Im Herbst startet die Verlagsgruppe  Droemer Knaur mit dem neuen Verlag PAN in Richtung „Phantastische Literatur“.

Die ersten drei Titel stehen schon fest. PAN richtet sich an Leser ab 14 Jahren. Zwischen 9,95 Euro und 16,50 Euro sollen die Bücher kosten. Mit ALTERRA: Die Gemeinschaft der Drei von Maxime Chattam wird das neue Programm am 09. September 2009 eröffnet. Pro Saison sind sechs bis acht Titel geplant.

„PAN soll für qualitativ hochwertige Unterhaltung, für eine individuelle, zielgruppengerechte besondere Ausstattung stehen sowie für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis“, erklärt Beate Kuckertz, Verlagsleiterin Belletristik bei Droemer Knaur, in einer Mitteilung an die Medien. Die Phantastische Literatur etabliere sich seit einiger Zeit neu und werde immer mehr zum „All Age“-Lesestoff, so Kuckertz.

ALTERRA. Die Gemeinschaft der Drei von Maxime Chattam

alterraKurzbeschreibung
Zusammen mit seinem Freund Tobias macht sich der 14-jährige Matt auf die Suche nach weiteren Überlebenden. New York wirkt menschenleer, doch die Jungen sind keineswegs ganz allein: Seltsame Wesen machen Jagd auf sie, und unheimliche Stelzenläufer mit gleißenden Augen scheinen irgendetwas – oder jemanden? – zu suchen. Den Freunden bleibt nur die Flucht aus der Stadt. Zuflucht finden Matt und Tobias auf einer Insel im Westen, bei einer Gruppe von Kindern, die sich »Die Pans« nennen. Dort begegnen sie auch Ambre, in der sie eine wahre Freundin finden. Als »Die Gemeinschaft der Drei« werden sie sich den Gefahren der neuen Welt stellen … Eine mitreißende Story, ein großes Lese-Abenteuer, eine Geschichte über Freundschaft, Verantwortung und Mut.
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten, erscheint am 09. September 2009 im Verlag Droemer Knaur – 16,95 Euro

Meridian: Dunkle Umarmung von Amber Kizer (USA)

meridianKurzbeschreibung
Wenn kleine Tiere spüren, dass der Tod nah ist, suchen sie Meridians Nähe, um an sie gekuschelt zu sterben. Das war schon immer so, seit Meridian geboren wurde, und sie macht sich längst keine Gedanken mehr darüber. Doch an ihrem 16. Geburtstag ist plötzlich etwas anders: Als vor Meridians Haus ein schwerer Unfall passiert, empfindet das Mädchen den Schmerz der Sterbenden am eigenen Leib – und entgeht selbst nur knapp dem Tod. Jetzt erst erfährt sie die Wahrheit: Sie gehört zu den Fenestras, die den Seelen der Verstorbenen das Fenster zum Himmel öffnen können. Ihre Gabe ist nun voll erwacht und bringt Meridian in größte Gefahr, denn die Fenestras haben dunkle Gegenspieler … Eine spannende und bewegende Geschichte voller Geheimnisse und Romantik. Ein ganz besonderes Buch!
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten, erscheint am 05. Oktober 2009 im Verlag Droemer Knaur – 12,95 Euro

Im Königreich der Kälte von Nick Lake (England)

im-konigreich-der-kalteKurzbeschreibung
Als Light erfährt, dass ihr Vater entführt wurde, -zögert sie nicht: Sie wird ihn retten, auch wenn sie dem Herrn der Kälte entgegentreten muss, den -keine Armee besiegen kann. Auf ihrer Reise in das Ewige Eis findet Light ungewöhnliche Freunde – den rachsüchtigen Geist eines Mädchens, einen weisen Inuit-Schamanen, und Arnauyq, was in der Sprache seines Volkes »Junge, der aussieht wie ein Mädchen« bedeutet. Es mögen nicht die besten Verbündeten für ein so gefährliches Abenteuer sein – und doch sind es genau die, die Light wirklich braucht … Das Königreich der Kälte entführt in eine unbekannte, faszinierende Welt: kalt und dunkel, strahlend schön und bevölkert von sagenhaften Gestalten. Und es erzählt eine spannende, zu Herzen gehende Geschichte, von Abenteuern, Freundschaft und dem Erwachsenwerden.
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten, erscheint am 02. November 2009 im Verlag Droemer Knaur – 14,95

Quelle: Börsenblatt

„Mafia: Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern“ von Petra Reski

Das Landgericht München I hat am 16.12.08 dem Widerspruch des Droemer Verlags gegen eine vom Restaurantbetreiber Spartaco Pitanti erwirkte Einstweilige Verfügung nicht entsprochen.

Das Buch der Journalistin Petra Reski mit dem Titel „Mafia: Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern“ enthält eine kurze Passage über Pitanis Aktivitäten und den Verstrickungen der Mafia in Deutschland.
Gegen die Veröffentlichung wurde im November eine Einstweilige Verfügung von den Anwälten des Gastronomen Spartaco Pitanti beantragt.

