FAZ1Die FAZ berichtet exclusiv online mit einer „Zeitung zur Buchmesse“ von der Frankfurter Buchmesse, die heute ihre Tore geöffnet hat und noch bis zum 18.10.2009 zunächst Fachpublikum und am 17. und 18. Oktober auch Privatbesucher willkommen heißt.

Am Tag 1 geht es z.B. um die Outfits, Maße und Kosten der VIP-Escort-Damen, die darauf brennen, die Gentlemen der Verlagsbranche zu allen möglichen Meetings zu begleiten um dann ihre wuchtige Wirkung als Meeting-Luder entfalten.

Elke Heidenreich beantwortet sehr aufschlussreich einen speziellen Buchmesse-Fragebogen der FAZ und Peter Handke glänzt wieder als Meister der Abwesenheit. Auf geniale Weise ist es der FAZ allerdings gelungen, seine Facebook-Seite zu knacken:

Intime Einblicke in die soziale Vernetzung eines Schriftstellers mit dem Fazit, dass Peter Handke das Geschwätz auf Facebook leider schon jetzt nicht mehr ertragen kann und niemals wieder etwas hineinschreiben wird. Schade eigentlich! 😉

Quelle: FAZ

Robert Basic hat im Januar für knapp 47.000 Euro sein Blog Basic Thinking verkauft. Laut Stimator.com ist Basic Thinking heute 418.325 Dollar wert.
Stimator.com ermittelt für SPIEGEL ONLINE einen Wert von 134.045.021 Dollar und ist damit absoluter Spitzenreiter bei meiner persönlichen, keineswegs repräsentativen, Umfrage. Im Vergleich wird für den FOCUS ein Wert von 7.152.870 und für den Stern 3.385.583 Dollar ermittelt.

Bei den deutschen Tageszeitungen führt WELT ONLINE die Liste mit 6.616.324 Dollar an. Es folgen Bild.de (4.067.789 $), F.A.Z. (2.756.289 $), Süddeutsche.de (2.419.030 $), ZEIT ONLINE (2.194.656 $). Die Berliner taz wird mit 1.252.632 $ bewertet. 845 und 707 Millionen Dollar sind die New York Times und die Washington Post wert, die Times in London 177 Millionen.

In der deutschsprachigen Literaturszene führt, wer hätte das gedacht, LitColony.de mit einer Bewertung von 335.119 Dollar vor dem Börsenblatt (238.506 $) und dem Literaturcafé (205.108 $)

Mein Lesekreis kommt auf 30.884 $ – ist allerdings unverkäuflich 😉

lesekreisreport1

Erst kürzlich hat ein 12-jähriges Mädchen aus meinen Stadtteil sich mit einem Seil an ihrem Hochbett erhängt. Es war der letzte Ferientag, sie telefonierte noch am Abend mit einer Mitschülerin und erzählte, am nächsten Tag nicht in die Schule gehen zu wollen. Nachdem gegen 21 Uhr noch Licht im Kinderzimmer brannte, schaute die Mutter nach und fand ihr totes Kind.

tote-madchen-lugen-nicht1In den USA ist jetzt ein Jugendroman zu dem Thema Suizid auch ohne Verlagswerbung überraschend erfolgreich. „Tote Mädchen lügen nicht“ lautet der Titel des 33-jährigen Autors Jay Asher. Seit das Buch im Oktober 2007 in den Vereinigten Staaten erschienen ist, hat es sich dort gut hundertsechzigtausendmal verkauft. Die Rechte an „Thirteen Reasons Why“, so der Originaltitel, wurden mittlerweile in 14 Länder verkauft; in Deutschland ist der Roman seit Mitte März im Handel.

In „Tote Mädchen lügen nicht“ geht es laut der FAZ (Was treibt junge Mädchen in den Tod) um einen jungen Menschen, der sich isoliert fühlt, jedes Vertrauen verliert und irgendwann beschließt, in den Tod zu gehen – aber nicht ohne noch zu dokumentieren, welche Signale es für diesen Selbstmord gegeben hat. Ihr hättet es erkennen können, diese Botschaft hinterlässt die junge Hannah Baker dreizehn Menschen aus ihrem Umfeld: zwölf Mitschülern und einem Lehrer. Ihr hättet mich aufhalten können, denn die Signale waren da, als ich mir die Haare abschnitt und auf Gängen herum geschrien habe. Ihr hättet nur hinsehen, hinhören müssen, ihr hättet nur einmal nachdenken müssen, was ihr mir antut. Dann hättet ihr vielleicht verhindern können, dass es so weit kommt und ich Tabletten nehme.

