Umständen benebelt?†

Ich hielt Ange auf Armabstand und betrachtete sie von oben bis unten, von oben bis unten. Ich berührte ihre Wangen und schaute durch ihre dickrandige Brille in ihre großen, kecken schrägen Augen. Ich ließ meine Finger durch ihr Haar gleiten.

†œAnge, in meinem ganzen Leben habe ich noch niemals klarer gedacht.†

Dann küsste sie mich, und ich küsste sie, und es dauerte noch eine ganze Weile, bis wir uns den Burrito holten. – Fortsetzung Kapitel 23

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Hintergründe, Handlung und weitere Informationen zu Little Brother findet ihr unter: Jugendthriller: Little Brother von Cory Doctorow komplett im Netz

Hier handelt es sich um die deutsche Übersetzung von Christian Wöhrl

Little Brother ist unter einem Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenzvertrag lizenziert.

Das Original wurde unter: http://craphound.com/littlebrother veröffentlicht.