Zwischen dem, was die anderen sagen, und dem, was man glauben will, gibt es eine Wahrheit, die nie ans Tageslicht kommen darf! Kraftvoll und poetisch erzählt Daniel Woodrell von einer Welt, in der eigene Gesetze herrschen, und einer jungen Frau, die sich auflehnt gegen jahrhundertealte Lügen und Gewalt.

Jessup Dolly taucht unter, als der Winter kommt. Seiner Familie, die in bitterarmen Verhältnissen im Hinterland von Missouri lebt, fehlt es an allem. Sie haben kaum etwas zu essen und nicht einmal genug Feuerholz, um das Haus warm zu halten. Aufopferungsvoll kümmert sich Jessups sechzehnjährige Tochter Ree um ihre pflegebedürftige Mutter und die beiden jüngeren Brüder. Doch dann passiert das Unvermeidliche. Die Polizei steht vor der Tür und teilt Ree mit, dass ihr Vater, der schon einmal wegen Drogengeschäften im Gefängnis war und nun erneut unter Anklage steht, das Haus für seine Kaution verpfändet hat. Wenn Jessup nicht bei Gericht erscheint, verliert seine Familie alles, was sie hat. Ree bleibt eine Woche Zeit, um ihren Vater zu finden tot oder lebendig.

Die gebundene Ausgabe von „Winters Knochen“ umfasst 222 Seiten und ist am 17.01.2011 im Liebeskind Verlag erschienen.

Daniel Woodrell erzählt seine Geschichte ohne ein überflüssiges Wort, mit beinahe biblischer Wucht. Er hat seinen Stil geschult an Vorbildern wie Ernest Hemingway oder Cormac McCarthy. Entstanden ist ein moderner Western, der die Tugenden der alten Pioniere feiert: persönlichen Mut, Durchsetzungswillen, Zusammenhalt.Rezension zu „Winters Knochen“ unter dem Titel „Ohne jede Gnade“ von FOCUS-Redakteur Jobst-Ulrich Brand

Angesiedelt im Grenzland zwischen Missouri und Arkansas, spielt die Geschichte zwar in der Gegenwart, in ihrer Struktur aber wirkt sie wie ein ins 21. Jahrhundert gehobenes mittelalterliches Epos, wie eine archaische Saga: Hier die junge Frau, als Miss Missouri der Unterschicht eine Art Jeanne d’Arc der Gegenwart, die sich zum Streitzug aufmacht; dort finstere Patriarchen, Krieger, Gesindel, böswillige Weiber.Hinterwäldler, zu allem fähig: Daniel Woodrells „Winters Knochen“ – Buchtipp von Sebastian Hammelehle, Spiegel Online Kultur

Über den Autor
Der 57-jährige US-amerikanische Autor Daniel Woodrell, geboren in Springfield, Missouri, und aufgewachsen im Norden von Missouri, verließ mit siebzehn die Highschool und meldete sich bei den Marines. Nach dem College nahm er am renommierten Iowa Writers’ Workshop teil. Sein Romandebüt „Cajun-Blues“ erschien 1986. Für den Roman „Tomato Red“ erhielt Woodrell 1999 den Preis des amerikanischen P.E.N. Im selben Jahr verfilmte Ang Lee die Romanadaption von „Woe to Live On“, Woodrells zweiten Roman, unter dem Titel „Ride with the Devil“. 2010 wurde die Verfilmung von „Winters Knochen“ (orig. Titel: Winter´s Bone, erschienen 2006) beim Sundance Film Festival als bester Film ausgezeichnet.

Aktuell ist „Winter´s Bone“ für vier Oscars in den Kategorien „Bester Film“, „Beste Darstellerin“ (Jennifer Lawrence), „Bester Nebendarsteller“ (John Hawkes) und „Beste Drehbuchadaption“ (D. Granik, Anne Rosellini) nominiert. Wann der Film in die deutschen Kinos kommt, ist leider noch nicht bekannt.

Laurence Mark, einer der Produzenten der Oscar-Verleihung, hat sich verplappert und verraten was eigentlich noch ein Geheimnis bleiben sollte:  „Ich verspreche euch, dass Robert Pattinson dabei ist“, platzte es aus Laurence Mark heraus: „Er wird sogar mehr als nur einmal zu sehen sein.“

Eine aktive Beteiligung des „Twilight“-Stars auf der Bühne ist somit sicher. Unklar ist allerdings, ob Pattinson den Oscar gemeinsam mit seiner Kollegin Kristen Stewart überreichen wird und in welcher Kategorie er den Preisträger beglückwünschen darf.

Um die Einschaltquoten in die Höhe zu treiben sollte bei der diesjährigen Oscar-Verleihung zunächst geheimgehalten werden, welche Stars an der Veranstaltung teilnehmen. Die Bekanntgabe, dass Robert Pattinson, alias Edward Cullen aus der Kinoproduktion „Twilight“, nach der Romanvorlage  von Stephenie Meyers Bestseller „Bis(s) zum Morgengrauen“, macht die Oscar-Verleihung für viele „Twilight“-Fans um einiges sehenswerter.

Und mit dem Wissen, dass sowohl Robert Pattinson als auch „The Sexiest Man Alive“ – Hugh Jackman – als Moderator zu sehen sein werden, dürfte auf jeden Fall ein Ziel der Veranstalter erreicht sein: Die Einschaltquoten werden dank der weiblichen Zuschauer bestimmt wieder ihr altes Niveau erreichen.

Am 22. Februar findet die Oscar-Verleihung statt, bei der alle Augen auf den berühmten Hollywood Boulevard in Los Angeles gerichtet sein werden.

Quelle: Kino.de