Navid Kermani erhält den mit 20.000 Euro dotierten Kleist-Preis 2012

Foto: Navid Kerami © Manfred Sause

Der 44-jährige Kölner Schriftsteller Navid Kermani erhält den mit 20.000 Euro dotierten Heinrich-von-Kleist-Preis 2012, teilte der Präsident der Heinrich-von-Kleist Gesellschaft, Prof. Günter Blamberger, am 20. August 2012 in Köln mit.

Als Sohn iranischer Eltern in Siegen geboren ist Navid Kermani deutscher und iranischer Staatsbürger. Er studierte Orientalistik, Philosophie und Theaterwissenschaft in Köln, Kairo und Bonn und gilt als führender Iran-Experte in Deutschland. Zwischen 1995 und 2000 hat Kerami für die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Entwicklung in Iran verfolgt.

In seinen Werken setzt er sich mit dem Verhältnis zwischen Glauben und Gesellschaft auseinander. Zuletzt erschien im Hanser Verlag im August 2011 „Dein Name“. Hier schreibt er über die Gegenwart und die Vergangenheit seiner Familie, die Erinnerung an gestorbene Freunde und die mitreißende Lektüre Jean Pauls und Hölderlins. Die Geschichte seines Großvaters, der von Nahost nach Deutschland ging, wird zum Herzstück des Romans.

2010 wurde Navid Kermani mit der Buber-Rosenzweig-Medaille 2011 ausgezeichnet und 2011 erhielt er den Hannah-Arendt-Preis für seine „lagerüberwindenden, religionswissenschaftlichen und politischen Analysen“ sowie den Kölner Kulturpreis 2012.

Navid Kerami ist verheiratet mit der Journalistin und Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur, hat zwei Töchter und lebt als freier Schriftsteller und Regisseur in Köln.

Der Kleist-Preis wird am 18. November 2012 in Berlin während einer Matinée im Berliner Ensemble übergeben. Die Laudatio hält der Präsident des deutschen Bundestages, Dr. Norbert Lammert, der – als von der Jury der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft gewählter Vertrauensmann – Navid Kermani in alleiniger Verantwortung, der Tradition des Preises gemäß, zum Preisträger bestimmt hat.

Quelle Foto Wikipedia: Navid Kerami © manfred.sause@volloeko.de
Quelle: Börsenblatt

12. Münchner LiteraturBrunch der BücherFrauen am 16.09.2012 im Stragula

Der 12. Münchner LiteraturBrunch der BücherFrauen findet am 16. September 2012 im Stragula, Bergmannstr. 66, statt.

Unter dem Motto Familie – Trügerische Idylle? lesen und diskutieren die Autorinnen Jasmin Ramadan, Lisa-Maria Seydlitz und Keto von Waberer.

Die Veranstaltung wird von der Journalistin und Publizistin Olga Mannheimer moderiert.

Jasmin Ramadan, geboren 1974, lebt in Hamburg. Ihre Mutter ist Deutsche, ihr Vater Ägypter. Sie studierte Germanistik und Philosophie. 2009 gelang ihr mit ihrem Debüt Soul Kitchen zum gleichnamigen Kino-Hit von Fatih Akin ein Überraschungserfolg.
Für ihren neuen Roman Das Schwein unter den Fischen, Tropen Verlag 2012, aus dem sie lesen wird, erhielt sie den Hamburger Förderpreis für Literatur.

Lisa-Maria Seydlitz wurde 1985 in Mannheim geboren, wo sie inzwischen auch wieder lebt. Sie besuchte den Studiengang Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus der Universität Hildesheim und studierte an der Université de Provence Aix-Marseille. Sie war Herausgeberin der Literaturzeitschrift Bella triste und Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkreises.
Sie liest aus ihrem ersten Roman Sommertöchter.

Keto von Waberer studierte Kunst und Architektur. Sie lebte mehrere Jahre in Mexiko, heiratete und bekam zwei Kinder. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland war sie als Architektin, Galeristin und Journalistin tätig. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin in München, wo sie auch an der Hochschule für Film und Fernsehen ‚Creative Writing‘ lehrt. 2011 erhielt sie den Literaturpreis der Stadt München.
Keto von Waberer liest aus Seltsame Vögel fliegen vorbei, Berlin Verlag 2011.