In der mündlichen Verhandlung bestätigte das Gericht seine am 13. November erlassene Einstweilige Verfügung, nach der der Droemer Verlag das Buch weiterhin nur mit entsprechenden Schwärzungen verkaufen darf.

Margit Ketterle, die das Sachbuchprogramm des Verlags verantwortet, zu der Rechtsprechung: „Wir müssen das Urteil akzeptieren, werden aber weiterhin alle juristischen Optionen prüfen, um unseren Standpunkt letztlich doch durchzusetzen und gehen mit Sicherheit in die Berufung.“

Kurzbeschreibung
Die Morde von Duisburg haben eine unbequeme Wahrheit ans Licht gebracht: Die Mafia hat ihre Tentakeln längst nach Deutschland ausgestreckt. Weltweit perfekt organisiert, ist sie eine Gefahr für Staat und Gesellschaft, die von deutschen Politikern und Sicherheitskräften allzu lange unterschätzt wurde. Wie funktioniert diese ganz und gar nicht »ehrenwerte Gesellschaft«?

Petra Reski lebt seit zwanzig Jahren in Italien. Aufgrund ihrer langjährigen Recherchen und ihrer Insiderkenntnisse gilt die Journalistin als Spezialistin in Sachen Mafia. Petra Reski kennt die Strukturen der kriminellen Organisation aus erster Hand: Sie hat an geheimen Orten mit abtrünnigen Mafiosi gesprochen, sie hat mafiose Verstrickungen von Priestern aufgedeckt und war Gast auf der Hochzeit des wohl spektakulärsten Mafia-Verteidigers Siziliens. Sie weiß, wie Antimafia-Staatsanwälte und Ermittler ausgeschaltet werden sollen, und beobachtete involvierte Politiker aus nächster Nähe. Und sie beschreibt, wie die Verbrecherorganisation auch bei uns im großen Stil ihren schmutzigen Geschäften nachgeht. Journalismus, der zu Literatur wird – spannend wie ein Thriller!

Seit über zwanzig Jahren lebt Petra Reski in Italien. Nicht in Sizilien, wo die Cosa Nostra zuhause ist, oder in der von der Camorra gebeutelten Campania, und auch nicht in Kalbrien, dem Herrschaftsgebiet der ‘Ndrangheta. Aber auch in ihrer Wahlheimat Venedig und dem Rest Italiens, wie auch, wie wir aus ihrem überaus lesenswerten Buch erfahren, im übrigen Europa, wimmelt es nur so von Mafiosi – und von Politikern, ja selbst Priestern, die sich von der Mafia in irgendeiner Form in Dienst nehmen lassen oder gleich mit ihr gemeinsame Sache machen.

Nachdem es Anfang der neunziger Jahre so ausgesehen hatte, als sei man nun selbst in Palermo fest entschlossen und vielleicht sogar in der Lage, der Herrschaft der Mafia endlich ein Ende zu machen, hat die Cosa Nostra ihre Reihen in den letzten Jahren trotz manches Rückschlags wieder schließen können. Auch die ‘Ndrangheta, die international bestorganisierte Mafiaorganisation, sitzt fest in ihrem Sattel. Und trotzdem sich die neapolitanische Camorra seit Jahren in blutigen Bandenkriegen aufzureiben scheint, wird man wohl auch ihrer in absehbarer Zeit kaum Herr werden. Das ist das traurige Fazit, dass man aus der Lektüre von Reskis sachlich fundierten und im Detail ausgesprochen informativen Reportagen ziehen muss.

Reski nimmt uns mit auf eine unbehagliche Reise, lässt uns teilhaben an ihren Begegnungen mit den Paten, „Soldaten“, Anwälten, Priestern, Frauen und Kindern der „ehrenwerten Gesellschaft“ des Mezzogiorno und zeichnet so ein sehr authentisches Bild von der mafiadurchtränkten Lebenswelt des italienischen Südens. Sie zeigt uns die bizarren Früchte der Korruption und der Angst, führt uns in die von der Mafia zerstörten Quartiere Palermos, verrät, warum vierspurige Autostraßen im Nichts enden und es im Innern der absurd protzigen Justizpaläste an den notwendigsten Kleinigkeiten mangelt, während die trotzigen Denkmäler an ermordete Staatsanwälte und Richter vor ihren Toren die Hilflosigkeit gegenüber der eigentlichen Macht im Lande nur umso augenfälliger machen. Und sie öffnet uns die Augen dafür, dass die Macht der Mafia längst weit über Italien hinausgreift und eine sehr reale Gefahr für das europäische Gemeinwesen insgesamt darstellt. Eine Gefahr, auf die wir schlecht vorbereitet sind. — Andreas Vierecke, Literaturanzeiger.de

Quellen: Süddeutsche Zeitung, Börsenblatt