Den Berliner Literaturpreis der Stiftung Preußische Seehandlung erhält der Schweizer Schriftsteller und Dramaturg Lukas Bärfuss. Mit der Auszeichnung ist die Berufung an die Freie Universität Berlin und die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik verbunden. Der mit 30.000 Euro dotierte Berliner Literaturpreis wird an Autorinnen und Autoren vergeben, die einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur geleistet haben.

Der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss erhält den Berliner Literaturpreis 2013 für sein Werk, in dem die Freaks und Träumer, die Schlafwandler und Fremdlinge den Ton angeben„, heißt es in der Begründung der Jury. Seine Figuren seien geprägt und bewegt von einer Welt, die sie „ihrerseits kaum zu beeinflussen vermögen“. Dennoch gehe von ihnen, ähnlich wie von den Figuren Robert Walsers, eine stille Hartnäckigkeit und ein unmerkliches Nein-Sagen aus.

Der Berliner Literaturpreis wird am 27. Februar 2013 in Berlin im Roten Rathaus verliehen.

Quelle: Börsenblatt

Quelle Foto: Wikipedia © Urheber Vogler  (CC BY-SA 3.0)

Der 57-jährige Schriftsteller Rainald Goetz erhält den mit 30.000 Euro dotierten Berliner Literaturpreis 2012. Die Auszeichnung der Stiftung Preußische Seehandlung ist mit der Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der Freien Universität Berlin verbunden.

Kaum ein zweiter Autor trifft Geist und Stimmung der Gegenwart, Lebensgefühl und Sound mit solcher Präzision„, urteilte die Jury.

Zuletzt erschien von Rainald Goetz im Jahr 2010 im Suhrkamp Verlag ein Bildband unter dem Titel „elfter september 2010: Bilder eines Jahrzehnts„.

Ein Bildtagebuch der letzten neun Jahre. Im Augenblick, Frühherbst 2010. Wie sieht die Welt aus im Moment hier in Berlin. Wie war es in diesen Jahren. Was hat Rainald Goetz gesehen. Wie schaut es aus für ihn: das Gemachte, das, was da ist, das Kaputte, das Normale, der Alltag. Wie sieht er die Welt. Eben so, wie man hier sieht. Schau. Jeder Satz sagt nein, und jedes Bild sagt ja. Wohnen, Wachen, Träume. Trümmer, abstrakt, Lichtvorfall. Was wird ausgeblendet, was wird übersehen, was wird nicht gezeigt, wovon abzusehen wäre. Eine Weltsicht, eine implizite Ethik. Ein Bildtagebuch von Rainald Goetz.

Der Berliner Literaturpreis wird am 27. März 2012 im Roten Rathaus vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) verliehen.

Geehrt werden Autoren, die mit ihrem literarischen Werk einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur geleistet haben. Zu den Preisträgern gehören u.a. Thomas Lehr, Herta Müller,  Ilija Trojanow, Ulrich Peltzer und Sibylle Lewitscharoff.

Quelle: ZEIT Online

Der 1957 in Speyer geborene deutsche Schriftsteller Thomas Lehr erhält den mit 30.000 Euro dotierten Berliner Literaturpreis.

Verbunden mit der Auszeichnung ist eine Gastprofessur an der Freien Universität Berlin. Die Stiftung Preußische Seehandlung ehrt mit dem Berliner Literaturpreis AutorInnen, die mit ihrem literarischen Werk einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur geleistet haben. In Prosawerken von Lehr gehen „Naturwissenschaft und Literatur die eigentümlichsten Verbindungen ein„, so die Jury.

Thomas Lehr ist aktuell mit seinem Roman „September. Fata Morgana“ auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis vertreten.