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Lesung und Diskussion um 12.00 Uhr, Einlass zum Brunch ab 10.30 Uhr
Stragula, Bergmannstraße 66, München
Eintritt (Lesung): 9,00 Euro, ermäßigt 7,00 Euro
Karten an der Tageskasse

Spiegel-Bestenliste Hardcover Woche 33/2012

Platz 1 : Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson

Platz 2 : Bretonische Verhältnisse von Jean-Luc Bannalec

Platz 3 : Die Frauen, die er kannte von Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt

Platz 4 : Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry von Rachel Joyce

Platz 5 : Die Tribute von Panem 02. Gefährliche Liebe von Suzanne Collins

Platz 6 : Die Tribute von Panem 03. Flammender Zorn von Suzanne Collins

Platz 7 : Die Tribute von Panem 01. Tödliche Spiele von Suzanne Collins

Platz 8 : Das Lied von Eis und Feuer 10: Ein Tanz mit Drachen von George R.R. Martin

Platz 9 : Mayas Tagebuch von Isabel Allende

Platz 10 : Das Alphabethaus von Jussi Adler-Olsen

Quelle: Buchreport – Spiegel Online

Spiegel-Bestenliste Taschenbücher Woche 33/2012

Platz 1 : Shades of Grey 01 – Geheimes Verlangen von E. L. James

Platz 2 : Verwesung von Simon Beckett

Platz 3 : Die hellen Tage von Zsuzsa Bánk

Platz 4 : Das Lächeln der Frauen: Roman von Nicolas Barreau

Platz 5 : Léon und Louise von Alex Capus

Platz 6 : Das Mädchen auf den Klippen: Roman von Lucinda Riley

Platz 7 : Unter Haien von Nele Neuhaus

Platz 8 : Tschick von Wolfgang Herrndorf

Platz 9 : Für Eile fehlt mir die Zeit von Horst Evers

Platz 10 : Die fernen Stunden von Kate Morton

Quelle: Spiegel Online Kultur

Auserwählte Literatur: Longlist zum Deutschen Buchpreis 2012

Sieben Jurymitglieder haben in den letzten fünf Monaten 162 Neuerscheinungen, die zwischen Oktober 2011 und dem 12. September 2012 erschienen sind oder noch erscheinen, gesichtet und 20 Titel von 6 Autorinnen und 14 Autoren für die Longlist zum Deutschen Buchpreis 2012 nominiert.

Am 12. September folgt die Bekanntgabe der Shortlist mit sechs Titeln – der Siegertitel wird zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse am 10. Oktober bekannt gegeben.

Die nominierten Romane

  • Ernst Augustin: Robinsons blaues Haus (C. H. Beck, Januar 2012)
  • Bernd Cailloux: Gutgeschriebene Verluste (Suhrkamp, Februar 2012)
  • Jenny Erpenbeck: Aller Tage Abend (Knaus, September 2012)
  • Milena Michiko FlaŠ¡ar: Ich nannte ihn Krawatte (Wagenbach, Januar 2012)
  • Rainald Goetz: Johann Holtrop (Suhrkamp, September 2012)
  • Olga Grjasnowa: Der Russe ist einer, der Birken liebt (Hanser, Februar 2012)
  • Wolfgang Herrndorf: Sand (Rowohlt.Berlin, November 2011)
  • Bodo Kirchhoff: Die Liebe in groben Zügen (Frankfurter Verlagsanstalt, September 2012)
  • Germán Kratochwil: Scherbengericht (Picus, Februar 2012)
  • Ursula Krechel: Landgericht (Jung und Jung, August 2012)
  • Dea Loher: Bugatti taucht auf (Wallstein, März 2012)
  • Angelika Meier: Heimlich, heimlich mich vergiss (Diaphanes, März 2012)
  • Sten Nadolny: Weitlings Sommerfrische (Piper, Mai 2012)
  • Christoph Peters: Wir in Kahlenbeck (Luchterhand, August 2012)
  • Michael Roes: Die Laute (Matthes & Seitz Berlin, September 2012)
  • Patrick Roth: Sunrise (Wallstein, März 2012)
  • Frank Schulz: Onno Viets und der Irre vom Kiez (Galiani Berlin, Februar 2012)
  • Clemens J. Setz: Indigo (Suhrkamp, September 2012)
  • Stephan Thome: Fliehkräfte (Suhrkamp, September 2012)
  • Ulf Erdmann Ziegler: Nichts Weißes (Suhrkamp, August 2012)

„Am verblüffendsten an unserer Longlist ist wohl ihre Welthaltigkeit, kaum eine Dimension, die nicht vorkommt: die große Liebe und der avancierteste Kapitalismus, die Erfahrung des Heiligen so gut wie Schocks der Kälte und Einsamkeit. Unsere zwanzig besten Romane greifen aus: in den Jemen, nach Nordafrika, nach Polen und nach Argentinien, ins gänzlich Imaginierte sowieso. Und überraschend viele versuchen sich an geschichtlichen Bestandsaufnahmen der Bundesrepublik in den 50er, 60er und 70er Jahren. Der Jury fiel es nicht leicht, aus der großen Zahl starker Bücher ihre Auswahl zu treffen“, sagt Jurysprecher Andreas Isenschmid (Neue Zürcher Zeitung am Sonntag). Und: „Die Jury diskutierte lang, kontrovers †“ und durchwegs freundschaftlich. Sie einigte sich auf eine Liste, auf der Alte Meister neben noch wenig bekannten, jüngeren Autoren stehen.†œ

Quelle: Deutscher Buchpreis