Aber dazu ist es nun zu spät. Und daher müssen die dreizehn Menschen, die Anteil am Schicksal Hannahs hatten, dem Mädchen zwei Wochen nach seinem Freitod so genau zuhören, wie sie es vorher eben nicht taten: Hannah Baker hat vor ihrem Tod Kassetten besprochen, dreizehn Stück, für jeden eine: für den Jungen, der sie zum ersten Mal küsste und danach bei seinen Freunden damit prahlte; für das Mädchen, das sie benutzte, um selbst heller strahlen zu können; für einen anderen Jungen, der ihr Briefgeheimnis brach; für einen dritten Jungen, der ungefragt ein Gedicht von ihr druckte und an der Schule verteilte; für eine Freundin, die keine war; und schließlich für den Lehrer, der ihr riet, doch einfach auf sich beruhen zu lassen, was sie umtrieb, und der in seinem Büro sitzen blieb, als Hannah aufstand und sagte: Ich schließe jetzt mit meinem Leben ab. Dreizehn größere und kleinere Verletzungen kommen so zusammen. Erst in der Summe der Teile wird ein Bild daraus, das nur Hannah erkannte, die anderen aber nicht, aus Teilnahmslosigkeit, Arroganz, Dummheit – oder weil es zu schwer war, die Verletzung überhaupt zu erkennen.

Über den Autor
Jay Asher bekam die Idee zu dem Buch während einer Audioführung in einem Museum. Er war fasziniert von der Stimme in seinem Ohr, die ihm erklärte, was er sah. „Tote Mädchen lügen nicht“ ist sein erster Roman und wurde in den USA zu einem sensationellen Erfolg. Der Autor lebt in Kalifornien.

Jay Asher hat es weder sich noch seinen Figuren leicht gemacht. Er hat auch Hannah Baker als ungerecht, unfair und unzugänglich beschrieben: Das bewahrt sein Buch davor, eine banale Anleitung zum Seelenklempnern zu sein. Das ist vielleicht auch das Geheimnis, warum das Buch an amerikanischen Highschools von Hand zu Hand wanderte. Es ist nicht pädagogisch, nicht altklug, nicht berufsjugendlich, es ist kompliziert. Was hat „Tote Mädchen lügen nicht“ inspiriert, warum rückt einem das Buch so nah? „Mich hat die Geschichte einer jungen Verwandten beschäftigt, die sich das Leben zu nehmen versucht hat“, erzählt Jay Asher im F.A.Z.-Gespräch.

Und dass er sich mit seiner Frau und anderen Freundinnen hingesetzt hat und sie fragte, was in deren Schulzeit geschehen sei, das sie nicht bewältigen konnten. Gerüchte, antworteten sie, Gerede, Rufmord und Klatsch. Als er selbst noch in der Highschool war, hat Asher an einem Präventivkurs zur Verhinderung von Selbstmorden teilgenommen. Auch im Buch wird eine Broschüre verteilt, die „Warnsignale suizidgefährdeter Menschen“ heißt. „Ich wollte, dass es kein zu großes Ereignis ist, das Hannah umtreibt“, sagt Asher. „Ich wollte, dass es viele kleine Dinge sind.“ Ein Herz, das immer wieder bricht, und mit jedem Mal wird der Knacks größer.

Liest Jay Asher aus seinem Debüt an Schulen oder in Buchläden vor, stehen nachher Jungs und Mädchen bei ihm an, um davon zu erzählen, wie sie die Lektüre verändert habe. Einige gründeten Diskussionsrunden und Buchclubs an ihren Schulen. Andere sendeten E-Mails: „Ich habe bestimmte Stellen in Hannahs Geschichte angestrichen“, schrieb ein Mädchen, „und meinem Cousin geschickt. Er hat mir dann die Hilfe besorgt, die ich brauchte, um mit meiner Depression fertig zu werden.“ Ein anderes Mädchen gestand: „In den letzten Jahren habe ich mit dem Gedanken an Selbstmord gekämpft, alles, was Sie erwähnt und gezeigt haben, war so genau: die Gerüchte, die Jungs, das Drama, alles. Und ich habe mich so viel besser gefühlt, weil ich wusste, dass jemand es versteht.“ Und ein Junge schrieb: „Ich war sehr gemein zu anderen, ein Schwein. Seit Ihrem Buch habe ich begonnen, anderen zuzuhören und höflicher zu sein.“

Empfohlen ab 13 Jahre

Quelle: FAZ – Was treibt junge Mädchen in den Tod

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten, erschienen im Pantheon Verlag am 16. März 2009 – 14,95 Euro

That is the question!