Nachfolgend eine Textpassage, gelesen von Thomas Lehr, aus seinem Roman „September. Fata Morgana“ auf zehnseiten.de:

Kurzbeschreibung
Zwei Väter und zwei Töchter, zwei parallele Lebensgeschichten in den USA und im Irak. Ihre Schauplätze sind weit entfernt, und doch verbinden sie zwei politische Ereignisse: Sabrina stirbt am 11. September 2001 im New Yorker World Trade Center, während Muna 2004 in Bagdad bei einem Bombenattentat ums Leben kommt. Thomas Lehr, in Deutschland einer der „klügsten und brillantesten Schriftsteller“ (FAZ), begibt sich in seinem grandiosen, vielschichtigen Werk auf eine literarische Grenzwanderung zwischen zwei Kulturen. In einer verdichteten, lyrischen Sprache erzählt „September“ vom Islam, von Öl, Terror und Krieg und von zwei Frauen, die stellvertretend für die Opfer dieses Konflikts stehen.

Quelle: Börsenblatt

Wie die Süddeutsche Zeitung heute berichtet, erhält die 1954 in Stuttgart geborene Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff den Berliner Literaturpreis 2010. In der Begründung der Jury heißt es, dass sie für ihr „ungemein dichtes und originelles Prosawerk“ ausgezeichnet wird.

Mit dem Berliner Literaturpreis ist eine Berufung auf die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der Freien Universität Berlin verbunden.

Der Preis ist mit 30 000 Euro dotiert. Zu den Preisträgerinnen des Berliner Literaturpreises gehören Dea Loher (2009), Herta Müller (2005), Anne Duden, Irina Liebmann (1998), Katja Lange-Müller (1996) und Brigitte Kronauer (1994). Weitere 21 Preisträger wurden seit 1998 mit der Auszeichnung geehrt.
Im vergangenen Jahr erhielt Sibylle Lewitscharoff den Leipziger Buchmesse für ihren Roman „Apostoloff“.

Kurzbeschreibung
Zwei Schwestern. Die eine auf der Rückbank, die andere auf dem Beifahrersitz, die eine scharfzüngig und kampflustig, die andere nachsichtig und höflich: Sie sind unterwegs im heutigen Bulgarien. Auf der ersten Hälfte ihrer Reise waren sie Teil eines prächtigen Limousinenkonvois, der die Leichen von 19 Exilbulgaren – in den Vierzigern von Sofia nach Stuttgart ausgewandert – in ihre alte Heimat überführte. Darunter der frühverstorbene Vater der Schwestern. Jetzt sind sie Touristinnen, chauffiert vom langmütigen Rumen Apostoloff. Er möchte den beiden die Schätze seines Landes zeigen, die Keramik mit Pfauenaugendekor (dessen Kobaltblau giftig ist), die Schwarzmeerküste (komplett versaut), die Architektur (ein Verbrechen des 20. Jahrhunderts). Die Jüngere, die Erzählerin, spuckt Gift und Galle.

Apostoloffs Vermittlungsversuche zwischen Sofia und Stuttgart sind zunächst wenig erfolgreich. Denn das bulgarische Erbe der Schwestern wiegt schwer – wenn der Vater, der erfolgreiche Arzt und schwermütige Einwanderer, in ihren Träumen auftaucht, schlängelt das Ende des Stricks, an dem er sich erhängt hat, noch hinter ihm her. Doch dem „Unglück, das dieses Aas von einem Vater auf Häupter und Herzen seiner Töchter geladen hat“ wird nicht auf melancholische Art begegnet.

Sibylle Lewitscharoffs Roman ist eine Suada von der Rückbank, die bissige, rabenschwarze und erzkomische Abrechnung einer Tochter mit dem Vater und seinem Land.

Die 247 Seiten umfassende gebundene Ausgabe von Apostoloff ist am 20. März 2009 im Suhrkamp Verlag erschienen und für 19,80 Euro im Buchhandel erhältlich. Die Taschenbuchausgabe erscheint im August 2010 ebenfalls bei Suhrkamp.
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Wer Sibylle Lewitscharoff bei einer Lesung erleben möchte, trifft sie am 20.02.2010 in Dresden, am 21.02.2010 in Darmstadt, am 03.03.2010 während eines Vortrags in Hamburg und am 19.06.2010 in Ranis.