Alice Schwarzer hat ihren „Lebenslauf“ geschrieben. Am 15. September 2011 ist bei Kiepenheuer & Witsch ihre 512-Seiten umfassende Autobiografie erschienen.

Aufzucht und Pflege, Triumph und Niederlage und die Lehrjahre des Gefühls. Es ist das persönliche Geschichtsbuch der Alice Schwarzer. Und darin stehen mindestens zwei oder drei Dinge, die wir nicht von ihr wussten:

Lebenslauf von Alice Schwarzer

„Was hat mich geprägt?“ Und: „Was habe ich daraus gemacht?“. Wie ist Alice Schwarzer die geworden, die sie ist? Und vor allem: Wer ist sie überhaupt? Die Autorin Alice Schwarzer hat zahlreiche Porträts und Biografien geschrieben, u.a. über Gräfin Dönhoff und Romy Schneider. Ein autobiografisches Buch über ihren eigenen Lebensweg jedoch gab es bisher nicht. Nun ist es soweit. In großer Offenheit schreibt sie über das, was sie geprägt hat – und was sie daraus gemacht hat. Über die politisierte Großmutter und den fürsorglichen Großvater, über ihr schwieriges Verhältnis zur Mutter. Über ihre Kindheit auf dem Dorf und die Jugend in Wuppertal. Über beste Freundinnen und den ersten Kuss. Über Ausgrenzung und Gewalt. Über Freundschaft und Liebe. Über Swinging Schwabing in den 60ern und die 68er-Jahre als Reporterin bei pardon. Über ihr Leben als Korrespondentin und den euphorischen Aufbruch der Pariser Frauenbewegung. Über ihre frühen feministischen Aktionen gegen den § 218 und den Skandal vom „Kleinen Unterschied“ – bis hin zur EMMA-Gründung. Es gibt wohl kaum eine Person des öffentlichen Lebens in Deutschland, die über Jahrzehnte in einem solchen Übermaß Bewunderung und Aggressionen erfahren hat und erfährt wie Alice Schwarzer. Sie ist die Stimme in Deutschland für die Rechte der Frauen. Zugleich ist sie einer der herausragendsten Journalisten und Essayisten des Landes, Autorin zahlreicher Bestseller und Blattmacherin. Ihre Leidenschaft, ihre Konfliktfähigkeit und ihr kämpferischer Elan sind Legende. In dieser Autobiografie erfahren wir, was die Wurzeln und Prägungen von Alice Schwarzer sind und wie sich daraus die Motive ihres Lebens entwickelt haben.

Mehr Informationen:
Fotos im Stern: Alice Schwarzer – Die Kämpferin ganz privat.
Rezension im Stern: „Lebenslauf“ – das neue Buch von Alice Schwarzer – Die Unermüdliche

Ludwig BörneFrankfurter Bürger hatten die Stiftung 1993 gegründet. Seitdem wird der Ludwig-Börne-Preis alljährlich an deutschsprachige Autoren verliehen, die im Bereich des Essays, der Kritik und der Reportage Hervorragendes geleistet haben. Das soll an den Frankfurter Schriftsteller, revolutionären Demokraten und politischen Journalisten Ludwig Börne (1786–1837) und die erstaunliche Aktualität seines Werkes erinnern.

Über den Preisträger entscheidet ein vom Stiftungsvorstand der Stiftung benannter Preisrichter, ein sogenannter Juror, in alleiniger Verantwortung. Er hält auch die Laudatio für den Preisträger des mit 20.000 Euro dotierten Preises.

Bei der Vergabe des diesjährigen Ludwig-Börne-Preises entschied sich der TV-Moderator Harald Schmidt für Alice Schwarzer. Er würdigte Schwarzer als „personifiziertes Sturmgeschütz der Gleichberechtigung“. Seit über 30 Jahren führe Schwarzer die Emma-Redaktion „als eine Art Vatikan der Frauenbewegung“. Sie tue dies mit Witz und Humor.

Die Auszeichnung wird am 04. Mai in der Frankfurter Paulskirche überreicht.