Marianna Geier erfüllt sich am Samstag, den 02.10.2010, ihren absoluten Kinderwunsch und eröffnet am Kapuzinerplatz 5 in München eine Buchhandlung. Letzte Flyer werden verteilt, gelieferte Bücher in die Regale geräumt, die Kaffeemaschine getestet. Noch einige weitere Punkte stehen auf der To-do-Liste, bevor am Samstag für die ersten Kunden die Ladentür geöffnet werden kann.

In vier Räumen auf rund 100 Quadratmetern bietet die Buchhandlung mit integriertem Café in der Münchner Isarvorstadt/Ludwigstadt ein allgemeines Sortiment. Unter anderem wurde ein „Kinderzimmer“, ein mit einem Sofa einladend gestaltetes „Wohnzimmer“ und eine „Hörbar“ eingerichtet. Die Bereiche Café und Buch gehen dabei eine fließende Verbindung ein.

Von montags bis freitags hat Buch & Bohne jeweils von 10 bis 20 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Am Eröffnungstag erwartet die ersten Kunden neben neuen Büchern und Kaffee auch eine selbstgemachte Geburtstagstorte.

Der Lesekreis wünscht Marianna Geier viel Glück und gutes Gelingen!

Buch & Bohne, Kapuzinerplatz 5, 80337 München

Nein! Ganz ehrlich, wenn ich in die Buchhandlung gehe, möchte ich das gesuchte Buch gleich mitnehmen. Bestellen kann ich meine Bücher überall, und in der Regel werden sie dann in zwei bis drei Tagen versandkostenfrei geliefert.

Die Hugendubel-Filiale im Münchner Osten befindet sich in einem Einkaufszentrum und ist für mich gut zu erreichen. Seit Bestehen dieses Einkaufszentrums wurde die Filiale schon häufig umgebaut, kürzlich hat sie ihren Platz vom Erdgeschoss ins Obergeschoss verlagert. Mittlerweile kann man es sich auf großzügigen roten Liege-Sesseln bequem machen und nach Herzenslust schmökern. Bücherregale befinden sich nur noch an den Außenwänden, ansonsten werden alle Exemplare auf unzähligen Tischen präsentiert. Darüber platzierte Hinweisschilder weisen auf die Bestseller – kurz gesagt „Mainstream-Literatur“ hin. Die Kunden bleiben sich allerdings in der Regel selbst überlassen, Fachpersonal sucht man vergeblich, bzw. ist es meistens in Beratungsgespräche vertieft. Die ungeduldigen Blicke anderer Kunden verraten, dass man sich auf jeden Fall hinten anzustellen hat.

Also auf zum Service, vielleicht geht es da schneller? Am vergangenen Samstag saßen insgesamt sechs Mitarbeiter hinter zwei nebeneinander gestellten Tischen. Drei davon bedienten die Kasse, drei weitere saßen hinter dem Service/Info-Tisch. Entgegenkommend gab eine Mitarbeiterin meinen gesuchten Titel in ihren Computer ein. Mit den Worten: „Ja, das Buch müssten wir eigentlich da haben„, machte sie sich dann auf die Suche im Verkaufsraum. Irgendwie machte mich das „müsste da sein“ und meine Erfahrungen in der Buchhandlung bei meinen letzten drei Besuchen misstrauisch. Tatsächlich kam sie mit leeren Händen und fragendem Blick zurück:  „Darf ich es Ihnen bestellen?“

Nein! Denn bestellen kann ich mir das Buch auch selbst. Wieso finden die Hugendubel-Mitarbeiter ihre Bücher im eigenen Geschäft nicht? Als ich abends im Lesekreis darüber berichtete, bestätigten gleich zwei Freundinnen ebenfalls diese Erfahrungen dort gemacht zu haben.

Der Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil wird Buchhändler. Ortheil will Anfang 2010 zwei Buchhandlungen in Stuttgart und Wissen an der Sieg eröffnen, weitere sollen folgen. Die Filialen werden sich deutlich von bestehenden Buchläden unterscheiden. So heißt es in dem Konzept:

„In dieser Buchhandlung gibt es nur Bücher, die der Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil eigens zum Lesen und Kaufen ausgewählt und in verschiedene Sektionen geordnet hat.“

Und weiter:

„Andere Bücher gibt es in dieser Buchhandlung nicht, sie können auch nicht bestellt werden.“

Das Angebot ist auf rund 5000 Titel begrenzt. Offeriert wird neben Kaffee und Tee auch Champagner.

Quellen: Süddeutsche Zeitung