In London wurde jetzt ein Bild vorgestellt, welches William Shakespeare im Alter von 46 Jahren zeigen soll.

Mit großer Wahrscheinlichkeit ist es das einzige zeitgenössische Konterfei des Dichters. Für die Zuschreibung sprechen die Provenienz, die Datierung der Eichenholztafel und eine Reihe von zeitgleichen Kopien, die auf diese um 1610 datierte Vorlage zurückzuführen sind, berichtet heute die FAZ.

Das Bild hing seit drei Jahrhunderten in dem irischen Landsitz der Cobbes, die verwandt sind mit der Urenkelin von Shakespeares Mäzen, Henry Wriothesley, Graf von Southampton, dem unter anderem das Versepos „Lucretia“ gewidmet ist und den manche Forscher für jenen unbekannten jungen Mann halten, an den der Dichter einige seiner leidenschaftlichsten Sonette richtete.

Es fehle nur noch ein Beleg aus den Unterlagen des Grafen Southampton, dass er dieses Gemälde in Auftrag gegeben hat. Die aufwendigen Borten der Kleidung dokumentieren den sozialen Aufstieg Shakespeares vom Handschuhmachersohn und widerlegen den Mythos des „Landlümmels aus dem Drecknest Stratford“ (Alfred Kerr).

Die Aufschrift „Principum amicitias!“ stammt aus einer Ode des Horaz, die den römischen Dichter und Geschichtsschreiber Gaius Asinius Pollio warnt, sich bei der Darstellung politischer Intrigen seiner Zeit ja vorzusehen.

In der Ausstellung, „Shakespeare Found“, des Shakespeare Birthplace Trust in seiner Geburtsstadt Stratford, ist das Gemälde vom 23. April bis 6. September zu sehen.

Quelle: FAZ

Der Autor und Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Frank Schirrmacher, erhält den mit 20.000 Euro dotierten Ludwig-Börne-Preis.

„Frank Schirrmacher ist ein herausragender Publizist, streitbarer Autor und führender Intellektueller in Deutschland“, heißt es in der Begründung der Jurorin, der türkischstämmigen Sozialwissenschaftlerin Necla Kelek. „Immer wieder gelingt es ihm, unkonventionelle Themen zu lancieren. Seine Arbeiten zum demographischen Wandel und der Einzug naturwissenschaftlicher Fragestellungen aus der Hirnforschung und der Gentechnik in die deutschen Feuilletons gelten als Meilensteine seines Wirkens. Wie Ludwig Börne bricht er dabei mit alten Vorurteilen und beschreitet neue Wege.“

Die Auszeichnung wird am 7. Juni in der Frankfurter Paulskirche verliehen. Der seit 1993 vergebene Preis erinnert an den scharfzüngigen jüdischen Schriftsteller Ludwig Börne (1786-1837), der aus Frankfurt stammte. Zu den bisherigen Preisträgern gehören der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger sowie die Publizisten Rudolf Augstein, Joachim Kaiser, Marcel Reich-Ranicki und Joachim Fest.

Im vergangenen Jahr erhielt die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer die Auszeichnung.

Alleinige Jurorin war dieses Jahr Necla Kelek. Necla Kelek, geboren am 31. Dezember 1957 in Istanbul, ist eine promovierte deutsche Sozialwissenschaftlerin und Frauenrechtlerin. Sie war von 1999 bis 2004 Lehrbeauftragte für Migrationssoziologie an der Evangelischen Fachhochschule für Sozialpädagogik in Hamburg. Keleks Leitthema ist die „islamisch geprägte Parallelgesellschaft in Deutschland“. Sie lehnt eine Duldung einer nicht-emanzipatorischen Erziehung von Mädchen, aber auch von Jungen, in traditionalistischen islamischen Familien als „falsch verstandene Toleranz“ entschieden ab.

Die Autorin, die immer wieder gegen die Unterdrückung der Frauen im Islam kämpft, wird bei der Preisverleihung auch die Laudatio auf Schirrmacher halten.

Quellen: Frankfurter Allegmeine Zeitung, Wikipedia