„Der Ludwig-Börne-Preis 2011 geht an den Bürgerrechtler und Essayisten Joachim Gauck„, teilte die Ludwig-Börne-Stiftung am 24.01.2011 der Öffentlichkeit mit.

Verliehen wird der Literaturpreis am 5. Juni 2011 in der Paulskirche in Frankfurt am Main. Die Stiftung, im Namen des beharrlich der Aufklärung verpflichteten Frankfurter Juden Ludwig Börne (1786-1837), vergibt den Preis seit 1993. Ein Preis für Essays, Kritik und Reportagen, die anknüpfen sollen an Börnes aufrührerischen und aufwühlenden Journalismus, mit dem er die – trotz reaktionärem Staats- und Gesellschaftswesen – Ideale der Revolution von 1848 in Lettern hochhielt. Ludwig Börne gelang es, die revolutionäre Gesinnung eines Demokraten im politischen Journalismus für Leser wach zu halten. Also eine große Verpflichtung für jeden Preisträger.

Diesjähriger alleiniger Preisrichter ist der ehemalige deutsche Kulturstaatsminister Michael Naumann.

Naumann begründete seine Auswahl für den Bürgerrechtler Joachim Gauck in einer schriftlichen Stellungsnahme: So „repräsentiert Gauck mit seinen Reden und Schriften den freiheitlichen Geist all jener in der ehemaligen DDR, die dem repressiven Staat durch ihre politisches Engagement ein Ende bereiteten.

Die Stiftung selbst fügt hinzu: Der Preis „gilt als der renommierteste Preis für Essays und Reportagen im deutschen Sprachraum. Zu den Preisträgern zählten bisher u.a. Marcel Reich-Ranicki, Rudolf Augstein, H.M Enzensberger und Frank Schirrmacher.“

Der Ludwig-Börne-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.

Quelle: Weltexpress

Joachim Gauck erhält den Geschwister-Scholl-Preis 2010

Joachim Gauck wird für sein aktuelles Buch „Winter im Sommer – Frühling im Herbst“ mit dem Geschwister-Scholl-Preis 2010 ausgezeichnet.

In der Begründung der Jury heißt es, dass Gauck mit seiner klaren Haltung in Leben und Werk aus dem politischen und gesellschaftlichen Mainstream herausrage und im Sinne des Preises handle.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern und die Landeshauptstadt München vergeben den mit 10.000 Euro dotierten Geschwister-Scholl-Preis 2010 zum 31. Mal. Zu den bisherigen Preisträgern zählen u. a. Roberto Saviano, David Grossmann, Anna Politkovskaja und Necla Kelek

Die Preisverleihung findet am 29. November 2010 um 19 Uhr in der Großen Aula der Ludwig-Maximilians-Universität in München statt. Der Geschwister-Scholl-Preis wird zum ersten Mal im Rahmen des Literaturfests München vergeben.

„Winter im Sommer – Frühling im Herbst“ ist die Autobiografie eines Mannes, der wie wenige andere über seine Opposition zur DDR-Führung und die Aufarbeitung des DDR-Unrechts identifiziert wird. Der Theologe Gauck war erster Bundesbeauftragter für die Unterlagen der Staatssicherheit.

Winter im Sommer – Frühling im Herbst (Kurzbeschreibung)
Der politische und sehr persönliche Rückblick eines friedlichen Revolutionärs

Eine Schlüsselfigur der jüngsten deutschen Geschichte erinnert sich: Joachim Gauck, engagierter Systemgegner in der friedlichen Revolution der DDR und herausragender Protagonist im Prozess der Wiedervereinigung als erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen.

Joachim Gauck verlebte seine Kindheit in einem Dorf an der Ostseeküste. Später studierte er Theologie in Rostock und fand seinen Weg in die Kirche in Mecklenburg. Distanz zum DDR-System prägte seine Tätigkeit von Anfang an. Wie selbstverständlich wurde er Teil einer kritischen Bewegung und schließlich zu einer Symbolfigur im Umbruch von 1989. Nach dem Mauerfall übernahm Gauck politische Verantwortung, er wurde Abgeordneter im ersten freien Parlament der DDR und erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Der Kampf gegen das Vergessen und Verdrängen blieb als Redner und Kommentator sein großes Thema, auch als er nach zehn Jahren aus dem Amt ausschied.

Zu seinem 70. Geburtstag hat Joachim Gauck seine Erinnerungen aufgeschrieben. Ihm ist ein gleichermaßen politisches wie emotional berührendes Buch gelungen, in dem er in klaren Bildern die traumatisierende Erfahrung der Unfreiheit und das beglückende Erlebnis der Freiheit nachzeichnet und den schwierigen Übergang von erzwungener Ohnmacht zu einem selbstbestimmten Leben beschreibt.

Über den Autor
Joachim Gauck, geboren am 24. Januar 1940 in Rostock, war von 1990 bis 2000 Bundesbeauftragter für die Unterlagen der Staatssicherheit. Seit 2003 ist er Vorsitzender des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie„. Er lebt in Berlin.